Toni Tetzlaff wurde am 13. März 1871 als Antonie Tetzlaff in Mainz geboren. Die Tochter des Schauspielers Karl Tetzlaff (1837 – 1914), seit 1872 Regisseur bzw. 1876/77 künstlerischer Leiter des "Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater" (heute "Deutsches Theater") in Berlin, ließ sich von ihrem Vater zur Schauspielerin ausbilden. Erst 16-jährig gab sie in Salzburg ihr Bühnendebüt, es folgten Engagements an den Hoftheatern in Kassel und Stuttgart sowie am "Kaiserlichen Theater" in St. Petersburg. Seit 1895 gehörte Toni Tetzlaff zum Ensembles des Hamburger "Stadttheaters", später wechselte sie an Berliner Bühnen. Auch am Hamburger "Thalia-Theater" konnte man die Mimin bewundern, unter anderem 1904 als feschen Kadetten in dem Lustspiel "Das Liebesmanöver" von Curt Kraatz und Freiherr von Schlicht. Das "Hamburger Fremdenblatt" schrieb am 5. Januar 1904 unter anderem: "In der kecken Hosenrolle eines Kadetten zeigte Frl. Tetzlaff ebensoviel Schneid wie Humor, damit leicht die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich ziehend."1)
Bereits während des 1. Weltkrieges begann sich die damals über 40-Jährige für den Film zu interessieren, gab 1915 ihr Leinwanddebüt neben Maria Carmi in der Komödie "Der Hermelinmantel"2) (Regie: Walter Schmidthässler). Es folgte Rudolf Biebrachs "Feenhände"2) (1916) nach dem Drama "Les doigts de Fée" von Eugéne Scribe, wo sie als Gräfin in Erscheinung trat. Sie mimte Sängerinnen (1918, "Das Lied der Mutter"3)), Ritterguts-Besitzerinnnen (1919, "Zwischen Lachen und Weinen) oder immer wieder Gräfinnen, wie in Erik Lunds Geschichte "Der Weltmeister" (1919, mit Bruno Kastner) oder in Josef Coenens Melodram "Das ewige Rätsel"2) (1919 mit dem Untertitel "Ein Satyrspiel in 5 Akten".

Toni Tetzlaff in der Wiener Zeitschrift
"Der Humorist"3) (21. April 1897, 17. Jahrgang, Nr. 12)
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Jan Vilímek3) (1860–1938);
digitalisiert von der Österreichischen Nationalbibliothek; Angaben zur Lizenz siehe hier

Toni Tetzlaff in der Wiener Zeitschrift "Der Humorist" (21. April 1897, 17. Jahrgang, Nr. 12); Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Jan Vilímek (1860–1938); digitalisiert von der Österreichischen Nationalbibliothek
Toni Tetzlaff zeigte sich während der Stummfilm-Ära in über fünfzig Produktionen, meist waren es prägnante Nebenrollen wie die geheimnisvolle "Madame X" in dem Dreiteiler "Die Abenteurerin von Monte Carlo" (1922) oder die Oberhofmeisterin Gräfin von Soisson in "Louise de Lavallière – Am Liebeshof des Sonnenkönigs" (1922) mit Fritz Delius als Sonnenkönig" Ludwig XIV.2) und Emmy Schaeff als dessen Mätresse Louise de La Vallière2). In "Lola Montez, die Tänzerin des Königs" (1922) mit Ellen Richter in der Titelrolle wurde sie von Regisseur Willi Wolff als Primaballerina besetzt, eine ihrer größeren Rollen war die der Inhaberin einer Juwelenfirma Madame Andersson in dem Harry Piel-Abenteuer "Sein größter Bluff"2) (1927). Einmal mehr eine Gräfin spielte sie als Mutter von Henny Porten in Carl Froelichs "Liebe im Kuhstall" (1928) und auch im Tonfilm fand Toni Tetzlaff in etlichen Streifen mit Mutter-Figuren ihren Platz. So etwa in "Hans in allen Gassen"4) (1930) als Mutter des Hauptdarstellers Hans Albers. Bis 1945 tauchte die Schauspielerin regelmäßig in den Unterhaltungsstreifen jener Jahre auf, gab oft ältere Hofdamen, Gesellschafterinnen oder vornehme Ladys und Tanten.

Ihre letzten Bühnenauftritte hatte die inzwischen über 70-Jährige nach Ende des Zweiten Weltkrieges an der Berliner "Bühne der Jugend".
Toni Tetzlaff, die trotz ihrer umfangreichen Filmografie in Vergessenheit geraten ist, starb am 16. Dezember 1947 im Alter von 76 Jahren in Berlin.

Quelle (unter anderem): Wikipedia
Quelle: 1) www.karlheinz-everts.de
Link: 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
Lizenz Abbildung Toni Tetzlaff: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Das gilt in der EU und solchen Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt.
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Stummfilme bei www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)
Stummfilme
  • 1915: Der Hermelinmantel
  • 1916: Feenhände
  • 1917: Die Tochter der Gräfin Stachowska
  • 1918: Der Weg, der zur Verdammnis führt
  • 1918: Tausend und eine Frau
  • 1918: Das Lied der Mutter
  • 1918: Tausendundeine Frau
  • 1919: Der Weltmeister
  • 1919: Artistentreue
  • 1919: Allerseelen
  • 1919: Die Andere Welt
  • 1919: Das ewige Rätsel – Ein Satyrspiel in 5 Akten
  • 1919: Im Wirbel des Lebens
  • 1919: Lilli
  • 1919: Lillis Ehe
  • 1919: Seelenverkäufer
  • 1919: Sodoms Töchter
  • 1919: Zwischen Lachen und Weinen
  • 1920: Hungernde Millionäre
  • 1920: Die Fürstin Woronzoff
  • 1920: Alkohol
  • 1920: Der Kampf um die Ehe
    • Teil 1: Wenn in der Ehe die Liebe stirbt
  • 1921: Des Lebens und der Liebe Wellen
  • 1921: Opfer der Liebe
  • 1921: Die Bettelgräfin vom Kurfürstendamm
  • 1921: Die Abenteurerin von Monte Carlo
    • Teil 1: Die Geliebte des Schahs
    • Teil 2: Marokkanische Nächte
    • Teil 3: Der Mordprozeß Stanley
  • 1922: Louise de Lavallière – Am Liebeshof des Sonnenkönigs
  • 1922: Lola Montez, die Tänzerin des Königs
  • 1922: Seine Exzellenz, der Revisor
  • 1925: Der Aufstieg der kleinen Lilian
  • 1925: Hochstaplerin wider Willen
  • 1925: Soll man heiraten? Intermezzo einer Ehe in sieben Tagen
  • 1926: Die drei Mannequins / Die drei Probiermamsells
  • 1926: Spitzen
  • 1926: Gräfin Plättmamsell
  • 1927: Kopf hoch, Charly!
  • 1927: Sein größter Bluff
  • 1928: Liebe im Kuhstall
  • 1928: Panik
  • 1928: Die raffinierteste Frau Berlins
  • 1928: Unmoral
  • 1929: Aus dem Tagebuch eines Junggesellen
  • 1929: Die Frau, die jeder liebt, bist du!
  • 1929: Fräulein Else
  • 1929: Jennys Bummel durch die Männer
  • 1929: Sündig und süß
  • 1930: Liebeskleeblatt
Tonfilme
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