Theater: als Darsteller, als Regisseur / Filmografie
Ernst Legal 1945; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df pk 0000019 040; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Datierung: 1945.09 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons Ernst (Otto Eduard) Legal wurde am 2. Mai 1881 als Sohn eines Apothekers in Schlieben1) (Provinz Sachsen; heute Brandenburg) geboren. Nach dem Besuch des "Königlichen König-Wilhelms-Gymnasiums" (1890–1894) in Breslau, sowie der Fürstenschule in Schulpforta (heute "Landesschule Pforta"1)) machte er ab 1898 zunächst auf Wunsch der Eltern in Leipzig eine Lehre zum Buchhändler, sammelte als Statist bereits erste Bühnenerfahrungen am "Neuen Theater". Dann entschied er sich ganz für den Beruf des Schauspielers, studierte ab 1901 an der Weimarer "Musik-, Opern- und Theaterschule" (heute "Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar"1)). Nach Lehrjahren an Bühnen unter anderem in Weimar, Bauzen und Döblin erhielt Legal 1904 ein erstes festes Engagement am "Stadttheater Bonn"1), zwei Jahre später wurde er an das Berliner "Schillertheater"1) verpflichtet. Zwischen zwischen 1912 und 1920 wirkte er am "Neuen königlichen Hoftheater" in Wiesbaden (heute: "Hessisches Staatstheater Wiesbaden"1)), danach als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur am "Preußischen Staatstheater"1) in Berlin.
Zur Spielzeit 1924/25 wechselte Legal für drei Jahre nach Darmstadt an das "Hessische Landestheater" ("Staatstheater Darmstadt"1)), wo er zudem als Regisseur und General-Intendant (1924–1926) tätig war. Ein Intermezzo (1927/28) als Intendant am "Staatstheater Kassel"1) schloss sich an, 1928 übernahm er gemeinsam mit dem Dirigenten und Komponisten Otto Klemperer1) (1885 – 1973) für vier Jahre die Leitung der Berliner "Krolloper"1) und war maßgeblich am Ausbau der Spielstätte zu einem Musiktheater mit Aufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten beteiligt; parallel fungierte er zur Spielzeit  1931/32 als Intendant des "Preußischen Staatstheaters". Dem "Theater in der Saarlandstraße", einer Spielstätte der "Volksbühne Berlin"1)  in Berlin-Kreuzberg, stand er gemeinsam mit Kurt Raeck1) (1903 – 1981) zwischen 1933 und 1936 vor.
  
Foto: Ernst Legal September 1945
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df _pk 0000019 040; © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983;  Datierung: 1945.09 / Ort: Berlin
Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Von 1938 bis zur Zerstörung durch einen Luftangriff am 23. November 1943 arbeitete Legal dann als Oberspielleiter und Schauspieler am Berliner "Schillertheater"1), dessen Intendant unter dem Pseudonym "Heinrich Schmitz" der Schauspieler Heinrich George war. Dort war bereits 1920 seine veröffentlichte Komödie "Bradamante" sowie 1939 sein das Drama "Gott über Göttern" zur Aufführung gelangt. Ernst Legal, der seit Mitte der 1920er Jahre regelmäßig als Regisseur seine Handschrift hinterließ, machte sich nicht nur beim Sprechtheater einen Namen, er setzte zudem etliche Opern in Szene. Im Juni 1931 inszenierte Legal am "Schillertheater" das Versdrama "Der Richter von Zalamea"1) von Calderon de la Barca1) mit Heinrich George in der Hauptrolle des reichen Bauern Pedro Crespo, als Paul Verhoeven 1942 seinen Film "Der große Schatten"1) nach Motiven des Calderón-Stückes mit George als Protagonist auf die Leinwand brachte, gehörte Legal als ehemaliger Intendant des Provinztheaters zu Besetzung → Übersicht Wirken als Theater-Regisseur.

Mit Ludwig Bergers stummen Verfilmung des Stoffes, "Der Richter von Zalamea"1) aus dem Jahre 1920 machte Legals erste Erfahrung vor der Kamera, als Sergeant hatte er hier einen kleinen Leinwandauftritt. Bis 1924 spielte in einigen weiteren stummen Produktionen Nebenrollen, etwa unter der Regie von Curt Goetz den Schauspieler, Intendanten und Dramatiker August Wilhelm Iffland1) in dem lange als verschollen geltenden Streifen "Friedrich Schiller – Eine Dichterjugend"1) (1923) mit Theodor Loos in der Titelrolle des Friedrich Schiller1).
Ab den 1930er Jahren intensivierte Legal seine Arbeit für den Tonfilm, trat in zahlreichen Komödien, Abenteuern und Melodramen in Erscheinung und avancierte nicht zuletzt dank seiner markanten Gesichtszüge zu einem beliebten und viel beschäftigten Leinwanddarsteller. Meist waren es jedoch mehr oder minder prägnante Nebenfiguren, eine seiner wenigen Hauptrollen spielte er als Straßenmusikant Otto Brommel in Hans Deppes Lustspiel "Straßenmusik"2) (1936), in dem auch das legendäre Komiker-Duo Karl Valentin und Liesl Karlstadt mitwirkte. Einen größeren Part hatte er auch als Bürgermeister in Joe Stöckels Militärklamotte "Musketier Meier III" (1938) mit Rudi Godden als Titelheld. Bis Kriegsende deckte Legal in den Propagandastreifen jener Ära die ganze Palette der unverzichtbaren Chargenrollen ab, war "häufig in kleinen, fein phychologisierenden, oft skurrilen Rollen zu sehen."3)
Nach Kriegsende übernahm er bis Mitte der 1950er Jahre anfangs in DEFA1)- später auch in westdeutschen Produktionen weiterhin Nebenrollen. Beeindruckend war sicherlich seine Gestaltung des Vater Goriot in dem Historienfilm "Karriere in Paris"4) (1952) nach dem Roman "Père Goriot"1) von Honoré de Balzac. In der DEFA-Adaption der Mozart-Oper "Die Hochzeit des Figaro"1) (1949, "Figaros Hochzeit"1)) spielte er neben den Protagonisten Angelika Hauff1) (Susanna) und Willi Domgraf-Fassbaender (Figaro) den Gärtner Antonio bzw. Onkel von Susanna, zeigte sich als Pastor Zillich in Wolfgang Staudtes Heinrich Mann-Verfilmung "Der Untertan"1) (1951). Letztmalig wirkte Legal als Prof. Muthesius in dem Melodram "Roman eines Frauenarztes"1) (1953) neben Rudolf Prack sowie als Diener Grischa in dem Unterhaltungsstreifen " Der Himmel ist nie ausverkauft"1) (1955) in einem Kinofilm mit → Übersicht Filmografie.
Nach dem Krieg gehörte Legal zu den Gründungsmitgliedern des "Kulturbundes"1), der am 8. August 1945 als "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" von Johannes R. Becher1) und anderen Intellektuellen mit Genehmigung der "Sowjetischen Militäradministration"1) (SMAD) ins Leben gerufen wurde. Mit seiner Unterstützung der Berliner Volksbühnenbewegung übte Legal einen wichtigen Einfluss auf das Kulturleben der jungen DDR aus; zudem war er Abgeordneter des 1. und 2. Deutschen Volksrates1) der Sowjetischen Besatzungszone. Zwischen 1945 und 1952 fungierte er als Intendant der "Deutschen Staatsoper"1) in Berlin, arbeitete zudem als Regisseur sowie als Schauspieler am Ost-Berliner "Deutschens Theater"1) (1947–1951). 1950 wurden seine Arbeitsbedingungen unter der Stalinisierung1) zunehmend schwierig und in der Kontroverse um Bertolt Brechts Oper "Die Verurteilung des Lukullus"1) trat er 1952 zermürbt von seinen Ämtern zurück. So notiert Wikipedia: "Ernst Legal, der Intendant der "Staatsoper", legte das Libretto im Februar 1950 dem "Ministerium für Volksbildung"1) vor und erhielt zwei Monate darauf die Genehmigung zur Aufführung. Während der Probenarbeit verlangte das Ministerium jedoch Einblick in die Partitur  – für Brecht ein "schlechtes Omen"." → mehr bei Werkgeschichte 
Außerdem kündigte er seine Mitgliedschaft bei der "Akademie der Künste der DDR"1) auf.

Ernst Legal 1947 als alter Webermeister Baumert in dem
Drama "Die Weber"1) von Gerhart Hauptmann1),
aufgeführt am "Theater in der Kastanienallee", Spielstätte der
"Volksbühne Berlin"1); Regie: Dr. Heinz Wolfgang Litten (1905–1955)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000569_a_015)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek2) (1901–1983); Datierung: 24.04.1947
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Ernst Legal 1947 als alter Webermeister Baumert in dem Drama "Die Weber" von Gerhart Hauptmann, aufgeführt am "Theater in der Kastanienallee", Spielstätte der "Volksbühne Berlin"; Regie: Dr. Heinz Wolfgang Litten (1905–1955); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000569_a_015); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 24.04.1947; Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Vereinzelt stand der vielseitige Künstler zudem im Hörspielstudio, wirkte unter anderem in folgenden Produktionen mit:
(Quelle und Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) sowie Wikipedia) Sein Wissen gab er als Lehrer mitunter auch an junge Nachwuchstalente weiter, so nahm beispielsweise der Schauspieler Hans Elwenspoek (1910 – 1989) bei ihm Unterricht.
  
Der mit dem "Nationalpreis der DDR"1) (1949) und dem "Kunstpreis der DDR"1) ausgezeichnete Ernst Legal starb am 29. Juni 1955 im Alter von 74 Jahren in Berlin-Zehlendorf1); die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Friedhof1) (Grabstelle: 006/46). Das ehemalige Ehrengrab (1987–2009) des Landes Berlin  bzw. die einfache Sandsteinstele trägt die Inschrift: "Nichts ist verloren/Wenn wir vergehn!/Vergehen ist Werden" → Foto der Grabstätte bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Ernst Legal war Vater der Theater- bzw. DEFA-Schauspielerin Marga Legal (1908 – 2001), die nach der Trennung der Eltern (ca. 1920) bei der Mutter, einer ehemaligen Schauspielerin, aufwuchs. Wegen ihres jüdischen Großvaters erhielt Marga Legal unter dem NS-Regime Arbeitsverbot.
Der schriftliche Nachlass von Ernst Legal wird von der Berliner "Akademie der Künste"1) verwaltet, mehr zum "Ernst Legal Archiv" bei www.adk.de. 1965 veröffentlichte die "Akademie der Künste"  in ihrer Reihe "Theater und Film" (Bd. 7, Autor: Hermann Barkhoff) die knapp 80-seitige, bebilderte Biografie "Ernst Legal". In seiner Geburtstadt Schlieben erinnern der "Ernst-Legal-Platz" sowie die "Oberschule mit Grundschule Ernst Legal" an den Künstler, der als Schauspieler, Regisseur und Intendant eine beeindruckende Karriere machte.
So kann man bei deutsche-biographie.de*) lesen: "Als Regisseur inszenierte Legal subtil, diszipliniert, ohne das Komödiantische zu vernachlässigen, fast 800 Schauspiele und Opern. Als Theaterleiter war er stets verantwortungsbewußt allen ihm anvertrauten Künstlern gegenüber und ein aufgeschlossener Förderer junger Dichter (Barlach1), Brecht) und Komponisten (Krenek, Hindemith, Janáček, Schönberg, Strawinsky, Weill1). Daneben fand Legal immer noch Zeit, selbst als Schauspieler aufzutreten, seine wunderbaren Käuze, seine Querköpfe und Sonderlinge, seine abgeklärtweisen, immer höchst markanten Figuren zu kreieren. Als Schauspieler von Charakterrollen war er, stets beseelt von Humanität, ein Meister des Details."
Quellen (unter anderem):
Wikipedia, cyranos.ch, deutsche-biographie.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  filmportal.de, 4) defa-stiftung.de
3) Quelle: "Lexikon der DDR-Stars" von
F.-B. Habel und Volker Wachter (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1999, S.198)
*) Badenhausen, Rolf:& "Legal, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985, S. 59 f.) → online-Version
   
Wirken am Theater (Auszug)
Als Darsteller / Als Regisseur: Musiktheater / Sprechtheater
Quelle: "Ernst Legal Archiv" bei der "Akademie der Künste"
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), whoswho.de;
 R = Regie, ML = Musikalische Leitung, P = Premiere, UA = Uraufführung)
Als Darsteller

Als Regisseur

Filme
Stummfilme / Tonfilme bis 1945 / Nachkriegs-Produktionen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Murnau Stiftung, Wikipedia,  defa-stiftung.de
)
Stummfilme Tonfilme bis 1945 Nachkriegs-Produktionen
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