Anfang der 1930er Jahre gründete ein älterer Barbershop-Besitzer mit Studenten der "Booker T. Washington Highschool" (→ Wikipedia (englisch)) in Norfolk1) (→ Virginia1)) ein Gospel1)-Gesangsquartett, diese waren*)
  • A. C. "Eddie" Griffin (Barbershop-Eigner; 1. Tenor),
    bereits 1935 ersetzt durch William "Highpockets" Langsford (1909 – 1969)
  • Henry Owens (2. Tenor; † 1970),
  • Willie "Bill" Johnson (Bariton; † 1980),
  • Robert "Peg" Ford (Bass),
    bereits 1935 ersetzt durch
  • Orlandus Wilson (1917 – 1998) → Wikipedia (englisch)
Anfangs nannten sie sich "Golden Gate Jubilee Singers", dann "Golden Gate Jubilee Quartet" und schließlich "Golden Gate Quartet". Jeder der vier Interpreten brachte sein spezifisches Talent in die Gruppe ein: Langford war ein extrovertierter, in der Barbershop1)-Tradition stehender, melodramatischer Leadsänger mit einer ungeheuren stimmlichen Bandbreite, die es ihm erlaubte, von Bariton zu Sopran zu wechseln. Johnson hatte einen erzählerischen Jazz-Stil entwickelt, der in der Gospel-Musik neu war. Owens war Meister der harmonischen Obertöne und Orlandus Wilson rundete die Songs mit seiner weichen Bassstimme ab.
William Langsford verließ 1940 die Gruppe, gründete eine neue Formation und wurde durch den Sänger/Bühnenkomödianten Clyde Riddick (1913 – 09.10.1999) ersetzt. 1948 ging Willie Johnson, für ihn kam bis 1950 Orville Brooks (1919 – 1997); im Verlaufe der Jahrzehnte wechselten die Mitglieder mehrfach.

Orlandus Wilson Ende Dezember 1964 bei einem
Auftritt mit dem "Golden Gate Quartet" in
den Niederlanden (Ausschnitt des Originalfotos)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag,
Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-2837);
Urheber/Fotograf: F.N. Broers / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Orlandus Wilson Ende Dezember 1964 bei einem Konzert mit dem "Golden Gate Quartet" in den Niederlanden (Ausschnitt des Originalfotos); Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-2837); Urheber/Fotograf: F.N. Broers / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos); Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
In den Anfängen ihrer Karriere sang das ursprüngliche Quartett in Kirchen, wurde aber bald in Columbia1) (South Carolina1)) von einem lokalen Rqadiosender entdeckt und nahmen 1937 die erste Schallplatte auf.
"Der nationale Durchbruch gelang indes1938  mit der Teilnahme an John Hammonds1) berühmter Jazz1)-Revue "From Spirituals to Swing" in der New Yorker "Carnegie Hall"1). In der Folge trat das Quartett USA-weit im Radioprogramm sowie unter anderem im New Yorker Jazzclub "Café Society"1) auf. Als sie 1941 an der musikalischen Umrahmung von Präsident Franklin D. Roosevelts1) Amtseinführung mitwirkten, waren sie, auf Wunsch von Gattin Eleanor Roosevelt1), die erste schwarze Musikgruppe, die in der Washingtoner1) "Constitution Hall"1) auftreten durfte. Im selben Jahr veröffentlichten sie ihre erste Schallplatte und unternahm die erste Auslandstournee, die sie nach Mexiko1) führte." notiert Wikipedia.
  
Ein erster Hit wurde ihr Theme-Song "Golden Gate Gospel Train" und machte die Formation mit dem einzigartigen Jazz-Swing-Sound in den USA rasch landesweit bekannt. Schon bald traten sie gemeinsam mit so bekannten Größen wie Count Basie, Benny Goodman oder Big Joe Turner1) auf und Titel wie "Go Where I Send Thee", "Give Me Two Wings", "I'm A Pilgrim", "Hold On", "Motherless Child"1), "Ol’ Man River"1), "Amen", "When the Saints Go Marchin' In"1), "Joshua Fought the Battle of Jericho"1), "Go Down Moses"1), "Nobody Knows the Trouble I've Seen"1) oder "Go Tell It On The Mountain"1) machten die Gospel-Sänger international berühmt. Aber auch mit Popsongs wie "On the Sunny Side of the Street"1) oder Folksongs wie "If I Had a Hammer"1) kamen sie beim Publikum gut an.
Sie zeigten sich zudem in einigen Kinoproduktionen, so in dem von George Marshall1) gedrehten Musikfilm "Star Spangled Rhythm"1) (1942), wo sie gemeinsam mit Mary Martin1) und Dick Powell1) den Pop-Song "Hit the Road to Dreamland"1) darboten, Weitere Auftritte hatten sie unter anderem in dem Streifen "Hit Parade of 1943"1) (1943) sowie in der Star-besetzten Musical-Komödie "Hollywood Canteen"1) (1944), in der sie das Lied "The General Jumped at Dawn" vortrugen. Auch in der von Howard Hawks1) inszenierten, musikalischen Komödie "A Song Is Born"1) (1948, "Die tollkühne Rettung der Gangsterbraut Honey Swanson") kamen sie neben den Protagonisten Danny Kaye und Virginia Mayo1) sowie Jazz-Größen wie Benny Goodman, Tommy Dorsey, Lionel Hampton1) und Louis Armstrong zum Einsatz.
 
Wikipedia führt aus: "Während des 2. Weltkriegs hielt die Popularität der Gruppe unvermindert an, wozu auch Kriegslieder wie der satirische Song "Stalin Wasn't Stalling" beitrugen. Nach dem Krieg konnte das "Golden Gate Quartet" seine überragende Stellung im Bereich des "Gospel" nicht behaupten, sondern musste den Ruhm mit neuen Gruppen wie etwa "The Soul Stirrers"1) teilen, die mitunter den gewandelten Zeitgeschmack besser trafen. Nicht zuletzt deswegen wandte sich das Quartett weitgehend von den USA ab und ging auf zahlreiche Auslandstourneen, die es unter anderem nach Kanada1), in mehrere europäische Länder, in den Nahen Osten1) sowie nach Japan führten."

Zwischen 1955 und 1957 tourte das Quartett durch Europa,  und auch in späteren Jahren gaben sie oft mehr Konzerte in der alten Welt als in ihrer Heimat den USA, traten in den Gastgeberländern gemeinsam mit Stars wie Gilbert Bécaud, Jacques Brel oder auch Heino auf mit dem das Quartett dessen legendär gewordenes Lied "Schwarzbraun ist die Haselnuss"1) auf Deutsch sang. 1981 spielte das "Golden Gate Quartet" in der Basilika von Lourdes1) vor 2.500 Menschen – weitere 20.000 hatten keinen Einlass gefunden. In Bordeaux1) gelang es 1990 gar, ein Auditorium von 100.000 Menschen zu versammeln; erst 1994 trat die Gruppe erstmals wieder in ihrer Heimat USA auf.*) Im selben Jahr unternahmen sie eine weltweite "Farewell Tour" und standen in über 250 Vorstellungen auf der Bühne. Im Jahre 2005 gehörten sie bei Heinos (vorläufiger) Abschiedstournee zu den Ehrengästen.*)

    

Das "Golden Gate Quartet" Ende Dezember 1964 bei einem Konzert in den Niederlanden (2. von links: Orlandus Wilson); Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-2837); Urheber/Fotograf: F.N. Broers / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos); Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Das "Golden Gate Quartet" Ende Dezember 1964
bei einem Auftritt in den Niederlanden
(v.l.n.r.:  Clyde Riddick,  Orlandus Wilson und ?)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 917-2837); Urheber/Fotograf: F.N. Broers / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Nachdem der 2. Tenor Clyde Wright (* 1928), der dem "Golden Gate Quartet" bereits 1954 beigetreten war, aus Altersgründen auch die künstlerische Leitung abgab, besteht die Formation seit 2012 aus Frank Davis (1. Tenor; seit 1995), Timothy Riley (2. Tenor), Paul Brembly (Bariton; seit 1971) und Terry Francis (Bass; seit 1998). (Stand: 24.01.2026 nach www.cultd.net
Bereits 1998 wurde die Formation in die damals neu gegründete "Vocal Group Hall of Fame"1) in Sharon1) (Pennsylvania1)) aufgenommen, ebenso wie unter anderem "The Andrews Sisters", "The Beach Boys" und "The Mills Brothers". Seit 2010 sind sie in der 1971/72 von der "Gospel Music Association"1) ins Leben gerufenen "Gospel Music Hall of Fame" vertreten → Wikipedia (englisch).
    

Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisxch; mit Diskografie) sowie
die Webseite des heutigen "Golden Gate Quartets" mit Historie (englisch)
Siehe auch den Artikel bei userpage.fu-berlin.de (mit Liste der wechselndenBesetzungen der Formation)
und den Artikel (englisch) bei www.loc.gov
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
*) Quelle: Wikipedia (abgerufen: 24.01.2026) 
Fremde Links: 1) Wikipedia
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