Nicole Heesters; Copyright Virginia Shue Nicole Heesters wurde am 14. Februar 1937 in Potsdam geboren; sie ist die Tochter des legendären Schauspielers und Sängers Johannes Heesters (1903 – 2011) und dessen erster Ehefrau, der flämischen Schauspielerin und Operettensängerin Louisa Ghijs1) (1902 – 1985). Nicole Heesters wuchs in Österreich auf, absolvierte später in Wien eine Ausbildung zur Schauspielerin am berühmten "Max-Reinhardt-Seminar", gab 1954 ihr Bühnendebüt am Wiener "Volkstheater" mit der Titelrolle in dem Broadway-Erfolg "Gigi" von Frederick Loewe/Alan Jay Lerner und avancierte schnell zu einer der führenden Charakterdarstellerinnen im deutschsprachigen Raum. Im Verlaufe ihrer Karriere spielte sie an so bedeutenden Bühnen wie in Wien, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Basel oder Zürich und arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Peter Zadek, Heiner Müller, Frank Castorf, Claus Peymann, Peter Stein und August Everding zusammen. Bis Anfang der 1970er Jahre gehörte Nicole Heesters zum Ensemble des "Düsseldorfer Schauspielhauses", spielte dort die großen Heldinnen der Weltliteratur wie beispielsweise die Katharina in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" oder die Lady Macbeth in dessen "Macbeth". Sie brillierte mit den Titelrollen in Kleists "Penthesilea", in Hebbels "Judith" oder in Shaws "Die heilige Johanna". Am Hamburger "Thalia-Theater" glänzte sie beispielsweise als "Maria Stuart", feierte aber auch mit der Hauptrolle in dem Musical "Sweet Charity" Triumphe.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Im folgenden eine kleine Auswahl wichtiger Rollen bzw. Theaterstücke (Quelle (überwiegend): "Henschel Theaterlexikon"*); Link: Wikipedia):
Nicole Heesters und Maria Emo in der Tragödie "Bernarda Albas Haus" von Federico García Lorca
"Thalia-Theater" Hamburg, 08.11.1979
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) 
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Nicole Heesters und Maria Emo in Bernarda Albas Haus (Foto 1);  Copyright Virginia Shue

  Nicole Heesters und Maria Emo in Bernarda Albas Haus (Foto 2);  Copyright Virginia Shue

Nicole Heesters und Maria Emo in Bernarda Albas Haus (Foto 3);  Copyright Virginia Shue

  Nicole Heesters und Maria Emo in Bernarda Albas Haus (Foto 4);  Copyright Virginia Shue
  
Für ihre Interpretation der Honor in dem Stück "In allen Ehren" von Joanna Murray-Smith1), dass 2005 erfolgreich an den "Hamburger Kammerspielen" lief, war Nicole Heesters für den ersten Deutscher Theaterpreis "DER FAUST"1) (Beste darstellerische Leistung Schauspiel) nominiert. DIE WELT schrieb damals unter anderem "Schauspielertheater vom Allerfeinsten. In den Kammerspielen ist zu erleben, wie Darsteller aus einem bisweilen heftig mit papierenen Weisheiten raschelnden Stück wahrhaftiges, packendes Seelenschauspiel machen. Nicole Heesters und Michael Degen erweisen Joanna Murray-Smith's Drama "In allen Ehren" die Ehre großartiger Schauspielkunst. Wobei die Großartigkeit in der feinen Normalität ihrer Mittel liegt, sensibel geführt von Regisseur Kai Wessel."
In jüngerer Zeit beeindruckte Nicole Heesters an der Seite von Barbara Nüsse in dem Zwei-Frauen-Stück "Vita & Virginia", welches Torsten Fischer in Szene gesetzt hatte; die Produktion der "Hamburger Kammerspiele" in Zusammenarbeit mit dem Berliner "Renaissance-Theater" hatte am am 15.1.2006 in Hamburg Premiere, wurde dann ab 1. September in Berlin gezeigt. Die englische Schauspielerin Eileen Atkins hatte die Collage basierend auf Tagebucheinträgen und Briefen der Schriftstellerinnen Virginia Woolf1) und Vita Sackville-West1) geschrieben, die fast zwei Jahrzehnte bis zum Selbstmord von Virginia Woolf im Jahre 1941 eine heftige Liebesbeziehung hatten → www.renaissance-theater.de. Die "Berliner Morgenpost" schrieb unter anderem "Heesters, im männlichen Dress, ist die forschere, die offene, eine Lebensgenießerin. Sie steht "unter vollen Segeln bei Flut". Wunderbar, wenn sie einen lebhaften Reportagebericht von einer Reise durch Persien sendet. Nüsse gibt dagegen der depressiven sensiblen Virginia Woolf, oft mit tieftraurigem Gesichtsausdruck, eine fast fotografische Ähnlichkeit. Vergnügen und Nachdenklichkeit dieses Abends werden ganz von der Kraft und Vitalität der beiden Schauspielerinnen bewirkt."
Am "Berliner Ensemble" trat Nicole Heesters 2008 als Königs-Witwe Margaret1) in Claus Peymanns Shakespeare-Inszenierung  "Richard III."1) in Erscheinung, mit der Figur der Gunhild Borkman war sie in Henrik Ibsens Drama "John Gabriel Borkman"1) an der Seite von Helmuth Lohner in der Titelrolle zu bewundern, die Premiere fand am 1. März 2012 im "Theater in der Josefstadt" statt. "Nicole Heesters gibt der verbiesterten Gattin Gunhild eine nervöse Spillerigkeit. Sie möchte ständig aus ihrer Haut fahren. Häufig ist aber ihre Qual allzu deutlich, ihre Modulation allzu akkurat. Ihre Schwester Ella (Andrea Jonasson) wirkt deutlich mondäner, schließlich hat sie als Einzige den Bankrott Borkmans schadlos überstanden und hält die Familie finanziell über Wasser. Was ihr aber niemand dankt. Wunderbar fein inszeniert ist der erste Akt, als sich beide Schwestern ihre Verachtung durch übertriebenen Ordnungssinn zeigen: Ständig zupfen sie an ihrem Gewand herum, wischen pedantisch über die Stelle, wo die andere gerade gesessen hat. Alles ist potenziell verschmutzt." kann man bei www.nachtkritik.de lesen. Seit der Premiere am 5. September 2013 brillierte Nicole Heesters als das "ewige BdM-Mädel" Vera in dem Thomas Bernhard-Stück "Vor dem Ruhestand"1) am Wiener "Theater in der Josefstadt", stand zusammen mit Michael Mendl als Veras Bruder bzw. ehemaliger SS-Offizier Rudolf Höller und Sona MacDonald als Veras Schwester Clara auf der Bühne. "Nicole Heesters vollbringt als dominante, noch 30 Jahre nach dem Krieg der Nazi-Ideologie verhaftete Vera einen Kraftakt. Voll Konzentration, mit großer Ausdrucksfähigkeit zaubert sie diese furchtbaren, enthüllenden Monologe hervor, während sie hingebungsvoll den Talar des Bruders, dann seine Uniform bügelt." schrieb unter anderem diepresse.com; siehe auch www.oe24.at, derstandard.at.
Nach fast sechs Jahrzehnten kehrte die Künstlerin aktuell wieder nach Düsseldorf zurück, wo sie sich als junge Frau am Schauspielhaus unter Generalintendant Karl-Heinz Stroux erste Lorbeeren erspielte, ihren Mann heiratete und zwei Kinder zur Welt brachte; 1972 verließ Nicole Heesters wie Stroux Düsseldorf. Seit der Premiere am 18. Oktober 2015 steht sie nun wieder auf der Bühne des "Düsseldorfer Schauspielhauses", gestaltet in Ferdinand von Schirachs1) erstem Theaterstück "Terror" unter der Regie von Kurt Josef Schildknecht die Staatsanwältin Nelson. Bis 30. Dezember 2015 stand das Gerichtsdrama, welches am 3. Oktober 2015 am "Deutschen Theater" in Berlin sowie am "Schauspiel Frankfurt" uraufgeführt wurde, auf dem Spielplan, wurde dann auch 2016 dem Publikum wieder erfolgreich präsentiert → mehr zum Stück bei www.kiepenheuer-medien.de.
Darüber hinaus erfreut Nicole Heesters das Publikum immer wieder mit Dichterlesungen das Publikum, so jüngst gemeinsam mit dem Duo Leccornia und dem Programm "Vom richtigen Gebrauch des Mundes", mit dem Untertitel "Ein literarisches Menü in fünf Gängen", in dem sie Texte von Kästner, Ringelnatz, Heine, Morgenstern und Eugen Roth list, untermalt mit Musik von Mozart über Beethoven bis hin zu Piazzolla.
  

Zum Film war Nicole Heesters Anfang der 1950er Jahre gekommen und tauchte erstmals 1953 in "Ich und meine Frau" im Kino auf. Im Verlaufe der nächsten Jahre folgten Rollen in Filmen wie "Dieses Lied bleibt bei dir" (1954), "Drei Männer im Schnee"1) (1955) oder "Der Glockengießer von Tirol"1) (1956). Dann unterbrach ein schwerer Autounfall während einer Südamerikatournee die hoffnungsvolle Karriere der damals 19-jährigen Schauspielerin, Nicole Heesters erlitt schwere Gesichtsverletzungen und nur ihrer eisernen Energie war es zu verdanken, dass sie ihre Laufbahn als Schauspielerin erfolgreich fortsetzen konnte.
Neben ihrer umfangreichen Theatertätigkeit übernahm Nicole Heesters vor allem ab den 1970er Jahren auch interessante Rollen in verschiedenen Fernsehproduktionen, so beispielsweise 1972 die der Sarah Baxter in dem Mehrteiler "Alexander Zwo". 1975 verkörperte sie die die russische Zarin Katharina II. in dem Vierteiler "Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski", im Dezember 1976 sah man sie als Englischlehrerin Ruth Conners in dem Mehrteiler "Der Winter, der ein Sommer war" und ab 1978 war sie dann die erste weibliche "Tatort"-Ermittlerin: als Kriminaloberkommissarin Marianne Buchmüller klärte sie in Mainz vier Folgen lang bis 1980 schwierige Verbrechen auf und wurde damit zur Vorreiterin für zahlreiche weitere weibliche Tatort-Kolleginnen. 1978 wurden "Der Mann auf dem Hochsitz" und "Rechnung mit einer Unbekannten"1) ausgestrahlt, 1979 folgte "Mitternacht, oder kurz danach"1) und 1980 "Der gelbe Unterrock"1)

In den 1980er Jahren sah man Nicole Heesters nur in einigen wenigen TV-Produktionen wie 1984 in "Der Snob" neben Heinz Bennent und Klaus Maria Brandauer, in den 1990ern war sie dann wieder vermehrt auf dem Bildschirm präsent. So spielte sie 1993 die Hauptrolle in "Familienehre" und im gleichen Jahr war sie die Gräfin Marie Kentrovic in Xaver Schwarzenbergers "Tonino und Toinette" an der Seite von Julia Stemberger und Veronica Ferres. In dem Melodram "Tödliche Besessenheit" übernahm sie 1995 die Hauptrolle der Martha Eysinck, war im gleichen Jahr neben Harald Juhnke in "Ach du Fröhliche" zu sehen und im darauffolgenden Jahr in dem Thriller "Beckmann und Markowski – Im Zwiespalt der Gefühle" und hatte Gerd Baltus zum Partner.
1997 beispielsweise beeindruckte sie unter der Regie von Xaver Schwarzenberger mit der Titelrolle der todkranken Iris in dem Drama "Lamorte"2), 1999 als Dr. Annemarie Euler in der hochgelobten 13-teiligen Serie "Klemperer – Ein Leben in Deutschland"1) nach den Motiven der Tagebücher von Victor Klemperer1) (Matthias Habich), die unter gefährlichen Umständen Juden in ihrer Klinik unterbringt und ihnen so das Leben rettet. In Vivian Naefes gelungenen, spaßigen Komödie "Frauen lügen besser"2) mimte sie neben Natalia Wörner und Rebecca Immanuel die streitbare Journalistin Henriette, ein Jahr später war sie als Helene in der romantischen Komödie "Für die Liebe ist es nie zu spät" Partnerin von Günter Schramm und spielte eine Witwe, die durch ihre unverhofft auftauchende Jugendliebe in ein Chaos der Gefühle gestürzt wird. Einprägsam war auch ihre Verkörperung der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher1) in Hans-Christoph Blumenbergs vielbeachtetem szenischen Doku-Zweiteiler "Deutschlandspiel"1) (2000) über die deutsche Geschichte der Jahre 1989 bis 1990 bzw. über den Fall der Mauer. 2001 erlebten die Fernsehzuschauer sie unter anderem in dem Melodram "Nicht ohne dich", 2002 als Comtessa Lorenzoni in dem Krimi "Donna Leon – Nobiltŕ"2) und in dem Thriller "Treibjagd" mit Heiner Lauterbach spielte sie erneut eine Gräfin. In den letzten Jahren sah man Nicole Heesters auch als erfolgreiche Kunsthändlerin Dorothy Mellows, die in der Pilcher-Verfilmung "Gewissheit des Herzens"1) (2003) nach mehr als drei Jahrzehnten wieder auf ihre einstige Liebe Bill Chapman (Michael Degen) trifft.

Nicole Heesters mit Martin Lüttge in der vergnüglichen Komödie "Katz und Hund" (2003); Regie: Dieter Berner; Szenenfoto mit freundlicher Genehmigung; von www.ziegler-film.com; Copyright Ziegler Film GmbH & Co. KG

Nicole Heesters mit Martin Lüttge in der
vergnüglichen Komödie "Katz und Hund" (2003)
→ Kurzinhalt bei ziegler-film.com
Regie: Dieter Berner
Szenenfoto mit freundlicher Genehmigung 
von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
  
Als erfolgreiche Meinungsforscherin und PR-Strategin Vera Maxheimer war sie Ende 2003 wieder in einem "Tatort" zu sehen sein: In "Veras Waffen"3) ermittelt Kommissar Max Palu alias Jochen Senf nach einem Mord im Umfeld von Vera Maxheimer. Anfang 2004 machte Nicole Heesters mit der Rolle der Mascha Krasiwaja einen Ausflug in die populäre Krimi-Reihe "Bella Block": In der Folge "Das Gegenteil von Liebe"3) steigt der sonst so anhängliche Freund von Bella Block alias Hannelore Hoger, Simon Abendroth (Rudolf Kowalski) der temperamentvollen Professorenkollegin hinterher. Nach längerer Fernsehabstinenz erfreute Nicole Heesters die Zuschauer Anfang Mai 2007 als Busunternehmerin Marianne Toeplitz, die gemeinsam mit Tochter Susanne (Rebecca Immanuel) und Teenager-Enkelin Nellie (Vanessa Berthold) in Dietmar Kleins gleichnamigem beschwingten Fernsehspiel "Sehnsucht nach Rimini"2) hat. Eine "Mischung aus Familienkomödie und Roadmovie" nannte die ARD diesen mehr liebenswert verspielten als allzu wirklichkeitsnahen Film vor traumhafter italienischer Kulisse, der einen Drei-Generationenkonflikt zwischen Oma, Mutter und Tochter sowie deren verschiedenen Romanzen erzählt, bei dem am Ende jeder den findet, zu dem er gehört - wieder mal eine glänzende darstellerische Leistung der leidenschaftlichen Theatermimin.
Wenige Wochen später tauchte Nicole Heesters als energiegeladene, dreifache Witwe Johanna in in Gabi Kubachs flott inszenierten Familienkomödie "Liebe ist das schönste Geschenk"2) (2007) auf: Während eines Kuraufenthaltes hat sie den gut situierten Arzt Dr. Heinrich Hauser (Charles Brauer) kennen und lieben gelernt, der sie spontan heiratet. Als Heinrich seiner Familie die frisch Angetraute nach seiner Rückkehr präsentiert, herrscht nicht grade eitel Sonnenschein, Sohn Peter (Michael von Au), der inzwischen die Praxis seines Vaters übernommen hat, vermutet in der Witwe eine Erbschleicherin. Als er zufällig in ihrem Gepäck ein Buch über Gattenmord entdeckt, ist er fest davon überzeugt, dass die lebenslustige Frau an dem Ableben ihrer bisherigen Ehemänner nicht unschuldig war und nun auch seinem verliebten Vater nach dem Leben trachtet…
 
Doch es ist nicht nur leichte Unterhaltungskost, für die die Schauspielerin vor der TV-Kamera steht, in dem von Matti Geschonneck inszenierten und kontrovers diskutierten, eindringlichen TV-Drama "Zeit zu leben"2) zum Thema Sterbehilfe spielte Nicole Heesters Ende April 2008 die unter Depressionen leidende Ehefrau Lena des an Krebs erkrankten Rolf Waldheim (Friedrich von Thun), der gemeinsam mit ihr mittels des Sterbehelfers Doktor Laufen (Dietz-Werner Steck) in Holland aus dem Leben scheiden möchte. Der Entschluss löst bei den Kindern des Paares (u.a. glänzend Maja Maranow) Entsetzen aus, das Drama nimmt eine überraschende Wendung, als Lena das tödliche Gift wie geplant zu sich nimmt und stirbt, Rolf jedoch gerettet wird, da er kurz zuvor ein Mittel zum Erbrechen geschluckt hatte …
Hatte man Nicole Heesters gerade noch als Filmehefrau von Friedrich von Thun gesehen, so zeigte sie sich nur zwei Wochen später als Angetraute von Bruno Ganz in dem Beziehungsdrama "Copacabana"2). In dem von Regisseur Xaver Schwarzenberger inszenierten Stück, benannt nach dem gleichnamigen Songtitel von Barry Manilow, ist sie die Mutter dreier erwachsener Kinder samt Anhang, die alle gemeinsam den 35. Hochzeitstag der Eltern feiern wollen. Bei dem Familientreffen brechen Konflikte auf, Herbert (Bruno Ganz) und Maria (Nicole Heesters) stecken ebenso in einer tiefen Ehe- bzw. Beziehungskrise wie ihre Kinder Angelika (Christiane Paul) und Mark (Devid Striesow). Einzig die jüngste Tochter Laura (Nina Blum) scheint in ihrer neuen Liebe Jo (Xaver Hutter) einen Traummann gefunden zu haben. In weiteren Rollen sah man unter anderem Wotan Wilke Möhring sowie erneut Friedrich von Thun – diesmal will er Nicole Heesters mit aller Macht aus ihrer Ehe mit Film-Mann Bruno Ganz loseisen –, herrlich auch Erni Mangold als biestige Großmutter Rita. Mit einem starken Darstellerensemble inszenierte Xaver Schwarzenberger ein faszinierendes Familienporträt über die vielen kleinen Geheimnisse des Alltags. Besonders Bruno Ganz und Nicole Heesters als Ehepaar geben hier eine Paradebeispiel ihrer Schauspielkunst. (Quelle: prisma.de)
 
Seit einiger Zeit spielte Nicole Heesters die durchgehende Rolle der Kristin Anders, Mutter des schwedischen Ermittlers Robert Anders (Walter Sittler), in der erfolgreichen ZDF-Krimireihe "Der Kommissar und das Meer" und macht auch mit dieser eher kleinen Rolle eine gute Figur, so in "An einem einsamen Ort"2) (2008), "Sommerzeit"2) (2008), "Der sterbende Dandy"2) (2009), "Schwarzer Engel"2) (2009), "
Der Tod kam am Nachmittag"3) (2010) und "Ein Leben ohne Lüge"2) (2010). Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren die Melodramen "Fünf Tage Vollmond"2) (EA: 19.06.2009) und "Eine Liebe in St. Petersburg"2) (EA: 29.10.2009). In dem ZDF-Krimi "Die Seele eines Mörders"2) (EA: 16.11.2009) war Nicole Heesters neben Heiner Lauterbach als israelischem Kommissar ebenfalls mit einer prägnanten Nebenrolle zu sehen. Danach zeigte sie sich in "Rot wie der Tod"3) (EA: 09.10.2010) aus der Krimireihe "Einsatz in Hamburg" sowie bei der "SOKO Wien" in der Episode "Todesengel" (EA: 25.02.2011). Nette Unterhaltungskost bot am 15. Mai 2011 der ZDF-Sonntagsfilm "Ein Sommer in Paris"2) mit Anica Dobra als Krankenschwester Klara, die nach einem anders als erwartet zu Ende gegangenen romantischen Wochenende mit Freund Jörg (Kai Scheve) alleine in Paris zurückbleibt. Zufällig trifft sie auf den gut aussehenden Philippe Clement (Pasquale Aleardi), der für seine Mutter eine Betreuerin sucht. Nicole Heesters ist diese überaus wohlhabende, anfangs ziemlich unausstehliche Jeanne Clement, die im Laufe der vorhersehbaren Romanze immer mehr zur Sympathieträgerin wird.
Nicole Heesters stand auch für die historische, knapp 3-stündige ZDF-Familiensaga "Die Holzbaronin"1) (EA: 26.02.2013) nach Motiven des Romans "Die Holzbarone" des Unternehmers, Journalisten und Verlegers Casimir Katz1) (1925 – 2008) vor der Kamera. "Die Holzbaronin" erzählt die Geschichte der Unternehmerin Elisabeth "Elly" Seitz (Christine Neubauer), die im Wirtschaftswunder-Deutschland der frühen 1950er Jahre zur Aufsichtsratsvorsitzenden eines traditionsreichen, holzverarbeitenden, mittelständischen Unternehmens im Schwarzwald gewählt wird. Doch das Glück währt nicht lange, Elly wird beschuldigt, ihren Mann Alfred Brauer (Dirk Borchardt) im Jahr 1944 ermordet zu haben … Zusammen mit Michael Mendl spielt Nicole Heesters in dem von Marcus O. Rosenmüller inszenierten Film das Großelternpaar der Hauptfigur, die Dreharbeiten fanden in Wien, Baden-Baden und im Schwarzwald statt.
Als Signora Fontana bzw. Mutter des Ermordeten trat sie sie in der "Donna Leon"-Folge "Auf Treu und Glauben"3) (EA: 11.05.2013) in Erscheinung. In den Episoden "Ein Schlag ins Gesicht" (EA: 17.03.2014) und "Frau Küppers' letzter Wille" (EA: 24.03.2014) aus dem Krimi-Dauerbrenner "Großstadtrevier"1) präsentierte sie sich als resolute alte Dame bzw. Mutter der Mutter der Kommissariatsleiterin Frau Küppers, die aus Geldnot ins Drogenbusiness eingestiegen ist – Saskia Fischer spielt seit 2007 die Polizeioberrätin Regina Küppers, im wahren Leben Tochter von Nicole Heesters.
Spannende Unterhaltung bot der Thriller "Tiefe Wunden"3) (EA: 02.02.2015) aus der ZDF-"Taunus"-Krimireihe mit Hauptkommissar Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) und dessen Kollegin Pia Kirchhoff (Felicitas Woll), gedreht von Marcus O. Rosenmüller nach einer Romanvorlage der Bestsellerautorin Nele Neuhaus → www.dieterwunderlich.de; Premiere feierte der Film bereits am 26. September 2014 im Rahmen des "Filmfestes Hamburg". Die Geschichte führt das Ermittlerteam in die düstere Nazi-Zeit, nachdem der 92-jährige Holocaust-Überlebende David Joshua Goldberg (Dieter Schaad) in seinem Haus per Genickschuss regelrecht hingerichtet wurde und auch noch weitere mysteriöse Morde gleichen Musters an hochbetagten Personen folgen – die Spur führt immer wieder zu der im Taunus lebenden renommierten Fabrikantenfamilie Kaltensee. Nicole Heesters lieferte in dieser unter anderem mit Manfred Zapatka sowie Dieter Hallervorden in einer kleinen Nebenrolle prominent besetzten, komplexen Geschichte als wohlhabende (vermeintlich adelige) Unternehmerwitwe und Mäzenin Dr. Vera Kaltensee mit dunkler Vergangenheit ein starkes Spiel ab.
In der ZDF-Beziehungskomödie "
Apropos Glück"3) (EA: 13.10.2016)  präsentierte sie sich unter der Regie von Ulrike Grote als Irene von der Hoven, pragmatische Mutter der Innenarchitektin Maja (Janna Striebeck), die ausgerechnet an ihrem Geburtstag entdeckt, dass ihr Ehemann Jan (Joachim Raaf) eine Affäre hat → siehe auch www.presseportal.zdf.de. Als Marie Faber, Mitarbeiterin einer Brustkrebsstiftung, zeigte sie sich in der Episode "Versprechen" (EA: 05.12.2016) aus der preisgekrönten VOX-Dramedy-Serie "Club der roten Bänder"1).

Auch in einigen Kino-Produktionen hatte die Schauspielerin in den letzten Jahren wieder Rollen übernommen: So 1992 neben Barbara Auer in dem Drama "Meine Tochter gehört mir", in "Meschugge"1) war sie 1998 die Mutter der Titelheldin Lena Katz alias Maria Schrader, im gleichen Jahr in dem Götz-George-Thriller "Solo für Klarinette"1) die Frau Jentsch. Zuletzt spielte sie für Regisseur Lenn Kudrajwizki in dem 10-minütigen Kurzfilm "Thank You Mr. President" (2009) neben Tim Williams und Susanne Wuest eine Hauptrolle sowie eine kleineren Part in dem Drama "Die Liebe der Kinder"2), das am 26. August 2010 an den Kinostart ging. Zuletzt verkörperte sie die 72-jährige Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé1) in dem Biopic "Lou Andreas-Salomé"1) (Kinostart: 30.06.2016).
 
Mehrfach wurde Nicole Heesters für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 1976 von den Mitgliedern der "Hamburger Volksbühne" den Ehrenpreis "Silberne Maske"1). Im Jahre 2000 wurde sie für fünf Jahre Trägerin des "Curt Goetz-Ringes." Für ihre Darstellung in "Vita und Virginia" an den "Hamburger Kammerspielen" konnte sie 2006 den "Rolf-Mares-Preis"1) entgegennehmen. Am 10. November 2014 erhielt sie den "Nestroy-Theaterpreis"1) in der Kategorie "Bester Schauspielerin" für ihre Interpretation der Vera in dem Thomas Bernhard-Stück "Vor dem Ruhestand"1) im " Theater in der Josefstadt". Am 22. Februar 2015 kam eine weitere Ehrung hinzu, Nicole Heesters wurde im Düsseldorfer Schauspielhaus mit dem "Louise-Dumont-Goldtopas"1) der älteste deutsche Theaterpreis für Schauspielerinnen verliehen → www.duesseldorfer-schauspielhaus.de. Ihre Vorgängerinnen des auf Lebenszeit verliehenen Preises waren die am 5. September 2012 verstorbene Maria Becker, Maria Wimmer (1911–1996), Hermine Körner (1878–1960) und Agnes Straub (1890–1941). "Auf der Bühne gebe ich alles, da versuche ich alles, da bin ich offen, habe Mut, da kämpfe und da brenne ich in meiner Rolle", sagte Heesters unter anderem in ihrer Dankesrede
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Nicole Heesters am 10. November 2014 in der Wiener Stadthalle 
anlässlich der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises"
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons

Nicole Heesters am 10. November 2014 in der Wiener Stadthalle anlässlich der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises" als "Beste Schauspielerin" für ihre Interpretation
Erwähnt werden muss auch Nicole Heesters' Mitwirkung in etlichen Audio-Produktionen, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke findet man hier am Ende des Artikels. 
 
Nicole Heesters war bis zu dessen Tod am 8. Mai 2010  mit dem Bühnenbildner Pit Fischer1) verheiratet; das Paar lebte in Hamburg. Tochter Saskia Fischer1) hat sich ebenfalls einen Namen als erfolgreiche Schauspielerin gemacht, der gemeinsame Sohn arbeitet als Event-Manager. 
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de; siehe auch Wikipedia
Kontakt: Agentur Fehrecke
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S. 328/329)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) www.prisma.de, 3) tittelbach.tv
Stand: Dezember 2016
   
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, tittelbach.tv, filmportal.de, Die Krimihomepage, 
Beschreibung innerhalb dieser HP, prisma.de, fernsehserien.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, krimilexikon.de)
 
Nicole Heesters spricht die Isabel in "Antonio" (EA: 28.06.2014); Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR; (Presse und Information, Redaktion Bild); Copyright WDR/Sibylle Anneck
Nicole Heesters spricht die Isabel in "Antonio" (EA: 28.06.2014)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR
(Presse und Information, Redaktion Bild)
© WDR/Sibylle Anneck

  
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