Hans Söhnker erblickte am 11. Oktober 1903 in Kiel als Hans Albert Edmund Söhnker das Licht der Welt. Der Sohn eines gelernten Tischlers und späteren Verlagsangestellten wuchs gemeinsam mit vier älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder auf, hatte als Kind Berufspläne wie viele Jungen, war sich nicht schlüssig ob er Trapper oder Marine-Leutnant werden sollte. Sein Vater hatte für seinen Sohn jedoch eine solide Berufsausbildung geplant, schickte ihn nach der Mittelschule zunächst auf eine Höhere Handelsschule; eine kaufmännische Lehre in einem Einrichtungshaus schloss sich an. Schon während dieser Zeit entdeckte Söhnker seine Vorliebe für das Theater.
Abends schlich er sich heimlich ins Kieler Schauspielhaus und übernahm dort einige Statistenrollen. Als ihm sein Vater auf die Schliche kam, war dieser wenig erbaut von den Ambitionen seines Zöglings, der einen "anständigen Beruf" erlernen sollte. Zunächst fügte sich Hans Söhnker widerwillig, konnte sich aber doch nicht dem Theater fern halten. Schließlich gab sein Vater nach und finanzierte ihm den Schauspielunterricht beim damaligen Kieler Oberregisseur Clemens Schubert sowie bei Gustaf Gründgens. 
Szenenfoto: Hans Söhnker (rechts) mit Hans Leibelt*) im Februar 1946 im Berliner "Schlossparktheater" in dem Stück "Zum goldenen Anker" von Marcel Pagnol
 
 
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Hans Söhnker (rechts) mit Hans Leibelt im Februar 1946 im Berliner "Schlossparktheater" in dem Stück "Zum goldenen Anker" von Marcel Pagnol;  Copyright: SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek; Datierung: 1946.02 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
1922 bekam das junge Nachwuchstalent dann sein erstes festes Engagement, allerdings noch ohne Gage, am Kieler Schauspielhaus. Dann erhielt er 1924 in Frankfurt/Oder ein lukrativeres Angebot, wechselte ein Jahr später nach Danzig, wo er bis 1929 zum Ensemble gehörte und auch in musikalischen Lustspielen mitwirkte. Hier hatte Söhnker sein Metier gefunden, er nahm einige Gesangsstunden, denn noch hatte er Ambitionen, ein guter Operettentenor zu werden. Doch eines Abends im Jahre 1929 versagte seine Stimme ihren Dienst. Der Arzt stellte Knoten auf den Stimmbändern fest. Nun schien die so erfolgreich begonnene Karriere zu Ende zu sein; qualvolle Monate vergingen, ohne dass eine Besserung eintrat. Hans Söhnker machte eine Periode tiefster Depressionen durch. Es tröstete ihn kaum, dass Caruso an der gleichen Krankheit litt und trotzdem ein großer Sänger wurde. Auch Hans Söhnker wurde wieder gesund, spielte wieder auf der Bühne.1)
Es folgten ein Engagements in Baden-Baden, zwei weitere in Danzig, zur Spielzeit 1930/31 wurde er nach Chemnitz sowie Bremen verpflichtet, wo er mit der musikalischen Komödie "Ist das nicht nett von Colett?" auch erstmals eine Regiearbeit  ablieferte.

Auf Empfehlung von Ernst Lubitsch bewarb Söhnker sich 1933 bei der "Ufa" in Berlin, machte Probeaufnahmen und konnte schließlich auf Anhieb eine Rolle in Viktor Jansons Operettenversion von "Der Zarewitsch" als Partner von Marta Eggerth ergattern. Es folgten weitere leichte Streifen im musikalischen Genre, so "Schwarzwaldmädel" (1933), "Ich sing' mich in dein Herz hinein" (1934), "Die Czardasfürstin"2) (1934) und "Jede Frau hat ein Geheimnis"2) (1934), rasch avancierte der attraktive "Newcomer" zum Publikumsliebling und ließ mit seiner Eleganz und Leichtigkeit die Frauenherzen höher schlagen. Anfangs noch mit prägnanten Nebenrollen besetzt wie in dem Rühmann-Film "Der Mustergatte"3) (1937), wo er als Gegenspieler Rühmanns agierte, spielte Söhnker bald selbst die "erste Geige" wie als Kammersänger Hans Weigel in Paul Verhoevens Operettenfilm "Die Fledermaus" (1937), als Dompteur Ruda in Arthur Maria Rabenalts "Männer müssen so sein"2) (1939) oder als anspruchsvoller Bräutigam in Helmut Käutners Komödie "Frau nach Maß"2) (1940) mit Leny Marenbach als Partnerin. Bis Kriegsende gerieten Filme mit Söhnker zu Kassenschlagern, allmählich hatte er sich vom charmanten Sunny-Boy zum ernsthaften Charakterdarsteller gewandelt, der neben dramatischen Streifen wie " Brand im Ozean"2)  (1939) vor allem in geistreichen Beziehungskomödien brillierte. Zu nennen sind etwa Helmut Käutners "Auf Wiedersehen, Franziska!"2) (1941, mit Marianne Hoppe) oder die von Arthur Maria Rabenalt in Szene gesetzten unterhaltsamen Geschichten "Meine Frau Teresa"2) (1942) mit Elfie Mayerhofer und "Liebespremiere"2) (1943) mit Kirsten Heiberg. Mit Géza von Bolváry drehte er erneut als Partner von Elfie Mayerhofer die Komödie "Ein Mann mit Grundsätzen?"3) (1943), mit Boleslaw Barlog "Tierarzt Dr. Vlimmen"2) (1944, der Film blieb unvollendet), eine schöne Rolle war auch die des Willem in dem Albers-Film "Große Freiheit Nr. 7"3) (1944). Seinen letzten Film während des Krieges, "Der Engel mit dem Saitenspiel"2) (1944), drehte Söhnker unter der Regie von Heinz Rühmann mit dessen Frau Herta Feiler.
Nach 1945 konnte Söhnker nahtlos an seine Filmerfolge anknüpfen und feierte gleichermaßen am Theater Triumphe. Am "Schlosspark-Theater" in Berlin trat er erstmals Anfang Oktober 1945 in dem Curt Goetz-Stück "Hokuspokus" in einer Inszenierung von Boleslaw Barlog auf und wurde von Publikum und Presse frenetisch bejubelt, ebenso wie rund zehn Jahre später in "Der Regenmacher" von Richard Nash. An den "Münchner Kammerspielen", am Berliner "Schiller-Theater" und am "Thalia-Theater" in Hamburg zeigte Söhnker immer wieder seine darstellerische Dominanz, hinzu kamen zahlreiche Tourneen, bei denen er vor allem mit Boulevardstücken wie beispielsweise von Noel Coward oder Shaw auch im vorgerückten Alter als Charmeur glänzte.
  
Im deutschen Nachkriegskino war der Ufa-Star nicht wegzudenken, unzählige Filme lebten von der Persönlichkeit des populären Schauspielers. Die Liste seiner Arbeiten für das Kino nach 1945 ist lang, Filme wie "Der Fall Rabanser"3) (1950), "Geliebter Lügner" (1950, mit Elfie Mayerhofer), "Muss man sich gleich Scheiden lassen?" (1953, mit Ruth Leuwerik), "Ihre große Prüfung" (1954, mit Luise Ullrich), "Wenn wir alle Engel wären"2) (1956, mit Dieter Borsche und Marianne Koch), "
Geliebte Corinna"3) (1956, mit Elisabeth Müller), "Worüber man nicht spricht – Frauenarzt Dr. Brand greift ein" (1958) oder "Ich heirate Herrn Direktor" (1960) sind nur einige aus Söhnkers Filmografie jener Jahre. Zu seinen letzten Arbeiten für das Kino zählt Alfred Vohrers Wallace-Krimi "Der Hund von Blackwood Castle"3) (1968).

DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von www.e-m-s.de

Geliebte Corinna
Hans Söhnker als Zirkusdirektor Kogler; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR Ab den 1960er Jahren wandte Söhnker sich neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater dem Fernsehen zu und konnte hier vor allem mit populären Familienserien und mehr väterlichen Figuren ein neues Publikum erobern. In "Der Forellenhof"4) (1965) mimte er den Hotelier Otto Buchner, in "Salto mortale"4) (1968) den Zirkusdirektor Kogler, in "Meine Schwiegersöhne und ich" (1968) das Familienoberhaupt oder in "Lokaltermin" (1972/73) den vorsitzenden Richter. Darüber hinaus absolvierte er Gastauftritte in beliebten Krimireihen wie "Die fünfte Kolonne", "Dem Täter auf der Spur" oder "Der Alte" und war in verschiedenen Fernsehspielen wie beispielsweise in Fritz Umgelters Krimi "Vorhang auf, wir spielen Mord" (1978) sowie in dessen Gerhart Hauptmann-Adaption "Die Weber" (1980) auf dem Bildschirm präsent.
 
Foto: Hans Söhnker als Zirkusdirektor Kogler
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
Am 20. April 1981 starb Hans Söhnker im Alter von 77 Jahren in Berlin-Grunewald, wo er zuletzt gelebt hatte. Auf eigenen Wunsch wurde seine Urne außerhalb der 3-Meilen-Zone in der Ostsee versenkt. In erster Ehe war der ehemalige Ufa-Star mit Schauspielerkollegin Charlotte Berlow (1898 – ?) verheiratet, die er während seiner Zeit in Danzig kennen und lieben gelernt hatte; die Verbindung wurde 1928/29 geschieden. Seit 1959 war Ehefrau Inge (verwitwete. Knoche-Lücken) an seiner Seite, die eine Tochter mit in die Ehe brachte.

Zahlreiche Auszeichnungen belegen die darstellerischen Leistungen des 1968 zum Berliner "Staatsschauspieler" ernannten Hans Söhnker. Neben einem "Goldenem Bildschirm"3) (1960) und einem "Bambi"3) (1966) wurde er 1973 mit dem "Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" ausgezeichnet, 1977 überreichte man ihm das "Filmband in Gold"3) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film". 
Seine Memoiren brachte der Schauspieler 1974 unter dem Titel "…Und kein Tag zuviel" heraus.
Hans Söhnker begann als jugendlicher Draufgänger, der augenzwinkernd zur Sache kommt. Dem eleganten Herzensbrecher mit den guten Manieren lagen die schönen Frauen zu Füßen. Mit zunehmendem Alter wurde das verführerische Lächeln weicher, der Liebhaber zur vertrauensvollen Vaterfigur. Er blieb heiter und gelassen, wahrte immer den schönen Schein – so verzieh man ihm, was man anderen angekreidet hätte.5) 

  Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, www.deutsche-biographie.de, www.film-zeit.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Quelle:1)  www.musik-antik-records.de, 5) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 338)
Link: 2) Murnau-Stiftung, 3) Wikipedia, 4) Beschreibung innerhalb dieser HP
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)
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