Jim Reeves (James Travis Reeves) wurde am 20. August 1923 im texanischen Galloway, einem kleinen, ländlichen Ort im Panola County1) südöstlich von Carthage1), als Jüngster in eine kinderreiche Familie hineingeboren. Der Vater Thomas Middleton Reeves (1882 – 1924), ein Farmer, verstarb, als der kleine Jim erst 10 Jahre alt war und seine Mutter Mary Beulah Adams Reeves (1884 – 1980) musste die acht Kinder allein durchbringen. Trotz allem konnte er die "High School" in Carthage besuchen und aufgrund seiner sportlichen Erfolge als Baseball-Spieler erhielt er später ein Stipendium an der "University of Texas"1) und begann ein Studium in Sprach- und Theaterwissenschaften. Nach wenigen Wochen brach er dieses ab, um eine Baseball-Karriere zu starten, Die Pläne einer professionellen Sportler-Laufbahn musste er jedoch Anfang der 1950er Jahre wegen einer Knöchelverletzung am Fußgelenk aufgeben. Seit 3. September 1947 mit der Lehrerin Mary White (1929 – 1999) verheiratet, versuchte sich in verschiedenen Jobs und trat nebenher als Sänger auf. Seine Vorbilder waren populäre "Country"1)-Musiker wie Jimmie Rodgers1), Eddy Arnold1) und Moon Mullican1), aber auch Stars wie Bing Crosby und Frank Sinatra. Mit Beginn der 1950er Jahre arbeitete er in Shreveport1) (Louisiana1)) als Diskjockey bzw. Moderator beim Hörfunksender "KWKH-AM", der vor allem duch die  legendäre "Country-Music"-Show "Louisiana Hayride"1) Bekanntheit erlangte und für viele Musiker das Sprungbrett zu einer erfolgreichen Karriere bedeutete. In dieser Show erhielt er zudem die Gelegenheit, als Sänger aufzutreten, "so sprang er eines Tages für Hank Williams1) ein, der kurzfristig abgesagt hatte, und erregte an diesem Abend die Aufmerksamkeit von Fabor Robinson (1911 – 1986), dem Besitzer des Labels "Abbott Records"1)."2)
  
Bereits 1949/50 spielte Reeves erste Singles bei dem in Houston1) (Texas) angesiedelten, kleinen Label "Macy's Recordings" ein, die jedoch unbeachtet blieben, Schon mit seiner zweiten, bei "Abbott Records" veröffentlichen Platte bzw. dem Country-Song "Mexican Joe" (1953; → Wikipedia (englisch)) konnte er einen Millionen-Seller landen, erreichte den Spitzenplatz in den "Billboard Hot Country Songs"1), wurde in den "US-Single-Charts" ("Billboard Hot 100"1)) immerhin auf Platz 23 notiert und, zudem zur "Country&Western"-Platte des Jahres" ernannt, hielt sich der Titel dort rund 25 Wochen lang.
Seither zählte Reeves in den USA zu den wenigen Künstlern, die sich sowohl in den "Country"- als auch in den "Pop"-Charts behaupten konnten.
Mit dem "Country"-Kinderlied "Bimbo"1) (1953) verzeichnete er im Januar 1954 einen zweiten "Nummer 1"-Hit in den "Billboard"-Ccountry Charts. 1955 brachte "Abbott Records" das Debüt-Album "Jim Reeves Sings" (→ Wikipedia (englisch)) auf den Markt, das so erfolgreich war,  dass "RCA Records"1) ihn aus dem laufenden Vertrag herauskaufte.
2) Im selben Jahr trat Reeves erstmals in der berühmten Radio-Show "Grand Ole Opry"1) auf, die seit 1925 allwöchentlich aus Nashville1) übertragen wurde. Mit Titeln wie "Yonder Comes a Sucker" (1955; → Wikipedia (englisch)), oder "Am I Losing You" (1957; → Wikipedia (englisch)) belegte er stets vordere Plätze in den Hitparaden. Einen neuerlichen "Nummer 1"-Hit landete er mit "Four Walls"  (1957; → Wikipedia (englisch)). Weitere Erfolge feierte er mit Songs wie "Anna Marie" (1957;  → Wikipedia (englisch)) und "Blue Boy" (1958;  → Wikipedia (englisch)), der Titel "He'll Have To Go" (1959; → Wikipedia (englisch)) geriet zu einem Mega-Hit nicht nur in den USA (Platz 1 in den "Billboard Hot Country Songs"1)), sondern unter anderem auch in Australien und Kanada und wurde kürzester Zeit 3 Millionen Mal verkauft. Mit so erfolgreichen Titeln/Coverversionen wie "Adios Amigo" (1962; → Wikipedia (englisch)), "Welcome To My World" (1963;  → Wikipedia (englisch)), "I Love You Because" (1964; → Wikipedia (englisch)), oder "I Won't Forget You" (1964; → Wikipedia (englisch)) sang sich Reeves mit seiner angenehmen, samtenen Baritonstimme bei zahlreichen Konzerten in die Herzen seiner Zuhörer/-innen. Sein seichter und Pop-orientierter "Country"-Sound machte ihn zu einen Superstar und brachte ihm den Namen "Gentlemen Jim" ein.
  
Besonders in Südafrika war Jim Reeves ausgesprochen populär, veröffentlichte auch einige seiner Lieder in Afrikaans1) und spielte in dem Kinofilm bzw. der von Emil Nofal (1926 – 1986) gedrehten, musikalischen Komödie "Kimberley Jim" (1963) den Protagonisten/Sänger Jim Madison  → Wikipedia (englisch). Erzählt wird die Geschichte eines Mannes aus den Südstaaten, der bei dem Diamantenrausch um 1900 in Südafrika reich werden will.2)  
Weltweite Tourneen durch Europa, Australien und Asien machten Reeves zu einem international anerkannten Star und seine Karriere schien unaufhaltsam. Doch am 31. Juli 1964 beendete ein tragischer Unfall diese brillante Laufbahn: Jim Reeves stürzte mit nur 39 Jahren bei schwerem Sturm mit seiner von ihm gesteuerten Privatmaschine, einer einmotorigen "Beechcraft Debonair"1), zusammen mit Dean Manuel, seinem Pianisten und Manager, auf dem Flug von Batesville1) (Arkansas1)) nach Nashville1) (Tennessee1)) ab. Das Kleinflugzeug zerschellte während eines Unwetters beim Landeanflug auf Nashville.2) Am Morgen des 2. August 1964 wurden nach einer intensiven Suche die Leichen des Sängers und Dean Manuel in den Trümmern des Flugzeugs gefunden. Um 13:00 Uhr Ortszeit verkündeten Radiosender in den gesamten Vereinigten Staaten offiziell Reeves' Tod. Zwei Tage später reisten Tausende Menschen an, um ihm bei seiner Beisetzung die letzte Ehre zu erweisen. Der mit Blumen geschmückte Sarg wurde durch die Straßen von Nashville und anschließend zu Reeves' letzten Ruhestätte in der Nähe von Carthage1) (Texas) gefahren → Fotos des "Jim Reeves Memorial Park" bei knerger.de; siehe auch findagrave.com. Er hinterließ: seiner Ehefrau Mary Reeves, die am 11. November 1999 70-järig im Madison County1) (Tennessee1)) starb; die Verbindung blieb kinderlos. Seit 1965 erinnert etwa drei Kilometer östlich von Charthage (am Highway 79) eine von dem Bildhauer Umberto Zaffardi geschaffene, auf einem Granitsockel stehende, lebensgroße Statue1) an den so tragisch ums Leben gekommenen Künstler, der unter dem Denkmal begraben liegt ("Jim-Reeves-Denkmal"1)) → Foto bei Wikimedia Commons
  
Posthum wurde Jim Reeves 1967 in die "Country Music Hall of Fame"1) aufgenommen, seit 1998 ist er in der "Texas Country Music Hall of Fame"1) vertreten. Jährlich verleiht die "Academy of Country Music"1) (ACM) den ihm zu Ehren gestifteten "Jim Reeves International Award". Für seine Alben "The Best Of Jim Reeves" (1964;  → Wikipedia (englisch)) und "Distant Drums" (1966) verlieh man der "Country"-Legende ebenfalls posthum jeweils eine "Goldene Schallplatte"1).
Auch nach seinem plötzlichen Tod wurden seine Platten dank seiner Witwe Mary Reeves, die am 11. November 1999 70-jährig im Madison County1) (Tennessee1)) starb, sowohl in den USA als auch in Europa in regelmäßigen Abständen wieder veröffentlicht. Noch in den 1980er Jahren tauchten seine Singles auf den vorderen Plätzen der "Country-Hitparade" auf und nicht weniger als sechs Nummer-Eins-Hits verzeichnete er in den drei Jahren nach seiner Beisetzung in den Charts.
Unmittelbar nach seinem Tod setzte ein regelrechter "Jim Reeves Boom" ein und brachte spektakuläre Erfolge in den Country Charts: Das im Juni 1964 veröffentlichte "I Guess I'm Crazy" (→ Wikipedia (englisch)) erreichte Platz 1, im gleichen Jahr folgte noch "I Won't Forget You" (→ Wikipedia (englisch)) auf Platz 3; 1965 belegten "This Is It" (→ Wikipedia (englisch)) und "Is It Really Over?" (→ Wikipedia (englisch)) den Spitzenplatz, "Snow Flake" kam auf Platz 2; 1966 landeten "Distant Drums" (→ Wikipedia (englisch)), "Blue Side Of Lonesome" (→ Wikipedia (englisch)) und "I Won't Come In While He's There" (→ Wikipedia (englisch)) auf Platz 1, "Am I Losing You"  (→ Wikipedia (englisch)) auf Platz 8. Bis 1974 war er mit mindestens einer Single pro Jahr in den Top 20 der "Country Charts" vertreten. Nachdem das Interesse an Platten von Reeves in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre nachließ, kam die Plattenfirma "RCA"1) auf die Idee, weibliche Stimmen in die Aufnahmen hinein zu mischen. 1979 und 1980 wurden drei Singles veröffentlicht, auf denen die Stimme von Deborah Allen hinzugefügt wurde, alle drei Singles erreichten Plätze unter den ersten zehn. Der 1981 erschienene Song "Have You Ever Been Lonely" (→ Wikipedia (englisch)) war ein zusammengemischtes Duett mit Patsy Cline und erreichte Platz 5.
2)
 
Offizielle Webpräsenz (englisch): jim-reeves.com
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie),
Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quelle: 2) Wikipedia (abgerufen 16.01.2012/27.02.2026)
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