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Roger Miller wurde am 2. Januar 1936 als Roger Dean Miller in der
texanischen Stadt Fort Worth1) geboren.
Er war das jüngste von drei Kindern, sein Vater Jean Miller (* 1909)
starb 1937 mit mit nur 28 Jahren an einer Hirnhautentzündung, als Roger grade dreizehn Monate alt war.
Mutter
Laudene Holt Miller (1913 2001) war mit der Erziehung ihrer Söhne Harold Dewayne, Wendell und Roger
sowie der Farm während der Weltwirtschaftskrise ("Great Depression"1)) vollkommen überfordert, sodass sie die Farm verkaufte und die Kinder von den Brüdern des verstorbenen Vaters aufgenommen
wurden. Harold Dewayne kam nach Arkansas1), Wendell nach
Kalifornien1) und
der kleine Roger schickte sie mit drei Jahren auf die Baumwollfarm von Onkel Delmer und Tante Armelia
nahe der kleinen, ländlichen Stadt Erick1) (Oklahoma1)),
wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Er ging in Erick später zur
Schule, musste schon früh aut der Farm seines
Onkels mitarbeiten und hatte bereits zu dieser Zeit Ambitionen,
Musiker zu werden nicht zuletzt weil er hoffte, damit dem harten,
aber auch tristen Alltags
entfliehen zu können. "Einzige Abwechslung waren Radiosendungen wie
"Grand Ole Opry"1)
oder mit den "Light Crust Doughboys" → Wikipedia (englisch). Zugang
zur "Country Musik"1)
fand er auch über seinen Schwager Sheb Wooley1), der
damals am Anfang einer Karriere stand." (Quelle nach
Wikipedia) Millers Vorbilder waren sowohl sein Schwager als auch
die Country-Stars Hank Williams1) (1923 1953)
und Bob Wills1)
(1905 1975), Miller selbst begann als Jugendlicher in örtlichen
Bars und Nachtclubs, spielte dort Gitarre oder die Fiddle1) und verdiente sich damit
ein paar Dollars. Mit 17 Jahren meldete Roger Miller sich zur "US Army"1) und wurde im Koreakrieg1) eingesetzt. Zunächst musste er als Fahrer Dienst tun, doch als man sein musikalisches Talent erkannte, versetzte man ihn eine Hillbilly1)-Band und schickte ihn gegen Ende der Armee-Zeit nach Atlanta1) (Georgia1)). Dort spielte er Gitarre, versuchte sich auch am Schlagzeug sowie als Sänger in der von Faron Young1) (1932 1996) geleiteten Formation und erntete mit seinen eigenen Songs Beifall. Nach zwei Jahren wurde Miller aus der Armee entlassen und nach einigen Umwegen ging er 1957 nach Nashville1) (Tennessee1)), dem Zentrum der kommerziellen "Country Musik". Dort nahm er Kontakt zu Chet Atkins1) (1924 2001) auf, stellte seine Songs vor ohne Erfolg. So arbeitete er zunächst ein Jahr lang als Hotelboy im "Andrew Jackson Hotel", schrieb zudem Songs für andere Country-Sänger. "Nach und nach fand er Eingang in die lokale Szene, wirkte als Session-Musiker bei Aufnahmen von Minnie Pearl1) und Faron Young mit. Für das Label "Mercury Records"1) wurden einige erfolglose Singles produziert. Schließlich begann er für den Musikverlag "Tree Publishing"1) Songs zu schreiben."2) Mit einer eigenen Solo-Karriere. hatte jedoch zunächst kein Glück. Inzwischen verheiratet sowie Familienvater, legte Miller seine Pläne, als Musiker zu reüssieren, vorerst auf Eis und arbeitete in Amarillo1) (Texas1)) eine Zeit lang als Feuerwehrmann, betätigte sich nebenher abends als Musiker in Clubs. Bei einem dieser Auftritte lernte er den Country-Sänger Ray Price1) (1926 2013) kennen, der ihn als Schlagzeuger in seiner Begleitband, die "Cherokee Cowboys" engagierte. Miller ging zurück nach Nashville, wo er einen neuen Anlauf unternahm, doch noch als Musiker Karriere zu machen. Ein erster Erfolg stellte sich mit dem von ihm geschriebenen Song "Invitation to the Blues" (→ Wikipedia (englisch)) ein, mit dem Price 1958 einen Hit landete und auf Platz 3 der "Billboard Hot Country Songs"1) kletterte. Auch sein von Jim Reeves gesungener Titel "Billy Bayou" (1958; → Wikipedia (englisch)) erreichte eine Spitzenposition in den Country-Charts, Zu dieser Zeit entstand zudem ein Kontakt mit Johnny Cash und dessen Band "Tennessee Three"1). Wikipedia notiert: "Die Band litt zu dieser Zeit stark unter Cashs durch Amphetamine verursachte Unzuverlässigkeit, so dass die Musiker Marshall Grant1) und Luther Perkins1) bei vielen Konzerten zwar pünktlich anwesend waren, der Star aber fehlte. Bassist Grant erinnert sich in seinem Buch "I Was There When It Happened" daran, wie Roger Miller in solchen Fällen oftmals als Sänger einsprang und somit die Ticket-Einnahmen rettete. Die Freundschaft mit Grant und Perkins verschaffte Miller Anfang bis Mitte der 1960er Jahre somit zumindest die Möglichkeit, ab und zu auf der Bühne zu stehen." Miller avancierte in den 1950er Jahren zu den gefragten, erfolgreichen Songwritern jener Ära. Der US-amerikanischer Singer/Songwriter Bill Anderson meinte später einmal, Roger sei der talentierteste, zugleich aber auch der undisziplinierteste Mensch gewesen, den man sich vorstellen kann, und bezog sich dabei auf Buddy Killen (1932 2006), dem damaligen Boss von "Tree Publishing"1), der mitunter Roger dazu zwingen musste, endlich seine Songs fertig zu stellen. Nach seinen Erfolgen als Songwriter versuchte sich Miller erneut als Interpret, unterschrieb zunächst einen Vertrag bei "Decca Records"1), dann bei "RCA Records"1). Die bei beiden Labeln aufgenommenen Singles verzeichneten jedoch eher mäßige Erfolge, lediglich der Titel "When Two Worlds Collide" (1961), den er gemeinsam mit Bill Anderson geschrieben hatte, erreichte in den Hit-Notierungen Platz 10. "RCA Records" trennte sich von Miller, der nun nach Hollywood1) zog, wo er sein Geld mit Auftritten in TV-Shows verdiente. Da er stets knapp bei Kasse war, unterschrieb er einen neuerlichen Vertrag beim Label "Smash Records"1), brachte dort im Mai 1964 die Single "Dang Me" heraus, mit der ihm endgültig der Durchbruch als Sänger gelang → Wikipedia (englisch). Der Song hielt sich sechs Wochen an der Spitze der Country-Charts, schaffte es bis in die "Top Ten" der Pop-Hitparade und wurde 1965 mit einem "Grammy Award"1) in der erstmals vergebenen Kategorie "Beste männliche Country-Gesangsdarbietung"1) ("Best Male Country Vocal Performance") ausgezeichnet; 1998 nahm nan seine Version in die "Grammy Hall of Fame"1) auf. Auch mit seinen weiteren Songs, beispielsweise "Chug-a-Lug" (1964;→ Wikipedia (englisch)), dieser brachte es immerhin auf Platz 9 in den "Billboard Hot 100"1), oder "Do-Wacka-Do" (1964; → Wikipedia (englisch)) konnte er beim Publikum punkten. Im Januar 1965 kam mit "King of the Road"1) eine Platte auf den Markt, die untrennbar mit dem Namen Roger Miller verbunden bleibt und die den Höhepunkt seiner Karriere markiert. Diese von ihm geschaffene bzw. interpretierte Hymne auf das ungebundene Leben auf Straße und Schiene erreichte im März 1965 in den USA Platz 1 in den Country-Charts sowie Platz 4 in den "Billboard Hot 100" und gelangte auch in den britischen Musikcharts1) auf die Spitzenposition und geriet zum Millionen-Seller. Weltweit feierte Miller mit diesem Titel Erfolge, der ihm neben weiteren Auszeichnungen bei der "Grammy"-Verleihung am 15. März 1966 insgesamt fünf "Grammy Awards"einbrachte in den Kategorien "Best Country Song"1), "Best Country Male Vocal Performance"1), "Best Contemporary Rock 'n Roll Single", "Best Contemporary (R&R) Vocal Performance, Male" und "Best Country & Western Recording". Zudem errang sein zweites Studio-Album "The Return of Roger Miller" (→ Wikipedia (englisch)) den Preis in der Kategorie "Best Contemporary Country Album"1) → Wikipedia. Mit "Top 10"-Hits wie "Engine, Engine No. 9" (1965; → Wikipedia (englisch)), "England Swings" (1965; → Wikipedia (englisch)) und "Husbands and Wives" (1966, → Wikipedia (englisch)) oder seinen Alben. blieb Roger Miller sowohl als Country-Sänger als auch mit Pop-Musik äußerst erfolgreich. Sein Spektrum reichte von Liedern mit lustigen Wortspielereien wie "Chug-A-Lug" oder "Do Wacka Do" bis hin zu sentimentalen, balladenhaften Songs wie beispielsweise "The Last Word In Lonesome Is Me" oder "When Two Worlds Collide". Mit dem Titel "Little Green Apples" (→ Wikipedia (englisch)) stand Miller im März 1968 letztmalig in den britischen "Top 20"; das Stück wurde wenige Monate später in der Version von Patti Page1) ein Millionenerfolg und erreichte Platz 2 in der US-amerikanischen Charts. Im Mai 1969 brachte Miller als Erster den von Kris Kristofferson1) geschriebenen Country-Song ""Me and Bobby McGee"1) heraus, der jedoch erst 1971 in der Version von Janis Joplin weltweit berühmt werden sollte. In den 1970er Jahren ließ Millers Erfolg zwar merklich nach, gefällige und sanfte Melodien entsprachen nicht mehr dem Zeitgeschmack, dennoch wurden seine Songs im Laufe der Jahrzehnte von anderen Stars erfolgreich interpretiert. Miller verlegte sich nun mehr auf seine Arbeit als Songwriter, gehörte beispielsweise zu den Komponisten des Disney-Zeichentrickfilms "Robin Hood"1) 1973), lieh zudem im Original dem Hahn Alan A’Dale seine Stimme (deutscher Sprecher: Reinhard Mey1)) und fungierte als Erzähler (deutscher Sprecher: Joachim Cadenbach1)). Darüber hinaus kümmerte sich in Nashville um sein Hotel, das er nach seinem größten Hit "King of the Road" erworben bzw. so benannt hatte. 1983 gelang ihm ein kurzes Comeback, als er mit Ray Price1) und Willie Nelson1) das Album "Old Friends" veröffentlichte. Als Komponist/Liedtexter des Musicals "Big River", basierend auf dem berühmten Roman "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"1) ("Adventures of Huckleberry Finn") von Mark Twain1), feierte Miller noch einen späten Triumph, erhielt am 2. Juni 1985 einen "Tony Award"1) in der Kategorie "Beste Originalmusik"1) sowie gemeinsam mit Buchautor William Hauptman (→ Wikipedia (englisch)) in der Kategorie "Bestes Musical"1), weitere fünf Preise gingen an William Hauptman ("Bestes Musicallibretto"1)), Ron Richardson (→ Wikipedia (englisch)) in der Rolle des Jim ("Bester Nebendarsteller Musical"1)), Des McAnuff (→ Wikipedia (englisch)) wurde für die "Beste Musicalregie"1) ausgezeichnet, Heidi Landesman (→ Wikipedia (englisch)) für das "Beste Bühnenbild"1) und Richard Riddell (→ Wikipedia (englisch)) für das "Beste Lichtdesign"1) → Wikipedia. Die "Broadway"1)-Produktion war sehr erfolgreich, seit der Premiere am 25. April 1985 am New Yorker "Eugene O'Neill Theatre" wurde das Stück bis September 1987 mehr als 1.000 Mal aufgeführt. Als John Goodman1) wegen Filmaufnahmen kurzzeitig ausfiel, übernahm Miller 1986 für drei Monate die Rolle des alkoholkranken und gewalttätigen Vaters von Huckleberry Finn, Pap Finn → Wikipedia (englisch). Roger Miller, der zuletzt in dritter Ehe seit 1977 mit der Musikerin/Sängerin Mary Arnold → Wikipedia (englisch)) verheiratet war, erlag am 25. Oktober 1992 mit nur 56 Jahren in Los Angeles1) den Folgen seiner Kehlkopfkrebs- bzw. Lungenkrebserkrankung; eine Grabstätte ist unbekannt → findagrave.com. Er hinterließ sieben Kinder (davon zwei Adoptivkinder mit Ehefrau Nummer 3) aus diesen drei Verbindungen. Seine erste Ehe war er erst 17-jährig Anfang der 1950er mit der etwa gleichaltrigen Barbara Crow eingegangen, mit der er vier gemeinsame Kinder hatte, von denen eines bereits kurz nach der Geburt starb. Nach der Scheidung heiratete er kurz darauf 1964 Leah Kendrick, die ihm Sohn Dean und Tochter Shannon schenkte. Nach mehr als zehn gemeinsamen Jahren endete auch diese Verbindung Mitte der 1970er vor dem Scheidungsrichter. Sohn Dean Miller (* 1965 → Wikipedia (englisch)) trat in die Fußstapfen seines Vaters und avancierte ebenfalls zu einem bekannten Musiker der Country-Szene. 1995 wurde Roger Miller posthum in die "Country Music Hall of Fame"1) aufgenommen, seit 1973 war er bereits in der "Nashville Songwriters Hall of Fame"1) vertreten. In Erick1) (Oklahoma), der Stadt in der er aufwuchs, ist der "Roger Miller Boulevard" nach ihm benannt → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia. |
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Englischsprachige Website: rogermiller.com Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch) Filmografie bei der Internet Movie Database Fotos bei Wikimedia Commons |
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Fremde Links 1) Wikipedia Quelle: 2) Wikipedia (abgerufen: 14.02.2026) |
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