Sacha Distel (Sacha-Alexandre Distel) erblickte am 29. Januar 1933 als Sohn des russisch-stämmigen Ingenieurs Loyina (Léonide) Distel (1894 – 1970) und der Pianistin Andrée Ventura (1902 – 1965) in Paris1) das Licht der Welt. Der in Odessa1) geborene Vater, ein ehemaliger zaristischer Offizier, war um 1917/18 aus Russland nach Frankreich geflohen, die Mutter entstammte einer jüdischen Familie aus Paris. "1942 wurde Sachas Mutter von den deutschen Besatzern in ein Arbeitslager verschleppt und fand ihren Sohn erst nach dem Krieg wieder. Der Vater versteckte den Neunjährigen in einer Priesterschule in Laval1),  ließ ihn als "Alexandre Ditel" anmelden und tauchte selbst unter." notiert Wikipedia.
Der Neffe des international bekannten Bandleaders Ray Ventura1) (1908 – 1979) erlernte bereits mit fünf Jahren das Klavierspiel, mit 15 Jahren konnte er Gitarre spielen – er nahm Unterricht bei Henri Salvador1) – und gab 16-jährig sein Debüt als Amateur Jazz-Gitarrist mit der während der Schulzeit von ihm sowie Klassenkameraden gegründeten Band "Noise Makers". Anfangs besuchte er das Pariser Gymnasium "Lycée Janson de Sailly"1), dann das "Lycée Claude-Bernard" und war ein eher mittelmäßiger Schüler, dennoch schloss die schulische Ausbildung mit dem Abitur ab. Anschließend studierte er Philosophie, interessierte sich jedoch mehr für Musik und spielte bereits als Student bei verschiedenen Dixieland-Bands. Nach dem Militärdienst begann er eine Karriere als Jazz-Musiker und wurde zunächst künstlerischer Direktor für eine Schallplattenfirma in New York City. Zu dieser Zeit führte ihn sein Onkel Ray Ventura in die Jazz-Szene in Manhattan1) und Harlem1) ein, wo Distel so berühmte Jazz-Größen wie Miles Davis1) (1926 – 1991), Oscar Peterson1) (1925 – 2007), Sarah Vaughan1) (1924 – 1990) sowie vor allem Stan Getz1) (1927 – 1991) kennenlernte und sich mit ihnen anfreundete; zudem vertiefte er sein Gitarren-Spiel und nahm Unterricht bei Jimmy Raney1) (1927 – 1995).
    
Der junge Mann entdeckte nun endgültig seine Leidenschaft für den "Modern Jazz"1), nach seiner Rückkehr nach Paris wurde er Mitglied des Trios von Martial Solal1), arbeitete auch mit den Musikern Barney Wilen1) (1937 – 1996) und Bobby Jaspar1) (1926 – 1963) zusammen; 1953 wurde er als bester Gitarrist Frankreichs ausgezeichnet. Eine seiner ersten Schallplatte nahm er mit dem französischen Jazz-Pianisten Raymond Le Sénéchal1) (1930 – 1978) sowie dem belgischen Vibraphonisten Fats Sadi1) (1927 – 2009) auf, anschließend veröffentlichte er ein Album (1955, "Crazy Rhythm") mit Lionel Hampton1) (1908 – 2002). Ein weiteres Album mit John Lewis1) (1920 – 2001), dem Leiter und Pianisten des "Modern Jazz Quartet"1) folgte, Distel wurde damit auch international bekannt und zählte über Jahre zu den besten Jazz-Gitarristen. Er begleitete unter anderem auch Juliette Gréco, die ihn ermunterte, sich als Chansonnier zu versuchen. Ab Ende der 1950er Jahre feierte Distel dann mit meist selbst geschriebenen Liedern sowie Coverversionen Erfolge, erstürmte in Frankreich mit Titeln wie "Scoubidou" (1958, → Wikipedia (englisch)), der französischen Version der Nummer "Apples, Peaches and Cherries" von Peggy Lee, die Hitparade oder begeisterte ein Jahr später mit "Mon beau chapeau" erneut sein Publikum.
1958 zog der Künstler außerdem weltweit die Aufmerksamkeit durch seine ein Jahr lang andauernde Romanze mit der Leinwand-Ikone Brigitte Bardot auf sich; mit ihr im Duett kam übrigens 1973 das Lied "Le soleil de ma vie" auf den Markt.
In Deutschland avancierte Sacha Distel Anfang der 1960er Jahre mit Titeln wie "Adios Amigos" (1962), "Der Platz neben mir" (1964) oder "Die Frau mit dem einsamen Herzen" (1965) ebenfalls zu einem populären Interpreten der Schlager-Szene, konnte sich mit einigen dieser Lieder in der deutschen Hitparade vordere Plätze erobern und errang "Goldene Schallplatten"1). Internationale Anerkennung erlangte Distel erst 1970 mit seiner Version von "Raindrops Keep Falling On My Head"1), dem Titel aus der von George Roy Hill1) mit Paul Newman und Robert Redford gedrehten Western-Komödie "Butch Cassidy And The Sundance Kid"1) (1969, "Zwei Banditen"), mit dem er auf den 10. Platz in der britischen Hitparade landete.
  
Distel selbst stand als Schauspieler für einige Kinofilme vor der Kamera, gab sein Leinwanddebüt mit der Rolle des jungen Sträflings Pierre Bernard, der in dem von René Jolivet (1898 – 1975) in Szene gesetzten Drama "Die Verschworenen"2) (1960, "Les mordus") während eines Transports flieht, Aufnahme bzw. Arbeit bei einer Kolonne von Erdölsuchern findet und durch die Kameradschaft sowie die Liebe einer jungen Frau geläutert wird. In Louis Malles1) Komödie "Zazie"1) (1960, "Zazie dans le métro") nach dem gleichnamigen Roman1) von Raymond Queneau1) hatte er lediglich einen (ungenannten) Kurzauftritt, ebenso in dem von Anatole Litvak1) nach dem Roman "Aimez-vous Brahms…". von Françoise Sagan realisierten Liebesfilm "Lieben Sie Brahms?"1) (1961, "Goodbye Again") mit Stars wie Ingrid Bergman, Anthony Perkins und Yves Montand. In dem österreichischen Schlagerfilm "Sing, aber spiel nicht mit mir"1) (1963) von Kurt Nachmann1) (Regie) mit Lou van Burg als Showmaster konnte er neben etlichen anderen beliebten Sanges-Künstlern jener Ära seinen Song "Adios Amigo" präsentieren. In der Tragikomödie "Das leichte Geld der Liebe"2) (1964, "La bonne soupe") nach dem Theaterstück von Félicien Marceau1) mit Annie Girardot in der weiblichen Hauptrolle, tauchte er unter der Regie von Robert Thomas1) mit der Nebenrolle des Roger auf, in der ganz auf Jean-Louis Trintignant zugeschnittenen, amüsanten Geschichte "Voyou, der Gauner"3) (1970, "Le voyou") spielte er sich selbst; Regie führte Claude Lelouch. In dem Thriller "Neun im Fadenkreuz"1) (1973, "Sans mobile apparent") nach dem Roman "Ten Plus One" von Ed McBain1) mimte er den attraktiven, frustrierten TV-Entertainer Julien Sabirnou, Freund der Stieftochter eines der Mordopfer Sandra Forest (Dominique Sanda1)), an der Seite von Jean-Louis Trintignant in der Rolle des eigensinnigen Kriminalkommissars Carella, der in Nizza1) eine Mordserie aufzuklären hat. Darüber hinaus wirkte er in einigen Fernsehfilmen/-serien mit.
  
Distel unternahm während seiner Karriere weltweite Tourneen, war Dauergast in zahlreichen TV-Shows in Frankreich, Belgien, Großbritannien, den USA und Deutschland. Er erhielt etliche Auszeichnungen sowie "Goldene Schallplatten"1), übrigens wählten ihn die Briten Anfang der 1970er Jahre zum "Most Exciting Male Vocalist" ("Aufregendster männlichen Sänger"). 1997 wurde er für seine Verdienste um die französische Musik zum "Ritter" der französischen "Ehrenlegion"1) ernannt ("Chevalier de la Légion ’Honneur)", mit dem Titel des "Chevalier" des "Ordre des Arts et des Lettres"1) erhielt er eine weitere hohe Auszeichnung, die für Künstler und Schauspieler in Frankreich vergeben wird. 
Sacha Distel, der neben Französisch und Deutsch auch in italienischer, englischer und spanischer Sprache seine Lieder interpretierte, machte sich als Komponist ebenfalls einen Namen. So wurde er beispielsweise 1963 für das von ihm geschriebene Musikthema zur 5. Episode ("L'orgueil"/"Hochmut") des von verschiedenen Regiseuren gedrehten, französischen Episodenstreifens "Les sept péchés capitaux"2) (1962, "Die sieben Todsünden") für einen "Grammy Award"1) in der Kategorie "Song of the Year"1) nominiert, ging bei der "Grammy"-Verleihung am 12. Mai 1964 jedoch leer aus – der Titel "La belle vie" geriet als "The Good Life" (→ Wikipedia (englisch) zum Hit für Tony Bennett1), der auch seine 1998 veröffentlichte Biografie danach benannte. Distels Kompositionen wurden unter anderem auch von Frank Sinatra, Petula Clark1), Ray Charles, Sammy Davis Jr. oder Dionne Warwick1) übernommen.
Inspiriert durch seinen Onkel Ray Ventura gründete Distel 1993 die Band "Sacha et ses Collégiens" und veröffentlichte das Album "Sacha Distel et ses Collégiens" sowie zwei Jahre später "Swinguer la Vie". Seine Erinnerungen publizierte Distel 1985 unter dem Titel "Les pendules à l'heure".

Das Multitalent Sacha Distel starb am 22. Juli 2004 im Alter von 71 Jahren in seinem Domizil in der kleinen Gemeinde Rayol-Canadel-sur-Mer1) nahe Saint-Tropez1) an den Folgen einer schweren und langwierigen Krebserkrankung. Die letzte Ruhe fand der Künstler in der Familiengruft seiner Schwiegereltern in Rayol-Canadel-sur-Mer.
Seit 1963 war der Chansonnier und Frauenschwarm, dem bis zu seiner Eheschließung etliche Affairen nachgesagt wurden, mit der französischen, ehemaligen Ski Alpin-Rennmeisterin und "Olympia"-Teilnehmerin Francine Bréaud (07.06.1934 – 29.12.2024) verheiratet; aus der Verbindung gingen die gemeinsamen Söhne Laurent (* 1964) und Julien (* 1967) hervor. 
 
Siehe auch Wikipedia sowie den Artikel bei www1.wdr.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
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