Curd Jürgens (Curd Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens) wurde am 13. Dezember 1915 in München geboren. Jürgens' Vater, ein bedeutender, wohlhabender Hamburger Exportkaufmann lernte die Mutter Mouissia Noir, eine Südfranzösin, am Zarenhof in Petersburg kennen. In die große Welt der High Society, in der er sich stets am wohlsten fühlte, wurde Curd Jürgens bereits hineingeboren. "Auf alles könnte er verzichten", zitierte er einmal Oscar Wilde, "nur auf Luxus nicht". Jürgens wuchs zweisprachig auf und besuchte im Alter von zehn Jahren die "Herder-Schule", ein Reform-Realgymnasium in Berlin. Auf Wunsch seiner Eltern sollte er die Diplomatenlaufbahn einschlagen, der junge Jürgens jedoch hatte andere Pläne und begann zunächst als Reporter beim Berliner "8-Uhr-Abendblatt". Doch dann faszinierte ihn das Theater. Schon vorher hatte er in der Laiengruppe seines Gymnasiums als abgefeimter Halunke in Bruno Franks "Zwölftausend" begeistert, nun nahm er Schauspielunterricht bei Walter Janssen*) (1887 – 1976) und hatte 1935 sein erstes Bühnenengagement am "Metropoltheater" in Dresden – als singender Bonvivant in Ferdinand Raymonds Operette "Ball der Nationen".
Curd Jürgens Weitere Theaterstationen wurden in Berlin das "Theater am Kurfürstendamm" (1936/37) und die "Komödie" (1937–1939), das "Deutsche Volkstheater" in Wien (1938–1941) und erneut die "Komödie" in Berlin (1940–1942).
1941 gelang Jürgens durch Vermittlung der Schauspielerin Lizzy Waldmüller*) der Sprung an das Wiener "Burgtheater", dessen Ensemble er zunächst bis 1953, dann von 1965 bis 1968 und wieder ab 1973 angehörte. Sein Bühnendebüt hatte er dort als Don Juan d'Austria in der Komödie "Madame Kegels Geheimnis" von Joachim Zimmermann gegeben. Am "Burgtheater" diente er sich langsam nach oben, mit Figuren wie Romeos Vetter Benvolio in der Shakespeare-Tragödie "Romeo und Julia", dem Siegfried in Friedrich Hebbels "Genoveva" und als Mercutio, wieder in "Romeo und Julia". Mehrmals brillierte er darüber hinaus bei den "Salzburger Festspielen", so unter anderem 1947 als Potiphar in der Oskar Waelterlin-Inszenierung von Alexander Lernet-Holenias Komödie "Die Frau des Potiphar" oder von 1973 bis 1977 als umjubelter Hugo von Hofmannsthal'scher "Jedermann".
Siehe auch "Curd Jürgens auf der Bühne" bei Wikipedia.
 
 
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Berühmt und populär wurde Jürgens jedoch vor allem als charismatischer, wandlungsfähiger Filmschauspieler, der auch international Lorbeeren erntete. Sein Leinwanddebüt hatte er 1935 als jugendlicher Kaiser Franz Josef in Herbert Maischs K.u.K.-Romanze "Königswalzer"1) gegeben, einem harmlos heiteren Oberflächenschwank, in dem die schöne Herzogin Elisabeth alias Sissi (Heli Finkenzeller) dem feschen Grafen Ferdinand von Tettenbach (Willi Forst) einen unbezahlbaren Gefallen tut. Im Film jener Zeit war Jürgens zunächst nur auf das Klischee "arrogant und schön" festgelegt, mimte dekorative Leutnants oder Adlige, wie etwa den Grafen Erik Stjernenhö in "Familienparade" (1936), den Prinz Heinrich Karl in Paul Verhoevens "Salonwagen E 417"2) (1939) oder den Kaiser Josef in "Wen die Götter lieben"2) (1942) mit Hans Holt als Wolfgang Amadeus Mozart.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg kamen allmählich die prägnanten Figuren auf Jürgens zu, die ihn als Kraftprotz, Liebhaber und Landsknecht des deutschen Nachkriegskinos unvergessen machen.

Anfangs verharrte er noch in dem bekannten Rollenklischee, so etwa als Graf Lechenberg in der von Willi Forst in Szene gesetzten musikalischen Filmbiografie um Johann Strauss "Wiener Mädeln"2) (1949) oder als Dirigent Felix Adrian und Partner von Olga Tschechowa in der Komödie "Geheimnis einer Ehe" (1951). Spätestens mit der Rolle des zweifelhaften, draufgängerischen Fliegergenerals Harras in Helmut Käutners brillant inszenierten Zuckmayer-Verfilmung "Des Teufels General"2) (1955) fand Jürgens auch als charismatischer Charakterdarsteller Anerkennung. Bereits im gleichen Jahr eroberte er als vom Weltkrieg gezeichneter Wolf Gerke in dem französischen Abenteuer "Les Héros sont fatigués"2) (1955, Die Helden sind müde) von Yves Ciampi neben Yves Montand den weltweiten Filmmarkt und avancierte rasch zum international anerkannten Star. Ein Jahr später besetzte ihn Roger Vadim als Lover von Brigitte Bardot in der erotisch-prickelnden Geschichte "Et Dieu… créa la femme"2) (1956, …und immer lockt das Weib); Brigitte Bardot war es im übrigen, die das berühmte "Etikett" vom "normannischen Kleiderschrank" erfand und das fortan Jürgens' Markenzeichen wurde.
Bei Carmine Gallone war er in dessen Jules Verne-Verfilmung "Michel Strogoff" (1956) der mutige "Kurier des Zaren", mit André Cayatte drehte er das Wüsten-Abenteuer "Oeil pour oeil" (1956, Auge um Auge), machte 1957 in Kriegsfilmen wie Nicholas Rays "Bitter Victory" (Bitter war der Sieg) und Dick Powells "The Enemy Below"2) (Duell im Atlantik), wo er als deutscher U-Boot-Kommandant von Stolberg und Gegenspieler Robert Mitchums agierte, oder dem Spionagethriller "Les espions" (Spione am Werk) von Georges-Henri Clouzot eine ausnehmend blendende Figur. Ingrid Bergman war 1958 seine Partnerin in Mark Robsons "The Inn of the Sixth Happiness"2) (Die Herberge zur 6. Glückseligkeit): Als britisches Dienstmädchen kommt Gladys Aylward während des japanisch-chinesischen Krieges ins finsterste China, um als Missionarin zu wirken. Robert Donat, einst Frauenliebling und Heldenstar, mimte den undurchsichtigen Mandarin, Curd Jürgens spielte chinesisch angehaucht den National-Offizier Lin Nan. Herausragend und von vielen als Jürgens' beste internationale Leinwandrolle angesehen war sein Oberst Prokoszny in Peter Glenvilles Tragikkomödie "Me and the Colonel"2) (1958, Jakobowsky und der Oberst) neben Danny Kaye als polnischem Juden Jakobowsky, nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Franz Werfel. Die Darstellung des polnischen Oberst auf der Flucht vor deutschen Truppen ist "ein bißchen Jürgens-Selbstparodie – nur sehr wenig unsympathisch und sein rauher Charme auf die Dauer unwiderstehlich", so R. Becker 1958 in "Filmkritik", Nr. 12.  
Die von Richard Brooks gedrehte Joseph-Conrad-Verfilmung "Lord Jim"3) (1965) mit Peter O'Toole in der Titelrolle ist einer der wenigen Filme, in denen Jürgens mit einem amerikanischen Regisseur zusammenarbeitete. "Le Jardinier d'Argenteuil"3) (1966, Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza) von Jean-Paul Le Channois mit Jean Gabin als altem Einsiedler, Maler und Minigauner Tulipe und Jürgens als Baron ist eine eher harmlos-nette Gaunerkomödie. Eine rüde Mischung aus Kriegsfilm und Gangsterdrama war Alberto de Martinos "Dalle Ardenne all'inferno"2) (1968, …und morgen fahrt ihr zur Hölle). Bis weit in die 1970er Jahre stand Jürgens für mehr oder minder erfolgreiche internationale Produktionen vor der Kamera, ein Highlight war ohne Zweifel seine Rolle des Bösewichts in dem von Lewis Gilbert gedrehten James-Bond-Film "The Spy Who Loved Me"2) (1977, Der Spion, der mich liebte): Roger Moore alias "007" muss gegen sowjetische Agenten kämpfen. Es geht um das Rüstungspotential des Westens, um die rote Gefahr, die abgewendet werden muss. Curd Jürgens  ist der perfide Karl Stromberg, der die Welt zerstören und umkrempeln will, ein ideologischer Verbrecher, wie ihn der Kalte Krieg in der Wirklichkeit gerne als Popanz gehabt hätte.

Jürgens trat mit unterschiedlichsten Figuren in rund 160 Filmen auf, ließ sich fortan nicht mehr auf ein Rollenklischee festlegen und beeindruckte immer wieder durch seine enorme Wandlungsfähigkeit. Filme, die Curd Jürgens vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zum Kassenmagneten werden ließen, waren unter anderem verschiedene deutschen Produktionen wie "Meines Vaters Pferde, 1. Teil: Lena und Nicoline"2) (1953) von Gerhard Lamprecht mit Eva Bartok und Martin Benrath, erneut mit Eva Bartok tanzte er als Adjutant des Großfürsten in "Der letzte Walzer" (1953). Georg Wilhelm Pabst besetzte ihn neben Elisabeth Müller in dem melodramatischen Krimi "Das Bekenntnis der Ina Kahr" (1954), in dem eher mittelmäßigen Problemfilm "Teufel in Seide"3) (1955) von Rolf  Hansen sah man Jürgens als Thomas Ritter an der Seite von Lili Palmer, die ihren Selbstmord so geschickt als Mord tarnt, dass sie das Leben ihres Ehemanns zerstört. Zu Curd Jürgens' Lieblingsrollen gehörte "Der Schinderhannes"3), den Helmut Käutner 1958 nach Carl Zuckmayers Stück mit Maria Schell inszenierte, Jürgens gab den legendären Bauernhelden, der Ende des 18. Jahrhunderts gegen die Obrigkeit kämpft. An der Seite von Romy Schneider als "Katja, die ungekrönte Kaiserin"2) mimte Jürgens 1959 unter der Regie von Robert Siodmak den Zar Alexander in einem naiven Bilderbogen um Katharina die Große. Vier Jahre zuvor hatte er in Siodmaks Hauptmann-Adaption "Die Ratten"2) (1955) neben Maria Schell als Pauline einen beeindruckenden Bruno Mechelke abgeliefert.
In der Verfilmung von Stefan Zweigs "Schachnovelle"3), 1960 inszeniert von Gerd Oswald, brillierte Curd Jürgens als Werner von Basil neben Mario Adorf und Claire Bloom: Zehn Minuten lang starrt der Schachweltmeister unbeweglich auf die Figuren, dann schiebt er sie mit einer ruckartigen Handbewegung vom Brett. In nervenzerrender Manier schildert Stefan Zweig in seiner Novelle die Begegnung des stumpf bäuerlichen Schachweltmeisters und des gebildeten Amateurs, der ihn an Bord eines Überseedampfers besiegt. Unvergessen ist wohl auch der 1960 gedrehte Film "Gustav Adolfs Page"3) von Rolf Hansen mit Liselotte Pulver als jungem Nürnberger Bürgersmädchen, das im 30-jährigen Krieg für den Schwedenkönig Gustav Adolf so sehr schwärmt, dass es sich bei ihm als Page verdingt und mit ihrem Geliebten auf dem Schlachtfeld der Ehre stirbt. 
"Die Dreigroschenoper"2), 1962 von Wolfgang Staudte mit Curd Jürgens als Mackie Messer, Hildegard Knef als Jenny, Gerd Fröbe als Peachum und Lino Ventura als "Tiger Brown" war ein aufwendiger Unterhaltungsfilm, der trotz gelungener Showszenen nach Meinung einiger Kritiker weit hinter der Brechtschen Vorlage zurückblieb. Axel von Ambessers und, Rolf Thieles "Das Liebeskarussell"2) (1965), eine eher mäßige Umsetzung von Arthur Schnitzlers "Der Reigen" geriet nicht zuletzt wegen der internationalen Starbesetzung dennoch zum Kassenschlager, Nadja Tiller, Ivan Desny, Catherine Deneuve, Anita Ekberg, Johanna von Koczian, Gert Fröbe, Heinz Rühmann und Peter Alexander waren hier neben Jürgens zu sehen. Einen eindrucksvollen Kardinal gab der Mime in Rolf Thieles "Der Lügner und die Nonne"2) (1967), inszeniert nach dem gleichnamigen Stück von Curt Götz, Rolf Olsens Krimi "Der Arzt von St. Pauli"2) (1968) und Rolf Thieles Komödie "Ohrfeigen"2) (1970, mit Gila von Weitershausen) waren weitere Produktionen der 1960er Jahre. Der Arzt von St. Pauli Ohrfeigen
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Ohne Dich wird es Nacht

Mit dem Niedergang des deutschen Kinos waren auch die Filme, in denen Jürgens in den 1970ern mitspielte, qualitativ eher mittelmäßig; zu nennen sind etwa der Horrorstreifen "The Mephisto Waltz" (1971, Der Mephisto-Waltzer) von Paul Wendkos, John Olsens Fortsetzung der "St. Pauli"-Reihe "Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli" (1971) oder Franz Antels Gangsterkomödie "Ab morgen sind wir reich und ehrlich"2) (1976). Jürgens trat nun gelegentlich auch im Fernsehen auf, übernahm Aufgaben in populären Krimiserien wie "Tatort" (1978: Rot – rot – tot2)), "Der Kommissar" oder "Derrick". 1973 beeindruckte er in dem TV-Mehrteiler "Collin"4), den Peter Schulze-Rohr nach dem Buch von Stefan Heym in Szene gesetzt hatte, und zeichnete hier als Gegenspieler eines ehemals einflussreichen DDR-Funktionärs (Hans-Christian Blech) das komplexe Portrait eines DDR-Dichters. Einige Jahre zuvor hatte er als der geheimnisvolle Mann im Rollstuhl in dem spannenden ZDF-Dreiteiler "Babeck"5) (1968) das Publikum in den Bann gezogen.
  
Wenige Male versuchte sich Jürgens auch als Regisseur. Dem Melodram "
Ohne Dich wird es Nacht"2) (1956) mit Jürgens als morphiumsüchtigem Rechtsanwalt war nur mäßiger Erfolg beschieden, die Gaunerkomödie "Bankraub in der Rue Latour" (1961) mit Jürgens als Hauptdarsteller fand dagegen beim Publikum größere Beachtung. Weitere Regiearbeiten waren der Krimi "Prämien auf den Tod" (1950) mit Jürgens als Operntenor sowie "Gangsterpremiere" (1951), wo er einen Kommissar mimte.
  
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Jürgens war fünf Mal verheiratet, seit 15. Juni 1937 mit der attraktiven Theaterschauspielerin Lulu Basler, von der er sich am 8. Oktober 1947 scheiden ließ. Nur wenige Tage darauf ehelichte er am 16. Oktober 1947 die großartige Judith Holzmeister*) (1920 – 2008). Die Scheidung erfolgte 1955, wenig später trat er am 13. August 1955 mit der temperamentvoll-forschen Eva Bartok*) (1928 – 1998) vor den Traualtar und ließ sich nach zwei Jahren Ehe 1957 wieder scheiden. Danach folgte mit dem "seidig schönen", rund zwanzig Jahre jüngeren Mannequin Simone Bichéron Ehefrau Nr. 4, die Hochzeit fand am 14. September 1958 statt, die Scheidung erfolgte 1977. Zuletzt war die ebenfalls deutlich jüngere, aus aus Königsberg stammende gelernte Fotografin bzw. das Model Margie Schmitz an seiner Seite, welcher er am 21. März 1978 das Ja-Wort gegeben hatte. Und darüber hinaus war Jürgens ein Liebhaber der Frauen, die ihm scharenweise zu Füßen lagen – obwohl ihm ein schwerer Motorradunfall schon mit 17 die Fähigkeit, Vater zu werden, geraubt haben soll.
Margie Jürgens erlag Anfang August 2003 in Zürich im Alter von 62 Jahren ihrem schweren Krebsleiden.6)

Das Foto, welches den Star mit seiner Ehefrau Margie Schmitz zeigt,
wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
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Curd Jürgens und Margie Schmitz
Dieser Curd Jürgens war auf der Leinwand und im Leben einer der großen Stars. Curd Jürgens war ein Vollblutschauspieler, und seine Schurken, Rittmeister, Dandys und Frauenhelden gaben allesamt prächtige Figuren ab. Nebenbei war er auch ein PR-Profi, der den Medien gern Stoff lieferte, was er einmal folgendermaßen kommentierte: "Egal was die Presse über mich schreibt, Hauptsache sie schreiben meinen Namen richtig!" Blond, hochgewachsen, mit stahlblauen Augen, markanten Gesichtszügen und breiten Schultern avancierte der "normannische Kleiderschrank" zum Lieblingsstar einer ganzen Generation, der schon zu seinen Lebzeiten eine Legende wurde.
  
Er war einer der wenigen deutschen Weltstars im Kino. Curd Jürgens' meist turbulentes Privatleben lieferte immer wieder willkommenen Stoff für illustrierte Blätter und machte weltweit ein Millionenpublikum glauben, ihn fast eben so gut zu kennen wie den Nachbarn von nebenan. Mitunter nahm die Öffentlichkeit an seinem Dasein mehr Anteil als am politischen Tagesgeschehen. Jürgens war ein Meister der Selbstinszenierung, und es gelang ihm, so wie selten zuvor einem Schauspieler, nachhaltig von sich reden zu machen. Der blonde, blauäugige Draufgänger Jürgens mit dem strahlenden Blick war eine imposante Erscheinung und verströmte stets Optimismus. Man konnte an ihm nicht vorbeisehen, er war – wo immer er auftauchte – Mittelpunkt. Der aristokratische Salonlöwe des deutschen Wirtschaftswunderkinos besaß die seltene Gabe, sein Leben öffentlich zu machen und es dennoch in vollen Zügen zu genießen. Ein weißer Rolls Royce, Champagner, fünf Ehefrauen, Skandale, Ohrfeigen – damit war Jürgens dankbares Objekt der Klatschpresse. Sein Lebensstil wurde zur Legende. (…) Aus dem flotten Windhund und Frauenverführer der frühen Jahre wurde im Film ein urdeutscher Held, der besaß, was vielen fehlte: Format, Flair, Persönlichkeit. 7)
"Schieb mich nie als Gemüse ans Fenster", bat Curd Jürgens seine letzte Ehefrau Margie. Selbst nach einer schweren Herzoperation gab er seine Rolle als "toller Kerl" nicht auf. Das war die Rolle seines Lebens. Curd Jürgens wurde Weltstar, als sich Deutschland gerade von den Schrecken der Kriegsjahre erholte. Produzenten und Regisseure erkannten in ihm die Figur ihrer Zeit: energiegeladen, groß, blond, strahlend blaue Augen. Curd Jürgens lebte für sein Publikum. Er führte seinen Reichtum vor, seine Häuser und seine Affären. Fünfmal war er verheiratet. Die Zeitungen schrieben reihenweise Berichte über ihn, die Leser nahmen teil an dem Luxus, in dem er lebte, an seinem Ruhm und seinen Eskapaden.8)
Curd Jürgens starb am 18. Juni 1982 im Alter von 66 Jahren in Wien an Herzversagen und erhielt ein Ehrengrab auf dem dortigen Zentralfriedhof → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Sein Nachlass wird seit 1997 vom "Deutschen Filminstitut" (Frankfurt/Main) verwaltet.
Vier Jahre zuvor hatte der damals 62-jährige Jürgens selbst in seinem autobiografischen Roman "… kein bisschen weise" auch ein wenig nachdenklich sein Leben Revue passieren lassen, der überaus erfolgreiche Song "60 Jahre und kein bisschen weise" geriet darüber hinaus zum musikalischen Vermächtnis. Das Werk erregte einiges Aufsehen, insbesondere wegen der fast exhibitionistischen Schilderung seines Liebeslebens.

Foto: Wohlfahrtsmarke "Curd Jürgens" aus der Serie
"Deutschsprachige Filmschauspieler" (Ausgabetag 12. Oktober 2000)
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Bundesministeriums der Finanzen
sowie der Künstlerin Antonia Graschberger, München (Entwurf)

Wohlfahrtsmarke 2000: Curd Jürgens
Ähnliche Freizügigkeiten zeichnete auch sein Roman "Der süße Duft der Rebellion" aus, den Jürgens 1980 auf den Markt brachte. Ferner war der Schauspieler Autor des Bühnenstücks "Geliebter Michael", welches im März 1946 in München Premiere hatte.
Den Nachlass ihres Mannes übergab Margie Schmitz 1997 dem "Deutsches Filminstitut" in Frankfurt am Main → deutsches-filminstitut.de. Bereits 1985 hatte sie das Buch "Curd Jürgens. Wie wir ihn sahen. Erinnerungen von Freunden" veröffentlicht. Von Gregor Ball stammt die ebenfalls 1985 publizierte Biografie "Curd Jürgens. Seine Filme – sein Leben".
Curd Jürgens 1971 mit Ehefrau Ehefrau Simone Bichéron;  Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F034157-0026; Fotograf: Engelbert Reineke  / Datierung: 23. 6.1971 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Die Auszeichnungen, die Jürgens während seiner Karriere erhalten hat, können sich sehen lassen: So wurde unter anderem er 1966 mit der "Kainz-Medaille"2) geehrt, auf der Biennale in Venedig hatte er bereits 1955 den "Coppa Volpi"2) für seine Darstellung in "Des Teufels General" und "Die Helden sind müde" erhalten. 1973 wurde er auf der Filmwoche in Neapel mit dem "Premio Sorrento" geehrt, 1976 zum Professor der Österreichischen "Akademie der Künste" ernannt. Seit 1981 war Jürgens Träger des "Bundesverdienstkreuzes" sowie des "Filmbandes in Gold"2) für "für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", 1982 erhielt er die "Goldene Kamera"2) für den TV-Film "Collin".
 
Foto: Curd Jürgens 1971 mit Ehefrau Simone Bichéron
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F034157-0026;
Fotograf: Engelbert Reineke  / Datierung: 23. 6.1971 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv B 145 Bild-F034157-0026 bzw. commons.wikimedia.org

Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de
siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de, www.cyranos.ch, filmreporter.de, filmportal.de

weiterhin den Artikel zum 30. Todestag bei www.focus.de/kultur
Link: *) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 1) Murnau Stiftung, 2) Wikipedia, 3) prisma.de, 4) fernsehserien.de, 5) Beschreibung innerhalb dieser HP
Quelle:
6) Artikel "Witwe von Curd Jürgens gestorben" bei www.rp-online.de
7)" Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S.  181)
8) www.daserste.de zur Sendung "Legenden"
   
Kinofilme
Filmografie bei Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de, prisma.de)
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