Auzeichnungen / Wirken am "Theater in der Josefstadt" /
Filmografie / Hörspiel
Erni Mangold um 1950; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Körperschaft / Urheber: Photo Simonis; Copyright Photo Simonis / ÖNB/Wien; Datierung: um 1950; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Sim 344neg) Erni Mangold wurde am 26. Januar 1927 als Erna Goldmann im niederösterreichischen Großweikersdorf1) in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Ihr Vater war der aus Bad Ischl1) stammende Heinrich Goldmann, Lehrer und Schuldirektor von Beruf sowie Kunstmaler aus Leidenschaft, die Mutter Tochter eines reichen Bauern und 17 Jahre jünger als ihr Ehemann. Der Familie zuliebe verzichtete sie auf eine mögliche Karriere als Konzertpianistin und gab Erni vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahr Klavierunterricht; 1938 übersiedelte die Familie nach Wien1). Ihr schauspielerisches Handwerkzeug erlernte sie damals 15-Jährige, neben dem Besuch des Gymnasiums auf Anregung des Vaters, an der "Theaterschule Helmut Kraus"1), anschließend erhielt sie ab 1946 ein Engagement am Wiener "Theater an der Josefstadt"1), wo sie zehn Jahre lang auf der Bühne stand und sich rasch zu einer herausragenden Charakterdarstellerin profilierte. Weitere Verpflichtungen führten Erni Mangold Mitte der 1950er Jahre an das "Hamburger Schauspielhaus"1), wo sie bis 1963 unter Gustaf Gründgens ihre schauspielerische Vielfältigkeit bewies. Danach ging sie zu Karl Heinz Stroux1) an das "Düsseldorfer Schauspielhaus"1), verschiedene Engagements in Wien sowie an bedeutenden deutschen Bühnen schlossen sich an.
 
Erni Mangold um 1950
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Körperschaft / Urheber: Photo Simonis; © Photo Simonis / ÖNB/Wien;
Datierung: um 1950; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Sim 344neg)
1972 folgte sie einem Ruf an das Salzburger "Mozarteum"1), anschließend unterrichtete sie an der "Theaterschule Helmut Kraus" und am "Reinhardt-Seminar"1), von 1984 bis 1995 übernahm sie als Professorin eine Lehrtätigkeit an der Wiener "Hochschule für Musik und darstellende Kunst"1). 1971 erhielt Erni Mangold für ihre Leistungen die "Kainz-Medaille"1), 2000 wurde ihr der Titel "Kammerschauspielerin"1) verliehen. Weitere Auszeichnungen in jüngeren Jahren waren 2005 der "Nestroy-Theaterpreis"1) in der Kategorie "Beste Nebenrolle" für ihre Darstellung des Schneewittchen in dem textlastigen Stück "Prinzessinnendramen" (→ rowohlt-theaterverlag.de) von Elfriede Jelinek1) am Wiener "Volkstheater"1), ein Jahr später folgte das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien"1) und 2009 das "Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich"1). 2012 konnte sie das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst"1) entgegennehmen, 2017 überreichte ihr die Stadt Wien den "Goldenen Rathausmann"1). Zuletzt würdigte man am 23. April 2022 ihr Lebenswerk mit der" Platin-Romy"1), die Laudatio hielt Tobias Moretti1)→ weitere Auszeichnungen siehe hier.
Zum Film kam Erni Mangold Ende der 1940er Jahre und gab ihr Leinwanddebüt mit der Rolle der Mizzi in dem von Rudolf Steinboeck1) nach der Novelle "Der 20. Juli" von Alexander Lernet-Holenia1) in Szene gesetzten Drama "Das andere Leben"1) (1948). Es folgten Produktionen wie "Der Engel mit der Posaune"1) (1948), "Großstadtnacht"1) (1950), "Abenteuer im Schloß"1) (1952), "Fiakermilli – Liebling von Wien"1) (1953), "Der Letzte Walzer" (1953), "Ein Haus voll Liebe" (1954), "Der Förster vom Silberwald"1) (1954) oder "Ingrid – Die Geschichte eines Fotomodells" (1955).

Erni Mangold und Hans Holt um 1970
Foto mit freundlicher Genehmigung der
  Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1970
© Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria
 (Inventarnummer CE 119/12)

Erni Mangold und Hans Holt um 1970; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1970; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 119/12)
Am eindrucksvollsten war ihre Rolle der Priscilla Pietzak und Geliebten des Hellsehers Hanussen1) in dem Film "Hanussen"1) (1955) unter der Regie von Georg Marischka1) sowie O. W. Fischer, der auch die Titelrolle spielte. Mit diesem Streifen konnte sie erstmals das bisherige Rollenklischee des lieben Wiener Mädels durchbrechen. Bis Ende der 1950er Jahre stand Erni Mangold noch für Filme wie "Uns gefällt die Welt"1) (1956), "Skandal um Dr. Vlimmen"1) (1956), "Die Ehe des Dr. med. Danwitz"1) (1956), "Ein Herz kehrt heim"1) (1956), "Tolle Nacht"1) (1957), "Der Maulkorb"1) (1958) und "Die Halbzarte"1) (1958) vor der Kamera, danach arbeitete sie eher selten für das Kino. Sie übernahm unter anderem Rollen in "Sturm im Wasserglas"1) (1960), "Frau Warrens Gewerbe"1) (1960), "Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn"1) (1967), "Kinderarzt Dr. Fröhlich"1) (1972), "Der Bockerer"1) (1981) oder "Before Sunrise – Zwischenstopp in Wien"1) (1995).

Auf dem Bildschirm erlebte man die Schauspielerin seit Mitte der 1960er Jahre sporadisch in anspruchsvollen Stücken wie beispielsweise "Don Gil von den grünen Hosen" (1964) nach der Verwechslungskomödie "Don Gil de las calzas verdes"1) von Tirso de Molina1), "Die Hinrichtung" (1966) nach einem Drehbuch von Helmut Qualtinger und Carl Merz mit Qualtinger als Scharfrichter Engel oder "Ein Florentiner Hut" (1967) nach der Posse von Eugène Labiche1). 1974 wirkte sie in der "Tatort"1)-Folge "Mord im Ministerium"1) mit, zwei Jahre später mimte sie die Mutter des Maurers Peter (Vitus Zeplichal1)) in dem von Rainer Werner Fassbinder1) in Szene gesetzten Drama "Ich will doch nur, daß ihr mich liebt"1).
Vor allem in jüngerer Zeit war die Charakterdarstellerin wieder vermehrt im Fernsehen präsent; neben Auftritten in beliebten Krimireihen/-serien wie "Tatort"1) "Bloch"1), "Kommissar Rex"1) oder "Der Bulle von Tölz"1) erlebte man sie beispielsweise 2001 als Anna Breitwieser in dem Krimi "Blumen für Polt"1), eine Mutter spielte sie in Xaver Schwarzenbergers1) Psycho-Thriller "Ein Hund kam in die Küche"1) (2002) und in Matti Geschonnecks1) Beziehungsdrama "Wer liebt, hat Recht"1) (2002). Xaver Schwarzenberger besetzte sie in seinem spannenden Drama "Annas Heimkehr"1) (2003), zusammen mit Christiane Hörbiger und Götz George stand sie für die Krimikomödie "Blatt und Blüte – Die Erbschaft"2) (2004) vor der Kamera und in Susanne Zankes1) Alpendrama "Bauernprinzessin"1) (EA: 10.10.2004) stellte sie als Burgi einfühlsam die Großmutter der Protagonistin Anna Pichler (Sissi Wolf1)) dar, die sie auch in der den Fortsetzungen "Bauernprinzessin II – Kopf oder Herz"1) (EA: 28.05.2007) und "Bauernprinzessin III – In der Zwickmühle"1) (EA: 18.10.2009) mimte. 
Weitere Arbeiten vor der Kamera waren beispielsweise die Kinoproduktion "Weiße Lilien"3) (2007) sowie Xaver Schwarzenbergers TV-Beziehungsdrama "Copacabana"2) (ARD: Mai 2008) mit Bruno Ganz und Nicole Heesters, wo sie als biestige Großmutter Rita glänzte. Max Färberböck1) besetzte sie als alte, 80-jährige Frau in dem nach dem autobiografischen Bestseller "Eine Frau in Berlin"1) von Marta Hillers1) realisierten Drama "Anonyma – Eine Frau in Berlin"1) (Kinostart: 23.10.2008) mit Nina Hoss1) in der Hauptrolle, in Philipp Stölzls1) "Nordwand"1) (Kinostart: 23.10.2008), einem Bergdrama um den Versuch der Erstbesteigung der Eiger Nordwand1) im Jahre 1936, war sie als Großmutter neben Benno Fürmann1) (Bergsteiger Toni Kurz1)) und Florian Lukas (Bergsteiger Andreas Hinterstoißer1)) zu sehen, die am 21/22. Juli 1936 in der Eiger-Nordwand1) ums Leben kamen.
Fertiggestellt war der Thriller mit dem Titel "Hinter Kaifeck"1) (Kinostart: 12.03.2009), der sich an den Mordfall in Hinterkaifeck1) im Jahr 1922 anlehnte und in dem Benno Fürmann als Fotograf Marc Barenberg erneut die Hauptrolle spielte – Erni Mangold stellte die gebrechliche alte Frau Alma Lukas dar Danach stand sie als Mutter Ziwoda für "Kottan ermittelt: Rien ne va plus"1) (Kinostart Deutschland: 02.06.2011) vor der Kamera, ein Film, den Peter Patzak1) mit Lukas Resetarits1) (Adolf Kottan) drehte, basierend auf der legendären "Kottan ermittelt"-Serie1), in der Erni Mangold in einigen Folgen (2, 9 und 19) zuir Besetzung gehörte. In dem Streifen "Echte Wiener 2 – Die Deppat'n und die Gspritzt'n"1) (Kinostart: 23.12.2010) trat sie ebenfalls mit einem kleineren Part in Erscheinung, war als Herta in dem österreichischen Liebesfilm "Anfang 80"1) (Kinostart Deutschland: 27.03.2013) an der Seite der Protagonisten Christine Ostermayer und Karl Merkatz1) zu sehen. In Sherry Hormanns1) Verfilmung der tragischen Entführungs-Geschichte der Österreicherin Natascha Kampusch1), die acht Jahre lang gefangen gehalten wurde, spielte sie die Großmutter des Entführers Wolfgang Přiklopil (Thure Lindhardt1)). Das Drama "3096 Tage"1) basierte auf dem gleichnamigen, 2010 veröffentlichten Buch von Natascha Kampusch, am Drehbuch schrieb Bernd Eichinger1) mit, der jedoch vor Vollendung des Scripts am 24. Januar 2011 starb. Die Weltpremiere des Films mit Amelia Pidgeon1) als junge Protagonistin fand am 25. Februar 2013 in Wien statt, drei Tage später ging er auch in Deutschland an den Start.
Erni Mangold am 28.01.2015 bei der Vergabe des "Österreichischen Filmpreises 2015" im Festsaal des "Wiener Rathauses"; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz: CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos) Nach ihrer Rolle der Frau Lupo in Frederick Bakers, ganz auf Gerhard Polt1) zugeschnittenen Komödie "Und Äktschn!"1) (Kinostart: 06.02.2014) zeigte sich Erni Mangold in dem von Houchang Allahyari1) gedrehten Drama "Der letzte Tanz"1) mit der weiblichen Hauptrolle der in der Geriatrie lebenden Alzheimer-Patientin Julia Ecker, die zu dem Zivildienstleistenden Karl (Daniel Sträßer1)) eine emotionale Beziehung aufbaut, in der es zu einem Geschlechtsverkehr kommt. Dieser wird von der Oberschwester  (Doina Weber1)) entdeckt, Karl verhaftet, als Vergewaltiger angeklagt und verurteilt; Kinostart war der 13. Juni 2014 → derletztetanz.at.
Erni Mamgold wurde für ihre darstellerische Leistung mit dem "Diagonale"1)-Schauspielpreis 2014 ausgezeichnet, der Film als "Bester österreichischer Spielfilm". Eine weitere Würdigung für die Schauspielerin war am 28. Januar 2015 – zwei Tage nach ihrem 88,  Geburtstag – der "Österreichische Filmpreis"1) in der Kategorie "Beste weibliche Hauptrolle"1).
 
Erni Mangold am 28.01.2015 bei der Vergabe
des "Österreichischen Filmpreises 2015"1)
im Festsaal des "Wiener Rathauses"1)
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz: CC-BY-SA 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons;
(Ausschnitt des Originalfotos)
In der amüsanten Geschichte "Der Vampir auf der Couch"1) (Regie: David Ruehm1)) gehörte sie neben den Protagonisten Tobias Moretti1) und Jeanette Hain1) als Fräulein Sedlacek ebenfalls zur Besetzung. Die Premiere in Österreich war am 16. Dezember 2014 → Fotos bei Wikimedia Commons, der allgemeine Kinostart folgte am 19. Dezember 2014; in Deutschland startete der Film am 10. September 2015 → filmdienst.de. Sehenswert ist auch ihre Figur der 87-jährigen Konzeptkünstlerin Flora Stern, deren Leben in "La Pasada – Die Überfahrt"1) (2017) im Verlauf einer Nacht mittels Filmausschnitten, Erinnerungen und der Begegnung der Familienmitglieder nachgezeichnet wird  → filmarchiv.at,. In "Murer – Anatomie eines Prozesses"1) (2018) über den Prozess gegen den von Karl Fischer1) dargestellten, angesehenen steirischen Politiker und Großbauern Franz Murer1), der im 2. Weltkrieg von 1941 bis 1943 einer der Hauptverantwortlichen für die Tötung der Juden in Vilnius1) war, spielte sie die Großmutter des Geschworenen Julius Kloiber (Gerhard Liebmann1)). Einen letzten Leinwandauftritt hatte sie in dem von Houchang Allahyari1) gedrehten Drama "Der Gast" (Kinostart: 12.05.2019 → film.at) als die Mutter des Hausherrn (Gregor Bloéb1)) → Übersicht Kinofilme.
Im Fernsehen erlebte man die Schauspielerin in den letzten Jahren unter anderem als demenzkranke Johanna Clemens in dem sozialkritischen ARD-Drama "Genug ist nicht genug"4) (EA: 13.05.2009) und in dem Romy Schneider-Biopic "Romy"1) (mit Jessica Schwarz1) in der Titelrolle; EA: 11.11.2009) als Großmutter von Romy Schneider In dem von Matti Geschonneck1) mit Heino Ferch1), Jürgen Vogel1), Ina Weisse1) und Peter Simonischek1) prominent in Szene gesetzten ZDF-Thriller "Tod in Istanbul"1) (EA: 28.02.2011) mimte sie die Mutter des in eine spannende Geschichte verwickelten, mächtigen BKA-Chefs Kurt Herder (Simonischek). Abgedreht war der von Jan Ruzicka1) inszenierte ARD-Film "Pilgerfahrt nach Padua"1) mit Gisela Schneeberger1) in der weiblichen Hauptrolle der Altenpflegerin Gundula, wo Erni Mangold als Frau Lechthaler auftauchte; Erstausstrahlung war der 14. Oktober 2011. Danach präsentierte sie sich sie in der Komödie "Das Wunder von Merching"2) (EA: 04.05.2012) als alte Lechner Bäuerin neben den Hauptdarstellern Jule Ronstedt1), Fred Stillkrauth1) und Klaus Steinbacher1).  

Erni Mangold am 25. April 2015 anlässlich der
"Romy"-Verleihung1) in der Wiener "Hofburg"1)
(nominiert als "Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film")
Quelle: Wikimedia Commons;
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Erni Mangold anlässlich der "Romy"-Verleihung 2015 in der Wiener Hofburg; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
Eine prägnante Figur war die der Magda Holzer in der Münchener "Tatort"1)-Folge mit dem Titel "Aus der Tiefe der Zeit"1) (EA: 27.10.2013). Hier zeigte sich Erni Mangold grandios als die hochbetagte und verbitterte, einstige Zirkusprinzessin bzw. legendäre Kunstschützin "Calamity Jane", die in dem von Dominik Graf1) in Szene gesetzten, komplexen Krimi in das Visier der Ermittler Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl1)) und Ivo Batic (Miroslav Nemec1)) gerät → tittelbach.tv. Danach sah man Erni Mangold als alte Haushälterin Ildi in dem Film "Ein Sommer im Burgenland"1) (EA: 01.02.2015) aus der ZDF-Reihe "Herzkino"1) mit Hannelore Elsner in der Hauptrolle der Dolmetscherin Maria Graf, die mit ihrer Vergangenheit bzw. dunklen Familiengeheimnissen konfrontiert wird und schließlich zu sich selbst findet → tittelbach.tv. Nach ihrer Mitwirkung in "Der Tote am Teich"1) (EA: 03.12.2015) aus der ORF-Reihe "Landkrimi"1) trat Erni Mangold in dem ZDF-Film "Hundertmal Frühling"1) (EA: 28.02.2016) aus der losen Reihe "Frühling"1) um die Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla1)) mit der tragenden Rolle der kurz vor ihrem 100. Geburtstag stehende Seniorin Erna Krawinkel in Erscheinung → tittelbach.tv. Am 10. Januar 2018 wurde im Rahmen des "FilmMittwoch im Ersten" auch bei uns die Culture-Clash-Komödie "Herrgott für Anfänger"1) mit Deniz Cooper1) als türkischstämmiger, muslimischer Taxifahrer Musa und Katharina Straßer1) als katholische Heurigenkellnerin Miri in den Hauptrollen ausgestrahlt. Die von Sascha Bigler1) in Szene gesetzte Geschichte aus der ORF-Reihe "Stadtkomödie"1) war bereits erstmals am 30. Dezember 2017 im ORF gesendet wurden, Erni Mangold zeigte sich hier als Musas bärbeißige Stammkundin, die Heurigenwirtin Weininger, welche dem Taxifahrer ihr Lokal "Die Reblaus" inklusive dem dazugehörigen Weinberg vererbt. Die Erbschaft ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass Musa innerhalb eines Jahres zum Christentum konvertiert … → tittelbach.tv. Am 24. Januar 2019 ging die siebte Story aus der ARD-Reihe "Der Bozen-Krimi"1) mit dem Titel "Falsches Spiel"2) an den Start. Diesmal musste sich Commissario Sonja Schwarz (Chiara Schoras1)) auch mit dem gewaltsamen Tod eines Kraftfahrers in einem Marmorwerk beschäftigen und im familiären Umfeld des Toten ermitteln. Erni Mangold war die stille, eher unscheinbare Mutter des Toten, die ganz am Schluss den Mord am eigenen Sohn gesteht. In "Allmen und das Geheimnis der Dahlien"4) (EA: 13.07.2019) , der dritten Geschichte aus der Reihe "Allmen"1) nach der Buchreihe "Allmen" von Martin Suter1) mit Heino Ferch in der Titelrolle des eleganten Kunstdetektivs und Schöngeists Friedrich von Allmen, kam sie dann als exzentrische Besitzerin und Hotelerbin Dahlia Gutbauer daher. In dem beachtenswerten Fernsehspiel "Das Geheimnis der Freiheit"1) (EA: 15.01.2020), mit dem eine Facette aus dem Leben des von Sven-Eric Bechtolf1) dargestellten Krupp-Managers Berthold Beitz1) (1913 – 2013) thematisiert wurde, hatte Erni Mangold einige kurze Auftritte. Sie zeigte sich als despotische, altersverwirrte Katia Mann1) (1883 – 1983), Mutter des von Edgar Selge gespielten Historikers Golo Mann1) (1909 – 1994), der von Beitz beauftragt wird, ein Buch über den verstorbenen Krupp-Chef Alfried Krupp von Bohlen und Halbach1) (1907 – 1967) zu schreiben und im Laufe von Manns Recherchen immer wieder von den "Geistern" der schrecklichen NS-Vergangenheit gequält wird. Zu ihren letzten Arbeiten vor der Kamera zählte die von Wolfgang Murnberger1) gedrehte Komödie "Schönes Schlamassel"1) (EA :ARD: 02.09.2020), in der sie als Lydia "Eisberg" Goldberg, grantige Bewohnerin eines jüdischen Altenheims, das Ensemble bereicherte → Übersicht TV-Produktionen.
Sporadisch beteiligte sie sich an Hörspiel-Produktionen, so in jüngerer Zeit an der Seite von Hans Michael Rehberg an dem preisgekrönten Hörspiel "Hornissengedächtnis"5) (EA: 26.07.2015) von (auch Regie) David Zane Mairowitz1), in dem es um ein Paar ging, das 50 Jahre nicht mehr miteinander sprach. ""Sie hassen einander mit nicht nachlassender Leidenschaft, seit Jahrzehnten. Wie Hornissen, die sich an jede Kränkung erinnern, die ihnen ein Feind zugef"uuml;gt hat." Die Rede ist von Reveka und Zacharias, einem Paar, dessen gemeinsame Geschichte von Flucht, Krieg und Verfolgung überschattet wird. Die beiden überleben die Verfolgung, finden nach dem Krieg wieder zusammen, doch ihre Beziehung zerbricht. Fünfzig Jahre lang sprechen sie kein Wort miteinander." (Quelle: oe1.orf.at) → Hörspiele (Auszug) mit Erni Mangold siehe hier.
 
Immer wieder zog es Erni Mangold im Laufe ihrer Karriere neben der umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen auf die Theaterbretter. So brillierte sie anlässlich ihres 65-jährigen Bühnenjubiläums seit 23. März 2011 am Wiener "Volkstheater"1) als legendäre Theater-Heroine Sarah Bernhardt (1944 – 1923), die die vor einem Jahrhundert nicht nur ganz Paris verzauberte. In dem von dem kanadischen Autor John Murrell 1945 ––2019 halb fiktivem, halb biografischem Kammerspiel "Memoiren der Sarah Bernhardt" ("Memoir" → felix-bloch-erben.de), sensibel inszeniert von Michael Schottenberg1), zwingt die Diva ihren leidgeprüften, schwerhörigen Sekretär Georges Pitou (Erich Schleyer1)) zum Aufschreiben und zum Nachspielen ihrer Erinnerungen. "Wer eine Vorstellung davon haben will, wie groß die Bernhardt in diesem Fach war, der sollte Erni Mangold dabei zusehen, wie sich ihre theatralische Leidenschaft in Starre verwandelt. (…) Frau Mangold ist hervorragend in der Übertreibung, Herr Schleyer ergänzt sie in dieser 70-minütigen Inszenierung von Michael Schottenberg perfekt. Dieses Duo ist traumhaft sicher beim Setzen der Pointen, sogar kleinere Textschwächen werden in ihrer Improvisation zu Treffern. (…) Mangold wird zur männerverschlingenden Kameliendame, der sich Schleyer nur mit größter Vorsicht nähert, im nächsten Augenblick ist sie ein elfjähriges Mädchen, während er eine grauenhafte Mutter und schließlich ansatzlos eine strenge Oberschwester spielt, die Frau Bernhardt vergeblich Zucht beibringen möchte." notiert unter anderem diepresse.com. "In Erni Mangolds Darstellung verschwimmen die Grenzen zwischen bewusster Selbstinszenierung und einer trotz äußerem Erfolg lebenslang um Zuwendung und Anerkennung ringenden, innerlich unsicheren Frau, die sich hinter den verschiedensten Masken verschanzt." schrieb beispielsweise die "Wiener Zeitung".
Erni Mangold am am 30. Juni 2016 anlässlich der Premiere von "Kalender Girls" an der "Sommernachtskomödie Rosenburg" als eines der "Kalender Girls"; Urheber des Fotos: Wikimedia-User Ailura; Lizenz: CC BY-SA 3.0 AT; Quelle: Wikimedia Commons Anlässlich ihres 90. Geburtstages gab Erni Mangold im Januar 2017 bekannt, mit der schwarzen Komödie "Harold und Maude" (→ Verfilmung 19711); Drehbuch: Colin Higgins1)) und der Rolle der unkonventionellen Maude Chardin an den "Kammerspielen"1) des "Theaters in der Josefstadt"1) ihren Abschied von der Bühne nehmen zu wollen. Die Premiere des von Fabian Alder1) mit Meo Wulf1) als Harold inszenierten Stücks fand am 26. Januar 2017 statt, im Dezember 2017 die letzte Vorstellung → kurier.at, josefstadt.org. "Erni Mangold ist eine ideale Besetzung für die Maude, ein bisschen unwürdige Greisin, ein bisschen Hippie, ein bisschen jenseits. Erni Mangolds Maude ist durchaus noch eine kokette Verführerin." schrieb unter anderem "Die Presse". → Übersicht Wirken am "Theater in der Josefstadt" siehe hier.
  
Erni Mangold am 30. Juni 2016 anlässlich der Premiere
des Stücks "Kalender Girls"6) von Tim Firth1)
an der "Sommernachtskomödie Rosenburg"1) als eines
der "Kalender Girls"; der ORF (Landesstudio Niederösterreich) zeichnete
die Geschichte über Freundschaft, Schönheit, Altern und Liebe für das Fernsehen
auf → mehr bei noe.orf.at.
Die Komödie wurde unter anderem mit Helen Mirren1) und
Julie Walters1) verfilmt → "Kalender Girls" (2003). 

Urheber des Fotos: Wikimedia-User Ailura
Lizenz::  CC BY-SA 3.0 AT
Quelle: Wikimedia Commons
Erni Mangold, die von 1958 bis 1978 mit dem Schauspieler Heinz Reincke (1925 – 2011) verheiratet war, lebte seit Anfang der 1990er Jahre im niederösterreichischen St. Leonhard am Hornerwald1) in einem im 18. Jahrhundert erbauten Bauernhaus, das sie 1984 erwarb. Es befindet sich am Ende einer Sackgasse, die von der Gemeinde zu Mangolds 80. Geburtstag als "Prof.-Erni-Mangold-Weg" benannt wurde. Dazu ließ sie in ihrer Autobiographie "Lassen Sie mich in Ruhe" notieren: "Ich bin stolz auf meine Auszeichnungen, aber das war für mich das schönste Geschenk. Einen eigenen Straßennamen kriegt man ja für gewöhnlich nur posthum." (Quelle: Artikel bei noe.orf.at zum 95. Geburtstag)
Ihre Memoiren (aufgezeichnet von Doris Priesching) "Lassen Sie mich in Ruhe – Erinnerungen" erschienen Anfang Oktober 2011 im Wiener "Amalthea Signum Verlag"1).  

Erni Mangold am 24. November 2011 anlässlich der Präsentation
ihrer Memoiren "Lassen Sie mich in Ruhe – Erinnerungen"
Ausschnitt des Original-Fotos; Urheber: Wolfgang H. Wögerer (Wien, Österreich);
Lizenz: CC-BY-3.0; Quelle: Wikimedia Commons

Erni Mangold am 24. November 2011 anlässlich der Präsentation ihrer Memoiren; Ausschnitt des Original-Fotos; Urheber: Wolfgang H. Wögerer (Wien, Österreich); Lizenz CC-BY-3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Erwähnenswert ist zudem der Anfang Oktober 2021 im "Molden Verlag" ("Styria Verlagsgruppe"1)) veröffentlichte, autobiografische Bildband "Erni Mangold – Sagen Sie, was Sie denken. Mein Leben in Bildern", ebenfalls aufgeschrieben von Doris Priesching,  mit Gastbeiträgen von unter anderem  Elfriede Jelinek1) und Michael Schottenberg1), in dem sie die Leserschaft auf eine Zeitreise mitnimmt → epd-film.de.
Im Auftrag des ORF1) entstand anlässlich des bevorstehenden 90. Geburtstages das 25-minütige, filmische Portrait/Interview von/mit Susanna Schwarzer unter dem für die Künstlerin charakteristischen Titel "Erni Mangold – Ich mach was ich will"2) (EA ORF 21): 22.01.2017)
Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin und Regisseurin Erni Mangold starb am 5. September 2026 im hohen Alter von 99 Jahren in einer Seniorenresidenz in Wien1) im Kreise ihrer Famile. 
Siehe auch Wikipedia, austria-forum.org, geschichtewiki.wien.gv.at sowie
den Artikel zum 90. Geburtstag bei oe1.orf.at
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  fernsehserien.de, 3) filmportal.de, 4) tittelbach.tv, 5) ARD Hörspieldatenbank, 6) theatertexte.de
   
Auszeichnungen (Auszug)
(Quelle/Fremde Links: Wikipedia)
Wirken am Wiener "Theater in der Josefstadt" zur Spielzeit …
(Fremde Links: Wikipedia, theatertexte.de, sesslerverlag.at, fischer-theater.de sowie  Info = Link josefstadt.org;
R = Regie, P = Premiere, EA = Erstaufführung, UA = Uraufführung, DSE = Deutschsprachige Erstaufführung
Filme
Kino / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, tls.theaterwissenschaft.ch, prisma.de,
Die Krimihomepage, fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, tittelbach.tv; R = Regie)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia; R = Regie)
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