Götz George wurde am 23. Juli 1938 in Berlin als Sohn des legendären Schauspielers Heinrich George*) (1893 – 1946) und der Schauspielerin Berta Drews*) (1901 – 1987) geboren. Seine Eltern gaben ihm den Vornamen nach der Lieblingsrolle seines Vaters: "Götz von Berlichingen". Unter Else Bongers1) erhielt er nach den ersten Bühnen- und Filmerfahrungen eine solide Ausbildung im Nachwuchsstudio der UFA. Mit 15 feierte er gemeinsam mit Romy Schneider sein Filmdebüt in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht"1) (1953). Zwischen 1959 und 1970 spielte Götz George in 26 Spielfilmen mit, darunter "Jacqueline" (1959) von Wolfgang Liebeneiner, "Kirmes"1) (1960) von Wolfgang Staudte, "Unser Haus in Kamerun"1) (1961) von Alfred Vohrer, "Ihr schönster Tag"2) (1962) von Paul Verhoeven, "Das Mädchen und der Staatsanwalt"1) (1962) von Jürgen Goslar sowie in drei "Winnetou"-Filmen (1962: Der Schatz im Silbersee1); 1964: Unter Geiern1); 1966:  Winnetou und das Halbblut Apanatschi1)). Weitere bemerkenswerte Hauptrollen spielte George beispielsweise in der jugoslawischen Produktion "Mensch und Bestie"1) (1963), Wolfgang Staudte besetzte ihn in der Politsatire "Herrenpartie"1) (1964), im gleichen Jahr beeindruckte er neben Hildegard Knef in Alfred Vohrers Thriller "Wartezimmer zum Jenseits"1) (1964), nach "Le Vent d'Est" (1970, Ostwind) von Jean-Luc Godard machte George zunächst eine längere Pause auf der Leinwand. Für seinen Part des Boxers Gustav Bäumler in "Jacqueline" wurde er mit dem "Filmband in Silber"1) als "Bester Nachwuchsschauspieler", dem "Deutschen Kritikerpreis" sowie dem "Bambi"1) als "Beliebtester Schauspieler" ausgezeichnet → "Jaqueline bei filmportal.de.
Die nächsten 15 Jahre widmete George sich verstärkt dem Theater und Fernsehrollen, aber zwischendurch, im Jahre 1977, erregte er mit einem einzigen Kinofilm schon wieder internationales Aufsehen: Die eindringliche Darstellung des KZ-Kommandanten Rudolf Höss in Theodor Kotullas "Aus einem deutschen Leben"1) bewies, dass der Schauspieler für das Kino noch lange nicht verloren war → siehe auch prisma.de.
 
Zu Georges wichtigsten Rollen auf der Theaterbühne zählen die Titelfigur in Shakespeares "Troilus und Cressida"1)  unter der Regie von Ernst Schröder sowie die des Martin Luther in Dieter Fortes Drama "Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung"1)  unter der Regie von Hansgünther Heyme. In Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht"1)  verkörperte er unter der Regie von Charles Regnier den Stanley Kowalski und bei den Salzburger Festspielen 1981 brillierte er mit der Titelrolle in Büchners "Dantons Tod"1) . Mit der Rolle des Grenzjägers in Karl Schönherrs "Der Weibsteufel"1) ging George 1981/82 auf Tournee sowie 1983/84 als Laurent in "Thérèse Raquin" nach dem gleichnamigen Roman1)  von Emile Zola. 1984/85 sah man ihn als Wasilikow in dem Drama "Die Macht des Geldes" von Alexander Ostrowski, 1986/87 als "Der Revisor"1) in Nikolaj W. Gogols gleichnamigen Komödie sowie 1990 mit der Titelrolle des verheirateten, zynischen Lehrers Platonow in Anton Tschechows Schauspiel "Platonow"1).
  
Götz George als DANTON 01 Götz George als DANTON 02
Götz George als "Danton" in Büchners "Dantons Tod"
während einer Probenpause in Salzburg 1981 sowie
mit Senta Berger*) als Grisette Marion
Inszenierung: Rudolf Noelte1), Salzburger Festspiele 1981
Götz George als "Danton" in Büchners "Dantons Tod" mit Senta Berger als "Marion"
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin 
Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
 
1981 wurde der Grundstein für das große TV-Comeback gelegt: Götz George trat am 28. Juni 1981 zum ersten Mal als Duisburger Ruhrpott-Kommissar Horst Schimanski in der "Tatort"-Episode "Duisburg-Ruhrort"1) auf, eine Figur, die er in den nächsten zehn Jahren mit mehr als 25 Episoden entschieden und unverkennbar prägte: "Prügel-Kommissar" nannte die NRZ den Ermittler mit den rüden unkonventionellen Methoden schon nach der ersten Folge, Schimanskis Schmuddel-Jacke wurde ebenso zum Markenzeichen wie dessen meist drastischen Aussprüche. 1991 verabschiedete sich George zunächst von der Rolle, um sich anderen Aufgaben zu widmen und nicht wie "Derrick" der Dauerkommissar vom Dienst zu werden. Sein spektakulärer Abgang entsprach ganz dem Schimanski-Image, mit seinem Lieblingswort "Scheiße" auf den Lippen segelte "Schimmi" in "Der Fall Schimanski"
1) mit einem Drachenflieger davon – allerdings ließ diese Schlussszene auch die Option zur Rückkehr offen. 1996 war es dann wieder so weit: George zog sich wieder die legendäre Jacke über und wurde in "Die Schwadron"1) erneut in einen spannenden Mordfall verwickelt. Inzwischen lebte Schimanski auf einem Hausboot in Belgien, hatte die Polizeimarke abgegeben und half der Duisburger Polizei oder Staatsanwaltschaft bei der Lösung der schwierigen Fälle. Zum Jubiläum "30 Jahre Schimanski" zeigte die ARD am 30. Januar 2011 die Folge "Schimanski: Schuld und Sühne"1), bei der es um Korruption im Polizeiapparat ging.
Dass George auch noch im fortgeschrittenen Alter durchaus glaubwürdig als markiger, rauhbeiniger Ermittler Schimanski auftreten kann, bewies er jüngst mit einer neuen "Schimanski"-Geschichte. Die Dreharbeiten zu dem Krimi mit dem Titel "Loverboy"1) starteten am 27. Mai 2013 in Köln, Duisburg und Amsterdam, Ausstrahlungstermin war dann der 10. November 2013. "… das sind die Momente, um derentwillen auch diese Schimanski-Folge sehenswert ist. Genauso wie in der Eröffnungsszene des Films sieht man an ihnen: Schimanski kann zwar nicht mehr alles, und er versucht es gar nicht erst. Das aber, was er kann, macht er noch: Er provoziert, streitet, pöbelt und tröstet. Und er macht das richtig gut." schrieb unter anderem die "Frankfurter Allgemeine".
Nicht nur im TV empfahl sich Götz George als Idealbesetzung für packende, actionorientierte Krimis, Kino-Thriller  wie "Abwärts"1) (1984), "Zahn um Zahn"1) (1985), "Zabou"1) (1987), "Die Katze"2) (1988) oder "Der Bruch" (1989) unterstrichen seine Popularität. Dennoch ließ sich Götz George nie auf einen Rollentypus festlegen, immer wieder dokumentierte er mit seinem facettenreiche Spiel seine darstellerische Vielseitig, etwa in dem Politthriller "Blauäugig"2) (1989), in "Morlock", vor allem aber in Helmut Dietls Satire "Schtonk"1) (1992): Eine gelungene Satire auf den größten Medienskandal der Bundesrepublik. Der als Fälscherkönig in die Geschichte eingegangene Plagiator Konrad Kujau hatte dem Stern-Magazin die angeblichen Hitler-Tagebücher verkauft. Als die Ente aufflog, blieb der Nation das Lachen im Halse stecken – so kunstvoll wurden Redakteure, Fachleute und die Öffentlichkeit eine Zeit lang hinters Licht geführt. (…) Götz George als Sensationsreporter Hermann Willié ist ein Erlebnis. Hier zeigt sich sein komödiantisches Talent von seiner besten Seite, weit weg von der festgefahrenen Figur des Kommissars Schimanski. (Quelle: prisma.de)
In Nico Hofmanns TV-Psychothriller "Der Sandmann"1) (1995) sowie in Romuald Karmakas Doku-Drama "Der Totmacher"1) (1995; siehe auch prisma.de), das ihm den Darstellerpreis bei den Filmfestspielen in Venedig einbrachte, bewies George einmal mehr mit seinem eindringlichen Spiel, dass er zu den ganz Großen unserer Zeit zählt. Letztgenannter Film wurde außerdem als deutscher Beitrag zur Oscar-Nominierung für 1995 vorgeschlagen. Ein weiteres Kino-Highlight mit Götz George wurde auch Helmut Dietls mehrfach ausgezeichnete satirische Komödie "Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief"1) (1997), neben Mario Adorf als Restaurantbesitzer Paolo Rossini  mimte er hier grandios den Regisseur Uhu Zigeuner.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Götz George; Copyright Virginia Shue
George verkörpert in den meisten seiner Filme ein deutsches Kunststück, nämlich körperlich zu spielen wie Hollywood-Idole und eine Rollenfigur auch psychologisch sensibel ganz durchdringen zu können. Vehement körperbetont legte er seine Paraderolle des Duisburger Polizisten Schimanski an, die auch deshalb unvergesslich bleibt, weil die Figur stark ist und dennoch Schwächen zeigen darf. Der deutsche Actionstar mit Tiefgang wollte nie ein akademischer Darsteller sein, der sich dem Medium, in dem er auftritt, nur mit Gesicht und Stimme unterwirft.
Am "Staatstheater" war damit kein Ruhm zu ernten, obwohl George oft und erfolgreich Theater spielte; auf der Leinwand, wo die Posen schon die halbe Person sind, kam sein Spiel mit Gesten, Gangarten und Requisiten umso besser zur Geltung.
In seinen Filmen der 1950er und 1960er Jahre wirkte sein Spiel deshalb erfrischend, überzeugend war es jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, erst in den 1980ern und 1990ern, weil nun ein reifer Charakter dahinter stand, der auch schwierigste Rollen wie der des homosexuellen Massenmörder Fritz Hamann1) in Karmakars dokumentarischem Spielfilm "Der Totmacher"1) (1995) meisterte. Seither galt Götz George als bester deutscher Filmdarsteller der Gegenwart.
1999 brillierte der Charakterdarsteller unter der Regie von Roland Suso Richter in "After the Truth – nichts als die Wahrheit"1) als KZ-Arzt Josef Mengele auf der Leinwand (→ siehe auch prisma.de), ein Jahr später konnten ihn die Fernsehzuschauer als "alten" Bubi Scholz" in dem Zweiteiler "Die Bubi Scholz Story"2) auf dem Bildschirm erleben. Stücke mit Götz George sind sowohl im Kino als auch im Fernsehen immer wieder ein Erlebnis und erreichen ungeheure Zuschauerakzeptanz.
Sein Rollenrepertoire war breit gefächert und reichte vom Action-Kino über den Unterhaltungsfilm  bis hin zum filmischen Kammerspiel. So sah man ihn beispielsweise 1994 in dem dreiteiligen satirischen Fernsehfilm über den Aufstieg des Berliners Stefan Stolze, der in "Das Schwein – Eine deutsche Karriere"1) mit rücksichtslosen Methoden Karriere macht. prisma.de schreibt unter anderem "Götz George porträtiert in diesem dreiteiligen TV-Film eindrucksvoll den Aufstieg eines Deutschen, der zunächst nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Jugendlicher eine bittere Zeit der Not und Entbehrungen erlebt und schließlich skrupellos zu einem wichtigen Wirtschafts-Magnaten heranreift".   
Szenenfoto "Solo für Klarinette" Nach dem unterhaltsamen Fernsehfilm "Tote sterben niemals aus"2) (1995) glänzte er 1998 neben Corinna Harfouch mit der Titelrolle des Bernhard 'Bernie' Kominka in dem dramatischen Krimi "Solo für Klarinette"2) nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Elsa Lewin, in dem von Peter Patzak in Szene gesetzten TV-Thriller "Die Entführung"2) war er 1999 der Unternehmer und gepeinigte Vater Carl Heidfeld und hatte Muriel Baumeister als Partnerin.
 
Szenenfoto "Solo für Klarinette" mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
In dem TV-Familiendrama "Mein Vater"2) berührte er das Publikum 2002 mit der Rolle des Vaters Richard Esser, der an der unheilbaren Alzheimer Krankheit leidet, neben Klaus J. Behrendt in der Rolle des Sohnes Jochen. 2003 erhielt George für seine Leistung zusammen mit Klaus J. Behrendt den Publikumspreis des "Adolf-Grimme-Instituts" sowie den "Bayerischen Filmpreis"; in Amerika wurde der Film mit dem "Emmy Award" als bester ausländischer Fernsehfilm ausgezeichnet.
In jüngerer Zeit agierte George 2002 in dem Psychodrama "Der Anwalt und sein Gast"2) und war der Straftäter Frank Karmann, der in das zunächst heil erscheinende Privatleben seines Verteidigers alias Heino Ferch eindringt, sowie der Kunstdozent Sandmann in dem spannungsgeladenen Pro 7-Episodenthriller "Geheimnisvolle Freundinnen". 2003 erlebte man ihn mit der Rolle des verschrobenen, abgerissenen arbeitslosen Schlossers und Außenseiters Heinrich Lütter in Kardir Sözens sozialkritischem Kinostreifen "Gott ist tot"2) und mit der Hauptrolle des Raimund Parz in dem packenden TV-Psychodrama "Familienkreise"2).
 
An der Seite attraktiver, reifer Frauen wie Thekla Carola Wied oder Christiane Hörbiger bewies Götz George in den letzten Jahren Zeit vermehrt seine komödiantischen Fähigkeiten: In dem witzigen Hochstapler-Abenteuer " Liebe. Macht. Blind."2) spielte er 2001 den Alexander Stahlberg neben Barbara Auer und Armin Rohde, als Gottfried Naumann stand er in der MDR-Komödie "Liebe ist die halbe Miete"2) (2002) zusammen mit Thekla Carola Wied vor der Kamera. In Christiane Hörbiger schien er eine "Traumpartnerin" gefunden zu haben, für viele galten beide als das neue Fernseh-Liebespaar. Bereits in "Schtonk" hatten beide 1992 als schräges Liebespaar brilliert, in Matthias Glasners Krimi "Schimanski muss leiden" hatte er 2000 eine Film-Affäre mit der beliebten Schauspielerin, die ein Jahr später einen "Adolf-Grimme-Spezialpreis" für ihre herausragenden Schauspielleistungen erhalten hatte. Die Grimme-Jury schrieb in ihrer Begründung: "Leidenschaft bot sie auch: ihre Krimi-Affäre mit Götz George als Schimanski – ihr mal unsicheres, dann auftrumpfendes Auftreten und diese poröse und gleichzeitig massive Affäre fesselten die Zuschauer: die Hörbiger und der George wurden so zum Fernseh-Liebespaar des Jahres. Aber dafür gibt es ja leider noch keinen Adolf Grimme Preis…". In Hajo Gies' romantischen Komödie "Alpenglühen"2), einer turbulenten Geschichte um Intrigen, Geld und Liebe, stand Götz George 2003 erneut mit Christiane Hörbiger vor der Kamera und mimte hinreißend den Hamburger Fischhändler Hannes Seeger, der sich in die naive Almbäuerin Rosa verliebt; mit "Liebe versetzt Berge - Alpenglühen 2"2) wurde der turbulente Reigen um Liebe, Eifersucht und Leidenschaft von Hajo Gies Anfang 2005 erfolgreich fortgesetzt. Im Frühjahr 2004 begeisterten beide in der Krimi-Komödie "Blatt & Blüte – Die Erbschaft"2) als Ex-Ehepaar, das von der verstorbenen Wahltante mit einem rätselhaften Erbe bedacht wird.

Im Februar 2005 konnte Götz George einmal mehr mit einer Gastrolle in "Kein Himmel über Afrika"2), einem dramatischen Zweiteiler nach der gleichnamigen Autobiografie der Deutsch-Afrikanerin Kerstin Cameron, seine schauspielerische Bandbreite zeigen. Hier mimte er den versoffenen Aussteiger und Schlangenzüchter Larry, den "guten" Freund des alkoholabhängigen Abenteurers Gordon Coburn alias Jean-Hugues Anglade, dessen Frau Catherine, gespielt von Veronica Ferres, für die gemeinsame Liebe kämpft und schließlich für seinen Selbstmord zur Verantwortung gezogen wird. Wenig später (zunächst auf ARTE) agierte Götz George – diesmal mit Senta Berger – in Vivian Naefes romantischen Komödie "Einmal so wie ich will"2) erneut unter dem Himmel Südafrikas und spielte eine ähnlich gelagerte Paraderolle, den wortkargen deutschen Auswanderer John, der eine Straußenfarm betreibt: Während einer Afrikareise, nach einem Streit mit ihrem Mann (Peter Simonischek), beschließt Emma (Senta Berger), ihr Leben gravierend zu verändern. Sie packt ihre Sachen und landet auf der Johns Straußenfarm, dessen Leben Emma als Gegenpol zu ihrer bürgerlichen Existenz fasziniert…
Dass Götz George nicht nur als reifer Liebhaber zu überzeugen wusste, bewies er im Sommer 2005 mit einer ganz anders gearteten Rolle: In Leander Haußmanns historischen Schiller-Verfilmung "Kabale und Liebe"2), dem Drama über die Liebe der Bürgerstochter Luise Miller (Paula Kalenberg) und Ferdinand von Walter (August Diehl), interpretierte George eindrucksvoll den Präsidenten und dominanten Vater Ferdinands.
Ende Februar 2006 wurde der bis in die kleinste Nebenrolle prominent besetzte packende RTL-Zweiteiler "Die Sturmflut"1) ausgestrahlt, welcher die Hamburger Jahrhundert-Flut am 16./17. Februar 1962 thematisiert und melodramatisch Fakten und Fiktion mischt. Vor dem Hintergrund der Katastrophe wird die Dreiecksgeschichte zwischen der jungen Krankenschwester Katja Döbbelin (Nadja Uhl), dem Oberarzt Markus Abt (Jan Josef Liefers) und Katjas Exgeliebten Jürgen Urban (Benno Fürmann) erzählt. George spielte hier den verbitterten Bauern Jens Urban bzw. den Vater des Protagonisten Jürgen und zeigte einmal mehr, dass er nicht nur als charmanter Herzensbrecher oder Action-Held sondern vor allem mit ernsten Charakterrollen glaubwürdig ist.

Foto mir freundlicher Genehmigung von Markus Tedeskino
© Markus Tedeskino (www.tedeskino.com)

Götz George; Copyright Markus Tedeskino
Das bewies George auch in dem von Regisseur Andreas Kleinert inszenierten Fernsehspiel "Als der Fremde kam"2), welches im Mai 2006 ausgestrahlt wurde. George ist der vom Leben enttäuschte Gewerkschaftsfunktionär Dr. Robert Stubenrauch, der schon lange keine Erfolge mehr vorweisen kann; nun soll er in der tiefsten Provinz die Schließung eines Zementwerks verhindern. Während die Belegschaft der Zementfabrik hungert, kommt Stubenrauch der Frau des Arbeiters Mathias Wernicke (Christian Redl) näher und beginnt eine Affäre mit Anne (Dagmar Manzel). Die Rolle ist deswegen ungewöhnlich, weil der 67-jährige George ohne Schnauzer oder Dreitagebart und mit relativ kurzen Haaren auftritt. … Kleinert habe verlangt, die Haare müssten kürzer sein und der Bart müsse ganz ab. "Da war kein Widerspruch möglich", sagt George. "Ich fühlte mich ohne Bart ganz unbeholfen, und das überträgt sich dann auf die Rolle. Ich wurde immer verklemmter ­ und genau das wollte Andreas haben. Man weiß ja mittlerweile, dass ich ein eher introvertierter Mensch bin, und der Bart ist im Grunde ein Schutz. Den hat mir Andreas genommen, aber das ist auch gut für den Film". (Quelle: prisma.de)
Eine eindringliche, diesmal eher untypische Figur verkörperte George in dem von Jobst Christian Oetzmann inszenierten, intensiven kammerspielartigen Drama "Der Novembermann"2) auf dem Bildschirm; bereits zwei Jahre zuvor war das Stück als Hörspiel fertiggestellt und ausgestrahlt worden.
Götz George; Copyright Harald Schrapers In dieser packenden, ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte ist George der Protagonist, der blinde Klavierlehrer Henry, Burghart Klaußner der Pfarrer Herrmann Drömer, der seine Frau Lena (Barbara Auer) wie jedes Jahr in den Urlaub verabschiedet. Wenig später kommt Lena bei einem Busunfall ums Leben. Bald stößt Drömer auf die traurige Wahrheit, dass seine Frau seit Jahren ein Doppelleben führte bzw. eine intensive Liebesbeziehung mit dem ehemaligen Fotografen Henry auslebte. Drömer reist nach Norden und sucht die Bekanntschaft des Liebhabers seiner Frau, stürzt in seelische Konflikte …  George erfüllt den Exzentriker Henry, der sich aufgrund seiner Erblindung in seine eigene Welt zurückgezogen hat, eindrucksvoll kraftvoll, dennoch sensibel mit Leben. Der Zuschauer kann sich mit Henrys Emotionen, dass seine "Novemberfrau" aus seinem dunklen Leben verschwunden ist, identifizieren und leidet mit ihm.
 
Das Foto, aufgenommen im Sommer 2001, wurde mir freundlicherweise
vom Harald Schrapers zur Verfügung gestellt, der u.a. Die Horst-Schimanski-Homepage betreibt.
Ein weiterer filmischer Höhepunkt mit Götz George sowie seiner Partnerin Hannelore Hoger war das Drama "Die Katze"2), das unter anderem beim Hamburger Filmfest im Herbst 2007 gezeigt wurde. Das von Kaspar Heidelbach in Szene gesetzte Psychodrama basiert auf der gleichnamigen, 1966 erschienenen Erzählung des französischen Schriftstellers Georges Simenon und wurde bereits 1970 mit Simone Signoret und Jean Gabin in den Hauptrollen verfilmt – George und Hoger standen den darstellerischen Leistungen ihrer berühmten französischen Kollegen mit ihrem eindringlichen Spiel in nichts nach und zogen alle Register ihres schauspielerischen Könnens: Margret (Hannelore Hoger), bürgerliche Witwe eines bankrott gegangenen Fabrikanten, lernt Siegmar (Götz George), einen raubeinigen ehemaligen Polier kennen. Wenig später entschließen sich die beiden unterschiedlichen alten Leute zu heiraten und in Magrets Haus zusammenzuziehen. Die Angst vor der Einsamkeit ist größer als alle Bedenken. Was Margret nicht ahnt: Siegmar bringt seine Katze mit – mit der Margret sofort auf Kriegsfuß steht. Das Tier wird zum ständigen Zankapfel zwischen ihnen, ein an den Nerven zerrender Kleinkrieg beginnt, der alle Zuneigung auslöscht. Siegmar fasst seinen Hass in zwei Worten zusammen: "Die Katze." Ihr Zusammenleben wird zur Hölle. Als Siegmar seine Katze tot auffindet, bahnt sich eine tödliche Katastrophe an …(Quelle: www.filmfesthamburg.de)
Ende Mai 2008 überraschte George die Fernsehzuschauer mit einer stillen, biederen Figur, drückte dem eher gesichtslosen pensionierten Beamten Johannes Bergkamp in dem mit Krimi-Elementen durchsetzten Familien-Drama "Meine fremde Tochter"2) seinen ureigenen Stempel auf. Bergmann wohnt in einem Dorf, an dem die Zeit vorüber gegangen ist, der akkurate 50er-Jahre Haarschnitt unterstreicht die Biederkeit, ebenso wie die mausgraue Kleidung, welche seit Jahrzehnten out ist. Alles scheint für den gealterten Mann in Ordnung zu sein, bis er nach dem plötzlichen Tod seiner über alles geliebten Tochter Sophie (Nora von Waldstätten) nach und nach feststellen muss, dass er sie bzw. ihr Leben nie richtig gekannt hat. Regisseur Manfred Stelzer inszenierte mit einem brillant zurückhaltend-dominant spielenden Götz George ein packendes Stück, das von schmerzlichen Erfahrungen, der Spurensuche nach einem nicht gekannten Leben und der behutsamen Annäherung an den vermeintlich missratenen Sohn (Alexander Scheer) erzählt.

Foto: Götz George anlässlich der Gala zur Verleihung des
Fernsehpreises "Romy"1) in der Wiener "Hofburg" am 25. April 2009
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui
 Lizenz CC-BY-SA 3.0; Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Götz George  anlässlich der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises "Romy" in der Wiener "Hofburg" am 25. April 2009; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui; Lizenz CC-BY-SA 3.0.
George zählt zu den herausragenden Charakterdarstellern im deutschsprachige Raum, von Krimis über Komödien bis hin zu ambitionierten Dramen deckt der Mime das gesamte Spektrum schauspielerischer Herausforderungen ab. Gerade mit seinen Altersrollen beweist er, dass er nicht nur als raubeiniger Macho oder charmanter Typ die Zuschauer fesseln kann, es sind vermehrt die stilleren, in sich gekehrten Figuren. So brillierte er am 27. Januar 2010 als Buchhändler Peter Jordan in dem ARD-Drama "Zivilcourage"1), mit dem Regisseur Dror Zahavi ein brisantes Thema aufgreift: Der Alt-68er Peter Jordan, Besitzer eines kleinen Buchantiquariats in Berlin-Kreuzberg, gerät mit einer dortigen Gang in Konflikt, folgt als Zeuge einer Gewalttat seinem Gewissen und zeigt die jugendlichen Täter an. Dass er damit nicht nur sich, sondern auch seine Familie in Gefahr bringt, nimmt er in Kauf. Götz George spielt wieder einmal in seiner eigenen Liga. Er gibt seiner Figur eine Beharrlichkeit, die zuweilen an Entrücktheit grenzt. Manchmal muss man weltfremd sein, um nicht wegzulaufen. Am Anfang begegnet Jordan der Gewalt mit dem Büchner-Zitat: "Was ist das, was in uns lügt, mordet und stiehlt?" Zum Schluss besorgt er sich eine Pistole. Es ist ein weiter Weg. George geht ihn behutsam und ohne dafür den Schimanski auszupacken. schreibt André Mielke bei www.welt.de (siehe auch prisma.de).
 
Eine aktuellere Arbeit war die ZDF-Beziehungskomödie "Lüg weiter, Liebling"2) (EA: 03.05.2010) mit Hannelore Elsner als Partnerin. George kommt als abgehalfterter, mittelloser Umweltaktivisten Hape daher, der auf die reiche Witwe Martha (Hannelore Elsner) trifft. Martha fällt (scheinbar) auf manche abstruse Geschichte des Charmeurs herein, der es geschickt versteht, die gelangweilte Dame zu umgarnen und ihr das Geld aus der Tasche zu locken. Zum ersten Mal standen die beiden Publikumslieblinge George und Elsner als Hauptdarsteller gemeinsam vor der Kamera, herausgekommen ist ein charmant-niveauvoller Spaß, der weitgehend auf Klamauk-Elemente verzichtete und vor allem durch pointiert-geschliffene Dialoge überzeugte. Getragen von einem gut aufgelegten Schauspieler-Ensemble, allen voran George und Elsner als gegensätzliches Pärchen, war diese von Gabriela Zerhau inszenierte witzige Geschichte ein Lichtblick in der ansonsten oft so seichten Fernsehunterhaltung. Auch die Nebenakteure konnten sich sehen lassen, beispielweise Rudolf Wessely als sexbesessener Vater des Schwindlers Hape, Bibiana Zeller als überspannt-verwirrte Mutter Marthas oder Ludger Pistor, der als Finanzberater Martha ziemlich linkisch den Hof macht.
Urs Odermatt und Götz George während der Dreharbeiten zu "Mein Kampf" Darüber ging in Österreich  Ende März 2010 die von Urs Odermatt inszenierte Filmgroteske "Mein Kampf"2) an den Kinostart. Bereits 2008 hatten die Dreharbeiten zu der Verfilmung der gleichnamigen Theater-Farce von George Tabori begonnen, der bei der Uraufführung am 6. Mai 1987 im Akademietheater des Wiener Burgtheaters Regie führte. In Urs Odermatts Umsetzung des Theaterstücks1) spielt Tom Schilling den jungen Hitler, Götz George gibt den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, Bernd Birkhahn den jüdischen Koch Lobkowitz. In Deutschland lief der Film am 3. März 2011 an, siehe auch www.nordwestfilm.ch.

Urs Odermatt und Götz George während der Dreharbeiten zu "Mein Kampf"
Foto mit freundlicher Genehmigung von Alexandra Schild
© Alexandra Schild

Die Figur des Kontrollfreaks Theo Winter in Vivian Naefes TV-Film "Papa allein zu Haus"2) (EA: 16.05.2011) schien George förmlich auf den Leib geschrieben, die mit komödiantischen Momenten durchsetzte Geschichte zeigte den Wandel eines misanthropischen Unsympaths zum sanftmütigen, verständnisvollen Mitmenschen, als er sich per Gerichtsbeschluss um ein junges, im Heim lebendes Mädchen (Janina Stopper) kümmern muss. "Götz George als Ekel Theo liefert eines seiner schnaufenden, röchelnden, auch mal brüllenden, dann wieder ganz leisen Charakterbilder." notiert www.stern.de. Nach eigenem Drehbuch inszenierte Vivian Naefe dieses moderne Märchen (…) um einen mürrischen Rentner und ein wildes Mädchen. Dabei setzte sie ganz auf das Können der Hauptdarsteller. Vor allem George, der in den letzten Jahren verstärkt auch in "älteren" Rollen – man denke etwa an "Mein Vater", "Die Katze", "Meine fremde Tochter" oder "Zivilcourage" – überzeugte, gibt hier gekonnt den grantelnden Alter, der sein großes Herz erst noch entdecken muss. Ebenfalls klasse: Janina Stopper in der Rolle der jungen Streunerin, die erst allmählich lernt, die wahren Werte des Lebens zu erkennen.3)
Anfang März 2011 fiel in Berlin und Umgebung die erste Klappe zu dem vom WDR für die ARD produzierten Psychodrama mit dem Titel "Nacht ohne Morgen"2), in dem Götz George unter der Regie von Andreas Kleinert neben Barbara Sukowa, Fritzi Haberlandt und Jeroen Willems eine Hauptrolle spielte: Erzählt wird die Geschichte des pensionierten, schwer kranken Berliner Staatsanwaltes Jasper Dänert (Götz George), der einen lange zurückliegenden, nicht gelösten Fall aufklären will, um in den letzten Wochen seines Lebens Gerechtigkeit herbeizuführen. Die Erstausstrahlung dieses düsteren Psychogramms eines einsamen Mannes, der im Angesicht des Todes für sich Erlösung von einer Lebenslüge sucht, erfolgte am 30. November 2011. George zeigte sich einmal mehr in absoluter Topform, "Still, präzise, rigoros arbeitet er sich hier als Todgeweihter ins emotionale Zentrum des Films vor" notierte DER SPIEGEL. Am Schluss wird der Zuschauer mit einer überraschenden Lösung des Falls konfrontiert, siehe auch www.derwesten.de.
Ein brisantes Thema – illegal nach Deutschland gebrachte afrikanische Flüchtlinge und deren Schicksal – griff der von Lars Becker inszenierte Krimi "Reise in den Tod"4) (EA: 16.01.2012) aus der ZDF-Reihe "Nachtschicht"1) auf, mit Götz George als brutal-wortkargem, für einen Menschenhändlerring arbeitenden Schleuser Bruno Markowitz. "Aus der Star-Riege ragt der stark aufspielende Götz George heraus, der diesem Polizeithriller mit der Rolle des Schleusers, der sein Gewissen entdeckt und schließlich Mitgefühl hegt, seinen Stempel aufdrückt." notiert prisma.de.
  
Am 18. April 2011 starteten dann laut Presseberichten die Dreharbeiten zu Helmut Dietls "Kir Royal"-Fortsetzung für das Kino unter dem Titel "Zettl"1), neben Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig als Reporter Max Zettl hatte Götz George als "Kanzler Ebert" eine Gastrolle übernommen. Von der alten "Kir Royal"-Crew war erneut Dieter Hildebrand als Fotograf Herbie Fried mit von der Partie, Senta Berger spielte die Rolle des Volksmusikstars Mona Mödlinger. Harald Schmidt zeigte sich als bayerischer Ministerpräsident und BR-Moderator Christoph Süß als Gewerkschaftsboss, weitere prominente Namen wie Karoline Herfurth, Ulrich Tukur, Dagmar Manzel, Sunnyi Melles, Hanns Zischler und Gert Voss standen auf der Besetzungsliste; Kinostart war am 2. Februar 2012 → wwws.warnerbros.de.
Der mit Anna Maria Mühe, Götz George und Heino Ferch prominent besetzte historische ZDF-Zweiteiler mit dem Titel "Deckname Luna"2) thematisiert "die Raketenforschung der 1960er Jahre, den Kalten Krieg und die Abgründe deutsch-deutscher Spionage", kann man bei der Produktionsfirma "neue deutsche Filmgesellschaft" lesen. George gibt darin den Raketeningenieur Dr. Arthur Noswitz, Großvater der Werftarbeiterin Lotte Reinhardt (Anna Maria Mühe), die wie ihr großes Idol Juri Gagarin Kosmonautin werden will. Nach einer abenteuerlichen Flucht aus der Sowjetunion entwickelt Noswitz in Augsburg neue Raketen-Antriebsformen, er und seine Enkelin geraten bald ins Visier der Stasi. Die Dreharbeiten begannen Anfang August 2011, zur Ausstrahlung gelangte die von Ute Wieland inszenierte Mischung aus Spionage-Thriller, Ost-West-Drama und Liebesgeschichte am 5. und 8. November 2012 → www.presseportal.de.
Als "spannenden, vorzüglich gespielten und dicht inszenierten (Fernseh-)Kriminalfilm, der auf grelle visuelle Effekte verzichtet und sich ganz auf die Auslotung der Charaktere konzentriert." bezeichnet das "Lexikon des Internationalen Films" den von Matti Geschonneck inszenierten Thriller "Tod einer Polizistin"1) (EA: 14.01.2013). George spielt den pensionierten Hauptkommissar Bruno Theweleit, der vor 15 Jahren den Kriminellen Frank Keller (Jürgen Vogel) hinter Gitter brachte. Als sich Keller gewaltsam und brutal einer weiteren Sicherungsverwahrung entzieht, kommen Ungereimtheiten ans Licht und schließlich wird – nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz der jungen Polizeianwärterin Lena Frey (Rosalie Thomass) – die ganze Wahrheit aufgedeckt, in die Theweleit und sein einstiger, kaltblütiger Kollege Günther Lehmann (Uwe Kockisch) verstrickt sind. "Götz George und Jürgen Vogel, die hier als erbitterte Gegner erstmals gemeinsam vor der Kamera standen, drücken diesem Thriller ihren Stempel auf." kann man bei prisma.de lesen.
   
Wie schon vorab in Presseberichten zu lesen war, stand Götz George für den ARD-Film "George"1) über seinen Vater vor der Kamera und verkörpert darin den "Jahrhundertschauspieler" Heinrich George. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, er habe er "aufgrund der Qualität des Manuskripts nach langem Nachdenken dem Projekt zugestimmt. (…) Denn der Film soll eine kritische und authentische Auseinandersetzung des letzten Lebensabschnitts meines Vaters wiedergeben. (…) Der Film bietet die Möglichkeit, für meinen völlig zu Unrecht beschuldigten Vater, der immer als NS-Darsteller hingestellt wurde, durch Zeitzeugen einen Freispruch zu erwirken" führte George unter anderem aus. Die Berliner Produktionsfirma "Teamworx" (Produzent Nico Hofmann) realisierte den Film über die letzten Jahre Heinrich Georges im Auftrag des SWR (Federführung), WDR, RBB, NDR und ARTE, die Drehbuchvorlage stammte nach langen Recherchen von SWR-Autor Joachim A. Lang. Wikipedia schreibt: "Szenische Filmelemente und Rückblenden durch historisches Filmmaterial zeigen die wichtigsten Stationen im Leben des Schauspielers Heinrich George seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten bis hin zu seiner letzten Theatervorstellung im Gefangenenlager Hohenschönhausen. Der Film baut sich anhand von Verhören auf, denen sich Heinrich George stellen muss. Das russische Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD) versucht Georges Verstrickungen im NS-Regime nachzuvollziehen. Thematisiert werden Georges Rollen in den Propagandafilmen "Jud Süß" oder "Kolberg", ebenso wie sein Engagement für jüdische Kollegen und Oppositionelle, während er das "Schillertheater" leitete. In realen Szenen erklärt Götz George, wie es für ihn war, seinen eigenen Vater zu spielen." Auch die anderen Rollen waren prominent besetzt, so spielte unter anderem Martin Wuttke den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels1), Muriel Baumeister Georges Ehefrau Berta Drews, Thomas Thieme den Schauspieler Paul Wegener*), Hanns Zischler den Maler Max Beckmann1) und Burghart Klaußner den Pianisten Helmut Maurer, Heinrich Georges Mithäftling im sowjetischen Gefangenenlager Hohenschönhausen. Nach der Uraufführung (21.06.2013) beim "Festival des deutschen Films" sowie der Präsentation (02.07.2013) im Berliner Kino "Babylon" gelangte der vielbeachtete Film am 22. Juli 2013 anlässlich des 75. Geburtstages von Götz George erstmals bei ARTE sowie zwei Tage später in der ARD zur Ausstrahlung → www.presseportal.de. Bei der Verleihung des "Deutschen Fernsehpreises" am 2. Oktober 2013 im Kölner "Coloneum" wurde Götz George für den Film "George" gemeinsam mit Regisseur und Drehbuchautor Dr. Joachim A. Lang1) sowie Bruder Jan George in der Kategorie "Besondere Leistung" ausgezeichnet.
 
Viel Beachtung fand der von Kaspar Heidelbach inszenierte, hochkarätig besetzte ARD-Psychothriller "Besondere Schwere der Schuld"2) (EA: 01.11.2014), nach der "Tagesschau" war es das meistgesehene Programm. George beeindruckte einmal mehr mit seinem intensiven Spiel, gestaltete den "Berufsverbrecher" Joseph Komalschek, der nach dreißig Jahren hinter Gittern in die Freiheit entlassen wird. Der vom Alter und seiner Gehbehinderung gezeichnete Mann, der den Doppelmord an einer jungen Bardame und deren Baby nie gestand, lässt sich in seiner Heimatstadt bzw. in einer kleinbürgerlichen Ruhrpott-Siedlung nieder, wird rund um die Uhr von drei Polizisten bei Schritt und Tritt observiert – und schikaniert. Vor allem zwischen dem pensionierten Ex-Polizisten Klaus Barner (Manfred Zapatka) und dem entlassenen Sträfling beginnt ein seltsames Katz-und-Maus-Spiel. Barners Sohn Tom (Hanno Koffler), ebenfalls Polizist, ahnt noch nicht, dass er selbst der Schlüssel zur Lösung dieses mysteriösen Falles ist. In weiteren Rollen sah man Hannelore Elsner als Ehefrau von Klaus Barner, Thomas Thieme und Hans-Martin Stier als Barners pensionierte Kollegen, die durch Komalscheks Rückkehr ebenfalls aufgeschreckt werden. "Ein von Zapatka bis Elsner stimmiges Ensemble und mit Götz George ein Hauptdarsteller, der aus jeder seiner Rollen stets noch eine Nuance mehr herausholt als so mancher Kollege …" schreibt unter anderem tittelbach.tv; "Götz George macht diesen Thriller zum Ereignis" titelte www.welt.de, für www.stern.de ist es "nicht die Geschichte, die den Krimi "Besondere Schwere der Schuld" so besonders macht. Es sind die perfekt ausgewählten Schauspieler. Allen voran Götz George als fast erloschener Mensch."; weitere Kritiken beispielsweise bei www.faz.net und www.focus.de.

Im Frühjahr 2003 erschien von dem Filmjournalisten Heiko R. Blum zum 65. Geburtstag des Stars die Biografie "Götz George. Beruf: Schauspieler" auf dem Markt. Neben äußerst interessanten Gesprächen mit zahlreichen seiner Wegbegleiter und natürlich auch mit Götz George selbst enthält der Band vollständige Listen seiner Kino-, Fernseh- und Theaterarbeiten sowie eine kleine Fotogalerie, die zeigt, wie vielseitig der Schauspieler ganz im Gegensatz zu dem Schimanski-Klischee tatsächlich ist (Zitat der amazon-Redaktion).
Schimanski-Fans finden alles Wissenswerte in dem 1997 erschienen Buch "Horst Schimanski.'Tatort' mit Götz George" von Frank Goyke und Andreas Schmidt.
Götz George, aufgenommen anlässlich seiner Buchpräsentationen "Mit dem Leben gespielt" am 20. Mai 2008; Copyright Christian Behring Rund zwei Monate vor seinem 70. Geburtstag stellte Götz George Anfang Mai 2008 in Berlin seine im "Scherz Verlag" erschienene Biografie "Götz George – Mit dem Leben gespielt" vor, die in Zusammenarbeit mit dem Autor Torsten Körner entstanden ist. Erstmals gibt der Schauspieler ausführlich Auskunft über sein Leben und sein darstellerisches Wirken – wie er bei der Buchpräsentation verriet nicht ohne Eigennutz im Hinblick auf die ständigen Fragen der Journalisten: "Steht jetzt alles da drin" (…) "Jetzt muss ich nicht mehr Rede und Antwort stehen und immer dasselbe quatschen …"
 
Foto: Götz George, aufgenommen anlässlich seiner Buchpräsentationen
"Mit dem Leben gespielt" am 20. Mai 2008
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)
Auch das Fernsehen würdigte Georges herausragendes Schaffen anlässlich seines runden Geburtstages. In zahlreichen Wiederholungen wurde seiner legendären Auftritte als "Schimanski" gedacht, aber vor allem mit Charakterstudien wie in "Der Novembermann" oder in "Mein Vater" konnten die Zuschauer erneut erleben, dass George zu Recht als einer der besten Schauspieler Deutschlands gilt. Die ARD machte dem Künstler die Verwechslungskomödie "Schokolade für den Chef"2) zum Geburtstagsgeschenk und strahlte diese Mischung aus Humor und Gefühl am 26. Juli 2008 aus. In dem aufwendig inszenierten TV-Film mit prominenter Besetzung – allen voran Karl Kranzkowski sowie Irm Hermann und Rudolf Wessely – mimt George den Millionenschweren Konzernchef Ernst Schmitt, der nach einer Herzoperation kürzer treten soll. Doch der denkt gar nicht daran. Er gibt vor in der Provinz Ruhe zu suchen, will aber eigentlich nur herausfinden, was mit der väterlichen Schokoladenfabrik falsch läuft. Er wechselt mit seinem Chauffeur Hubert (Karl Kranzkowski) die Identität und recherchiert sozusagen undercover vor Ort als Fahrer des momentanen Firmenleiters. Dabei entdeckt er schnell recht krumme Geschäften …
Unter der Regie von Manfred Stelzer beweist Götz George auch sein vortreffliches Geschick in punkto Komödien. Hier ist zwar vieles vorherzusehen und recht klischeemäßig in Szene gesetzt, macht aber dennoch wegen des hervorragenden Spiels und einiger guter Gags viel Spaß.
(Quelle: prisma.de)
 

Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

DVD-Cover: Schokolade für den Chef;  Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
Für das Format und die Klasse Götz Georges sprechen auch die zahlreichen Preise, mit denen er ausgezeichnet wurde, darunter zwei "Bundesfilmpreise", der "Deutsche Kritikerpreis", drei "Bambis", zwei "Bayerische Fernsehpreise", drei "Adolf-Grimme-Preise", der "Goldene Bär" und der "Schauspielerpreis" beim Festival von Venedig. 2001 wurde Götz George die "Goldene Feder" für sein Lebenswerk verliehen, Ende September 2007 konnte er bei der Verleihung des "Deutschen Fernsehpreises" in Köln den "Ehrenpreis der Stifter" entgegennehmen, der an Persönlichkeiten geht, die durch ihr Schaffen die deutsche Fernsehlandschaft nachhaltig geprägt haben. Am 25. April 2009 folgte dann in der Wiener Hofburg im Rahmen der 20. Romyverleihung der "Platin-Romy" für sein Lebenswerk; der begehrte österreichische Fernsehpreis wird seit 1990 von der Tageszeitung "Kurier" zur Erinnerung an die berühmte deutsch-österreichische Schauspielerin Romy Schneider*) (1938 – 1982) verliehen. Für seine Verdienste um Duisburg erhielt George am 15. März 2010 in Köln den "Rheinlandtaler", mit dem der Landschaftsverband Rheinland (LVR) seit 1976 Menschen ehrt, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlands verdient gemacht haben. "Götz George hat sich in der Rolle des Duisburger Urgesteins Schimanski in die Herzen der Menschen in unserer Region gespielt. Und er hat den Menschen in ganz Deutschland die Kultur, das Lebensgefühl und die Traditionen des rheinischen Ruhrgebiets vermittelt. Die Auszeichnung mit dem Rheinlandtaler würdigt seine großen Verdienste um die positive Wahrnehmung und Wertschätzung unserer Region", so der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Dr. Jürgen Wilhelm, in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung. Eine besondere Krönung seiner Lebensleistung war sicherlich am 6. Oktober 2014 im Berliner im "Schloss Bellevue" die Verleihung des "Großen Bundesverdienstkreuzes" durch Bundespräsident Joachim Gauck. George erhielt diese hohe Auszeichnung für seine Verdienste um Film und Fernsehen in Deutschland, zudem habe er sich sozial für die "Deutsche Krebshilfe" und die Opferschutz-Organisation "Weißer Ring" engagiert, hieß es aus dem Bundespräsidialamt.
  
Die Auszeichnungen (Quelle: Wikipedia)
Link: Wikipedia

Der Schauspieler, der sein Privatleben strikt abschottete und als scheuer Einzelgänger galt, war von 1966 bis 1976 mit seiner österreichischen Kollegin Loni von Friedl1) verheiratet; aus der Verbindung stammt die 1967 geborene Tochter Tanja, die in Australien als Regisseurin und Künstlerin (Skulpturen) lebt und arbeitet. Vater Götz George lebte in München, Berlin und zuletzt im Hamburger Stadtteil St. Georg sowie in seiner freien Zeit auf Sardinien, seiner Wahlheimat, wo er im Sommer 1996 einen schweren Unfall erlitt, jedoch in seinen Beruf zurückfand. Seit 1997 war die 20 Jahre jüngere Journalistin Marika Ullrich als Lebenspartnerin an seiner Seite, mit der gemeinsam er sich Mitte Mai 2008 in der Talk-Show "Beckmann" den Fragen des Moderators stellte; im Jahre 2014 heirate das Paar in aller Stille – an der Presse vorbei.
Von
Marika Ullrich stammt auch die 30-minütige Dokumentation "Nicht reden, machen", welche die ARD am 23. Juli 2008 zeigte → mehr bei programm.ard.de.
 
Trauer und Betroffenheit rief die Nachricht hervor, dass der großartige Götz George nicht mehr unter uns weile. Wie die Medien erst am 26. Juni 2016 meldeten, war der Schauspieler bereits am 19. Juni 2016 nach kurzer Krankheit, rund vier Wochen vor seinem 78. Geburtstag in Hamburg gestorben und bereits in aller Stille im engsten Familienkreis in Hamburg beigesetzt worden; laut Information der Zeitung "'Bild" soll er an Krebs gelitten haben. Wie www.focus.de berichtete, habe er seine letzte Ruhe auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Zehlendorf in einem Familiengrab ganz in der Nähe von dem seines Vaters Heinrich George (Feld 13) gefunden → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Götz George zählte ohne Zweifel zu den zu den herausragenden Schauspielerpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum, der in Film und Fernsehen nachhaltige Spuren hinterlassen hat und ein Millionenpublikum erreichte. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte George als einen der "großen Protagonisten der Kulturmetropole Berlin" gewürdigt. "Berlin verneigt sich in Dankbarkeit und Trauer vor einem großen Künstler und überzeugten Berliner. Wir werden ihn nicht vergessen", sagte Müller. Und Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), erklärte: "Was immer Götz George auch machte, es war nie egal. Es hat immer bewegt. Und es wird immer bleiben, so sehr uns der Schauspieler und Mensch Götz George auch fehlt."
Zuletzt stand George im Sommer 2015 als bärbeißig-herrischer Bergbau-Baron Türnitz für das ARD-Krimi-Drama zur deutsch-deutschen Vergangenheit mit dem Titel "Böse Wetter"1) und dem Untertitel "Das Geheimnis der Vergangenheit" vor der Kamera, das am 3. Oktober 2016 gezeigt wurde → www.presseportal.de. "Man sieht einen typischen, physisch an die Grenzen gehenden George, der es sich auch noch mit 76 nicht nehmen ließ, bei den Dreharbeiten durch Grubenschächte zu krabbeln & mit seinem Kontrahenten zu rangeln. George spielt als Bergwerks-Direktor, Typ raue Schale, eine wichtige Nebenrolle. (…) George verleiht dieser Figur etwas Sanftes, über den Dingen Schwebendes, obwohl Türnitz seine Mitmenschen eigentlich konsequent vor den Kopf stößt." schreibt Thomas Gehringer bei tittelbach.tv; siehe auch www.welt.de, www.faz.net.
Textbausteine des Kurzportraits aus
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 118/119
sowie von www.prisma.de
Weitere Informationen findet man bei Wikipedia, www.whoswho.de, www.film-zeit.de, filmportal.de
Siehe auch Die Horst-Schimanski-Homepage
Link: *) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 4) tittelbach.tv
3) Quelle:  prisma.de
Lizenz Foto Götz George (Urheber: Manfred Werner – Tsui): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
   
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, deutsches-filmhaus.de, filmportal.de, prisma.de, 
Die Krimihomepage, fernsehserien.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehfilme (Auszug)
Götz George mit seinem Dauerpartner Eberhard Feik alias Kriminalhauptkommissar Christian Thanner aus den "Schimanski"-Tatort-Folgen; Copyright Virginia Shue "Schimanski"-Tatorte bzw. "Schimanski"-Krimis
Siehe auch Die Horst-Schimanski-Homepage
sowie die "Tatort"-Folgen bei www.tatort-fundus.de
(Link: prisma.de/Wikipedia)

 

Foto: Götz George mit seinem Dauerpartner Eberhard Feik
alias Kriminalhauptkommissar Christian Thanner aus
den "Schimanski"-Tatort-Folgen

"Schimanski"-Tatorte (Erstausstrahlung Wikipedia) "Schimanski"-Krimis (Erstausstrahlung  Wikipedia)
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