William Dieterle
Wilhelm Dieterle um 1928; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 3437/1 (Ausschnitt) Der Schauspieler und Regisseur Wilhelm Dieterle wurde am 15. Juli 1893 als neuntes Kind des Fabrikarbeiters und Landwirtes Jakob Dieterle in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) in ärmliche Verhältnisse hineingeboren. Bevor er sich dem Theater bzw. dem Film verschrieb, hatte er nach der Volksschule zwischen 1906 und 1909 eine Tischler- und Glaserlehre absolviert, nahm dann wenig später in Mannheim Schauspielunterricht bei Paul Tietsch (1858 – ?). Sein Bühnendebüt gab Dieterle 1911 am "Westfälischen Städtebundtheater" in Arnsberg, wo er vielfältige Aufgaben zu erledigen hatte und auch als Statist sowie beim Umbau der Bühnenbilder eingesetzt wurde. Nach weiteren Stationen an den Stadttheatern in Heilbronn, Plauen und Bad Dürkheim (1912–1914), wechselte Dieterle nach Mainz. wo er bis 1917 unter der Intendanz von Ludwig Berger1) seine beginnende Schauspielerkarriere fortsetzte. Während des 1. Weltkrieges vom Heeresdienst befreit, wirkte er zur Spielzeit 1917/18 am Stadttheater in Zürich und konnte mit tragenden Rollen in den Uraufführungen von Stefan Zweigs expressionistischem Drama "Jeremias" und Frank Wedekinds Schauspiel "Schloss Wetterstein" erste Aufmerksamkeit erregen. Es folgten Engagements an wichtigen Bühnen wie der "Neuen Freien Volksbühne" in Berlin (1918/19) und dem "Schauspielhaus" in München (1919/20), der Durchbruch zum anerkannten Charaktermimen gelang ihm an Max Reinhardts "Deutschem Theater", wo er zwischen 1920 und 1923 wirkte.
  
  
Foto: Wilhelm Dieterle um 1928
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 3437/1 (Ausschnitt)
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Daneben trat er am Berliner "Staatstheater" (1923/24) in Erscheinung, später nahm er Verpflichtungen am "Theater an der Königgrätzerstraße" (1925/26; heute "Hebbel-Theater") und am "Deutschen Künstlertheater" (1926/27) an. Dieterle spielte zudem in Wien am "Theater in der Josefstadt" und bei den Salzburger Festspielen, ab Ende August 1924 leitete er gemeinsam mit dem Dramatiker Georg Kaiser1) und dem Schriftsteller Fred Angermayer in Berlin das "Dramatische Theater", das nach nur zwei Monaten den Betrieb wieder einstellen musste → www.kulturland.rlp.de.
Parallel zu seiner Arbeit am Theater wandte sich Dieterle dem Film zu, seinen ersten nachweisbaren Auftritt auf der noch stummen Leinwand hatte er 1913 in der von Carl Hoffmann und Phil Jutzi in Szene gesetzten kurzen Schiller-Adaption "Fiesko". Ab Ende der 1910er Jahre trat er regelmäßig in Stummfilm-Produktionen auf, etwa neben Henny Porten in Leopold Jessners/Paul Lenis kammerspielartigem Melodram "Die Hintertreppe"1) (1921) und in dem Berg- und Heimatfilm "Die Geierwally" (1921; Regie: Ewald André Dupont). In Karl Grunes "Der Graf von Charolais" (1922) machte er neben Eva May als junger Graf eine gute Figur, mimte in Richard Oswalds Historien-Drama "Lucrezia Borgia" an der Seite von Conrad Veidt (Cesare Borgia), Liane Haid (Lucrezia Borgia) und Albert Bassermann (Papst Alexander VI.) den Giovanni Sforza1), Ehemann der Titelheldin. Weitere historische Figuren waren der französische Revolutionär Jean-Baptiste Drouet1) in Rudolf Meinerts "Marie Antoinette: Das Leben einer Königin" (1922) mit Diana Karenne oder der Saint-Just1) in Paul Ludwig Steins "Es leuchtet meine Liebe"2) (1922) mit Mady Christians als junge Marquise, die der eifrige Anhänger Robespierres zu seiner Geliebten machen will.

Foto: Wilhelm Dieterle vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.virtual-history.com; Angaben zur Lizenz siehe hier

Wilhelm Dieterle vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.virtual-history.com
In der von Gennaro Righelli inszenierten Opern-Verfilmung "Bohème – Künstlerliebe" (1923) stellte Dieterle den jungen Maler Marcel dar, Maria Jacobini gab die Midinette Mimi, Walter Janssen den Poeten Rodolfo. Als Marquis Posa tauchte er in Richard Oswalds ambivalent beurteiltem (→ www.cinegraph.de), frei nach Motiven des Schiller-Dramas "Don Carlos" gedrehtem Kostümfilm "Carlos und Elisabeth"3) (1924) zusammen mit Conrad Veidt (Don Carlos) und Dagny Servaes (Elisabeth) auf, agierte mit prägnanten Rollen in stummen Produktionen wie Friedrich Wilhelm Murnaus "Die Austreibung – Die Macht der zweiten Frau"2) (1923), Paul Lenis "Das Wachsfigurenkabinett"1) (1924), Carl Froelichs "Mutter und Kind"1) (1924) oder Rochus Glieses Komödie "Der rosa Diamant"1) (1926). Dieterle stellte seine schauspielerische Vielseitigkeit in ambitionierten Verfilmungen, die Stummfilm-Geschichte schrieben, unter Beweis, etwa als Gretchens (Camilla Horn) Bruder Valentin in Murnaus "Faust – eine deutsche Volkssage"1) (1926) mit Gösta Ekman als Faust und Emil Jannings als Mephisto, oder als ehemaliger Soldat Moritz Jäger, der die für einen Hungerlohn arbeitenden schlesischen Weber in Friedrich Zelniks Hauptmann-Adaption "Die Weber"2) (1927) zum Aufstand animiert. In Karl Grunes Kriegs-Streifen "Am Rande der Welt"2) (1927) konnte Dieterle als Sohn des Müllers (Albert Steinrück) überzeugen, der in einem Grenzdorf in die Machenschaften eines Spions (Imre Raday) gerät. 
Wilhelm Dieterle als Graf Harro von Thorstein und Lien Deyers als Rosemarie von Brauneck in dem Stummfilm "Die Heilige und ihr Narr" (1928), gedreht von Wilhelm Dieterle für die Berliner "Deutsche Film-Union AG" (Defu); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000911) aus "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr.Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 76) bzw. Ross-Verlag & DeFina, 1928; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de Anfang der 1920er Jahre begann Dieterle auch als Regisseur zu arbeiten, sein Regie-Debüt lieferte er mit der freien Tolstoi-Geschichte "Der Mensch am Wege"4) (1923) ab, in der Marlene Dietrich in einer ihrer ersten größeren Rollen zu sehen war. Ab 1927 inszenierte er dann auch mit seiner eigenen Produktionsfirma, der Berliner "Charha-Film GmbH", die er gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Drehbuchautorin und Schauspielerin Charlotte Hagenbruch1) (1896 – 1968) gegründet hatte, regelmäßig melodramatische Geschichten oder Abenteuer; seit 1921 war das Paar verheiratet.
Es entstanden kommerziell erfolgreiche Filme wie "Das Geheimnis des Abbe X" (1927), "Ritter der Nacht" (1928) oder "
Die Heilige und ihr Narr"4) (1928), bei denen Dieterle in Personalunion als Regisseur und Hauptdarsteller sowie Produzent fungierte. Zu seinen letzten Stummfilmen zählen die von der "Deutschen Universal-Film" realisierte Ganghofer-Verfilmung "Das Schweigen im Walde" (1929), wo er selbst die zentrale Figur des Fürsten Heinz von Ettingen mimte, sowie der Historien-Film "Ludwig der Zweite, König von Bayern"4) (1930, → www.difarchiv.deutsches-filminstitut.de), in dem Dieterle eindrucksvoll die letzten Lebensjahre Ludwigs II. von Bayern gestaltete.
 

Wilhelm Dieterle als Graf Harro von Thorstein und Lien Deyers als Rosemarie von Brauneck
in dem Stummfilm "Die Heilige und ihr Narr" (1928), gedreht von Wilhelm Dieterle
für die Berliner "Deutsche Film-Union AG" (Defu)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000911) aus
"Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr.Oskar Kalbus
(Berlin 1935, S. 76) bzw. Ross-Verlag & DeFina, 1928
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Bei der "Deutschen Universal-Film" handelte es sich um den deutschen Ableger der US-amerikanischen "Universal Pictures", die 1929 einen Vertrag mit der "Charha-Film" geschlossen hatte. Nur ein Jahr später wanderte Dieterle mit seiner Frau nach Kalifornien aus und zeichnete als Regisseur für deutschsprachige Versionen der "First National Pictures", einer Tochtergesellschaft der "Warner Brothers", verantwortlich; unter anderem drehte er mit sich selbst in der Hauptrolle den Krimi "Der Tanz geht weiter" (1931) sowie das Drama "Kismet" mit Gustav Fröhlich und Dita Parlo, trat als Kapitän Ahab in dem von Michael Curtiz in Szene gesetzten Abenteuer "Dämon des Meeres" (1931) nach dem Roman "Moby Dick" von Herman Melville auf; auch in der US-amerikanische Version "Demon of the Sea" übernahm er diese Hauptrolle.
 
1933 erhielt Dieterle, der seinen Vornahmen inzwischen in "William" geändert hatte, dann von den "Warner Studios" einen 7-Jahres-Vertrag, verlegte sich nun fast ausschließlich auf die Regie, realisierte eine Reihe von kommerziell erfolgreichen bzw. zum Teil preisgekrönten Filmen und machte sich einen Namen als "Biopic"-Spezialist. Mit Paul Muni in der Hauptrolle entstand "Louis Pasteur"1) (1935, The Story of Louis Pasteur; Oscar-Nominierung als "Bester Film"), "Das Leben des Emile Zola"1) (1937, The Life of Emile Zola) und das Historien-Epos "Juarez"1) (1939), in dem Muni den mexikanischen Revolutionsführer und Staatsmann Benito Juárez1) verkörperte. Mit Kay Francis drehte er "Schwester Florence"1) (1936, The White Angel) über das Wirken von Florence Nightingale1) während des Krimkrieges sowie mit Edward G. Robinson "Paul Ehrlich – Ein Leben für die Forschung"1) (1940, Dr. Ehrlich's Magic Bullet) und "Ein Mann mit Phantasie"5) (1940, A Dispatch from Reuter's) über das Leben des Nachrichten-Pioniers und legendären Agentur-Gründers Paul Julius Reuter1).
Viel Beachtung fand auch Dieterles, gemeinsam mit Max Reinhardt inszenierte Shakespeare-Verfilmung "Ein Sommernachtstraum"1) (1935), die zwei Oscars ("Beste Kamera": Hal Mohr/"Bester Schnitt": Ralph Dawson" abräumen sowie zwei Oscar-Nominierungen ("Bester Film"/"Beste Regieassistenz") erringen konnte. Während seiner Zeit bei "Warner Brothers" drehte Dieterle mit etlichen Hollywood Stars jener Jahre, etwa mit Bette Davis die Komödie "Liebe ohne Zwirn und Faden"5) (1934, Fashions of 1934), das Krimi-Melodram "Nebel über Frisco"5) (1934, Fog over Frisco) und den Thriller "Der Satan und die Lady"5) (1936, Satan Met a Lady). Mit Frauenschwarm Errol Flynn und Kay Francis entstand das Abenteuer "Flammende Nächte"1) (1938, Another Dawn) und mit Henry Fonda das Anti-Kriegsdrama "Blockade"1) (1937).
 
Nachdem es mit "Warner Brothers" zum Bruch gekommen war, wechselte Dieterle zur Filmfirma "RKO", zum Kassenschlager geriet "Der Glöckner von Notre Dame"1)  (1939, The Hunchback of Notre Dame) nach dem gleichnamigen Roman von Victor Hugo mit Charles Laughton als buckliger Quasimodo und Maureen O'Hara als schöne Esmeralda. Auch der Fantasy-Streifen "Der Teufel und Daniel Webster"1) (1941, All That Money Can Buy) erhielt durchweg gute Kritiken, so notiert beispielsweise das "Lexikon des internationalen Films": "Verfremdungs- und faszinierende Spezialeffekte machen die Variation der Faust-Saga zu einem bedeutenden Fantasy-Film der 40er Jahre, der in einem stupenden Prozeß vor einer Jury verdammter Seelen gipfelt."
Ab Mitte der 1940er Jahre war Dieterle dann rund ein Jahrzehnt hauptsächlich für "MGM", "Paramount" und "Columbia" sowie für Produzent David O. Selznick tätig. Bei "MGM" entstand unter anderem die 1001-Nacht-Geschichte "Der Kalif von Bagdad"1) (1944, Kismet), die jedoch trotz des Stars Marlene Dietrich nicht den erhofften Erfolg brachte. Mit dem Fantasyfilm "Jenny: Das Portrait einer Liebe"1) (1948, Portrait of Jennie ließ er dann noch einmal die Kinokassen klingeln, erzählt wird die Geschichte des New Yorker Künstlers Eben Adams (Joseph Cotten), der unter einer falschen Identität Liebesbriefe an Jennie Appleton (Jennifer Jones) schickt. Erst nach vielen Komplikationen werden beide glücklich; Jennifer Jones erhielt für ihre Darstellung eine Oscar-Nominierung als "Beste Darstellerin". Für das Melodram "Vulcano"5) (1950) konnte Dieterle den italienischen Star Anna Magnani gewinnen, bei "Liebesrausch auf Capri"1) (1950, September Affair) setzte Dieterle einmal mehr auf seinen Protagonisten Joseph Cotten sowie auf Joan Fontaine, die sich als verheirateter Unternehmer bzw. umjubelte Konzertpianistin präsentierten. Beide beginnen nach ihrem vermeintlichen Tod bei einem Flugzeugabsturz ein neues Leben mit neuen Identitäten auf Capri, müssen sich jedoch nach kurzem Glück schließlich ihrer Vergangenheit stellen. Die monumentale Oscar-Wilde-Adaption bzw. Bibel-Verfilmung "Salome"1) (1953, mit Rita Hayworth) fand wenig Zuspruch, so vermerkt das "Lexikon des internationalen Films": "Künstlerisch unterdurchschnittlicher Monumentalfilm, der biblische Motive und Figuren nach Belieben zu einer erfundenen, auf Dauer ermüdenden Geschichte zusammenwürfelt."
1958 kehrte Dieterle nach Deutschland zurück und konzentrierte sich hauptsächlich auf Inszenierungen am Theater, führte unter anderem 1960 Regie bei der "Jedermann"-Aufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele mit Walter Reyer in der Titelrolle. Er arbeitete an den Stadttheatern in Essen und Basel, an den "Städtischen Bühnen Frankfurt", in Berlin, am "Zürcher Schauspielhaus" und am "Deutschen Theater" in München. Zwischen 1960 und 1965 war er zudem Intendant der "Bad Hersfelder Festspiele" und brachte 1961 mit Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" erstmals ein Lustspiel auf die Bühne in der Stiftsruine, in der es bis dahin undenkbar schien, dass man applaudierte oder geschweige denn lachte.

Foto: Empfang des Regisseurs William Dieterle und der Dichterin bzw. Philosophin
Ricarda Huch1) (1864 – 1947) im Berliner "Kulturbundklub" im Oktober 1946
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000251_005; Ausschnitt); © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Link Wikipedia); Datierung: 1946.10 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz
wurde am 12.11.2010 erteilt.
Empfang des Regisseurs William Dieterle und der Dichterin bzw. Philosophin Ricarda Huch1) (1864 - 1947) im Berliner "Kulturbundklub" im Oktober 1946; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000251_005; Ausschnitt); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 1946.10 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
Nur noch sporadisch arbeitete Dieterle für den Film, sein abenteuerlicher Zweiteiler "Herrin der Welt"1) kam Mitte April 1960 in die Kinos, rund fünf Monate später feierte seine Zuckmayer-Verfilmung "Die Fastnachtsbeichte"2) (1960) Premiere, unter anderem mit Berta Drews, Hans Söhnker, Götz George und Christian Wolff. 1964 entstand mit der US-Produktion bzw. der Komödie "Heirate mich, Gauner!" (The Confession) sein letzter Kinofilm, in dem Ginger Rogers und Ray Milland die Hauptrollen spielten. Vereinzelt inszenierte er seit den 1960er Jahren auch einige Fernsehspiele für das deutsche Fernsehen. 
1965 erwarb Dieterle das Tournee-Theater "Der grüne Wagen" in Taufkirchen bei München, welches er gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte Hagenbruch leitete. Nach deren Tod am 20. Mai 1968 ehelichte er wenig später Elisabeth Daum, mit der er das Tournee-Theater weiter führte.
Eines von Dieterles Verdiensten währende des Nationalsozialistischen Regimes in Deutschland war sein Einsatz für emigrierte Künstlerkollegen. "Vielen geflohenen Filmschaffenden verschaffte er in Amerika Arbeit und damit die Möglichkeit, zu überleben. Unzählige Schauspieler wurden von ihm in meist kleineren Rollen eingesetzt, andere fanden aufgrund seiner Empfehlung anderweitige Beschäftigung." notiert www.cyranos.ch. Er ist 1939 Mitbegründer der antifaschistischen Kulturzeitschrift "The Hollywood Tribune" und finanziert das Blatt. Damit unterstützt er auch indirekt den Regisseur Ewald André Dupont, der die Zeitschrift leitet. Außerdem gründet er mit Leopold Jessner das englischsprachige Exiltheater "The Continental Players".6)
 
Wilhelm Dieterle, der seit 1937 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besaß und rund zwei Jahrzehnte zu den gefeierten deutschen Regisseuren in Hollywood zählte, zog sich Ende der 1960er Jahre mehr und mehr ins Privatleben zurück. Seine filmische Bilanz konnte sich sehen lassen: Mit 52 Hauptrollen in deutschen und ausländischen Filmen sowie 81 Regie-Arbeiten, bei denen er in 13 Produktionen zusätzlich die Hauptrolle übernahm, hinterließ Dieterle einen beeindruckenden Nachlass. Dennoch starb er von der Öffentlichkeit nahezu vergessen am 9. Dezember 1972 im Alter von 79 Jahren in Ottobrunn bei München. Die letzte Ruhe fand er in aller Stille auf dem Gemeindefriedhof in Hohenbrunn bei München → Foto der Grabstelle bei knerger.de. Inzwischen hat die Gemeinde Hohenbrunn in Zusammenarbeit mit der Stadt Ludwigshafen dafür Sorge getragen, die Auflösung des Grabes zu verhindern.
Seine Geburtstadt Ludwigshafen am Rhein vergibt seit 1993 alle drei Jahre zu Ehren ihres berühmten Sohnes den "William Dieterle Filmpreis" für Nachwuchsregisseure. Dieterle appelliert in seinen Filmen an das Ethos menschlicher Würde, an Toleranz und Humanismus; er wirbt für die Prinzipien der Demokratie. Dieterles Einsatz für die von den Nazis vertriebenen Künstlerinnen und Künstler, sein finanzielles Engagement für die Hilfsorganisation "European Film Fund" und das von ihm gegründete "Hilfskomitee für deutsche Schauspieler" nach 1945 bezeugen, dass Dieterle soziale Verantwortung nicht nur als Thema seiner Filme begreift. (Quelle: www.ludwigshafen.de)
Die Berliner "Akademie der Künste" verwaltet das "Wilhelm Dieterle-Archiv" mit seiner Korrespondenz, biografischen Unterlagen, Adressbüchern und Fotos.
Quellen (unter anderem): Wikipedia, www.cyranos.ch, www.film-zeit.de,
www.difarchiv.deutsches-filminstitut.de, filmportal.de sowie
Akademie der Künste
Fotos bei www.virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) stummfilm.at, 4) filmportal.de, 5) prisma.de
6) Quelle: www.film-zeit.de
Lizenz Foto Wilhelm Dieterle (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database,
filmportal.de
(Link: filmportal.de, Wikipedia, Murnau Stiftung, prisma.de
)
Als Darsteller Als Regisseur (Auswahl)
(D = Darsteller, Db = Drehbucch)
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