James Garner im September 1987 bei der Emmy-Verleihung (Ausschnitt Originalfoto); Quelle: Wikimedia Commons von  www.flickr.com; Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0 James Garner, wurde am 7. April 1928 als James Scott Baumgarner in Norman (Oklahoma) geboren. Der jüngste Sohn des deutschstämmigen Polstermeisters und Tischlers Weldon Warren Bumgarner wuchs ohne seine Mutter Mildred, einer Halbindianerin, auf; diese starb, als er erst vier Jahre alt war und der kleine James lebte mit seinen zwei älteren Brüdern Jack (1926 – 2011) und Charlie († 1985) zunächst bei der Großmutter. "Nachdem sein Vater seine zweite Frau Wilma geheiratet hatte, kehrten die Kinder zu ihrem Vater zurück. James hasste seine Stiefmutter, und im Alter von 14 Jahren kam es bei einem Streit mit ihr zu Handgreiflichkeiten und dazu, dass er seine Stiefmutter schlug. Daraufhin beendeten Weldon und Wilma ihre Ehe und Garner zog mit seinem Vater und den Brüdern nach Los Angeles." notiert Wikipedia.
Garner wartete nicht den Highschool-Abschluss ab, sondern arbeitete mit 16 Jahren auf den Ölfeldern seiner Heimat und fuhr dann ein Jahr lang bei der Handelsmarine zur See. Als seine Familie nach Kalifornien zog, ging er dort wieder zur Schule, nebenbei verdiente er sein Geld als Model für Badehosen und arbeitete als Tankwart und Teppichverleger. Als der Korea-Krieg ausbrach, wurde Garner einberufen, kehrte nach 14 Monaten verwundet und hochdekoriert zurück. Garner studierte anschließend zunächst Betriebswirtschaft, weil ihm das Fach jedoch zu trocken war, sattelte er um und nahm an der "Berghof Schule" in New York Schauspielunterricht. 
Ein Jugendfreund, der inzwischen Produzent war, vermittelte dem angehenden Schauspieler einen stummen Auftritt in der Broadway-Produktion von "Die Caine war ihr Schicksal" nach dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Herman Wouk. Nach der Premiere in Santa Barbara folgten eine Tournee sowie ab Januar 1954 die Aufführungen am Broadway mit 415 Vorstellungen. Garner musste zwar während des gesamten Stückes nur stumm auf der Geschworenenbank sitzen, lernte aber Hauptdarsteller Henry Fonda kennen, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb.
 
Foto: James Garner im September 1987 bei der Emmy-Verleihung (Ausschnitt Originalfoto)
Quelle: Wikimedia Commons von  www.flickr.com; Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0
Ebenfalls 1954 erhielt er diese Statistenrolle in dem von Edward Dmytryk gedrehten Kriegsfilm "Die Caine war ihr Schicksal1) (1954, The Caine Mutiny), diesmal realisiert mit Humphrey Bogart und José Ferrer in den Hauptrollen. Es folgten diverse kleinere Aufgaben in Film- und Fernsehproduktionen, 1956 unterschrieb er einen Vertrag bei "Warner Brothers", die durch seine erste Rolle in der TV-Serie "Cheyenne" auf den jungen Schauspieler aufmerksam geworden war, und feierte er in dem Melodram "Einst kommt die Stunde" (1956, Toward the Unknown) an der Seite von William Holden und Virginia Leith sein eigentliches Leinwanddebüt. Da er aber während der gesamten Vertragslaufzeit nur Nebenrollen erhielt, löste er schließlich 1960 per Gerichtsbeschluss den Vertrag mit dem Studio. 1957 wurde Garner dann für die Titelrolle in der Western-Serie "Maverick"2) verpflichtet, die ein phänomenaler Erfolg wurde und den Schauspieler innerhalb von drei Jahren zu einem der populärsten Fernsehhelden der Vereinigten Staaten machte: "Maverick" war keine Westernserie im üblichen Sinne: Bret Maverick ist ein Spieler, der von Stadt zu Stadt und von Saloon zu Saloon zieht, um beim Glücksspiel sein Geld zu machen. Schnöde Arbeit ist ihm verpönt. Bekanntermaßen bringen Glücksspiele nicht nur Freuden. Da gibt es auch jene Zeitgenossen, die niemals verlieren können, und so muss Bret Maverick des öfteren seinen Colt ziehen oder sein Heil in der Flucht suchen… Garner trat auch 1994 in der Kino-Version neben Jodie Foster und Mel Gibson in "Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel"1) auf, mimte nun aber den Marshal Zane Cooper.
  
1963 gründete Garner eine eigene Produktionsfirma und stellte in vielen Filmen seine Wandlungsfähigkeit als Kinostar unter Beweis, konnte in Komödien ebenso wie in Western und Thrillern überzeugen. Unvergessen bleibt er als leidgeprüfter Filmehemann von Doris Day in der Komödie "Was diese Frau so alles treibt"3) (1963, The Thrill of It All1)), wenig später tauchte er erneut mit Doris Day in der heiteren Geschichte "Eine zuviel im Bett"3) (1963, Move Over, Darling1)) auf. In der Westernkomödie "Getrennte Betten"3) (1963, The Wheeler Dealers) hatte man ihn als charmanten Texaner Henry Tyroon und Partner von Lee Remick erleben können, in John Sturges' Klassiker "Gesprengte Ketten"3) (1963, The Great Escape1)) organisierte er als Captain Bob Hendley zusammen mit Weltstars wie Steve McQueen, Richard Attenborough, Charles Bronson, Donald Pleasence oder James Coburn den Massenausbruch alliierter Offiziere aus einem deutschen Lager. In "Die Fünf Geächteten" (1967, Hour of the Gun) glänzte er dann neben Jason Robards und Robert Ryan einmal mehr unter der Regie von John Sturges als berühmter Wyatt Earp: Tombstone, 26. Oktober 1881. Die legendäre Schießerei am O.K. Corral zwischen Wyatt Earp, Doc Holliday auf der einen und den Clanton-Brüdern auf der anderen Seite. In wenigen Sekunden ist – zu Beginn des Films – das Showdown beendet. Anders als John Ford und Sturges in einem früheren Film mystifiziert und glorifiziert dieser Film nichts von der alten Western-Legende.
Ein weiteres Kino-Highlight mit James Garner wurde der Streifen "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe"3)  (1969, Support Your Local Sheriff!1)), der heute zu den witzigsten Westernparodien schlechthin zählt. Dramen wie "Gesicht ohne Namen"1) (1963, Mister Buddwing) gehören ebenso zur Filmografie der 1960er Jahre wie die Rennfahrerstory "Grand Prix"3) (1966), mit denen James Garner immer wieder seine unangefochtene Spitzenposition unter den Hollywood-Stars festigte und dokumentierte.
Danach zeigte sich Garner mit der Titelrolle des Detektivs Philip Marlowe in Paul Bogarts Detektivfilm "Der Dritte im Hinterhalt"3) (1969, Marlowe) nach Raymond Chandlers "The Little Sister", mit Rita Moreno, Gayle Hunnicutt, Bruce Lee und Jackie Coogan – ein konventioneller, aber spannend inszenierter Film: Marlowe erhält von einem nervösen jungen Mädchen den Auftrag, ihren verschwundenen Bruder ausfindig zu machen. James Garner spielte den Marlowe, der aber mit der Chandlerschen Figur wenig zu tun hatte. Dennoch machte er zwischen den beiden Damen Moreno und Hunnicutt eine sympathische Figur.

Die 1970er Jahre waren durch Garners Rückkehr auf den Bildschirm geprägt. Nach der erfolglosen Serie "Nichols", die 1971 und 1972 lief, machte er 1974 als Jim Rockford in der TV-Serie "Detektiv Rockford – Anruf genügt"1) erneut Furore und sorgte sechs Jahre lang für Rekordeinschaltquoten. Die Serie geriet zum Krimi-Klassiker, der in den 1970er Jahren internationale TV-Geschichte schrieb. Im März 1974 lief die erste der ursprünglich nur auf 112 Folgen ausgelegte Serie im US-Fernsehen, die sich schnell in über 50 Länder der Welt verkaufte. Der Name des Hauptdarstellers wurde zum Programm, noch als 70-Jähriger drehte Garner ab 1994 mehrere Langfolgen für den Serien-Dauerbrenner.
Nach dem endgültigen Durchbruch als Krimi-Held hatte der zweifache Vater ausgesorgt, drehte eher zum Vergnügen noch ein paar Kinostreifen. Neben Julie Andrews und Robert Preston mimte er 1982 den zwielichtigen Nachtklubkönig King Marchand in dem Kinohit "Victor/Victoria"3) (→ Wikipedia), einem Remake von Reinhold Schünzels gleichnamiger deutschen Musikkomödie1) aus dem Jahre 1933. Bei Blake Edwards wurde eine spritzige Filmsatire daraus, quirlig und überschäumend, eine Geschichte aus dem "Gay Paris" der 1930er Jahre.
Garner machte sich dann auch in den 1980er Jahren weiter als Darsteller in sensiblen Liebesgeschichten wie "Die zweite Wahl – Eine Romanze" (1985, Murphy's Romance), für die er eine Oscar-Nominierung erhielt, und in intelligenten Komödien wie "Sunset – Dämmerung in Hollywood"3) (1988, Sunset1)) einen Namen. Der Film "Sunset", wiederum von Blake Edwards in Szene gesetzt, erzählt die Geschichte vom Wunderreiter Tom Mix (Bruce Willis), der zu Beginn des Tonfilms in die Krise gerät und von seinem Produzenten die Rolle des berühmten Frontiermarshal Wyatt Earp (James Garner) bekommt. Diesen persönlich heuert das Studio noch als Berater an – und jetzt schlagen sich beide Helden gemeinsam um schöne Frauen und gegen brutale Gangster durch die frühen 30er Jahre. Der Western als Legende vom Kino an der Schwelle zum Tonfilm, nostalgische Erinnerung an den Glanz der Traumfabrik, – das wollte Edwards mit diesem Film noch einmal auf die Leinwand bannen.

In den 1990er Jahren kehrte Garner noch einmal in mehreren Reunion-Filmen als Detektiv Rockford auf den Bildschirm zurück, 1993 trat er unter anderen in Glenn Jordans TV-Film "Der Konzern" (Barbarians at the Gate) als US-Tycoon F. Ross Johnson in Erscheinung. In Peter Segals "Ein Präsident für alle Fälle"1) (My Fellow Americans) war er 1996 schließlich der verhasste demokratische Präsident Matt Douglas bzw. Kollege des Politikers und konservativen US-Präsidenten President Russell P. Kramer alias Jack Lemmon. Im Jahre 2000 agierte er in dem von Clint Eastwood inszenierten spaßigen Science-Fiction-Abenteuer "Space Cowboys"3) (→ Wikipedia) neben Clint Eastwood, Tommy Lee Jones und Donald Sutherland. Eine schöne Rolle war 2002 auch die des alten Schriftstellers Mark Twain in der TV-Biografie "Roughing It" nach dem Bestseller von Mark Twain.
In den letzten Jahren Zeit stand James Garner nur noch sporadisch vor der Kamera, zu seinen jüngeren Arbeiten zählt Nick Cassavetes' Kinodrama "Wie ein einziger Tag"1) (2004, The Notebook) sowie ab 2003 die Sitcom "Meine wilden Töchter"1) (8 Simple Rules… for Dating My Teenage Daughter), wo Garner zwei Jahre lang den Großvater Jim Egan spielte, der sich nach dem überraschenden Tod von Hauptdarsteller John Ritter alias Familienvater Paul Hennessy ab Folge 32 um den turbulenten Haushalt der Fernsehfamilie kümmert. Nach dem Drama "Das ultimative Geschenk"1) (The Ultimate Gift; Kinostart USA: 09.03.2007) von Regisseur Michael O. Sajbel sah man Garner zuletzt in dem Kurzfilm "First Night" (2007).

James Garner gehörte seit mehr als fünf Jahrzehnten zur ersten Garde der amerikanischen Schauspieler und war in seinen Glanzzeiten ein Frauenliebling schlechthin. Er verkörperte den witzig-schrägen Heldentypus ebenso gekonnt wie mitunter auch ernsthafte Figuren. Wie kaum ein anderer behauptete er sich mit über 50 Leinwandproduktionen bzw. etlichen Blockbustern sowohl im Kino als auch auf dem heimischen Bildschirm. Im Juli 2000 wurde Garner für seine berühmte Fernsehrolle, Jim Rockford, als "populärster Fernsehdetektiv aller Zeiten" ausgezeichnet. Zuletzt lebte James Garner zurückgezogen abwechselnd auf seiner Ranch im kalifornischen Santa Ynez sowie in Los Angeles, wo er am 19. Juli 2014 im Alter von 86 Jahren an den Folgen eines schweren Herzinfarktes starb. Bereits 2008 hatte er einen leichten Schlaganfall erlitten und arbeitete seither vornehmlich als Synchronsprecher.
Der Schauspieler war seit Mitte August 1956 mit Lois Clarke verheiratet; aus der Verbindung stammt die 1958 geborene Tochter Greta "Gigi" Scott; Adoptivtochter Kimberly Garner stammt aus der ersten Ehe von Lois Clarke.
 
Seine zusammen mit Jon Winokur geschriebene Autobiografie "The Garner Files: A Memoir" veröffentlichte der mehrfach ausgezeichnete Hollywood-Star im November 2011. Sein Name ist schon seit Februar 1960 auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adresse: 6925 Hollywood Blvd) verewigt, 2004 wurden seine darstellerischen Leistungen bzw. sein Lebenswerk mit dem "Screen Actors Guild Life Achievement Award"1) gewürdigt. An weiteren Auszeichnungen sind der "Emmy Award"1) (1977, 1986) und der der Medienpreis "Bambi"1) (1977) zu nennen. In seiner Geburtsstadt Norman in Oklahoma steht seit April 2006 eine Bronzestatue von Garner als Bret Maverick.  

Textbausteine des Kurzportraits von www.djfl.de sowie www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma.de
  
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Filmografie bei der Internet Movie Database sowie unter anderem
bei der englischsprachigen Wikipedia und Filmlexikon
(Link: Wikipedia (deutsch), in Klammern: prisma.de)
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