Marietta Millner vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Die Stummfilmdarstellerin mit dem klingenden Namen Marietta Millner wurde am 8. Dezember 1894 als Maria Anna Paula Bieberhöfer im Oberösterreichischen Linz geboren und wuchs auch dort auf. Die Eltern betrieben dort "das Hotel "Zum goldenen Schiff", das nach dem Tod ihres Vaters ihre Mutter mit deren zweiten Gatten, Herrn Wurm, noch Jahre hindurch weiterführte."1) Marietta Millner war bereit über dreißig Jahre alt, als sie zum Film kam und in dem von Mihály Kertész (= Michael Curtiz) in Szene gesetzten stummen Melodram "Das Spielzeug von Paris" (1925) an der Seite der Protagonistin Lili Damita ihr Leinwanddebüt gab. Es folgte eine Rolle in der ganz auf das dänische Komikerduo Pat und Patachon2) ausgerichteten amüsanten Verwechselungsgeschichte "Die Schwiegersöhne" (1926), dann wurde sie von Georg Jacoby in dem zweiteiligen Sensations- und Abenteuerstummfilm "Die Frau ohne Namen"3) (1927) besetzt und mimte neben Titelheldin Elga Brink und Frauenschwarm Jack Trevor die Vivian Reid. Ein Großteil der Besetzung wirkt auch in Jacobys zeitgleich entstandenen Streifen "Die Insel der verbotenen Küsse" (1927), "Liebe im Rausch" (1927) und "Die Jagd nach der Braut" (1927) mit, die während Jacobys Filmexpedition nach Südostasien (in Japan und in China) abgedreht wurden.

Foto: Marietta Millner vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder3) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Marietta Millner war gut im Geschäft, als sie 1927 von der US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft "Paramount" unter Vertrag genommen wurde. Sie drehte vier Filme in den Vereinigten Staaten, unter anderem den Gangsterstreifen "The City Gone Wild"4) (1928) mit Leinwandstar Louise Brooks und mit Loretta Young die Komödie "The Magnificent Flirt4) (1928, Ihr großer Flirt). Zurück in Europa stand sie einmal mehr mit Jack Trevor vor der Kamera und spielte in Manfred Noas Geschichte "Moderne Piraten"3) (1928) mit dem Untertitel "Ein Südseeabenteuer" Trevors Partnerin bzw. die Filmdiva Miß Dorothy Gordon. Nach der Rolle des Ballettmädchens Sonja in Jacob und Luise Flecks Lehár-Verfilmung "Der Zarewitsch" (1929) mit Iván Petrovich in der Titelrolle tauchte sie in der mit Lilian Harvey, Igo Sym und Harry Halm prominent besetzten Liebeskomödie "Adieu, Mascotte"3) (1929) als Ehefrau des Malers Jean Dardier alias Igo Sym auf – es sollte ihre letzte Arbeit für den Film gewesen sein.
 
Marietta Millner starb überraschend am 21. (oder 26.) Juni 1929 mit nur 34 Jahren in Oberweiler (heute Ortsteil von Badenweiler, Baden-Württemberg)5) an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung. In der Linzer "Tages-Post" konnte man am 28. Juni 1929 (Nr. 148, S. 5) lesen: "Die Künstlerin laborierte seit längerer Zeit an einem Lungenleiden, das sich durch eine Abmagerungskur, welche sie auf eigene Faust unternommen hatte, verschärfte. Ein Blutsturz führte den Tod herbei. Marietta Millner war die Gattin eines Klagenfurter Kaufmannes. Vor etwa fünf Jahren trat sie zum ersten Mal in einem Wiener Film auf und wurde alsbald aufgrund dieser Leistung von der "Paramount" nach Hollywood engagiert, wo sie mehrere Jahre erfolgreich tätig war. Erst im Vorjahre ist sie nach Europa zurückgekehrt und hat dann hauptsächlich in deutschen Filmen mitgewirkt. Ihre bedeutendste Rolle spielte sie in dem Film "Das Wiener Lied"6)." → online bei ANNO
3)  
Quelle (unter anderem): www.cyranos.ch
1) Quelle: Linzer "Tages-Post" vom 28. Juni 1929 (Nr. 148, S. 13, 2. Spalte, unten)  → online bei ANNO
Link: 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia (deutsch), 4) Wikipedia (englisch)
5) laut IMDb
6) gemeint sein könnte die "Paramount"-Produktion "Serenade"4) (1927), die in Deutschland/Österreich als "Das Wiener Lied" gezeigt wurde. Allerdings taucht Marietta Millner in der Besetzungsliste nicht auf.
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Filme
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(Link: Wikipedia (deutsch/englisch), Kurzportrait innerhalb dieser HP, filmportal.de)
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