|
Das musikalische Talent hatte er wohl von
seiner Mutter geerbt, die als Musiklehrerin tätig war und ihrem Sohn das
Klavierspiel sowie "Gospel"1)-Songs beibrachte. Seiner Autobiografie zufolge
erlebte Barry White seinen Stimmbruch im Alter von vierzehn Jahren zweimal
hintereinander einmal zum Tenor und dann zum tiefen Bass. Er
besuchte die "Jacob A. Riis High School", die er vorzeitig
ohne Abschluss abbrach, im Alter von 16 Jahren geriet er in kriminelle Kreise und
musste als Mitglied einer Straßen-Gang1) eine fünf-monatige
Haftstrafe absitzen. Sein jüngerer Bruder Darryl wurde am 5. Dezember 1983 in
einer Gang-Auseinandersetzung erschossen, was White dazu veranlasste, sich
Mitte der 1980er öffentlich gegen Gang-Gewalt zwischen
den "Bloods und Crips" in
Los Angeles einzusetzen.
Seine eigenen Erfahrungen bzw. die Haftstrafe brachten ihn dazu, sein Leben zu
ändern und er entschied sich für eine Karriere als Musiker,
Erste Plattenaufnahmen machte er Anfang der 1960er Jahre unter dem Namen
"Lee Barry" mit den "Bands
"The Upfronts",
"The Atlantics" und
"The Majestics", veröffentlichte aber auch einige Singles als
Solist.
Barry White am 17. Februar 1974 bei der
"Grand Gala du
Disque Populaire" in der "RAI
Amsterdam"1)
Rechteinhaber: Nationaal
Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 927-0098);
Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo;
Quelle: Wikimedia
Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0
1.0 (Verzicht auf das Copyright)
|
Ab 1966 arbeitete er ein Jahr lang als "A&R"1)-Manager,
Songwriter und Arrangeur bei dem Label "Del-Fi Records"1),
wechselte dann Ende der 1960er als Produzent zu "Forward Records".
Etwa zeitgleich gründete er 1969 mit "Love Unlimited"1) ein weibliches
Gesangs-Trio, bestehend aus Glodean James1),
die im Oktober 1975 seine Ehefrau wurde, deren Schwester Linda und ihrer Cousine Diana Taylor († 1985),
White schrieb die
Songs und die Arrangements und produzierte alle Stücke im Alleingang, bereits
mit dem Debüt-Album "From a Girl's Point of View We Give to You
Love Unlimited"
(1972; → Wikipedia (englisch)) fand das Trio
Beachtung; die Single Auskoppelung "Walkin' in the Rain with the One I Love"
(→ Wikipedia (englisch))
schaffte es sogar auf Platz 6 der "US Billboard R&B"-Charts
sowie auf Platz 14 der "Billboard Hot 100"1). Das zweite Album "Under The Influence of
" (1973; → Wikipedia (englisch))
kletterte dann mit Titeln wie "Under the Influence of Love"
(→ Wikipedia (englisch))
oder der Coverversion "It May Be Winter Outside" (→ Wikipedia
(englisch))
auf Platz 3 der "Billboard1) Top LPs & Tape" und
"Billboard Top Soul Albums". Außerdem gründete White das
"The Love Unlimited Orchestra" (→ Wikipedia (englisch)),
eine 40-köpfige Formation, die
ihn und das Trio begleitete, aber auch eigene Singles veröffentlichte. Als Orchesterleiter, Kompositeur
und Arrangeur in Personalunion brachte mehr als zehn Alben sowie etliche
Singles auf den Markt,
die fast alle zu Kassenschlagern bzw. zu Spitzenreitern gerieten. Vor allem
das Instrumentalstück
"Love's Theme" (1973; → Wikipedia (englisch)) wurde
zu einem internationalen Erfolg, belegte unter anderem in den "Billboard Hot 100"
Platz 1 und erhielt mit einer Million verkaufter Exemplare eine "Goldene Schallplatte"1).
|
Seit Anfang der 1970er Jahre war Barry White zudem als Solist in den Charts
vertreten, im
Frühjahr 1973 konnte er mit der Debüt-Single "I'm Gonna Love You Just A Little More Baby"
(→ Wikipedia (englisch))
in den "Billboard Hot 100["1) einen dritten Platz belegen, im
selben Jahr folgte mit "Never Gonna Give Ya Up" ein
respektabler Platz → Wikipedia (englisch). Mit
dem Ende Juni 1974 herausgebrachten Song "Can't Get Enough Of You'r Love Baby"
(→ Wikipedia (englisch))
gelang ihm in den USA der Spitzenreiter in den "Billboard Hot 100", den
"Billboard Hot Soul Singles" und den "Cash Box Top 100"1);
in den britischen Musikcharts ("Official Charts Company"1)) kam der Hit
auf Platz 8. Diese Erfolge toppte er dann ab Herbst 1974 mit dem
Millionenseller bzw. der Liebesballade "You're The First, The Last, My Everything"1), der in
den USA in den "Cash Box"-Charts sowie in Großbritannien und Spanien ein "Nummer "-Hit
wurde. Rund um den Globus machte White mit diesem Song Furore in
Deutschland kam der Titel mit Platz 9 unter die "Top 10"
und er erhielt etliche "Goldene Schallplatten" → Wikipedia (englisch). Danach war Barry White,
wenn auch weltweit nicht mehr so oft auf den vorderen Plätzen, mit den Singles/Alben "What Am I Gonna Do With You" (1975;
→ Wikipedia (englisch)), "Let The Music Play" (1976;→ Wikipedia (englisch)),
"You See The Trouble With Me" (1976: → Wikipedia (englisch)) und "It's Ecstasy When You Lay Down Next To Me" (1977;
→ Wikipedia (englisch))
in den Charts vertreten.
Barry White am 17. Februar 1974 bei der
"Grand Gala du
Disque Populaire" in der "RAI Amsterdam"1)
Rechteinhaber: Nationaal
Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 927-0099);
Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo;
Quelle: Wikimedia
Commons
Lizenz: CC0
1.0 (Verzicht auf das Copyright)
|
 |
Nach der Coverversion des Billy Joel1)-Songs
bzw. der Soft-Rock1)-Ballade
"Just The Way You
Are"1) (1978; → Wikipedia (englisch)) gelang dem "King Of Soft Soul", wie er gerne
bezeichnet wurde, jedoch kein "Top 10"-Hit mehr. Mitte der 1980er Jahre meldete er sich mit
dem selbst produzierten, 16. Studioalbum "The Right Night & Barry White"
(1987; → Wikipedia (englisch)),
konnte jedoch lediglich Achtungserfolge verzeichnen. Ende der 1980er bzw.
in den 1990ern
brachte er, wie so viele seiner
Kollegen, seine ehemaligen Hits mit Kompilations1)-Alben wie "The Collection"
(1988;→ Wikipedia (englisch)) oder
"All-Time Greatest Hits" (1994; → Wikipedia (englisch))
auf den Markt. 1999 konnte er mit seinem zwanzigsten und letzten Studioalbum
"Staying Power" (→ Wikipedia (englisch))
noch einmal an alte Erfolge anknüpfen, erhielt einmal mehr eine
"Goldene Schallplatte"1)
und gewann bei der Verleihung der "Grammy Awards 2000"1)
am 23. Februar 2000 einen "Grammy"1)
in der Kategorie "Beste männliche Gesangsdarbietung R&B"1)
("Best Male R&B Vocal Performanc") sowie einen weiteren in
der Kategorie "Beste GesangsdarbietungTraditioneller R&B"1)
("Best Traditional R&B Vocal Performance"). Darüber hinaus
trat er in drei Folgen (1999, 2002) des TV-Quotenrenners bzw. der
mit Calista Flockhart1) gedrehten, populären
Anwaltsserie "Ally McBeal"1)
in Erscheinung, außerdem war
seine Stimme in zwei Episoden (1993) der Zeichentrickserie "The Simpsons"1) zu hören.
Bereits in dem von Ralph Bakshi1) gedrehten,
satirischen Kinofilm "Coonskin"1) (1975),
einer Kombination aus realen und Zeichentrick-Sequenzen, basierend den
"Onkel Remus"1)-Geschichten
von Joel Chandler Harris1)
(1845 1908), spielte er den Sampson bzw.
sprach den Bruder Bär→ Wikipedia (englisch).
Bereits im Jahre 2002 musste der schwergewichtige Musiker, der seit Jahren unter Bluthochdruck
litt, wegen erneuter akuter Nierenprobleme in ein Krankenhaus eingeliefert
werden, schon zuvor hatte er zwei Schlaganfälle erlitten. Einen weiteren
Schlaganfall erlitt er während einer Dialysebehandlung am 1. Mai 2003, der seine rechte Körperseite lähmte sowie eine Sprechstörung
hervorrief.
Barry White, der Sänger mit der warmen, dunklen, geradezu erotischen Stimme,
der sein Publikum fast vier Jahrzehnte mit romantischen Songs begeisterte,
starb am 4. Juli 2003 mit nur 58 Jahren im "Cedars-Sinai
Medical Center"1) in Los Angeles1) an Nierenversagen,
nachdem er Monate lang vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet hatte. Die Asche
seiner sterblichen Überreste wurde im Meer vor Santa Monica1) an der kalifornischen Küste
verstreut.
In zweiter Ehe war Barry White seit 1974 mit der US-amerikanischen R&B1)-Sängerin
Glodean James1)
verheiratet, das Paar trennte sich 1988, ließ sich aber offiziell nie scheiden. Seine letzte Lebensgefährtin war Catherine Denton, die
kurz nach seinem Tod Tochter Barrianna gebar und White als Vater angab. "Nach
einem Vaterschaftstest stellte sich jedoch heraus, dass White nicht der Vater
dieses Kindes ist und Denton verlor ihren Fall vor Gericht." notiert
Wikipedia. Insgesamt
hinterließ Barry White neun Kinder, zwei aus der ersten Ehe mit
seiner Jugendliebe Mary (Scheidung Ende der 1960er), die den damals erst 16-Jährigen zum Vater machte,
und vier mit Glodean James unter anderem Tochter Shaherah,
die sich später als
seine persönliche Assistentin betätigte, und Barry Jr., der bei der Formation "Love Unlimited Orchestra"
spielte und zudem als sein Tour-Manager fungierte. Tochter Denise Donnell (* 1962), die ihren Namen nach
Anerkennung der Vaterschaft in Denise White änderte, stammte aus einer Beziehung
mit Gurtha Allen.
Seine Autobiografie "Love Unlimited" brachte der Künstler im Herbst 1999 in
Zusammenarbeit mit Marc Eliot auf den Markt. Zuvor erschien im Juni 1995
bei der "Hal Leonard Publishing Corporation" das Buch "Barry White: The Icon is Love".
Postum wurde Barry White 2004 in die
"Dance Music Hall of Fame"1)
aufgenommen, am 12. September 2013 widmete man ihm einen "Stern"
(Adr. 6914 Hollywood Blvd.) auf
dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der
Kategorie "Musikaufnahmen"1)
("Recording"); zu den Laudatoren anlässlich der Zeremonie gehörte der
"Motown"1)-Gründer
Berry Gordy1).
Im Jahr 2023 listete das Magazin "Rolling Stone" Barry White auf Platz 56
der "200 größten Sänger aller Zeiten" ("The 200 Greatest Singers of All Time"),
Nachfolger (erweitert) von "The 100 Greatest Singers of All Time"1).
Zu Lebzeiten wurde der Sänger mit der samtweichen Schmusestimme unter anderem 1976 mit dem "American Music Award"1)
in der Kategorie
"Favorite Soul/R&B Male Artist"1)
ausgezeichnet und 1989 im Rahmen der ersten Vergabe der "World World Music Awards"1)
in Monte Carlo1) mit dem
"Legend Award"1) für das Lebenswerk geehrt.
Zwei Mal gewnn er 1995 den "Soul Train Music Award"1),
in der Kategorie "R&B/Soul or Rap Song of the Year" für den Song
"Practice What You Preach" (1994; → Wikipedia (englisch))
sowie in der Kategorie
"R&B/Soul Album of the Year Male" für das Album
"The Icon Is Love" 1994; → Wikipedia (englisch)).
|