Hugo Flink wurde am 16. August 1879 in Wien geboren, Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler an der "Theaterschule Arnau" des Wiener Burgtheaters (1897 bis 1899) startete er seine Bühnenkarriere, machte sich anfangs vor allem mit Rollen in Lustspielen einen Namen, wo er überwiegend den vornehmen Gentlemen und Bonvivant, im fortgeschrittenen Alter auch Väter oder hochstehende Personen der Gesellschaft verkörperte. Im Jahre 1899 war Flink nach Berlin gekommen und hatte ein Engagement am "Neuen Theater" erhalten, zur Spielzeit 1900/1911 wirkte er am "Residenztheaters", ab 1912 am "Lustspielhaus".
Flink gehörte dann rasch zu den Pionieren des Stummfilms, erstmals wird er 1910 in dem Streifen "Das Geheimnis der Toten" an der Seite der legendären Henny Porten erwähnt, mit der er anschließend "Perlen bedeuten Tränen" (1911) drehte und deren Filmehemann mimte. 
Hugo Flink vor 1930; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Photochemie-Karte (vor 1930); Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Als Partner von Asta Nielsen tauchte der stets elegant auftretende Schauspieler in "In dem großen Augenblick"1) (1911), "Komödianten"2) (1912), "Die Kinder des Generals" (1912) und "Die Tochter der Landstraße"2) (1914) auf, weitere Filme bis Mitte der 1910er Jahre waren unter anderem "Sklave der Liebe"2) (1912), "Madeleine"2) (1912), "Der Thronfolger"2) (1913), "Das Töpfchen"2) (1913), "Der Prinzenraub"2) (1913), "Die Goldene Fliege" (1914) und "Der Silbertunnel"2) (1915). Ebenfalls 1915 entstand "Fluch der Schönheit"2) mit Maria Carmi.
Joe May besetzte ihn in der Geschichte um "Das Rätselhafte Inserat"2)  (1916), in "Der Tod des Baumeisters Olsen" (1917) erschien er als Detektiv Morton, gefolgt von einer berühmteren Ermittler-Rolle, der des Meisterdetektivs Sherlock Holmes1) in "Der Schlangenring" (1917), von Carl Heinz Wolff für die "Kowo-Film" gedreht. In noch drei weiteren Filmen spielte Hugo Flink diese Figur, in "Die Kassette"1) (1917), "Der Erdstrommotor"1) (1917) und "Die Indische Spinne" (1918). Unter der Regie von Richard Oswald drehte Hugo Flink die Geschichte "Es werde Licht! 1. Teil" (1917), einem von Oswalds ersten umstrittenen sogenannten "Aufklärungsfilmen", der mit Unterstützung der "Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" entstanden war und ein gesellschaftliches Tabu in der Beschäftigung mit den als "Volkskrankheit" verbreiteten Geschlechtskrankheiten brechen sollte.
 
Foto: Hugo Flink vor 1930
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Photochemie-Karte (vor 1930)
Angaben zur Lizenz siehe hier
Zu nennen sind weiterhin beispielsweise Flinks Auftritte in "Die Roten Schuhe" (1917), "Der Onyxknopf"1) (1917, aus Joe Mays "Joe Deebs"-Reihe1)), "Die Ehe der Lea Psantir" (1918), "Der Rubin-Salamander"2) (1918), "Irrwahn" (1919) und "De profundis"2) (1919). Hugo Flinks Filmografie der beginnenden 1920er Jahre umfasst so aussagekräftige Streifen wie "Gefolterte Herzen – 2. Teil: Glück und Glas" (1920), deren Titel allein schon Programm waren, weiterhin Rudolf Biebrachs Victor Hugo-Adaption "Der Rote Henker"2) (1919), Reinhold Schünzels Historienepos "Katherina die Große" (1920), Urban Gads "Weltbrand"1) (1920), dem 1. Teil von "Christian Wahnschaffe"2) (1920), oder Johannes Guters Krimi "Der Mord in der Greenstreet"2) (1921). In dem abenteuerlichen Zweiteiler "Hapura, die tote Stadt" (1922: Der Kampf um das Millionenerbe/Der Streit um die Ruinen") war er ebenso mit einer Hauptrolle zu sehen wie in Willi Wolffs Dreiteiler "Die Frau mit den Millionen" (1923: Der Schuss in der Pariser Oper/Der Prinz ohne Land/Konstantinopel–Paris).
  
Danach konzentrierte sich Hugo Flink vermehrt auf seine Arbeit beim Theater, bereits seit Mitte der 1920er Jahre hatte er seine Zeit zwischen Theater und Film geteilt. So trat er nur noch in wenigen Stummfilmen wie "
Der Bettler vom Kölner Dom"1) (1927) oder "Der Zigeunerprimas" (1929) in Erscheinung. Im beginnenden Tonfilm blieb er zwar ein beliebter Darsteller, wurde jedoch meist mit Nebenrollen besetzt. So beispielsweise in "Das Geheimnis um Johann Orth" (1932), "Kleiner Mann – was nun?"1) (1933), "Walzerkrieg"2) (1933), "Endstation"2) (1935), "Mein Leben für Maria Isabell" (1935), "Soldaten – Kameraden" (1936), "Fridericus"1) (1936), "Eine Kleine Nachtmusik"2) (1940), "Der große König"1) (1942), "Der Fall Rainer"2) (1942), "Die Goldene Stadt"1) (1942), "Damals"2) (1943) oder "Das Bad auf der Tenne"1) (1943). Einen letzten Leinwandauftritt hatte er in Helmut Käutners Melodram "Romanze in Moll"1) (1943), danach stand der Schauspieler ausschließlich auf der Theaterbühne.
  
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Hugo Flink wegen seiner Mitarbeit an Nazi-Propagandafilmen mit zeitweiligem Berufsverbot belegt, erhielt auch nach der sogenannten "Entnazifizierung" kein Engagements mehr. Er überlebte das Ende des Krieges nur kurze Zeit, der Schauspieler, der während seiner Karriere in mehr als 80 Filmen mitgewirkt hatte, starb am 2. Mai 1947 im Alter von 67 Jahren in Berlin. Trotz seiner umfangreichen Arbeit für den Film ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten.
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
Lizenz Foto Hugo Flink (Urheber Alexander Binder): Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
    
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Stummfilme bei
www.earlycinema.uni-koeln.de

(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de)
Stummfilme Noch: Stummfilme
  • 1920: Föhn
  • 1920: Gefolterte Herzen – 2. Teil: Glück und Glas
  • 1920; Christian Wahnschaffe
  • 1920: Die Fürstin Woronzoff
  • 1920: Katharina die Große
  • 1921: Hans im Glück
  • 1921: Der gestohlene Frack
  • 1921: Anna Maria
  • 1921: Klatsch
  • 1921: Der wird geheiratet
  • 1921: Der tote Gast
  • 1921: Der Tanz um Liebe und Glück
  • 1921: Die schwarze Spinne
  • 1921: Der Mord in der Greenstreet
  • 1922: Hapura, die tote Stadt
    • Teil 1: Der Kampf um das Millionenerbe
    • Teil 2: Der Streit um die Ruinen
  • 1922: Der Herr aus dem Zuchthaus
  • 1922: Das Liebesnest (2 Teile)
  • 1923: Der große Sensationsprozeß
  • 1923: Die Frau mit den Millionen
    • 1. Der Schuss in der Pariser Oper
    • 2. Der Prinz ohne Land
    • 3. Konstantinopel–Paris
  • 1924: Der gestohlene Professor
  • 1925: Liebe und Trompetenblasen
  • 1926: Fräulein Josette – Meine Frau
  • 1926: Menschen untereinander
  • 1926: Die Unehelichen
  • 1927: Der Herr der Nacht
  • 1927: Der Bettler vom Kölner Dom
  • 1927: Bismarck 1862–1898
  • 1927: Zwei unterm Himmelszelt
  • 1929: Der Zigeunerprimas
Tonfilme
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de