Der US-amerikanischer Sänger, Songschreiber, Arrangeur, Orchesterleiter und Musikproduzent Barry White wurde am 12. September 1944 als Sohn der alleinstehenden Klavierlehrerin/Komponistin Sadie Marie Carter unter dem Namen Barrence Eugene Carter im texanischen Galveston1) geboren. Erst später nahm er den Nachnamen seines Vaters Melvin A. White an, der bereits mit einer anderen Frau verheiratet gewesen sein soll. Aufgewachsen mit seinem jüngeren Bruder Darryl in Los Angeles1), wird des öfteren berichtet, er sei bereits mit elf Jahren bei Jesse Belvins1) Hit "Goodnight my love"1) am Piano mit dabei gewesen. "In einem Interview mit dem "Boston Herald"1) aus dem Jahre 1995 bestritt White dies jedoch, er hielt die Geschichte für eine Übertreibung der Journalisten. White und Belvin lebten zwar in derselben Gegend, aber Belvin war 12 Jahre älter als White." notiert Wikipedia.
Barry White am 17. Februar 1974 bei der "Grand Gala du Disque Populaire" in der "RAI Amsterdam"; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 927-0098); Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos); Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright) Das musikalische Talent hatte er wohl von seiner Mutter geerbt, die als Musiklehrerin tätig war und ihrem Sohn das Klavierspiel sowie "Gospel"1)-Songs beibrachte. Seiner Autobiografie zufolge erlebte Barry White seinen Stimmbruch im Alter von vierzehn Jahren zweimal hintereinander – einmal zum Tenor und dann zum tiefen Bass. Er besuchte die "Jacob A. Riis High School", die er vorzeitig ohne Abschluss abbrach,  im Alter von 16 Jahren geriet er in kriminelle Kreise und musste als Mitglied einer Straßen-Gang1) eine fünf-monatige Haftstrafe absitzen. Sein jüngerer Bruder Darryl wurde am 5. Dezember 1983 in einer Gang-Auseinandersetzung erschossen, was White dazu veranlasste, sich Mitte der 1980er öffentlich gegen Gang-Gewalt zwischen den "Bloods und Crips" in Los Angeles einzusetzen.
Seine eigenen Erfahrungen bzw. die Haftstrafe brachten ihn dazu, sein Leben zu ändern und er entschied sich für eine Karriere als Musiker,
Erste Plattenaufnahmen machte er Anfang der 1960er Jahre unter dem Namen "Lee Barry" mit den "Bands "The Upfronts", "The Atlantics" und "The Majestics", veröffentlichte aber auch einige Singles als Solist.

Barry White am 17. Februar 1974 bei der
"Grand Gala du Disque Populaire" in der "RAI Amsterdam"1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 927-0098); Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo; 
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Ab 1966 arbeitete er ein Jahr lang als "A&R"1)-Manager, Songwriter und Arrangeur bei dem Label "Del-Fi Records"1),  wechselte dann Ende der 1960er als Produzent zu "Forward Records". Etwa zeitgleich gründete er 1969 mit "Love Unlimited"1) ein weibliches Gesangs-Trio, bestehend aus Glodean James1), die im Oktober 1975 seine Ehefrau wurde, deren Schwester Linda und ihrer Cousine Diana Taylor († 1985), White schrieb die Songs und die Arrangements und produzierte alle Stücke im Alleingang, bereits mit dem Debüt-Album "From a Girl's Point of View We Give to You…  Love Unlimited" (1972; → Wikipedia (englisch)) fand das Trio Beachtung; die Single Auskoppelung "Walkin' in the Rain with the One I Love" (→ Wikipedia (englisch)) schaffte es sogar auf Platz 6 der "US Billboard R&B"-Charts sowie auf Platz 14 der "Billboard Hot 100"1). Das zweite Album "Under The Influence of…" (1973; → Wikipedia (englisch)) kletterte dann mit Titeln wie "Under the Influence of Love" (→ Wikipedia (englisch)) oder der Coverversion "It May Be Winter Outside" (→ Wikipedia (englisch)) auf Platz 3 der "Billboard1) Top LPs & Tape" und "Billboard Top Soul Albums".  Außerdem gründete White das "The Love Unlimited Orchestra" (→ Wikipedia (englisch)), eine 40-köpfige Formation, die ihn und das Trio begleitete, aber auch eigene Singles veröffentlichte. Als Orchesterleiter, Kompositeur und Arrangeur in Personalunion brachte mehr als zehn Alben sowie etliche Singles auf den Markt, die fast alle zu Kassenschlagern bzw. zu Spitzenreitern gerieten. Vor allem das Instrumentalstück "Love's Theme" (1973; → Wikipedia (englisch)) wurde zu einem internationalen Erfolg, belegte unter anderem in den "Billboard Hot 100" Platz 1 und erhielt mit einer Million verkaufter Exemplare eine "Goldene Schallplatte"1)
Seit Anfang der 1970er Jahre war Barry White zudem als Solist in den Charts vertreten, im Frühjahr 1973 konnte er mit der Debüt-Single "I'm Gonna Love You Just A Little More Baby" (→ Wikipedia (englisch)) in den "Billboard Hot 100["1) einen dritten Platz belegen, im selben Jahr folgte mit "Never Gonna Give Ya Up" ein respektabler Platz → Wikipedia (englisch). Mit dem Ende Juni 1974 herausgebrachten Song "Can't Get Enough Of You'r Love Baby" (→ Wikipedia (englisch)) gelang ihm in den USA der Spitzenreiter in den "Billboard Hot 100", den "Billboard Hot Soul Singles" und den "Cash Box Top 100"1); in den britischen Musikcharts ("Official Charts Company"1)) kam der Hit auf Platz 8. Diese Erfolge toppte er dann ab Herbst 1974 mit dem Millionenseller bzw. der Liebesballade "You're The First, The Last, My Everything"1), der in den USA in den "Cash Box"-Charts sowie in Großbritannien und Spanien ein "Nummer "-Hit wurde. Rund um den Globus machte White mit diesem Song Furore – in Deutschland kam der Titel mit Platz 9 unter die "Top 10" – und er erhielt etliche "Goldene Schallplatten"  → Wikipedia (englisch). Danach war Barry White, wenn auch weltweit nicht mehr so oft auf den vorderen Plätzen, mit den Singles/Alben "What Am I Gonna Do With You" (1975; → Wikipedia (englisch)), "Let The Music Play" (1976;→ Wikipedia (englisch)), "You See The Trouble With Me" (1976: → Wikipedia (englisch)) und "It's Ecstasy When You Lay Down Next To Me" (1977; → Wikipedia (englisch)) in den Charts vertreten.

Barry White am 17. Februar 1974 bei der
"Grand Gala du Disque Populaire" in der "RAI Amsterdam"1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 927-0099); Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo; 
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Barry White am 17. Februar 1974 bei der "Grand Gala du Disque Populaire" in der "RAI Amsterdam"; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 927-0099); Urheber/Fotograf: Unbekannt / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Nach der Coverversion des Billy Joel1)-Songs bzw. der Soft-Rock1)-Ballade "Just The Way You Are"1) (1978; → Wikipedia (englisch)) gelang dem "King Of Soft Soul", wie er gerne bezeichnet wurde, jedoch kein "Top 10"-Hit mehr. Mitte der 1980er Jahre meldete er sich mit dem selbst produzierten, 16. Studioalbum "The Right Night & Barry White" (1987; → Wikipedia (englisch)), konnte jedoch lediglich Achtungserfolge verzeichnen. Ende der 1980er bzw. in den 1990ern brachte er, wie so viele seiner Kollegen, seine ehemaligen Hits mit Kompilations1)-Alben wie "The Collection" (1988;→ Wikipedia (englisch)) oder "All-Time Greatest Hits" (1994; → Wikipedia (englisch)) auf den Markt. 1999 konnte er mit seinem zwanzigsten und letzten Studioalbum "Staying Power" (→ Wikipedia (englisch)) noch einmal an alte Erfolge anknüpfen, erhielt einmal mehr eine "Goldene Schallplatte"1) und gewann bei der Verleihung der "Grammy Awards 2000"1) am 23. Februar 2000 einen "Grammy"1) in der Kategorie "Beste männliche Gesangsdarbietung – R&B"1) ("Best Male R&B Vocal Performanc") sowie einen weiteren in der Kategorie "Beste Gesangsdarbietung–Traditioneller R&B"1) ("Best Traditional R&B Vocal Performance"). Darüber hinaus trat er in drei Folgen (1999, 2002) des TV-Quotenrenners bzw. der mit Calista Flockhart1) gedrehten, populären Anwaltsserie "Ally McBeal"1) in Erscheinung, außerdem war seine Stimme in zwei Episoden (1993) der Zeichentrickserie "The Simpsons"1) zu hören. Bereits in dem von Ralph Bakshi1) gedrehten, satirischen Kinofilm "Coonskin"1) (1975), einer Kombination aus realen und Zeichentrick-Sequenzen, basierend den "Onkel Remus"1)-Geschichten von Joel Chandler Harris1) (1845 – 1908), spielte er den Sampson bzw. sprach den Bruder Bär→ Wikipedia (englisch).

Bereits im Jahre 2002 musste der schwergewichtige Musiker, der seit Jahren unter Bluthochdruck litt, wegen erneuter akuter Nierenprobleme in ein Krankenhaus eingeliefert werden, schon zuvor hatte er zwei Schlaganfälle erlitten. Einen weiteren Schlaganfall erlitt er während einer Dialysebehandlung am 1. Mai 2003, der seine rechte Körperseite lähmte sowie eine Sprechstörung hervorrief.
Barry White, der Sänger mit der warmen, dunklen, geradezu erotischen Stimme, der sein Publikum fast vier Jahrzehnte mit romantischen Songs begeisterte, starb am 4. Juli 2003 mit nur 58 Jahren im "Cedars-Sinai Medical Center"1) in Los Angeles1) an Nierenversagen, nachdem er Monate lang vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet hatte. Die Asche seiner sterblichen Überreste wurde im Meer vor Santa Monica1) an der kalifornischen Küste verstreut.
In zweiter Ehe war Barry White seit 1974 mit der US-amerikanischen R&B1)-Sängerin Glodean James1) verheiratet, das Paar trennte sich 1988, ließ sich aber offiziell nie scheiden. Seine letzte Lebensgefährtin war Catherine Denton, die kurz nach seinem Tod Tochter Barrianna gebar und White als Vater angab. "Nach einem Vaterschaftstest stellte sich jedoch heraus, dass White nicht der Vater dieses Kindes ist und Denton verlor ihren Fall vor Gericht." notiert Wikipedia. Insgesamt hinterließ Barry White neun Kinder, zwei aus der ersten Ehe mit seiner Jugendliebe Mary (Scheidung Ende der 1960er), die den damals erst 16-Jährigen zum Vater machte, und vier mit Glodean James – unter anderem Tochter Shaherah, die sich später als seine persönliche Assistentin betätigte, und Barry Jr., der bei der Formation "Love Unlimited Orchestra" spielte und zudem als sein Tour-Manager fungierte. Tochter Denise Donnell (* 1962), die ihren Namen nach Anerkennung der Vaterschaft in Denise White änderte, stammte aus einer Beziehung mit Gurtha Allen.
  
Seine Autobiografie "Love Unlimited" brachte der Künstler im Herbst 1999 in Zusammenarbeit mit Marc Eliot auf den Markt. Zuvor erschien im Juni 1995 bei der "Hal Leonard Publishing Corporation" das Buch "Barry White: The Icon is Love".
Postum wurde Barry White 2004 in die "Dance Music Hall of Fame"1) aufgenommen, am 12. September 2013 widmete man ihm einen "Stern" (Adr. 6914 Hollywood Blvd.) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording"); zu den Laudatoren anlässlich der Zeremonie  gehörte der "Motown"1)-Gründer Berry Gordy1).
Im Jahr 2023 listete das Magazin "Rolling Stone" Barry White auf Platz 56 der "200 größten Sänger aller Zeiten" ("The 200 Greatest Singers of All Time"), Nachfolger (erweitert) von "The 100 Greatest Singers of All Time"1).
Zu Lebzeiten wurde der Sänger mit der samtweichen Schmusestimme unter anderem 1976 mit dem "American Music Award"1) in der Kategorie "Favorite Soul/R&B Male Artist"1) ausgezeichnet und 1989 im Rahmen der ersten Vergabe der "World World Music Awards"1) in Monte Carlo1) mit dem "Legend Award"1) für das Lebenswerk geehrt. Zwei Mal gewnn er 1995 den "Soul Train Music Award"1), in der Kategorie "R&B/Soul or Rap Song of the Year" für den Song "Practice What You Preach" (1994; → Wikipedia (englisch)) sowie in der Kategorie "R&B/Soul Album of the Year – Male" für das Album "The Icon Is Love" 1994; → Wikipedia (englisch)).
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), www.laut.de,
Wikipedia (englisch (mit Diskografie) sowie die Nachrufe bei spiegel.de und welt.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
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