Dorit Kreysler wurde am 15. Dezember 1909 als Dorothea Josephina Friedericke Nicolette Kreisler im niederösterreichischen Mödling geboren. Einige Quellen geben als Geburtsort ein Feldlazarett im ungarischen Budapest an, wo sich ihr Vater, ein k.u.k. Kavallerie-Oberst, während eines Manövers befand und von seiner Frau begleitet worden sein soll.
Schon früh interessierte sich die junge Dorit für die Bühne, auf Empfehlung des Wiener Theaterkritikers Dr. Liebstöckl nahm sie – anfangs gegen den Willen ihrer Eltern – Unterricht bei der renommierten Burgschauspielerin Margarethe Königswarter-Formes, ließ sich im Gesang von der schwedischen Sopranistin Sigrid Arnoldson1) (1841 – 1943) ausbilden und besuchte außerdem die Wiener Tanzschule "Lucca".2)
Ein erstes Engagement erhielt die attraktive Blonde anschließend in Böhmen und stand in einer "Jedermann"-Aufführung auf der Bühne, dann wechselte sie in die Schweiz an das Stadttheater in St. Gallen, wo sie vornehmlich in Lustspielen und Operetten besetzt wurde.
Ihre erste Erfahrung vor der Kamera sammelte Dorit Kreysler gleich mit einer Hauptrolle in dem von Hans Steinhoff in Szene gesetzten bayrischen Lustspiel "Freut Euch des Lebens"3) (1934): Man trug ihr den Part der reizenden Kellnerin Gustl an, den eigentlich der erkrankte Ufa-Star Renate Müller (1906 – 1937) hätte übernehmen sollen. Anschließend drehte sie mit Hermann Speelmans1) (1902 – 1960) die heitere Geschichte "Herr Kobin geht auf Abenteuer"3) (1934) und trat als dessen Ehefrau in Erscheinung. Es folgten tragende Rollen in leichten Unterhaltungsstreifen wie "Jungfrau gegen Mönch"3) (1935), "Frischer Wind aus Kanada"3) (1935, mit Paul Hörbiger) und "Eine Nacht an der Donau" (1935, u.a. mit Wolfgang Liebeneiner). Danach machte Dorit Kreysler zunächst eine Pause und widmete sich ihrer Arbeit am Theater, gab Gastspiele, so auch in Revuen am Berliner "Metropoltheater" oder am "Kabarett der Komiker"1).

Dorit Kreysler 1938 mit Peter Igelhoff1) (l.) und Willi Schaeffers im "Kabarett der Komiker"
Urheber: Willy Pragher1); Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons

Dorit Kreysler 1938 mit Peter Igelhoff (l.) und Willi Schaeffers im "Kabarett der Komiker"; Urheber: Willy Pragher; Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg; Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons
Ende der 1930er Jahre kehrte sie auf die Leinwand zurück, zeigte sich in Produktionen wie Hans Deppes Komödie "Die kluge Schwiegermutter" (1939, mit Ida Wüst) oder Arthur Maria Rabenalts Kurzfilm "Rosemarie will nicht mehr lügen"3) (1939).
Auch in den 1940er Jahren blieb Dorit Kreysler eine vielgefragte Filmschauspielerin, die meist als das süße, kess-fesche Mädel in eher harmlosen Streifen besetzt wurde. In Géza von Bolvárys musikalischen Filmkomödie "Rosen in Tirol"1) (1940) mimte sie an der Seite von Stars wie Johannes Heesters, Marte Harell, Hans Moser oder Theo Lingen die Tänzerin Lisa, in Willi Forsts Johann Strauss-Verfilmung "Wiener Blut"1) (1942) die Schauspielern Liesl Stadler, die dem Grafen Wolkershein (Willy Fritsch) das Tanzen beibringt bzw. in die Wiener Lebensweise einführt. In Paul Martins revueartigem Lustspiel "Karneval der Liebe"1) (1943) kam es zu einer erneuten Zusammenarbeit mit Johannes Heesters, hier tauchte Dorit Kreysler als Tänzerin Kitty auf, mit der Tenor Peter Hansen (Heesters) eigentlich in den Ehestand treten will. Aus diesem Film stammt das berühmte Heesters-Kreysler-Duett "Junger Mann / Haben sie schon mal im Dunkeln geküsst?", komponiert von Michael Jary1) (1906 – 1988). In "Geliebter Schatz"3) (1943) spielte sie mit Johannes Riemann, in "Die Wirtin vom Seehotel"3) (1943; auch: Die Wirtin zum Weißen Rössl) mit Karl Schönböck und in "Der Meisterdetektiv"3) (1943) mit Rudolf Platte. Géza von Bolvárys bereits 1944 gedrehte Verfilmung der Strauß-Operette Die Fledermaus"1) kam erst 1946 in die Lichtspielhäuser, hier glänzte Dorit Kreysler als Stubenmädchen Adele, erneut neben Johannes Heesters mit dessen Paraderolle des Herbert Eisenstein, sowie Marte Harell (Rosalinde), Willy Fritsch (Gefängnisdirektor Frank) und Siegfried Breuer (Prinz Orlofksy).
 
Nach Kriegsende stagnierte die Filmkarriere von Dorit Kreysler zunächst, Rollenangebote blieben aus, zeitweise betrieb sie in München eine chemische Reinigung. Erst in den 1950er Jahren konnte sie wieder Fuß fassen, spielte neben ihrer Arbeit für das Theater zwar noch in etlichen Unterhaltungs-Streifen jener Zeit, musste sich aber überwiegend mit prägnanten Nebenrollen zufrieden geben. Nur in dem Heimatfilm "Die Wirtin an der Lahn" (1955) wurde sie noch einmal als Protagonistin besetzt und gab die Titelfigur, auch in dem Krimi "In Hamburg sind die Nächte lang"4) (1956) hatte sie als Tänzerin Lilli eine tragende Rolle. Mit ihrem letzten Film, dem von Werner Jacobs ganz auf seine Hauptdarsteller Rudolf Prack und Caterina Valente zugeschnittenen musikalischen Lustspiel "Das einfache Mädchen" (1957), zog sich die Schauspielerin vom Filmgeschäft zurück und wirkte ausschließlich am Theater. Lediglich Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre übernahm sie noch einmal Aufgaben für das Fernsehen, zeigte sich in den österreichischen TV-Produktionen "Die vertagte Nacht" (1970, mit Fritz Muliar, Susi Nicoletti) und in "Komödie der Eitelkeit" (1972).
Auf der Bühne konnte man das einstige "Mädel vom Dienst" – so DIE WELT in ihrem Nachruf – vor allem in Operetten-Aufführungen erleben, so unter anderem in Köln als die "Csardasfürstin" oder an ihrer bevorzugten Wirkungsstätte, dem Grazer Stadttheater, in "Die Rose von Stambul".
 
Dorit Kreysler starb am 16. Dezember 1999 – einen Tag nach ihrem 90. Geburtstag – in Graz, wo sie ihren Lebensabend in einem Senioren- und Pflegeheim verbracht hatte; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Grazer Stadtfriedhof St. Peter → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Seit Anfang 1945 war die Schauspielerin mit dem Weißrussen Timothé Stuloff verheiratet gewesen; aus der Verbindung, die 1953 geschieden wurde, stammt die einen Tag nach Kriegsende (8. Mai 1945) geborene Tochter Anja.
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 3) Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung, 4) www.prosieben.de
2) nach www.munzinger.de
    
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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