Auszeichnungen / Wirken (Auszug)
Der italienische Tenor Luciano Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena1) geboren. Sein Vater Fernando Pavarotti (1913 – 2002), Mutter Adele (1916 – 2002) trug zum Lebensunterhalt durch Arbeit in einer Tabakmanufaktur bei. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, Luciano wuchs gemeinsam mit seiner Schwester Gabriella in einer beengten Zwei-Zimmer-Wohnung auf. Schon früh wurde er durch seinen Vater, der ebenfalls eine schöne Tenorstimme besaß und Mitglied des Opernchors von Modena war, an den Gesang herangeführt. Fernando Pavarotti liebte die berühmten italienischen Tenöre, besaß viele Schallplatten von Enrico Caruso (1873 – 1921), Beniamino Gigli (1880 – 1957), Aureliano Pertile1) (1885 – 1952) sowie Tito Schipa1) (1888 – 1965) und entführte so auch seinen Sohn in die Welt der Opernklassik; eine eigene Karriere als Sänger verwirklichte er zugunsten einer sicheren Existenz nicht. Wie schon sein Vater entschied sich Luciano Pavarotti, der bereits als Junge ebenfalls über eine außergewöhnliche Stimme verfügte und erste Erfahrungen im Chor von Modena gesammelt hatte, zunächst für einen Beruf, der sicher schien.
Luciano Pavarotti 01 Der athletische, mit einer hünenhaften Statur ausgestattete junge Mann studierte Pädagogik an der "Scuola delle Magistrale" und unterrichtete anschließend in seiner Geburtsstadt zwei Jahre lang als Volkschullehrer. Mitte der 1950er Jahre beschloss Pavarotti, bestärkt durch den Vater, sein Talent zu nutzen und begann in Modena ein Studium in klassischem Gesang, fand in dem berühmten Tenor Arrigo Pola1) (1919 – 1999) seinen ersten Lehrmeister, der vor allem an der Deutlichkeit der Aussprache beim Singen feilte. Danach vertiefte Pavarotti ab 1958 in Mantua1) seine Studien bei dem Gesangspädagogen Ettore Campogalliani1) (1903 – 1992), der dafür bekannt war, dass man bei ihm Atemtechnik studieren konnte; bei ihm schulte unter anderem auch seine Landsmännin, die berühmte Sopranistin Renata Tebaldi (1922 – 2004), ihre Stimme. Um seine insgesamt sechsjährige Ausbildung finanzieren zu können, arbeitete Pavarotti nebenher als Vertreter für eine Versicherung.
Nachdem Pavarotti in Reggio nell'Emilia1) den italienischen Gesangswettbewerb "Concorso Internazionale" gewonnen hatte, debütierte er Ende April 1961 am dortigen "Teatro Municipale" als mit der Partie des Rodolfo in der Oper "La Bohème"1) von Giacomo Puccini1), eine Figur, die im Laufe der Jahrzehnte zu einer seiner wichtigsten Rollen werden sollte. Die musikalische Leitung hatte mit Francesco Molinari-Pradelli1) (1911 – 1996) einer der bekanntesten italienischen Opern-Dirigenten, Partnerin war die ehemalige Sopran-Größe bzw. Primadonna Mafalda Favero (1903 – 1981; → Wikipedia (englisch)). Sein Auftritt zog die Aufmerksamkeit der italienischen Opernszene nach sich, und Pavarotti erhielt Engagements in ganz Italien.
  
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1963 erschien er zum ersten Mal außerhalb Italiens, als er den Sir Edgardo in "Lucia di Lammermoor"1) in Amsterdam sang. Bekannt wurde er, als er im gleichen Jahr zusammen mit Giuseppe Di Stefano in Covent Garden1) ("Royal Opera House"1)) in "La Boheme" besetzt war und wegen der Absage Di Stefanos auch jene Vorstellungen übernahm, die für den berühmten Kollegen vorgesehen waren. Interessanterweise hat Pavarotti einmal auf die Frage nach seinen Vorbildern "alle berühmten Kollegen" genannt, besonders aber Di Stefano, mit der wohlweislichen Einschränkung "von der Aussprache" her. Den entscheidenden Schub bekam seine Laufbahn durch das Angebot, an der Seite von Joan Sutherland1) durch die Welt zu touren. Sutherland und ihr Mann, der Dirigent Richard Bonynge1), brauchten für ihr Revival der Belcanto1)-Oper beziehungsweise jenes Teils der Belcanto-Oper, der nicht durch Maria Callas wiederbelebt worden war, immer wieder junge Tenöre, die in der Lage waren, jenes Repertoire mit seinen Anforderungen in der Höhe zu singen, die nicht mehr wie seinerzeit noch mit der Kopfstimme bewältigt werden durften. Pavarotti war genau der Richtige für diese Aufgabe …2)
Nach der Tournee (1965) mit Joan Sutherland und ihrem Ehemann Richard Bonynge durch die USA und Australien gab Pavarotti ein Jahr später sein Debüt an der "Mailänder Scala"1), am 23. November 1968 trat er erstmals an der New Yorker "Metropolitan Opera"1) auf und gab an der Seite von Mirella Freni1) (Mimi) den Rudolfo in "La Bohème", organisiert von seinem neuen New Yorker Agenten Herbert Breslin (1924 – 2012; → Wikipedia (englisch), der den Star über drei Jahrzehnte als Manager und Vertrauter begleitete.
Konzerte sowie Auftritte an zahlreichen bedeutenden europäischen Bühnen schlossen sich an. Am 31. Dezember 1972 beispielsweise feierte Pavarotti mit der Figur des Tonio in "La fille du Régiment"1) ("Die Regimentstochter") von Gaetano Donizetti1) einmal mehr einen Triumph an der "Met" – Joan Sutherland1) sang die Marie, Richard  Bonynge1) dirigierte → archives.metopera.org. Mit seiner Arie "Ah mes amis, quel jour de fête" und dem neunfachen hohen "C" schrieb er sich in die Annalen der Musikgeschichte ein. Das berühmte New Yorker Opernhaus war zwischen 1968 und 2004 eine seiner wichtigen Wirkungsstätten, das Archiv der "Met" " weist 379 Vorstellungen mit Luciano Pavarotti aus → archives.metopera.org. Auch hier begeisterte er in den Werken von Giuseppe Verdi1), so mit der Titelpartie in "Ernani"1), als Feldherr Radamès in "Aida"1), Manrico in "Il trovatore"1) ("Der Troubadour"), Herzog von Mantua in "Rigoletto"1), Graf Riccardo in "Un ballo in maschera"1) ("Ein Maskenball"), Rodolfo in "Luisa Miller"1), Alfredo in "La traviata"1), Oronte in "I Lombardi alla prima crociata"1) ("Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug") und als Solist in "Messa da Requiem"1). Unzählige Male brillierte er als Puccini1)-Interpret mit seiner Paraderolle des Poeten Rodolfo io "La Bohème"1), als Prinz Calàf in "Turandot"1), ala Canio in "Pagliacci"1) ("Der Bajazzo") sowie als Maler Mario Cavaradossi in "Todca"1), mit dem er er sich am 13. März 2004 unter der musikalischen Leitung von James Levine an der Seite von Carol Vaness (→ Wikipedia (englisch)) in der Partie der Floria Tosca von seinem New Yorker Publikum verabschiedete.

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Luciano Pavarotti 02
Zu seinem herausragenden, wenn auch eher überschaubaren Repertoire, das er nur in italienischer Sprache sang, zählten die Opern von Gaetano Donizetti1), so auch der Sir Edgardo di Ravenswood, Geliebter der Lucia, in "Lucia di Lammermoor"1), der in Adina verliebte junge Bauer Nemorino in "L'elisir d’amore"1) ("Der Liebestrank") und der Fernando in "La favorita"1) ("Die Favoritin"). Pavarotti ließ sich als Lord Arturo Talbo in "I puritani"1) ("Die Puritaner")  von Vincenzo Bellini1) ebenso umjubeln wie mit der Titelpartie in "Andrea Chénier"1) von Umberto Giordano1) und der des Königs Idomeneo/Idomeneus1) in "Idomeneo"1) von Wolfgang Amadeus Mozart1), gab den italienischen Sänger in der Oper "Der Rosenkavalier"1) von Richard Strauss1).
Zwischen 1963 und 1996 konnte man den international gefeierten Tenor mit seinen Glanzrollen auch wiederholt an der "Wiener Staatsoper"1) bewundern, bei den "Salzburger Festspielen"1) war er eher selten vertreten. So 1978 in "Der Rosenkavalier" und 1983 mit der Titelpartie in Mozarts "Idomeneo", darüber hinaus trat er 1976, 1978, 1985 und 1988 bei den "Liederabenden der Salzburger Festspiele"1) auf → Auszug Wirken siehe hier.
 
Ab Mitte der 1970er Jahre etablierte sich der Künstler, dessen Perfektion der Stimmführung die Opernwelt jubeln ließ, endgültig als Weltstar bzw. einer der führenden Tenöre vornehmlich des italienischen Repertoires. Breslin war es auch, der Pavarotti zu einer Art Superstar der Opernszene stilisierte, gemeinsam mit den beiden Tenören Plácido Domingo1) und José Carreras1), die im Laufe der Jahre als "Die drei Tenöre" ("The Three Tenors") Furore machten.
Das Konzert der drei Tenöre am 7. Juli 1990 in den römischen "Caracalla-Thermen"1) anlässlich der "Fußball-Weltmeisterschaft 1990"1) erreichte etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer/-innen in aller Welt. Das Gesangs-Trio popularisierte Opernarien und konnte mit diesem Programm bei ihren folgenden Tourneen Fußballstadien und Sportarenen mit Zuhörern füllen. Die Musikwelt kritisierte die astronomisch hohen Gagen als Kommerzialisierung sowie eine Banalisierung des Opernrepertoires.3) Die von Brian Large1) gedrehte TV-Dokumentation "Die drei Tenöre – Der Beginn einer Legende" (2015) "lässt die besonderen Momente des hochklassigen Potpourri-Konzerts Revue passieren, gibt in Interviews mit den Beteiligten Einblick in Produktion und Backstage-Bereich und hinterfragt dabei das Phänomen "Klassik für ein Milliardenpublikum"."vermerkt filmdienst.de → siehe auch fernsehserien.de.
Ungeachtet der Kritik war "Tenorissimo" Pavarotti einer der populärsten und bestverdienenden Künstlern der Welt, seine Konzerte stets weltweit auskauft, seine in die Millionen gehenden Plattenverkäufe sprechen für sich. Bei unzähligen Fernseh- und Galaauftritten war er ein gefragter Gast, insgesamt verkaufte Pavarotti rund 50 Millionen LPs, CDs und Videos und gilt damit neben Maria Callas als erfolgreichster Klassik-Star aller Zeiten. Allein die Aufnahme des ersten Konzerts der "Drei Tenöre" ging rund zehn Millionen Mal über den Ladentisch → Diskografie bei Wikipedia.
  
Einen einzigen Ausflug auf die Leinwand machte er Anfang der 1980er in der von Franklin J. Schaffner1) gedrehten, eher seichten, musikalischen Romanze "Yes, Giorgio"1) (1982, "Geliebter Giorgio"), in dem er die Hauptrolle eines Tenors mimte, der seine Stimme während einer Amerika-Tournee durch eine Panikattacke verliert, diese mit Hilfe einer hübschen Ärztin (Kathryn Harrold1)) jedoch wiedererlangt. Der Streifen fand bei den zeitgenössischen Kritikern wenig Anklang, filmdienst.de urteilt: "Zwischen Melancholie und Romantik angesiedeltes, mitunter recht dümmliches Kino-Märchen, das von verlogenem Kitsch trieft; der Film ist lediglich eine Zelluloid-Bühne für den Tenor Pavarotti.". Die Bewertung lässt sich auch an Norman Steinbergs (Drehbuch) und Pavarottis Nominierung für den Negativ-Filmpreis "Goldene Himbeere"1) ablesen, mehr Beachtung fand der von John Williams1) komponierte Song "If We Were In Love" mit dem Text von Alan1) und Marilyn Bergman1), der 1983 für einen "Golden Globe"1) sowie einen "Oscar"1) nominiert wurde; beide begehrten Preise gingen jedoch an das von Will Jennings1) geschriebene sowie von Joe Cocker1) und Jennifer Warnes1) gesungene Titellied "Up Where We Belong" aus dem Liebesfilm "An Officer and a Gentleman"1) (1982, "Ein Offizier und Gentleman"). Darüber hinaus wurden etliche Konzert- und Opernaufführungen mit Pavarottis im Fernsehen ausgestrahlt. Zu nennen ist auch der von Jean-Pierre Ponnelle1) nach der Verdi-Oper "Rigoletto"1) gedrehten Film "Rigoletto" (1982), realisiert unter anderem am "Teatro Farnese"1) in Parma1), am "Teatro all'antica"1) in Sabbioneta1), im "Palazzo Ducale"1) (Castello di San Giorgio1)) und im "Palazzo del Te"1) in Mantua1), mit Pavarotti als Herzog von Mantua an der Seite von Ingvar Wixell1) (des Herzogs Hofnarr Rigoletto) und u. a. Edita Gruberová1) (Rigolettos Tochter Gilda); am Dirigentenpult stand Riccardo Chailly1) und leitete die "Wiener Philharmoniker"1) → Wikipedia (englisch). Für seine grandiose Gestaltung/Darstellung des Herzogs wurde Pavarotti 1983  mit einem "Emmy  Award"1) in der Kategorie "Outstanding Individual Performance in a Variety or Music Program" ausgezeichnet → Filmauftritte von Pavarotti bei der Internet Movie Database.
1999 feierte der nicht nur äußerlich schwergewichtige Star, der in den  USA als "Big P." tituliert wurde, sein 40-jähriges Bühnenjubiläum, fünf Jahre später gab er 2004 nach drei triumphalen Aufführungen von Puccinis "Tosca" an der New Yorker "Metropolitan Opera"1) seinen Abschied von der Opernbühne bekannt, blieb dem Publikum jedoch weiter im Rahmen von Konzerten erhalten. 
Seine weltweite große "Fairwell-Tournee" "A Night to Remember", im Jahre 2005 begonnen, musste dann im darauffolgenden Jahr unterbrochen werden, da die Ärzte bei Pavarotti im Juli 2006 Bauchspeicheldrüsenkrebs1) diagnostizierten. Einen letzten, unvergesslichen Auftritt hatte er am 10. Februar 2006 bei der Eröffnungsfeier der "Olympischen Winterspiele 2006"1) in Turin1), sorgte mit seiner Parade-Arie "Nessun Dorma"1) des Prinzen Calàf aus der Puccini-Oper "Turandot"1) unter der Leitung des Dirigenten Leone Magiera (→ Wikipedia (englisch)) für tosenden Applaus. "Magiera machte in seinem Buch "Pavarotti. Visto da Vicino" bekannt, dass Pavarotti wegen seiner fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr live gesungen habe, sondern nur noch ein Playback verwenden wollte." notiert Wikipedia.

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Luciano Pavarotti 03
Wenige Tage nach der Krebsdiagnose unterzog sich der Sänger einer in New York von Spezialisten durchgeführte aufwendigen Operation. Anschließend kehrte er zur Rekonvaleszenz in seine Villa in Modena zurück, hatte Pläne, seine unterbrochene Tournee wieder aufnehmen zu können. Pavarotti erholte sich jedoch nicht mehr von seiner Krankheit, im August 2007 wurde er mit einer Lungenentzündung erneut in ein Krankenhaus eingeliefert, am 4. September wurde er nach Hause entlassen, um dort von den Ärzten weiter gepflegt zu werden. Zwei Tage darauf, am 6. September 2007 starb der "Popstar der Klassik" wenige Wochen vor seinem 72. Geburtstag an Nierenversagen im Kreise seiner Familie in seinem Domizil in Modena1). Die weltweit im Fernsehen übertragene Trauerfeier bzw.der von Erzbischof Benito Cocchi1), welcher auch eine Beileidsbekundung von Papst Benedikt XVI.1) verlas, zelebrierte Trauergottesdienst fand am 8. September 2007 in der "Kathedrale von Modena"1) statt. Musikalisch untermalt wurde die Totenmesse vom Chor der Stadt Modena sowie von drei, international renommierten Künstlern – der Sopranistin Rajna Kabaiwanska1), die das "Ave Maria"1) aus Verdis "Quattro pezzi sacri"1) darbot, dem Flötisten Andrea Griminelli und dem Tenor Andrea Bocelli1), der die Mozart-Motette "Ave verum corpus"1) sang. Zudem wurde ein Videomitschnitt des "Panis angelicus"1) von César Franck1) in der gemeinsamen Interpretation Pavarottis mit seinem Vater gezeigt. Zu Ehren von Pavarotti flog während seiner Beerdigung eine Formation von zehn Kampfjets der Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori"1) und hinterließ einen Kondensstreifen in den Farben der italienischen Flagge, rot-weiß-grün. Dies geschieht in der Regel nur bei Staatsbegräbnissen. Nach einem Trauerzug durch die Innenstadt von Modena wurde Pavarotti in der Familiengruft seiner Eltern im zehn Kilometer entfernten Montale Rangone beigesetzt, einem Ortsteil von Castelnuova Rangone1) (Provinz Modena).3) → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons. "Er hinterlässt eine nicht mehr ausfüllbare Lücke bei allen Fans großer italienischer Musik", betonte Italiens damaliger stellvertretender Ministerpräsident und Kulturminister Francesco Rutelli1). 'Big Luciano' wird für immer einen Platz in der Musikgeschichte haben."
   
Luciano Pavarotti war in erster Ehe seit September 1961 mit seiner Jugendliebe Adua Veroni verheiratet, aus der Verbindung gingen die Töchter Lorenza (* 1962), Cristina (* 1964) und Giuliana (* 1967) hervor. Im Jahre 2000 ließ sich Pavarotti von seiner Frau scheiden, um Mitte Dezember 2003 seine mehr als 30 Jahre jüngere, langjährige persönliche Sekretärin und Lebensgefährtin Nicoletta Mantovani (* 23.11.1969) zu ehelichen. Bereits im Januar 2003 brachte Nicoletta Mantovani die gemeinsame Tochter Alice zur Welt, der Zwillingsbruder des Mädchens verstarb nach Komplikationen bei der Geburt. Im September 2020 gab Pavarottis Witwe Nicoletta Mantovani ihrem Freund, dem Finanzberater Alberto Tinarelli, das Ja-Wort.
   
Die Bedeutung Pavarottis, der bei alljährlichen Benefizkonzerten "Pavarotti & Friends" (→ Wikipedia (englisch)) gemeinsam mit internationalen Rock- und Popstars zwischen 1992 und 2003 seinen Ruhm für Organisationen wie "War Child"1) oder das Flüchtlingshilfswerk "UNHCR"1) einsetzte, kann auch von ärgsten Kritikern nicht geleugnet werden, Zu Beginn seiner Karriere war Pavarotti ein leichter lyrischer Tenor – ideal für die Partien von Bellini1), Donizetti1) und des jungen Verdi1). Im Laufe der Zeit entwickelte sich seine Stimme jedoch auch in Richtung dramatischerer Partien bis hin zum Verismo1), jener Gattung Oper, die von Mascagni1) und Leoncavallo1) begründet wurde, vom täglichen Leben der Durchschnittsbevölkerung erzählt und von sehr dramatischer Musik geprägt ist. Laut Herbert von Karajan1) war Pavarotti ein Jahrhundert-Tenor, eine Stimme, die es alle 100 Jahre nur einmal gebe. Die Opern-Gesamtaufnahmen Pavarottis werden als herausragende Werke der Vokalkunst angesehen. (…) In seiner Karriere hat Pavarotti an allen großen internationalen Bühnen der Welt gesungen und mit nahezu allen großen Dirigenten seiner Zeit zusammengearbeitet. Zu seinen Gesangspartnerinnen zählten neben Joan Sutherland1) und Mirella Freni1) vor allem Montserrat Caballé1), Maria Chiara1), Ileana Cotrubaș1) und Kiri Te Kanawa1).3)
Bereits zu Lebzeiten wurde Pavarotti vielfach ausgezeichnet, mehrfach verlieh man ihm den "Verdienstordens der Italienischen Republik"1), so im Range eines "Commendatore" (1976, "Komtur"1)), eines "Grande Ufficiale" (1980, "Großoffizier"1)) sowie eines "Cavaliere di Gran Croce" (1988, "Großkreuz"1)). In Frankreich ernannte man ihn 1992 zum "Offizier"1) ("Officier") der "Légion d'Honneur"1) ("Ehrenlegion"), in Monaco1) im Jahre 2000 zum "Kommandeur"1) des "Ordre du Mérite culturel"1) ("Kulturverdienstorden"). Am 2. Dezember 2001 gehörte er zu den Persönlichkeiten, die von dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush1) in Washington, D.C.1) im Rahmen der "Kennedy-Center-Ehrungen"1) ("The Kennedy Center Honors") für ihre"außergewöhnlichen Beiträge zur amerikanischen Kultur mit ihrem Lebenswerk durch ihre dargestellten Künste" gewürdigt wurden. Posthum widmete man ihm am 24. August 2022 einen "Stern" (Adr.: 7065 Hollywood Blvd. → walkoffame.com) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der Kategorie "Bühne"1) ("Live Performance") → Übersicht der Auszeichnungen/Ehrungen siehe hier.

Luciano Pavarotti am 2. Dezember 2001 bei der
Verleihzng der "Kennedy-Center-Ehrungen"
("The Kennedy Center Honors") in Washington, D.C.
Urheber: Kingkongphoto & www.celebrity-photos.com
© John Mathew Smith, Lizenz: CC BY-SA 2.0
Quelle: Wikimedia Commons von flickr.com

Luciano Pavarotti am 2. Dezember 2001 bei der Verleihung der "Kennedy-Center-Ehrungen" ("The Kennedy Center Honors") in Washington, D.C.; Urheber: Kingkongphoto & www.celebrity-photos.com; Copyright John Mathew Smith; Lizenz: CC BY-SA 2.0; Quelle: Wikimedia Commons
"Mit der Frage, ob Luciano Pavarotti der größte Tenor der letzten fünf Jahrzehnte war, läßt sich die Welt der Melomanen in zwei Lager spalten. Unbestreitbar aber und unbestritten ist, daß er der erfolgreichste war: Ein singendes Erotikon und die perfekteste Geldmaschine im Geschäft mit der "klassischen" Musik. Sein Erfolg beruhte auf der Materialmagie der Stimme und dem ungewöhnlichen musikalischen Instinkt, der Pavarotti zu einer bemerkenswerten Technik verhalf; ohne die wäre diese Karriere, die 45 Jahre dauerte, nicht möglich gewesen." schrieb der Musikkritiker und Fachbuchautor Jürgen Kesting1) am 09.10.2005 in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung"1) anlässlich des bevorstehenden 70. Geburtstages von Pavarotti.
Pavarottis erste Erinnerungen "Pavarotti, My Own Story" (1981) kamen Ende der 1980er Jahre auch in deutscher Sprache unter dem Titel "Ich, Luciano Pavarotti" auf den Markt, 1995 erschien mit "Pavarotti: My World" ("Meine Welt – mein Leben") eine weitere Autobiografie; beide Memoiren entstanden in Zusammenarbeit mit William Connor Wright1). Verschiedene Autoren beschäftigten sich mit dem Leben und Wirken des Star-Tenors, zu nennen ist unter anderem das 1991 von Jürgen Kesting1) publizierte Buch "Luciano Pavarotti. Ein Essay über den Mythos der Tenorstimme" sowie das ein Jahr später von Leone Magiera (→ Wikipedia (englisch))  veröffentlichte Werk "Pavarotti: Visto da vicino" ("Pavarotti. Mythos, Methode und Magie"). Zu den weiteren Publikationen zählt das Anfang Dezember 2007 von Adrian E. Hollaender1) erschienene Buch "Der ganz private Pavarotti. Addio, Luciano!".
Von Pavarottis ehemaligem Manager und PR-Strategen Herbert Breslin (→ Wikipedia (englisch)), der maßgeblich an Pavarottis Karriere beteiligt war und von dem sich der Star Anfang Januar 2003 nach 35 Jahren trennte, stammt das Buch "The King & I" (2004), welches den Untertitel "The Uncensored Tale of Luciano Pavarotti’s Rise to Fame by His Manager, Friend and Sometime Adversary" trägt; eine deutschsprachige Ausgabe ist derzeit nicht bekannt. Der Musikjournalist und Opernexperte Alberto Mattioli beleuchtet in "Big Luciano. Pavarotti, la vera storia" sehr detailliert das Leben Pavarottis von seiner Kindheit in Modena bis hin zu seinem weltweiten Erfolg. Laut Wikipedia sollte diese Publikation als Basis für eine von dem italienischen Regisseur Gabriele Muccino1) geplante, sechsteilige TV-Produktion dienen, bisher kam es wohl nicht dazu → Literatur zu Pavarotti bei Wikipedia.
Ron Howard1) (Regie) schuf das filmische Portrait/die Dokumentation "Pavarotti"1) (2019). basierend "auf Filmaufnahmen, Interviews mit dem Künstler sowie Gesprächen mit Familienmitgliedern und Kollegen. Besonderen Wert legt der Film auf den Aufstieg des Sängers und seine spätere Wendung zur Öffnung der Oper für ein größeres Publikum durch Pop-Events." (Quelle: WikipediaDie Kritiken zu der Produktion sind allerdings ambivalent, so urteilt filmdienst.de: "Der hagiografische Film leidet unter einer konventionellen Machart und einer unverhohlenen Anbiederung an ein breites Publikum. Populäre Elemente werden hervorgehoben, während die gesangliche Einzigartigkeit des Opernsängers ebenso zu kurz kommt wie Brüche in der Persönlichkeit Pavarottis. Statt einer Annäherung an den Menschen bleibt so nur der unvergleichliche Glanz von Pavarottis Stimme." → siehe auch Infos zum Film bei Wikipedia (englisch), fernsehserien.de
Bereits Ende der 1980er entstand von DeWitt Sage1) der Dokumentarfilm "Distant Harmony" (1987) über die Gastspiele des Opernstars im Jahre 1986 in China, den filmdienst.de für "eine gelungene Verbindung von Künstler-Porträt und kultureller China-Studie" und sehenswert hält → IMDb. Erwähnenswert ist zudem die im Rahmen der TV-Anthologie "Great Performances" (→ Wikipedia (englisch)) gesendete Hommage mit dem Titel "Pavarotti – A Voice for the Ages"4) (2013, "Pavarotti – Eine Stimme für die Ewigkeit"), welche die spektakulärsten und bewegendsten Momente dieser einzigartigen Sängerkarriere Revue passieren lässt → IMDb.
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch), www.laut.de
sowie die Nachrufe bei sueddeutsche.de und tagesspiegel.de
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
einige Dokumentationen bei fernsehserien.de
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) fernsehserien.de
Quelle:
2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 531)
3) Wikipedia (abgerufen 11.09.2010)
     
Auszeichnungen / Ehrungen (Auszug)>
(Fremde Links: Wikipedia)
Orden / Titel Musikpreise Weiteres (Auszug)

Posthum

Handabdruck von Luciano Pavarotti vor dem "Gaiety Theatre" in Dublin (Irland); Urheber des Fotos: J.-H. Janßen; Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright); Quelle: Wikimedia Commons

Handabdruck von Luciano Pavarotti vor
dem "Gaiety Theatre"1) in Dublin1) (Irland1))
Urheber des Fotos: J.-H. Janßen
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Quelle: Wikimedia Commons
Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie/Inszenierun)
"Metropolitan Opera", New York
Die "Met" weist zwischen 1968 und 2004 379 Vorstellungen mit Luciano Pavarotti aus → archives.metopera.org
"Wiener Staatsoper" → archiv.wiener-staatsoper.at "Salzburger Festspiele"
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