Grete Mosheim 1928; Urheber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 3364/1 (Ausschnitt); Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Grete Mosheim (eigentlich Mohsheim) wurde am 8. Januar 1905 in Berlin geboren; ihr Vater Markus Mosheim war Arzt und Sanitätsrats. Die Eltern schickten ihre Tochter auf ein Lyzeums, nach ihrer Schulausbildung entschied sich Grete Mosheim für den Beruf der Schauspielerin und ließ sich an der Schauspielschule des "Deutschen Theaters" Berlin dementsprechend ausbilden. Anschließend gehörte sie mit erst 17 Jahren ab 1922 zum Ensemble des "Deutschen Theaters" und stand dort bis 1931 auf der Bühne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte sie sich bald vor allem mit Komödien, aber auch modernen Dramen einen Namen als Charakterdarstellerin, so beispielsweise 1925 unter der Regie von Max Reinhardt in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", ein Jahr später in Aristophanes' "Lysistrata", von Erich Engel inszeniert, oder 1927 in Georg Kaisers "Papiermühle" (Regie: Berthold Viertel). Sie brillierte unter anderem in Stücken von George Bernard Shaw,  Somerset Maugham und Knut Hamsun. Zur Spielzeit 1931/32 folgte sie einem Ruf an das" Lessingtheater", wo sie – neben Ehemann Oskar Homolka als Higgins – als Eliza Doolittle in Shaws "Pygmalion" Triumphe feierte, ebenso wie als Gretchen in Goethes "Faust", neben dem legendären Werner Krauß als Partner. Ein Jahr später wechselte sie an das "Metropoltheater", anschließend 1933/34 an das "Komödienhaus" und die "Volksbühne".
 
 
Foto:
Grete Mosheim 1928
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 3364/1 (Ausschnitt)
Angaben zur Lizenz siehe hier
Rasch war auch der Film auf die junge Schauspielerin aufmerksam geworden, 1924 gab sie ihr Leinwanddebüt als Frau Adelskjold in Carl Theodor Dreyers stummen Literaturadaption "Michael"1), zwei Jahre später beispielsweise sah man sie in "Die Flammen lügen". In den nachfolgenden Filmen wurde sie meist als zurückhaltendes, schüchternes Mädchen besetzt, das aber auch schon mal rebellisch-trotzig sein kann. Man erlebte sie in Stummfilmproduktionen wie Paul Czinners "Der Geiger von Florenz"2) (1926), Max Reichmanns "Derby"2) (1926), Robert Lands "Primanerliebe" (1927) und "Frau Sorge" (1928), Georg Asagaroffs "Die Siebzehnjährigen"2) (1928) oder Richard Oswalds "Feme" (1927) und "Die Rothausgasse" (1928).
Ihr erster Tonfilmpart war die der Lucie Dreyfus in Oswalds Drama "Dreyfus" (1930) an der Seite von Fritz Kortner in der Titelrolle, in Hans Tintners Verfilmung von Friedrich Wolfs "Cyankali" (1930), einem Stück, das sich gegen den den Paragraphen 218 wendet, verkörperte sie die Hete Fent: "Lastend schon vor der Katastrophe, wuchs sie im Leid weit über den Ausbruch hinaus. Sie steigerte den Schmerz bis an die äußerste Grenze. Da ging ein Menschenkind beinahe resignierend in schmerzloses Nichts auf.", so P. Marcus in "Das 12-Uhr-Blatt". Es folgten noch die Filme "Yorck"2) (1931), "Arme, kleine Eva" (1931), "Arm wie eine Kirchenmaus" (1931) und "Moral und Liebe" (1933), danach verließ die Schauspielerin Nazi-Deutschland, ging von Berlin zunächst nach Klagenfurt, um dann 1934 nach Großbritannien zu emigrieren; 1933 war ihre erste, am 28. Juni 1928 geschlossene Ehe mit dem Schauspieler Oskar Homolka3) (1898 – 1978) geschieden worden.

Nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten bzw. intensivem Englischstudium spielte sie dort bald wieder erfolgreich Theater und drehte die musikalische Komödie "Car of Dreams" (1935) mit John Mills als Sohn eines Multimillionärs, der sich in sie verliebt und sie mit einem Luxusauto für sich gewinnen will. Doch dieser Film sollte für Jahrzehnte die letzte Arbeit vor der Kamera bleiben: Bei der Londoner Aufführung des Stückes "Two Share a Dwelling" von Alice Campbell lernte sie den Industriellen und Kunstmäzen Howard Gould kennen, den sie 1937 heiratete. Das Paar ließ sich ein Jahr später in New York nieder, auf Wunsch ihres Ehemannes hängte Grete Mosheim zunächst die Schauspielerei an den Nagel. Erst 1941 übernahm sie wieder Aufgaben beim Theater und trat am Broadway in dem pazifistischen Schauspiel "Letters to Lucerne" des emigrierten Autors Fritz Rotter auf. Wenig später gründete sie gemeinsam mit Felix G. Gerstman (eig. Felix Gerstmann; 1898 – 1967), Lili Darvas1) (1902 – 1974) und Hans Jaray1) (1906 – 1990) das deutschsprachige Ensemble "The Players from Abroad".

Erst Anfang der 1950er Jahre kehrte Grete Mosheim nach Deutschland zurück; inzwischen war ihre Ehe mit Howard Gould gescheitert, 1947 hatte sich das Paar scheiden lassen. Rasch konnte sie an ihre früheren Theatererfolge anknüpfen, unter der Regie von Fritz Reichert trat sie am Berliner "Schloßpark-Theater" in John van Drutens "Ich bin eine Kamera" auf und erntete viel Kritikerlob; Von Friedrich Luft war unter anderem im RIAS zu hören "Grete Mosheim schaltete die Figur des Flappers Sally Bowles so sicher von Verderbtheit zu Naivität, von Laszivität zu seelischer Reinlichkeit, von Albernheit zu Herz, von moralischer Schlampigkeit zu heimlicher Strenge der Gefühle, dass das Publikum sie sofort liebte, wie sie da nach fast zwanzig Jahren wieder auf einer Berliner Bühne stand und genau die Vielfalt der besten Sinnes volkstümlichen Töne hören ließ, die diese Stadt immer an ihr bewunderte."
In den kommenden Jahren gab Grete Mosheim Gastspiele an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, glänzte vor allem in Stücken englischsprachiger Dramatiker; so beispielsweise in Thornton Wilders Farce "Die Heiratsvermittlerin", in Colin Higgins' Tragikkomödie "Harald und Maude", in Samuel Becketts Schauspiel "Glückliche Tage" sowie in Stücken von Eugene O'Neill und Tennessee Williams. 1963 wurde sie für ihre Leistungen mit dem Theaterpreis des Verbands Deutscher Kritiker geehrt, 1971 erhielt sie das Filmband in Gold "für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", drei Jahre später wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Von wenigen TV-Auftritten abgesehen, arbeitet sie nur noch ein Mal für den Film: Für Hark Bohms "Moritz, lieber Moritz"1) (1978) ließ sie sich überreden vor die Kamera zu treten, um eine Großmutter zu spielen.
 
Grete Mosheim, die in dritter Ehe mit dem Journalisten und "Time"-Korrespondenten Bert Cooper verheiratet war, lebte zuletzt wieder in den USA; dort erlag sie am 12. Dezember 1986 im Alter von 80 Jahren in New York ihrem Krebsleiden.
Ihre jüngere Schwester Lore Anne Mosheim1) (1914 – 1964) war ebenfalls Schauspielerin. 
Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Lizenz Foto Grete Mosheim (Urheber Alexander Binder) : Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
   
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia (deutsch, englisch), Murnau Stiftung, filmportal.de)
Stummfilme
  • 1924: Michael (→ Murnau Stiftung)
  • 1925: Ein Lebenskünstler
  • 1925: Wir armen kleinen Mädchen
  • 1926: Der Geiger von Florenz
  • 1926: Derby
  • 1926: Junges Blut
  • 1926: Die Flammen lügen
  • 1926: Die Sporckschen Jäger
  • 1927: Faschingszauber
  • 1927: Primanerliebe
  • 1927; Feme
  • 1927: Arme kleine Sif
  • 1927: Das Erwachen des Weibes
  • 1927: Höhere Töchter
  • 1928: Frau Sorge
  • 1928: Die Rothausgasse
  • 1928: Die kleine Sklavin
  • 1928: Die Siebzehnjährigen
Tonfilme
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de