Tilly Lauenstein (Titelrolle) mit Kurt Trepte in dem Stück "Ljubow Jarowaja" von Konstantin Trenjow, 1948 im "Haus der Kultur der UdSSR"; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000297); Copyright: SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 1948; Quelle: www.deutschefotothek.de Tilly Lauenstein wurde am 28. Juli 1916 (nach anderen Quellen 1915) als Tochter eines Konditors und Molkereibesitzers im hessischen Bad Homburg vor der Höhe geboren und wuchs auch dort auf. Nach ihrem Schulabschluss an einem Lyzeum ging sie nach Berlin und nahm dort Schauspielunterricht. Sie debütierte am Staatstheater in Stuttgart und nach verschiedensten Engagements in der Provinz kam sie nach Berlin zurück, wo sie ab 1947 Mitglied des "Deutschen Theaters" war, später gehörte sie elf Jahre lang zum Ensemble des "Schiller"- bzw. "Schlosspark-Theaters". Auf der Bühne spielte sie von der Naiven über jugendliche Liebhaberinnen bis hin zum Heldenfach unzählige Rollen. 
 
 
Tilly Lauenstein (Titelrolle) mit Curt Trepte1) in dem Stück "Ljubow Jarowaja"
von Konstantin Trenjow, 1948 im "Haus der Kultur der UdSSR"
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000297)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 1948;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte Tilly Lauenstein mit winzigen Parts in den Streifen "Herbstmanöver" (1936, mit Hans Söhnker) und "Das Große Abenteuer" (1937, mit Maria Andergast) gemacht, doch erst nach Ende des 2. Weltkrieges arbeitete sie regelmäßiger für den Film, begann diese Karriere bei der DEFA. So war sie 1948 als Martina Höller in Arthur Maria Rabenalts antikapitalistischem Boulevardstück "Chemie und Liebe"1) neben Hans Nielsen auf der Leinwand zu sehen, ein Jahr später spielte sie erneut unter Rabenalts Regie die "Courasche" in dem Historienfilm "Das Mädchen Christine" an der Seite von Wolfgang Lukschy und Petra Peters; eine weitere DEFA-Produktion wurde Rabenalts Literaturverfilmung "Anonyme Briefe" nach dem gleichnamigen Roman von Annemarie Artinger.
In den 1950er und 1960er Jahren folgten tragende Rollen in westdeutschen Kinoproduktion wie Wolfgang Staudtes Abenteuer "Madeleine und der Legionär"1) (1958) mit Hildegard Knef und Bernhard Wicki, Gottfried Reinhardts Film "Liebling der Götter" (1960) über den unter nie ganz geklärten Umständen aus dem Leben geschiedenen Ufa-Star Renate Müller2) (1906 – 1937) mit Ruth Leuwerik und Peter van Eyck oder Alfred Weidenmanns Somerset Maugham-Adaption "Julia, du bist zauberhaft"1) (1962) mit Lili Palmer und Charles Boyer.

Danach konzentrierte sich Tilly Lauenstein verstärkt auf das Fernsehen, ungeheure Popularität erlangte sie ab 1963 als Gerda Hofer bzw. Filmehefrau von Gustav Knuth in der TV-Serie "Alle meine Tiere"2) sowie ab 1965 als Mutter Ruth Buchner in "Der Forellenhof"2). Man sah sie in etlichen weiteren populären TV-Serien, so beispielsweise ab 1968 in "Salto Mortale"2), Ende der 1980er Jahre in "Rivalen der Rennbahn"1) sowie 1990 als Martha Hagenbeck in "Unsere Hagenbecks" und 1998 als Gloria von Ahlefeld in "Die Schule am See". Gastauftritte in beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick", "Der Alte", "Großstadtrevier" oder "Tatort" gehören ebenso zur TV-Filmografie wie zahlreiche Einzelproduktionen. Auf der Leinwand war sie nur noch sporadisch zu sehen, Xaver Schwarzenberger holte sie 1985 für "Otto – Der Film"1) und 2000 sah das Publikum sie letztmalig als alte Dame in "Otto – Der Katastrofenfilm"1).

Im Verlaufe ihrer langen Karriere als Schauspielerin wirkte die Schauspielerin in mehr als 350 Film- und Fernsehproduktionen mit, war in Dramen ebenso zu sehen wie in Komödien, Krimis oder Familienserien. Daneben war sie eine äußerst erfolgreiche Synchronsprecherin und lieh Simon Signoret, Barbara Stanwyk, Ingrid Bergmann, Debora Kerr, Joan Fontaine, Shelly Winters, Susan Hayward, June Allyson, Lauren Bacall, Maureen O’Hara, Marlene Dietrich und vor allem Katherin Hepburn, aber auch Lana Turner, Ava Gardner, Eleneor Parker und Dorothy McGuire ihre Stimme. Bereits 1939 sprach Olivia de Haviland in der deutschen Fassung von "Vom Winde verweht" mit der Stimme der beliebten Schauspielerin.
  
Tilly Lauenstein, die für schauspielerische Präzision bekannt war und zu einer der gefragtesten Darstellerinnen Deutschlands gehörte, starb am 8. Mai 2002 im Alter von 85 Jahren in Potsdam; ihre letzte Ruhe fand sie in dem ehemaligen Erbbegräbnis Aschen (heute Gemeinschaftsgrab) auf dem Städtischen Friedhof in Berlin Berlin-Wilmersdorf → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Die Künstlerin war geschieden und Mutter eines Sohnes, Detlef Lauenstein. Ihr Enkel Jonas Lauenstein ergriff ebenfalls den Beruf des Schauspielers und arbeitet überdies als Synchronsprecher → jonaslauenstein.de.
Siehe auch Wikipedia sowie
den Nachruf bei www.spiegel.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, defa-stiftung.de)
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