Peter Mosbacher
Peter Mosbacher wurde am 17. Februar 19141) als Ludwig Hermann Mosbacher in Mannheim geboren, besuchte dort das Gymnasium, welches er mit dem Abitur abschloss. Sein ursprünglicher Wunsch war es gewesen, Rennfahrer zu werden, diese Pläne musste er jedoch nach einem schweren Motorradunfall aufgeben. Zu seinen Schulkameraden hatte der später berühmte Schauspieler Carl Raddatz gehört, dieser überredete Mosbacher, es mit der Schauspielerei zu versuchen und so ließ er sich am Mannheimer Konservatorium dementsprechend ausbilden. Erste Bühnenerfahrungen sammelte Mosbacher dann in seiner Geburtsstadt, weitere Engagements führten ihn nach Gießen, an das Hessische Landestheater in Darmstadt sowie die Städtischen Bühnen in Düsseldorf, schließlich kam er an das "Deutsche Theater" nach Berlin. Nach Ende des 2. Weltkrieges war Mosbacher ab 1946 für vier Jahre Ensemblemitglied des Hamburger "Thalia"-Theaters, wechselte anschließend wieder nach Berlin an das "Schloßpark-Theater" und spielte ab 1951 am "Schiller-Theater".
Während seiner Karriere als Theater-Schauspieler verkörperte Mosbacher die großen Helden der klassischen Literatur, begeisterte mit der Titelrolle in Schillers "Don Karlos" ebenso wie in Heinrich von Kleists "Prinz von Homburg", gab den Schurken Jago in Shakespeares Tragödie "Othello"2) ebenso brillant wie den Mephisto in Goethes "Faust"2) oder den Mortimer in Schillers "Maria Stuart"2). Auch in Stücken moderner Dramatiker glänzte der Schauspieler, interpretierte unter anderem mit großem Erfolg den Stanley Kowalski in Tennessee Williams Drama "Endstation Sehnsucht"2) oder den alkoholsüchtigen Brick in Williams' Schauspiel "Die Katze auf dem heißen Blechdach"2). Er gestaltete beispielsweise Hautrollen wie in Zuckmayers Drama "Der Gesang im Feuerofen", in Max Frischs Komödie "Don Juan oder die Liebe zur Geometrie"2) oder in Peter Ustinovs Erfolgstück "Die Liebe der vier Obersten". Einer der Höhepunkte seiner Karriere war 1964 die Darstellung der Titelrolle in der Uraufführung (29.04.1964) von Peter Weiß' Revolutions-Diskussions-Drama "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats"2) am Berliner "Schiller-Theater", beeindruckend sein Spiel in der deutschen Erstaufführung von Jean Paul Sartres "Die Eingeschlossenen von Altona". Sein etwas schleppender Gang, die gestaute Vitalität, das melancholische Gesicht mit dem zweifelnden Blick prädestinierten ihn für die Verkörperung der um die eigene Identität ringenden Männer in der späten Nachkriegszeit (so noch in Williams' "Die Nacht des Leguan", 1963 Berlin, Renaissance-Theater).3) In seinen letzten Lebensjahren wirkte Mosbacher am Theater vor allem als Regisseur, inszenierte unter anderem Hauptmanns "Die Ratten". 1976 stand Mosbacher im Münchener "Cuvilliéstheater" als Figaro zum letzten Mal auf der Bühne.3)

Zum Film kam Mosbacher bereits Anfang der 1940er Jahre, erstmals sah man ihn 1943 mit einer Nebenrolle in dem von Wolfgang Liebeneiner inszenierten Streifen "Großstadtmelodie"2); nach Ende des 2. Weltkrieges trat er vor allem in erfolgreichen Unterhaltungsfilmen auf. So spielte er beispielsweise 1949 den Lapin in "Der Bagnosträfling", ein Jahr später den Komponisten Ludwig Palfy bzw, Vater der Zwillinge in der Kästner-Verfilmung "Das Doppelte Lottchen"2) oder 1952 in der unverwüstlichen Posse "Pension Schöller"2) die dankbare Rolle des mit einem Sprachfehler behafteten verhinderten Schauspielers Eugen Rümpel, der statt "L" immer nur "N" herausbringt. Bis Ende der 1950er Jahre folgten Rollen in Filmen wie "Der Keusche Josef" (1953), "Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein"2) (1953), "Das Dorf unterm Himmel"2) (1953), "Canaris"2) (1954), "Liane, das Mädchen aus dem Urwald"2) (1956), "Der Fuchs von Paris" (1957), "Peter Voss, der Millionendieb"2) (1958) oder "Peter Voss – der Held des Tages"2) (1959). In den 1960ern erlebte man ihn dann unter anderem noch in dem ganz auf Freddy Quinn zugeschnittenen Musikfilm "Heimweh nach St. Pauli"2) (1963) oder in Krimis wie "Im Banne des Unheimlichen"2) (1968) auf der Leinwand. Meist spielte Mosbacher profilierte Nebenrollen, gab mit seiner markanten Erscheinung und seinem hintergründigen Gesichtsausdruck Schmuggler, Zuhälter und sonstige Bösewichte, aber auch Offiziere oder Adlige.
Seit den 1970er Jahren trat er vermehrt in Fernsehspielen in Erscheinung, 1971 spielte er in dem dreiteiligen Durbridge-Krimi "Das Messer"4) den zwielichtigen Dr. Hall, gab 1974 in "Der Widerspenstige Heilige" den Bischof von Oriel oder war 1975 als "König Heinrich IV." in einer Neubearbeitung des Shakespeare-Dramas von Theodor Schübel zu sehen. 
Neben seiner Arbeit für das Theater und den Film betätigte sich Mosbacher zudem als Sprecher im Hörfunk und für die Synchronisation.
  
Der seit Jahren herzkranke Schauspieler und Regisseur Peter Mosbacher starb am 9. Oktober 1977 in einer Klinik am Starnberger See5) an den Folgen eines Herzinfarkts; seine letzte Ruhe fand der Künstler auf dem Friedhof München-Obermenzing → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Er war mit der Schauspielerin in Edith Schneider2) (1919 – 2012) verheiratet, die später an seiner Seite beigesetzt wurde, und hinterließ den 1950 geborenen Sohn Manuel, der unter anderem als Synchronregisseur in die Fußstapfen seines Vaters trat.

Siehe auch Wikipedia, www.deutsche-biographie.de
1) nach anderen Quellen  (Wikipedia, filmportal.de) geboren 1912
Link: 2) Wikipedia, 4) Beschreibung innerhalb dieser Webpräsenz
3) Quelle: Kasten, Jürgen, "Mosbacher, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997, S. 163 f.) Onlinefassung → www.deutsche-biographie.de
5) gestorben in Kempfenhausen (Ortsteil der Gemeinde Berg im oberbayerischen Landkreis Starnberg, am Ostufer des Starnberger Sees gelegen)
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de