Christian Redl wurde am 20. April 1948 als Sohn eines Lehrers bzw. Schulrats in Schleswig geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Kassel; er ist der Stiefbruder des am 17. Dezember 2010 verstorbenen Schauspielers und Regisseurs Wolf Redl1). Bevor Christian Redl zu einem renommierten und beliebten Darsteller sowohl auf der Bühne als auch im Film und Fernsehen avancierte, ließ er sich, nachdem er die Schule kurz vor dem Abitur abbrach, von 1967 bis 1970 an der Schauspielschule in Bochum ausbilden. Engagements führten ihn anschließend auf die Theaterbühnen von Wuppertal, Bremen und Frankfurt. Ab 1980 gehörte Redl zum Ensemble des "Hamburger Schauspielhauses", wo er dreizehn Jahre lang mit zahlreichen Hauptrollen das Publikum begeisterte und in herausragenden Inszenierungen beispielsweise von Klaus Peymann, Luc Bondy und Peter Zadek zu sehen war. Zu seinen wichtigsten Bühnenrollen zählt der "Mäcki Messer" in Brechts "Dreigroschenoper", der "Tartuffe" von Molière sowie der "Kowalski" in Tennessee Williams' Drama "Endstation Sehnsucht".
 
Christian Redl in in Brechts "Dreigroschenoper" 01 Christian Redl in in Brechts "Dreigroschenoper" 02
Christian Redl in in Brechts "Dreigroschenoper" 03 Christian Redl in in Brechts "Dreigroschenoper" 04
Christian Redl 1981 als Macheath, genannt Mackie Messer, in Brechts "Die Dreigroschenoper"1)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
 

 

Im folgenden eine kleine Auswahl wichtiger Rollen bzw. Theaterstücke (Quelle (überwiegend): "Henschel Theaterlexikon"*); Link: Wikipedia): Ende der 1980er Jahre kam der Schauspieler zum Film, gab sein Leinwanddebüt mit der Hauptrolle des Fred in Uwe Schraders "Sierra Leone"1) (1987) und wurde von Publikum und Kritik hochgelobt. In den folgenden Jahren übernahm Redl weitere Parts in Kinoproduktionen, so unter anderem 1992 den Polizist Rasselin in Lars Beckers Spielfilmdebüt "Schattenboxer", den Restaurator Strehlow in Ivan Filas "Lea" (1996) neben Lenka Vlasakova in der Titelrolle; 1998 war er der Karl und schwule Freund von Götz George in Hermine Huntgeburths spannender Krimikomödie "Das Trio"1), stand im gleichen Jahr für Jutta Brückners "Bertolt Brecht – Liebe, Revolution und andere gefährliche Sachen" sowie für Ottokar Runzes "Hundert Jahre Brecht" mit Udo Samel, Meret Becker und Jürgen Hentsch vor der Kamera.
Ebenfalls 1998 beeindruckte er als Thomas Hecht in Nico Hofmanns Thriller "Solo für Klarinette"1) – erneut mit Götz George –, spielte 1999 die männliche Titelrolle in der poetischen Liebesgeschichte "Oskar und Leni", tauchte als Schwerverbrecher Duvall in Volker Einrauchs Gaunerkomödie "Gangster"2) auf und stand als Clubbesitzer Brilli für Sönke Wortmanns "St. Pauli Nacht"1) vor der Kamera. Zu Redls jüngeren Kinoproduktionen zählt die Figur des Hauptkommissars Minks in Robert Schwentkes "Tattoo"2) (2002) sowie seine Rolle des General Jodl in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang – Hitler und das Ende des 3. Reichs"1) (2004) nach dem Drehbuch Bernd Eichingers, mit Bruno Ganz in der Titelrolle. In Christian Petzolds dritten Teil von dessen Gespenster-Trilogie "Yella"1) (2007) spielte er den Vater der Protagonistin (Nina Hoss) sowie den "Meister" in Marco Kreuzpaintners "Krabat"1) (2008), der Realverfilmung des gleichnamigen Romans von Otfried Preußler. Man sah Redl als Abt von Fulda in Sönke Wortmanns Historiendrama "Die Päpstin"1) nach dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross; Kinostart in Deutschland war der 22. Oktober 2009. Danach agierte Redl in dem von Karen Shakhnazarov gedrehten Kriegsabenteuer "White Tiger – Die große Panzerschlacht" (Belyy tigr) als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Wilhelm Keitel
1); die russische Produktion ging in Deutschland am 12. März 2013 als DVD an den Start.
 
Auch auf dem Fernsehbildschirm wurde der Mann mit den markanten Gesichtszügen mit verschiedensten Rollen vor allem in Krimis zu einem populären und vielbeschäftigten Darsteller. Bereits Ende der 1980er Jahre wurde er für seine Hauptrolle des Polizeiobermeister Erich Rohloff, der sich in "Der Hammermörder"1) vom braven Bürger zum Räuber und Mörder wandelt, mit dem "Grimme-Preis" ausgezeichnet.
Christian Redl Überwiegend verkörpert Redl auf dem Bildschirm "düstere", oftmals schwermütige Figuren, scheint prädestiniert für Kriminelle oder zwielichtige Charaktere. Man sieht ihn als "Bösewicht", doch ebenso glänzt er in warmherzigen Rollen, wie z. B. als einfühlsamer Kommissar Bruno Stein in Christian Görlitz' Fernsehfilm "Das gestohlene Leben" (2000). Für seine beeindruckende Darstellung des des skrupellosen Vaters Herwig Seitz in Bernd Schadewalds Gerichtsdrama "Angst"1) (1994) wurde Redl für den "Telestar" nominiert, 1995 spielte er erneut unter der Regie von Schadewald einen Pfarrer in dem packenden Sozialthriller "Kinder des Satans".
 
Christian Redl beim Münchner Filmfest 2006
Das Copyright liegt bei Tanja Golbeck-Junginger

Neben zahllosen Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Ein Starkes Team", "Koerbers Akte", "Zwei Brüder", "Sperling", "Tatort", "Anwalt Abel", "Professor Capellari", "Wilsberg" oder "Das Duo", in denen Redl meist auf zwielichtige Typen abboniert ist, sah man ihn beispielsweise 1996 in Matti Geschonnecks "Angeschlagen", unter dessen Regie spielte er auch in den Thrillern "Der Rosenmörder" (1997), "Ein mörderischer Plan" (2000) und "Späte Rache" (2001). In "Vickys Alptraum" mimte Redl 1998 den Kommissar Wachsmann, war ein Jahr später als Victor in Bernd Boehlichs historischem Mehrteiler "Sturmzeit" zu sehen. Im neuen Jahrtausend übernahm er in Vivian Naefes "Einer geht noch" (2000) die Rolle des Kegelbahnpächters und Gemütsmenschen Heinzi Schämpp, war der Innenminister Langheinrich in Thomas Bergers zweiteiligem Politthriller "Operation Rubikon" (2002). In Johannes Griesers "Tödliches Vertrauen" stand er 2002 auf der Seite des Ermittlers und war der Kommissar Tönning; ein Jahr später beeindruckte er einmal mehr in Christian Görlitz' Drama "Nachts, wenn der Tag beginnt"2) als blinder Richter Dr. Friedrich Thomasius sowie in dem spannenden Psychothriller "Die Geisel" (2003) als Leiter der SEK Vollmer, neben Suzanne von Borsody in der Hauptrolle.
2004 erlebte man Redl auch im Fernsehen als Jonathan Jeremias Peachum in "Die Dreigroschenoper", eine Figur, mit der er seit Januar 2006 schon zum dritten Mal im Hamburger "St. Pauli Theater" zu bewundern war. Weitere schöne, wenn auch konträre Rollen sind beispielsweise die des Oberkommissars Rudi Sikora in den Polizeithrillern "Nachtschicht – Vatertag" (2004) und "Nachtschicht – Tod im Supermarkt" (2005) sowie die des Generals Hans Krebs in Hans-Christoph Blumenbergs Dokudrama "Die Letzte Schlacht" (2005). Im Mai 2006 war Redl neben Götz George und Dagmar Manzel einer der Protagonisten in Andreas Kleinerts Sozialdrama "Als der Fremde kam"2). Hier interpretierte er den idealistischen Klassenkämpfer und einfachen Arbeiter Mathias Wernicke, dessen Frau Anne (Dagmar Manzel) sich in eine Affäre mit dem Gewerkschaftsfunktionär Dr. Robert Stubenrauch (Götz George) stürzt, um dem faden Alltag zu entfliehen. Währenddessen sind Wernicke und seine Kollegen auf Anraten Stubenrauchs in einen Hungerstreik getreten, um das von Schließung bedrohte Zementwerk zu retten …
Zu Redls aktuelleren TV-Produktionen zählt Kai Wessels Polit-Krimi "Das Geheimnis im Moor"2) (2006) und die Rolle des Kriminalkommissars Thorsten Krüger, der im Spreewald einem vor Jahrzehnten begangenen Verbrechen auf die Spur kommt (siehe auch Filmbeschreibung bei www.dieterwunderlich.de). "Der Tote im Spreewald"2) hieß dann am 26. Oktober 2009 der ZDF-Krimi, in dem Redl erneut den melancholisch-verschlossenen, eher stillen Typus eines Kriminalkommissars verkörperte. Angesiedelt im Spreewald-Grenzgebiet vor einer fast mystisch wirkenden Kulisse hat der Ermittler Thorsten Krüger in diesem hochspannenden, vielschichtigen Psychodrama nun den gruseligen Mord an dem Sorben Daniel Bartko (Hinnerk Schönemann) zu klären. Krimi-Spezialist Christian von Castelberg ("Die Mörderin", "Polizeiruf 110", "Bella Block") inszenierte diesen spannenden wie erschütternden und ausgezeichnet gespielten Kriminalfall, der das trostlose Seelenleben der Protagonisten in kühlen Bildern des winterlichen Spreewalds entfaltet. notiert prisma.de. Seinen dritten Fall hatte Thorsten Krüger dann am 28. März 2011 in dem mit Uwe Kockisch und Henry Hübchen ebenfalls prominent besetzten Thriller "Spreewaldkrimi – Die Tränen der Fische"2) zu lösen. Mit "Eine tödliche Legende"2) folgte am 1. Oktober 2012 Fall Nummer 4: Angesiedelt in Lübbenau, taucht der Zuschauer mit atmosphärischen dichten Bildern in die Umgebung der Spreewaldstadt ein, auch das berühmte Schloss-Hotel wurde als Drehort genutzt. In der in sich verschachtelten, vielschichtigen Geschichte musste der spröde Kommissar Krüger einmal mehr mysteriöse Morde aufklären, es geht um alte Legenden bzw. das sorbische Volksmärchen vom Schlangenkönig, projiziert auf die neuere Geschichte der "Wende"-Zeit. Neben Redl agierten in dem mit raffinierten, klug eingesetzten Rückblenden arbeitenden Thriller unter der Regie von Torsten C. Fischer so hervorragende Schauspieler wie Rüdiger Vogler, Muriel Baumeister, Ulrike Krumbiegel und Rolf Hoppe sowie in einer kleinen Rolle Hermann Beyer Ein fünfter "Spreewaldkrimi" mit dem Titel "Feuerengel"2), inszeniert von Roland Suso Richter, flimmerte am 18. November 2013 über die Bildschirme. Auch wenn mit Folge 6 "Mörderische Hitze"3) (EA: 12.05.2014; Regie: Kai Wessel) die packend-düstere Geschichte von dem explosiv aufspielenden Roeland Wiesnekker1) dominiert wurde, trug Redl als wortkarger, eigenwilliger Ermittler Krüger einmal mehr zum Erfolg der Story bei, die für tittelbach.tv und www.welt.de der beste ZDF-"Spreewaldkrimi" bzw. beste Fernsehkrimi des Jahres war; siehe auch TV-Kritik bei www.fr-online.de, www.sueddeutsche.de. Bei der Preisverleihung der "Deutschen Akademie für Fernsehen" räumte diese Produktion am 29. September 2014 in Köln so richtig ab – Roeland Wiesnekker als "Beste Hauptrolle", Kai Wessel für die Regie, Thomas Kirchner für das Drehbuch, Kameramann Holly Fink für die Bildgestaltung, Tina Freitag für den Schnitt und Ralf Wienrich für die Filmmusik → prisma.de.
Am 16. November 2014 ging dann die siebte Episode "Spreewaldkrimi – Die Tote im Weiher"3) (Regie: Sherry Hormann) ertmals bei ZDFneo auf Sendung, wurde am darauffolgenden Tag ins ZDF-Programm gehoben; das Drehbuch stammte, wie alle Filme der Reihe, erneut von Thomas Kirchner: Carola Kubitz (Anna Maria Mühe) wird im Spreewald tot aus einem kleinen See geborgen. Scheinbar ein Selbstmord. Sie hatte vor fünf Jahren bei einem offenbar selbstverschuldeten Autounfall ihre neun Monate alte Tochter verloren und seitdem an einer schweren Schuldpsychose gelitten. Doch die Obduktion bringt die Einnahme giftiger Pilze zutage. Kommissar Krüger (Christian Redl) forscht bei der Psychotherapeutin (Birge Schade) der Toten nach. Wurde die Frau Opfer verbotener Psycho-Experimente?" (Quelle: presseportal.zdf.de) "Nach dem gesellschaftspolitischen Psychodrama "Mörderische Hitze" dringt Autor Thomas Kirchner in "Die Tote im Weiher", dem siebten "Spreewaldkrimi", tief und berührend in die Seelennöte seiner Protagonisten ein. Eine Mutter, die panische Angst hat. Ein Politiker, der sich Todes-Phantasien ausgesetzt sieht. Ein Kommissar, dem es schwerer fällt als gewohnt, seine Seelenruhe zu bewahren … schreibt Rainer Tittelbach (tittelbach.tv); siehe auch den Artikel bei www.sueddeutsche.de. In "Die Sturmnacht"3) (EA: 23.11.2015) ging es dann einmal mehr düster, mitunter gespenstig zu, Kommissar Krüger suchte diesmal bei seinem achten Fall im Spreewald fieberhaft nach drei Filmstudenten, die auf der Grundlage einer sorbischen Sage und des unaufgeklärten Verschwindens von zwei Frauen einen Film drehen wollten. → Übersicht aller "Spreewaldkrimis" bei fernsehserien.de.
 
Eine interessante Rolle war auch die des Rainer Sallek in der hochgelobten, preisgekrönten ZDF-Serie "KDD – Kriminaldauerdienst"1), wo Redl seit Anfang Februar 2007 den nicht grade umgänglichen Leiter des LKA gab. Die zweite Staffel wurde vom 2. Mai bis 4. Juli 2008 ausgestrahlt und umfasste neben der Pilotfolge acht weitere Folgen, Staffel 3 mit ebenfalls acht Episoden zwischen dem 9. April und 21. Mai 2010 auf Sendung; inzwischen sind alle drei Staffeln auf DVD im Handel erhältlich. 
In der zweiteiligen Neuverfilmung des Abenteuerklassikers "Die Schatzinsel"1) von Robert Louis Stevenson, welche Anfang Dezember 2007 bei Pro Sieben gezeigt wurde, hatte der Schauspieler neben Kollegen wie Tobias Moretti (Long John Silver), François Goeske (Jim Hawkins) oder Jürgen Vogel (Israel Hands) die Rolle des Seemanns Bill Bones übernommen.
Eine beeindruckende Leistung zeigte Redl als Dorfpolizist Rolf Schanz in dem ZDF-Krimi "Tod in der Eifel"2), der am 9. Februar 2009 ausgestrahlt wurde. Bereits beim Hamburger Filmfest 2008 war der von Johannes Grieser nach einem Buch von Holger Karsten Schmidt inszenierte "Heimat-Thriller" vorgestellt worden. Der Krimi, mit dem zugleich auch eine dramatische Familiengeschichte bzw. ein ungelöster Vater-Tochter-Konflikt erzählt wird, ist mit Maria Simon als junger Hauptkommissarin Lona Schanz, Christian Redl als deren Vater und Polizeiobermeister Rolf Schanz, Jacob Matschenz als dem jungen Dorfpolizisten Tim Wenning und Karl Kranzkowski als Tim Wennings Vater Martin sowie vielen anderen hochkarätig besetzt: In der Nähe des kleinen Eifeldorfs Eschbach wird ein Geldtransporter überfallen. Die junge LKA-Hauptkommissarin Lona Schanz ermittelt daraufhin in Eschbach und Umgebung, denn Eschbach ist Lonas Heimatdorf. Neben dem jungen Dorfpolizisten Tim Wenning ist auch Lonas Vater Rolf Schanz dort Polizist. Die Beziehung zwischen Lona und ihrem Vater ist zerrüttet, nachdem Lona und ihre Mutter ihn vor Jahren verlassen haben. Schon bald stellt sich heraus, dass Tim Wennings Vater Martin in den Überfall verwickelt zu sein scheint … kann man bei prisma.de lesen. Als "beklemmend, schauerlich und herzzerreißend" wurde "Tod in der Eifel" beurteilt, Redl überzeugte mit seinem intensiven Spiel, verlieh der wortkargen, emotionslos und doch seelisch gebrochen wirkenden Figur des Rolf Schanz Kontur und lieferte einmal mehr eine Glanzleistung ab. "Schanz ist ein hochgradig verletzter Mensch", sagte Redl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp über seine Figur. "Und diese verletzten und beschädigten Menschen sind viel interessanter als die Täter, Totschläger und Vergewaltiger, die ich auch gespielt habe".

Wenige Monate zuvor hatten die Zuschauer den Schauspieler im Frühjahr 2008 in dem von Krimi-Spezialist Urs Egger in Szene gesetzten packenden zweiteiligen Thriller "Das Jüngste Gericht"1), mit dem die Jagd nach einem in Wien wütenden Serienmörder erzählt wird, sehen können. An der Seite von Tobias Moretti als Kriminalkommissar Thomas Dorn und Christoph Waltz als Dorns Kollege Toni Peters agierte Redl in diesem atmosphärisch dichten Thriller als pensionsreifer Polizeichef Renz (Erstausstrahlung 13./14. April 2008 bei RTL). Danach stand er bis Oktober 2008 für den RTL-Event-Zweiteiler "Der Vulkan"1) als Supermarktbesitzer bzw. Dorfbewohner Ludwig Schöngau vor der TV-Kamera. Zu großen Teilen in Bad Münstereifel und Umgebung gedreht, wird das Schreckens-Szenario eines Vulkanausbruchs in der Eifel und die damit verbundenen Folgen für die Menschen in dem Katastrophengebiet geschildert. In der hochkarätig besetzten Produktion trat Redl neben Yvonne Catterfeld, Heiner Lauterbach, Katja Riemann, Katharina Wackernagel, Ursula Karven und Uwe Ochsenknecht in Erscheinung; ausgestrahlt wurde der Katastrophenfilm am 18. und 19. Oktober 2009.
Seit kurzem war der für das Fernsehen konzipierte Film "Der Uranberg"1) in kleinen Kinos zu sehen, vorgestellt wurde das von Dror Zahavi als Liebesgeschichte inszeniertes Nachkriegsdrama in Anwesenheit der Hauptdarsteller am 1. Februar 2011 im Berliner Kino "Babylon". Die Geschichte ist 1947 während des Kalten Krieges angesiedelt, als die Sowjets im deutschen Erzgebirge Uran fördern ließen, um eine Atombombe zu bauen. Henry Hübchen gibt den russischen Generaloberst Burski, der gemeinsam mit seiner Tochter Lydia (Nadja Bobyleva) die schwierige Suche nach Uran organisiert. Der junge Bergarbeitersohn Kurt Meinel (Vinzenz Kiefer) bzw. Burskis Ziehsohn verliebt sich zum Missfallen von Burski in Lydia. Christian Redl, Kurts Vater und Altnazi glänzt als der alte, brummige Obersteiger Gottfried Meinel, der immer wieder vor einem unterirdischen See warnt, der die neuen Schächte fluten könnte – als dann tatsächlich Wasser eindringt, nimmt das Drama seinen Lauf …; ins Fernsehen kam der sehenswerte Film in der ARD am 7. Dezember 2011. (Quelle: www.mdr.de, siehe auch die Filmkritik bei www.zeit.de).
Am 23. Januar 2013 hatte die mit unkonventionellen Methoden arbeitende Kölner Ermittlerin "Marie Brandt" alias Mariele Millowitsch zusammen mit ihrem eigenwilligen Kollegen Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) in der gleichnamigen ZDF-Krimireihe1) eine "offene Rechnung" mit dem Mörder ihres Vaters zu begleichen. Christian Redl verlieh dem gerade aus der Haft entlassenen Markus Rombach in dieser "atmosphärisch dicht in Szene gesetzten", spannenden Geschichte einmal mehr eindrucksvoll Kontur und "überzeugte als Ex-Polizist auf der Suche nach Gerechtigkeit", wie prisma.de notiert. Von der "Deutschen Akademie für Fernsehen" wurde Redl 2013 als "Bester Schauspieler in einer Nebenrolle" ausgezeichnet.
Dass Redls Stärke abgründig-zwielichtige Figuren sind, bewies er als (vermeintlich) ehrbarer Kriminaldirektor Volker Römhild in der MDR-"Tatort"-Folge "Der Maulwurf"1) (EA: 21.12.2014; → tittelbach.tv) mit dem jungen Erfurter Ermittler-Trio Henry Funck (Friedrich Mücke), Maik Schaffert (Benjamin Kramme) und Johanna Grewel (Alina Levshin).
Hatte man Redl gerade noch mit der eher kleinen Nebenrolle des Grzimek-Mitabeiters bzw. Zoo-Inspektors Gustav Lederer (→ www.zoo-frankfurt.de) in dem vielbeachteten Biopic "Grzimek"1) (EA: 03.04.2015) an der Seite des den legendären Zoologen und Tierschützer Bernhard Grzimek1) darstellenden Ulrich Tukur gesehen, präsentierte er sich am folgen Tag in der vorletzten "Bella Block"-Folge mit dem Titel "Die schönste Nacht des Lebens"3) (EA: 04.04.2015). In diesem Thriller ermittelte Bella Block diesmal im Marine-Milieu, nachdem der Offiziersanwärter eines Segelschulschiffs Fritz Mühlstadt tot aus der Elbe gezogen wurde. Redl gab den schneidig-unangenehmen Marine-Inspekteur Schelling, der aus falsch verstandenem Corps-Geist, ebenso wie der Justizsenator (Samuel Weiss), mit aller Macht den als Unfall deklarierten Vorfall vertuschen und einen Skandal vermeiden will bzw. die Homosexualität des Kadetten als "problemlos" darstellt.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Hannelore Hoger ergab sich mit der ganz auf Hoger zugeschnittenen melancholischen Komödie "Frau Roggenschaubs Reise" (Regie: Kai Wessel), hierkonnte man den Mimeneinmal in einer komischen Nebenrolle erleben. Er spielte den Ehemann Klaus der Titelfigur, der mit Freundin Carola (Michaela May) zusammenzuziehen will. "Rosemarie trägt es scheinbar mit Fassung, doch hinter ihrem Lächeln reift schon ein Plan. Kurzerhand verkauft sie dem Gärtner Sasha Mandel (Rahul Chakraborty) Klaus' Habseligkeiten. Ihre offizielle Version lautet: Einbruch. Verschwunden ist somit auch die vermeintlich äußerst wertvolle E-Gitarre ihres Mannes. Als der Ex-Gatte einen Detektiv engagieren will, macht Rosemarie sich selbst auf die Suche nach dem teuren Stück. Entschlossen nistet sie sich bei der Großfamilie Mandel ein." (Quelle: presseportal.zdf.de) Die Dreharbeiten fanden bis Mitte Juni 2014 statt,  vorgestellt wurde die ZDF-Produktion im Juni 2015 im Rahmen des "11. Festivals des deutschen Films" in Ludwigshafen, die Ausstrahlung erfolgte am 14. Dezember 2015 → www.tittelbach.tv.
  
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen ist Christian Redl dem Theater immer treu geblieben. So trat er beispielsweise seit der Premiere am 12. Dezember 2000 bis Frühjahr 2003 an den "Hamburger Kammerspielen" einmal mehr überzeugend mit der Titelrolle des Massenmörders Fritz Haarmann1) zusammen mit Peter Franke (Professor Schultze) in "Der Totmacher" auf, einem von Ulrich Waller inszenierten Psychodrama nach den Originalprotokollen, das bereits 1995 mit Götz George verfilmt worden war → Wikipedia.
Es ist immer wieder ein Genuss, den Vollblutmimen und Charakterkopf Redl auf der Bühne zu erleben. So auch in dem von Ulrich Waller neu inszenierten Boulevardklassiker "Arsen und Spitzenhäubchen" von Joseph Kesselring, das durch Frank Capras Verfilmung mit Cary Grant und Peter Lorre (1944, Arsenic and Old Lace1)) zum "Blockbuster" wurde und bis heute zu den Meisterwerken der Filmgeschichte zählt. Wallers liebevolle Inszenierung der rabenschwarzen Komödie, eine Koproduktion des Hamburger "St. Pauli Theaters" mit den Ruhrfestspielen, feierte am 3. Dezember 2009 in Hamburg Premiere und wurde anlässlich der Ruhrfestspiele 2009  zwischen dem 9. und 11. Juni im Theater Marl aufgeführt. Stürmischen Applaus gab es für Eva Mattes und Angela Winkler als die ältlichen Schwestern Abby und Martha, Uwe Bohm mimte den den Theaterkritiker Mortimer, George-Meyer-Goll den Dr. Einstein und Gerhard Garbers den Teddy, der sich für US-Präsident Roosevelt hält. Christian Redl glänzte als Mortimers Bruder bzw. Psychopath Jonathan Brewster. Genau in seiner Rolle, der des Jonathan, findet man auch die wenigen wichtigen Unterscheidungen zum berühmten Filmstoff, der nach dem 1941 am Broadway uraufgeführten Theaterstück entstand. Denn "Johnny" ist nicht der entstellte Frankenstein. Die Film-Fassung hat alle Anspielungen auf Hitler und die amerikanische Angst vor dem Krieg gestrichen. Ulrich Waller holt sie wieder hervor. Und macht "Johnny" nicht nur optisch zum "Nazi", sondern auch zu einer brüllend komischen Hitler-Parodie. Mit Redl besetzt ist das einzigartig. So einzigartig, wie die ganze Brewster- und Bühnenstar-Familie. (Quelle: www.waltroper-zeitung.de) Ab Anfang Dezember 2009 konnte man sich in Hamburg erneut auf das brillante Ensemble freuen, bis 21. Dezember wurde "Arsen und Spitzenhäubchen" im "St. Pauli Theater" aufgeführt, Premiere war am 3. Dezember 2009, weitere Aufführungen fanden unter anderem auch 2012 bis Mitte Januar sowie Anfang Januar 2017 statt → www.renaissance-theater.de.
Seit der Premiere am 31. März 2012 stand Redl  am "St. Pauli Theater" in Neil Simons Komödien-Klassiker "Sonny Boys" (The Sunshine Boys) zusammen mit Gerhard Garbers auf der Bühne und gestaltete den eher ruhigen Al Lewis, Garbers dessen mürrisch-dickköpfigen Kontrahenten Willie Clark. So notierte beispielsweise das "Hamburger Abendblatt": "Mit seinen renommierten Hauptdarstellern gelang Regisseur und Hausherr Ulrich Waller eine atmosphärisch reiche Aufführung, die den furiosen Wortwitz und die Körperkomik zweier Erzgrantler zum Funkeln bringt." Unter anderem wurde das Erfolgs-Stück um ein ehemaliges, nun zerstrittenes Erfolgs-Duo bzw. zwei gealterte Vaudeville-Stars im Rahmen eines Gastspiels ab Ende September 2012 auch am Berliner "Renaissance-Theater" gezeigt → www.renaissance-theater.de.
 
Inzwischen hat sich der Schauspieler mit den markanten Gesichtszügen auch einen Namen als Interpret von Balladen François Villons1) gemacht. In seinem Programm "Und was ich liebte, hab ich umgebracht" singt und rezitiert Redl, begleitet von einer Live-Band, die Liebes- und Verzweiflungspoesie des wilden, gefühlsstarken Vaganten. Seine Lebensstationen verarbeitete er mit Chansons auf seiner erstmals im Oktober 2005 veröffentlichten CD "Das wilde Herz", Anfang Mai 2014 folgte das Album "Sehnsucht" mit melancholischen Texten und Musik aus der Feder des Interpreten Redl. So schrieb die "Mittelhessische Zeitung": "Sehnsucht", das Kollege Ulrich Tukur zu Recht hymnisch feiert, ist Christian Redls zweites Album. Es ist die Zwischenbilanz eines in all seinen Facetten gelebten Lebens, eine Dreiviertelstunde pure Melancholie. Textlich steht er in der Tradition von Georges Brassens, Jacques Brel und Leonhard Cohen, und solche Hausgötter in einem Atemzug mit Redl zu erwähnen, ist kein Sakrileg. (Quelle: www.christianredl.de)
Christian Redl im Hörspiel-Studio als "Der Irre" in "Der Irre" nach der Novelle von Georg Heym (EA: 20.12.2012); Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH; Quelle: ARD Hörspieldatenbank; Copyright SWR/Monika Maier Im Herbst 2016 brachte er das Album "Louise" heraus und interpretiert einmal mehr 13 Balladen von François Villon, "im warmen, akustischen musikalischen Gewand, irgendwo zwischen Chanson, leichtem Jazz und Singer-Songwriter." notierte der "Deutschlandfunk".
 
Darüber betätigt sich Christian Redl mit seiner unverwechselbar rauchigen Stimme als Sprecher in zahlreichen Audio-Produktionen, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke findet man hier am Ende des Artikels.

Christian Redl im Hörspiel-Studio als "Der Irre" in
"Der Irre" nach der Novelle von Georg Heym1) (EA: 20.12.2012)
Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH
Quelle: ARD Hörspieldatenbank; © SWR/
Monika Maier

Anlässlich des 60. Geburtstages schrieb Andreas Kilb1) am 20. April 2008 in der FAZ unter anderem über Christian Redl: "Es gibt nicht viele Schauspieler, die mit zwei, drei Strichen eine Figur so umreißen können, dass sie im Gedächtnis bleibt. Und es gibt noch weniger deutsche Schauspieler, denen es gelingt, ohne Krampf und Übertreibung jene vom Schicksal weniger gehätschelten Charaktere zu verkörpern, die man "Verlierertypen" zu nennen pflegt."*)
Christian Redl, der eine Zeitlang mit seiner Kollegin Marlen Diekhoff1) verheiratet war, lebt in Hamburg.

Webpräsenz: www.christianredl.de
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de sowie
den Artikel bei www.stuttgarter-zeitung.de
Kontakt: filmmakers.de
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S. 706)
Link 1) Wikipedia, 2)  prisma.de, 3) tittelbach.tv
Stand: Januar 2017
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, filmportal.de, prisma.de, fernsehserien.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) bzw. Wikipedia (deutsch/englisch), krimilexikon.de)
  
Christian Redl als Schriftsteller Arthur Singram in dem Hörspiel "Traurige Therapeuten" von Ingomar von Kieseritzky (EA: 25.06.2010); Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH; Quelle: ARD Hörspieldatenbank; Copyright SWR/Peter A. Schmidt
Christian Redl als Schriftsteller Arthur Singram in dem Hörspiel
"Traurige Therapeuten" von Ingomar von Kieseritzky (EA: 25.06.2010)
Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH
Quelle: ARD Hörspieldatenbank; © SWR/Peter A. Schmidt
  
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