Der legendäre Enrico Caruso, der von der Fachwelt als der großartigste Tenor aller Zeiten bezeichnet wird, wurde am 25. Februar 1873 (manche Quellen nennen den 27. Februar) in Neapel1) als Errico Caruso und drittes von sieben Kindern in eine musikalische Familie hineingeboren. 
Enrico Caruso zwischen 1915 und ca. 1920; dieses Foto von Enrico Caruso ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection" der US-amerikanischen Library of Congress), abrufbar unter der digitalen ID ggbain.26343 in der Abteilung für Drucke und Fotografien. Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen; Quelle: Wikimedia Commons Die Legende, nach der er 17 Geschwister gehabt habe, ist seit 20 Jahren eindeutig widerlegt, vermerkt Wikipedia. Seine Geschwister vor ihm sollen früh bei einer Cholera-Epidemie verstorben, Caruso als erstes Kind am Leben geblieben sein. Sein Vater Marcellino Caruso, Mechaniker in einer örtlichen Jutefabrik, verfügte über eine schöne, tiefe Bass-Stimme, Mutter Anna Baldini (* 1838), eine zarte Frau, deren Gesundheit durch die vielen Schwangerschaften stark angegriffen war, erregte einst mit ihrem hellen Sopran Aufsehen. Die Verhältnisse, in denen die Familie im neapolitanischen Stadtteil San Carlo all'Arena1) lebte, waren recht ärmlich, aber nicht asozial, und nur seiner Mutter hatte es der kleine Errico zu verdanken, dass er eine Grundschulausbildung erhielt, die ihren Sohn von einem örtlichen Priester unterrichteten ließ; die Mutter verstarb 1888, sein Vater Marcellino heiratete kurze Zeit darauf erneut.
Schon früh fiel Errico durch seinen schönen Knaben-Alt1) auf, mit zehn Jahren erhielt er bei lokalen Lehrern Gesangsunterricht und das Angebot, man wolle seine Stimme mit Privatstunden fördern. Damals jedoch hatte der Junge altersbedingt ganz andere Dinge als seine Stimme oder gar damit verbundene Zukunftspläne im Kopf.

Enrico Caruso zwischen 1915 und ca. 1920
Dieses Foto von Enrico Caruso ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen "Library of Congress"1), abrufbar unter der digitalen ID ggbain.26343 in der
Abteilung für Drucke und Fotografien. Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen
 Info / Rights and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia Commons
Das sollte sich später ändern, Errico sang in Kirchenchören, bildete seine Stimme nach der Arbeit als Hilfsmechaniker zunächst autodidaktisch in einer Schule für Chorsänger aus, erhielt dann ab 1891 vier Jahre lang von dem renommierten Gesangslehrer sowie Impresario Guglielmo Vergine aus Neapel kostenlosen Unterricht. Vergine war es auch, der Caruso dazu brachte, den Vornamen "Errico" in "Enrico" zu ändern – des besseren Klanges wegen. Er erhielt zudem Unterricht von Vincenzo Lombardi und von der bekannten Sopranistin Carolina Ferni (1839 – 1926; → Wikipeda (englisch)).
1894 debütierte Enrico Caruso – noch relativ unbeachtet – am "Teatro Nuove"1) seiner Geburtsstadt in der heute vergessenen Oper "L'amico Francesco" des Komponisten Mario Morelli, sang später verschiedenste Tenor-Partien in kleinen und kleinsten Opernhäusern Süditaliens. Während dieser Zeit perfektionierte er weiterhin seine Stimme, verbesserte ab 1896 die hohen Noten durch Unterricht bei Vincenzo Lombardi und erhielt dann 1897 ein Engagement an der Oper von Palermo1), wo er unter anderem in der Oper "La Gioconda"1) von Amilcare Ponchielli1) auftrat.

Foto: Alte Autogrammkarte
Urheber: unbekannt
Die Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre
 urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Enrico Caruso01
Mit seinem Wechsel nach Livorno1), vor allem aber durch seine Verpflichtung an das "Teatro lirico"1) in Mailand1) gelang ihm dann der Durchbruch als lyrischer Tenor. Bei der Uraufführung der Oper "Fedora"1) von Umberto Giordano1) feierte Caruso im November 1898 mit der Partie des Grafen Loris Ipanov an der Seite der Sopranistin Gemma Bellincioni1) (1864 – 1950) seinen ersten bedeutenden Erfolg, eine Tournee durch Russland mit damals so berühmten Sängern wie dem Bariton Mattia Battistini1) (1856 – 1928) und der Sopranistin Luisa Tetazzini1) (1872 – 1940) schloss sich an. "Er kam als Opernstar nach Neapel zurück, wo die gehobene Gesellschaft ihn im "Teatro San Carlo"1) aber noch immer als Gassenjungen betrachtete, der unter den Balkonen singt. Das verzieh er dem neapolitanischen Publikum nicht und trat nie wieder in Neapel auf." vermerkt Wikipedia.
Enrico Caruso 1902 als Cavaradossi in "Tosca; Urheber: Aimé Dupont (1842 – 1900); Lizenz: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Quelle: Wikimedia Commons An der "Mailänder Scala"1) feierte Caruso 1900/01 Triumphe als Rodolfo in der Puccini1)-Oper "La Bohème"1), brillierte als junger Bauer Nemorino in "Der Liebestrank"1) ("L'elisir d’amore") von Gaetano Donizetti1), als Faust in "Mefistofele"1) von Arrigo Boito1) oder als Florindo in "Die Masken"1) ("La maschere") von Pietro Mascagni1)  – stets mit dem berühmten Arturo Toscanini1) (1867 – 1957) am Dirigentenpult. Nach einem Gastspiel in Buenos Aires1) sowie angemerkt, einer für Caruso unerfreulichen Vorstellung am "Teatro San Carlo"1) seiner Geburtsstadt – die Zuschauerresonanz war unterkühlt und eher verhalten –, trat der Tenor im folgenden Jahr in Monte Carlo1) auf und auch in London1) wollte man den Sänger mit der einzigartigen Stimme hören, dessen Bandbreite vom lyrischen bis zum lyrisch-dramatischen Fach, dem sogenannten "Spinto" reichte.
1903 reiste Caruso erstmals in die Vereinigten Staaten, gab dort mit der Titelpartie in der Verdi1)-Oper "Rigoletto"1) sein umjubeltes Debüt an der New Yorker "Metropolitan Opera"1), die schon bald zum Zentrum seines künstlerischen Wirkens wurde. Dort interpretierte er innerhalb von 17 Jahren (mit Ausnahme von 1906) in mehr als 600 Vorstellungen 36 verschiedenen Rollen – eine wahre Meisterleistung.

Enrico Caruso 1902 als Maler Mario Cavaradossi
in "Tosca"1) von Giacomo Puccini1)
Urheber: Aimé Dupont*) (1842 – 1900), New York
Lizenz: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei
weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Quelle: Wikimedia Commons
*) Link: Wikipedia (englisch)

Daneben ging er auf zahlreiche umjubelte Konzerttourneen durch Europa und die USA, begeisterte das "einfache" Publikum ebenso wie die "Großen" seiner Zeit: Bei einer seiner Vorstellungen sang er 1906 in Washington1) vor dem US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt1), der persönlich einige Worte mit dem berühmten Künstler wechselte. Zwei Jahre später beeindruckte er zusammen mit der australischen Koloratur-Sopranistin Nellie Melba (1861 – 1931) im Londoner "Buckingham Palace"1) König Edward VII.1) und dessen Gattin Königin Alexandra1). Sei es als ägyptischer Feldherr Radames in der Verdi1)-Oper "Aida"1), als Canio/Bajazzo in "Pagliacci"1) ("Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo1), als Chevalier Renato Des Grieux in dem Puccini1)-Werk "Manon Lescaut"1) oder als Dick Johnson alias der Bandit Ramerrez in Puccinis "La fanciulla del West"1) ("Das Mädchen aus dem Goldenen Westen") – Caruso schrieb während dieser Zeit Operngeschichte. Zur Spielzeit 1915/16 gab er an der "Metropolitan Opera"1) erstmals die Tenor-Hauptrolle des Samson1) (→ Rollenfoto) in "Samson et Dalila"1) ("Samson und Dalila") von Camille Saint-Saëns1) – die ungarisch-österreichische Mezzo-Sopranistin Margaret Matzenauer (1881 – 1963; → Wikipedia (englisch)) glänzte als Dalila1). Bereits Mitte November 1911 war sie erstmals an der "Met" in der "Aida"-Inszenierung neben Caruso (Radamès) und Ema Destinnová1) (1878 – 1930) alias Emmy Destinn (Aida) als Amneris aufgetreten.

Foto: Alte Autogrammkarte; Urheber unbekannt
Die Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei
weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Enrico Caruso03
Dass Caruso, der im übrigen ein talentierter Zeichner bzw. Karikaturist war (→ Zeichnungen bei Wikimedia Commons), gegenüber dem neuen Medium "Stummfilm" nicht abgeneigt war, erweist sich durch seine Mitwirkung in zwei Produktionen, von denen nur noch eine in Kopie vorhanden ist. Der von Edward José1) für "Paramount Pictures"1) gedrehte Streifen "My Cousin" (1918) wurde 2021 in restaurierter Fassun wieder dem Publikum zugänglich gemacht. Hier zeigte er sich mit der Doppelrolle des armen, aus Italien eingewanderten Bildhauers Tommasso Longo, der in Rosa, gespielt von der Sopranistin Carolina White (1886 – 1961; → Wikipedia (englisch)), verliebt ist, sowie als dessen Cousin, der berühmte Tenor Cesare Caroli von der "Metropolitan Opera" → Wikipedia (englisch). Bei filmpodium.ch kann man lesen: "Was hat ein Operntenor in einem Stummfilm verloren? Enrico Caruso war ein Weltstar des Gesangs, seine Plattenaufnahme von "Vesti la giubba" aus "I Pagliacci"1) von 1904 setzte mehr als eine Million Exemplare ab. Filmproduzent Jesse Lasky1), der vom Starruhm Carusos profitieren wollte, verpflichtete den Sänger als Darsteller für zwei Filme, "My Cousin" und "Splendid Romance", für die fürstliche Gage von 200 000 Dollar (der letztere Film ist verschollen). Die Kritik lobte zu Recht Carusos Schauspielkunst: Er spielt faktisch drei Rollen – die beiden unterschiedlichen Cousins und dann noch die Rolle des Pagliaccio auf der Opernbühne – mit Bravour, wandelbar, erstaunlich natürlich und mit einiger Selbstironie. Auch wenn die banale Handlung des Films seinem Talent nicht gerecht wird (und der Film floppte, weil das Publikum eigentlich Caruso singen hören wollte), ist "My Cousin" doch sehenswert als Dokument von Carusos darstellerischen Fähigkeiten."  Wie erwähnt, gilt der ebenfalls von Edward José in Szene gesetzte Stummfilm "The Splendid Romance" (1919) mit seiner Rolle des Prinzen Cosimo als verschollen → Wikipedia (englisch).
1919 nahm Caruso mit der Partie des reichen, jüdischen Juweliers Éléazar in der Oper "La juive"1) ("Die Jüdin") des französischen Komponisten Jacques Fromental Halevy1), dem Schwiegervater von Georges Bizet1), eine letzte neue Rolle in sein Repertoire auf und eröffnete damit 1920 gleichzeitig seine letzte Spielzeit an der "Met".  Erst Ende Mai 1921 kehrte Caruso krank und geschwächt in seine Heimat Italien zurück, wo er in der Zwischenzeit kaum aufgetreten war. Bereits seit längerer Zeit hatte der Tenor gesundheitliche Probleme, zuletzt im Dezember 1920 auf der Bühne der "Met" während der Vorstellung von "L'elisir d'amore"1) ("Der Liebestrank") einen Blutsturz erlitten, die Partie jedoch zu Ende gesungen; die letzten Vorstellungen von "La juive" sang er stehend, gestützt von seiner Bühnenpartnerin. Eine Rippenfell-Entzündung mit anschließend mehreren Operationen, die er zum Teil nur knapp überlebte, verschlechterten den Allgemeinzustand Carusos deutlich. Die heroisch-verklärende Geschichtsschreibung berichtet von den Schattenseiten des Ruhms: von schweren Erschöpfungszuständen, Zusammenbrüchen des Kreislaufs, von Ohnmachtsanfällen und rasenden Kopfschmerzen im letzten Viertel seiner Karriere. Der junge Caruso war mit seiner Kraft und Energie verschwenderisch umgegangen.2)

Enrico Caruso als Don José in der Oper
"Carmen" von Georges Bizet1) 
Foto: Alte Autogrammkarte; Urheber unbekannt
Die Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei
weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Enrico Caruso04
Im Frühjahr 1921 kehrte er nach Italien zurück, um sich im Grandhotel "Excelsior Vittoria" in Sorrent1) zu erholen sowie erneute Auftritte an der "Metropolitan Opera" in New York zu planen; am Eingang des Hotels in der Altstadt von Sorrent erinnert heute eine Gedenktafel an ihn → Foto bei Wikimedia Commons. In seinem Heimatland lebte Caruso jedoch nur noch wenige Monate – nach einem plötzlichen Rückfall erlag der weltberühmte Tenor am 2. August 1921 mit nur 48 Jahren im "Hotel Vesuvio" in Neapel1) den Folgen einer Bauchfellentzündung (Peritonitis1)) bzw. einer Blutvergiftung. Sein Leichnam wurde in der Kirche "San Francesco di Paola"1) in Neapel aufgebahrt. "König Viktor Emanuel III.1) selbst öffnete die Kirche, in der zuvor nur königliche Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattgefunden hatten," für Caruso. Am 19. August 1921 säumten rund hunderttausend Menschen den Weg von Carusos Trauerzug zum "Cimitero di Santa Maria del Pianto". Freunde, Weggefährten und gekrönte Häupter aus aller Welt waren anwesend. Die Gebäudefassaden längs des Weges waren mit schwarzen Tüchern verhängt; die Geschäfte in Neapel blieben geschlossen → Fotos der Beisetzung bei Wikimedia Commons. Die sterblichen Überreste Carusos ruhen in einem prunkvollen mit Marmor versehenen Mausoleum, das noch heute zahlreiche Verehrer Carusos besuchen." vermerkt Wikipedia. Bis 1930 war es möglich, Carusos einbalsamierten Leichnam in einem Glassarg zu besichtigen, bis dies durch seine Witwe untersagt bzw. der Sarg mit einer Steinplatte verschlossen wurde → findagrave.com.
Caruso hinterließ seine Ehefrau, die US-amerikanische Millionärstochter und Schriftstellerin Dorothy Park Benjamin1) (1893 – 1955), die er am 20. August 1918 geheiratet hatte, sowie die im Dezember 1919 geborene, gemeinsame Tochter Gloria, welche 1999 im Alter von 79 Jahren verstarb. Aus einer langjährigen Beziehung mit der Sopranistin und Operndiva Ada Giachetti (1874 – 1946), mit der er ab 1897 acht Jahre lang zusammenlebte, gingen die beiden Söhne Rodolfo (02.07.1898 – 06.03.1951) und Enrico Jr. (*. 07.09.1904), die den Namen ihres Vaters trugen.

Enrico Caruso 1918 mit Ehefrau Dorothy
Dieses Foto ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen "Library of Congress"1), abrufbar unter
der digitalen ID ggbain.27429 in der Abteilung für
Drucke und Fotografien. Gemäß der Bibliothek gibt es
keine Copyright-Restriktionen → Info/
Rights and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia Commons

Enrico Caruso 1918 mit Ehefrau Dorothy; dieses Foto ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection" der US-amerikanischen Library of Congress, abrufbar unter der digitalen ID gbain.27429 in der Abteilung für Drucke und Fotografien. Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen; Quelle: Wikimedia Commons
Die Kinder sollen nach Hauptpersonen der Oper "La Bohème"1) benannt worden sein, in der sich die Eltern kennenlernten. Aus diesem Grund trug Enrico auch den Spitznamen "Mimi". Ada verließ den oft untreuen Caruso. Sie floh mit dessen Chauffeur, woraufhin es zum Eklat und vielen Prozessen kam. Caruso lebte danach einige Zeit mit Adas Schwester Rina zusammen, ebenfalls Sängerin, bis er zur Überraschung aller plötzlich die amerikanische Millionärstochter Dorothy Park Benjamin heiratete. Mit dieser bekam er im Alter von 45 Jahren eine Tochter, Gloria.3)
Enrico Caruso Jr., der am 9. April 1987 im Alter von 82 Jahren in Jacksonville1) (Florida) an den Folgen eines Herzinfarktes starb, trat in die Fußstapfen seines Vaters und machte sich ebenfalls einen Namen als Tenor, konnte den Ruhm seines Vaters jedoch nicht erreichen. Außerdem versuchte er sich in Hollywood als Schauspieler und zeigte sich unter anderem in zwei in spanisch gedrehten Produktionen, in "La buenaventura" (1934, "The Fortune Teller" → IMDb) und "El cantante de Napoles" (1935, "The Singer of Naples")  → Wikipedia (englisch). Nach dem 2. Weltkrieg beendete er seine Sängerkarriere.
Caruso war berühmt für seine warme, für einen Tenor sehr tiefe Stimme sowie seine unübertroffene Bühnendarstellung. Das üppige Volumen, die große Geschmeidigkeit und die schillernde Farbpracht seiner Stimme sind bis heute unerreicht. Er besaß von Anfang an alle Voraussetzungen für einen Tenor von Weltklasse. Von Ärzten und Stimmphysiologen, die ihn untersuchten, ist übereinstimmend eine ganz außergewöhnliche Großräumigkeit aller Resonanzräume festgestellt worden, die jedem sofort auffällt, der Photografien des Sängers daraufhin prüft: Der mächtige Schädel rund, aber keineswegs weich (wie bei Benjamino Gigli), liegt wie ein Felsblock auf den Schultern, der vom Meereswasser rundgeschliffen worden ist, aber seine Härte nicht verloren hat. Caruso war größer, als auf den Photos erscheint: 1,76 Meter, und besaß einen enormen Brustkorb, mit dessen atmender Betätigung er angeblich einen Flügel von seinem Platz wegrücken konnte.4)
Carusos ungeheure, weltweite Popularität hing nicht zuletzt auch damit zusammen, dass er als erster Tenor Schallplattenaufnahmen machte. Rund 250 Platten mit dementsprechend fast doppelt so viel Titeln entstanden während seiner kurzen Karriere und trugen zu seinem geschätzten Vermögen von rund neun Millionen Dollar bei. Von der "Victor Talking Machine Company"1), für die er seit 1904 Platten besang, erhielt er schon zu Lebzeiten zwei Millionen Dollar.

Karikatur von Enrico Carusa aus dem Jahre 1902,
wie er sich selbst bei einer ersten Platten-Aufnahme
für "RCA Victor" sah
Urheber: Enrico Caruso; Datum: 11. 04.1902
Quelle: Wikimedia Commons von soundofthehound.com;
Lizenz: gemeinfrei; mehr zur Lizenz siehe hier

Karikatur von Enrico Carusa aus dem Jahre 1902, wie er sich selbst bei einer ersten Platten-Aufnahme für "RCA Victor" sah; Urheber: Enrico Caruso; Datum: 11.04.1902; Quelle: Wikimedia Commons von soundofthehound.com; Lizenz: gemeinfrei
Unter seinen Aufnahmen waren nicht nur Opernarien sondern auch viele Volkslieder, wie beispielsweise "O sole mio"1) des neapolitanischen Musikers und Komponisten Eduardo Di Capua1) (1865 – 1917), welches erst durch Caruso weltberühmt wurde und einen Siegeszug rund um den Globus antrat. Viele dieser Aufnahmen sind verschollen, nur wenige konnten der Nachwelt erhalten bleiben → mehr zum Thema "Aufnahmen" bei Wikipedia. Seit 8. Februar 1960 ist er mit einem "Stern" (Adr.: 6625 Hollywood Blvd.) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording") vertreten, bei der Verleihung der "Grammy Awards"1) am 29. Mal 1987 wurde er posthum mit einem "Lifetime Achievement Award" (Lebenswerk") geehrt. 2012 nahm man ihn in die von der britischen Zeitschrift "Gramophone"1) neu begründete "Gramophone Hall of Fame"1) auf.
  
Das Leben Carusos wurde – relativ frei erfunden und ein wenig rührselig –unter dem Titel "Der große Caruso"1) (1951, "The Great Caruso") mit Mario Lanza (1921 – 1959) in der Titelrolle von Richard Thorpe1) (Regie) auf die Leinwand gebracht. Mit diesem Film erreichte Mario Lanza einen internationalen Bekanntheitsgrad, an den Kinokassen wurden insgesamt fünf Millionen Dollar einspielt – eine beachtliche Summe für die damalige Zeit. "Eine Mischung von Historie und Unterhaltungselementen in gefälligem Rahmen. Für Liebhaber italienischer Opernmusik ein Genuß." urteilt filmdienst.de. Das Lied "The Loveliest Night Of The Year" (→ Wikipedia (englisch)) aus diesem Streifen verkaufte sich erneut millionenfach und kletterte in die US-amerikanischen "Top 5". Das Soundtrack-Album "Christmas Hymns and Carols" geriet zum Millionen-Seller und im selben Jahr absolvierte Lanza in den USA seine legendäre "Caruso Concert Tour".
In jüngerer Zeit entstand der von Norbert Busè1) realisierte Dokumentarfilm "Enrico Caruso – Die ewige Stimme"1) (2022), der erzählerisch im Mai 1920 einsetzt, als Enrico Caruso nach Havanna1) reist, um dort – für eine hohe Gage – als Radamès in Giuseppe Verdis1) "Aida"1) aufzutreten. Bevor Caruso die Bühne betritt, erschüttert eine Bombenexplosion das Theater; die Ereignisse werden als Schlüsselmoment genutzt, um Carusos Mythos und die Schattenseiten seines Ruhms zu beleuchten," (Quelle: Wikipedia) → siehe auch fernsehserien.de
   
Zahlreiche Biografen/Autoren in aller Welt zeichneten das Leben Carusos – mehr oder weniger erfolgreich – nach. In deutscher Sprache erschien unter anderem von Christian Springer das Buch "Enrico Caruso – Tenor der Moderne": Nicht nur wegen der unglaublichen Akribie, mit der der Autor den Lebens- und Karriereweg nachzeichnet, so dass der Mensch hinter den äußeren Ereignissen fassbar wird, sondern auch wegen des speziellen Ansatzpunktes, der Caruso als den "Tenor der Moderne" charakterisiert: Springer analysiert sämtliche 238 Tondokumente, die von Caruso erhalten sind. Dennoch ist seine Studie keine trockene Lektüre für Spezialisten. Dank des lebendigen, unverkrampften Stils, mit dem auch Exkurse ins reichlich komplizierte Privatleben des Stars gemeistert werden, wird dieser Band nicht nur allen Opernfreunden Freude machen, sondern auch allen Menschen, die sich für außergewöhnliche Menschen interessieren.5) → christian-springer.com
Von Pietro Gargano und Gianni Cesarini liegt das Werk "Caruso. Eine Biographie" in deutscher Übersetzung vor, in dem Leben und Kunst des legendären Tenors einfühlsam dargestellt, Erschwernisse und Aufstieg eines bedeutenden Opernsängers, welcher mit seiner Kunst Weltgeltung errang, geschildert werden. Lothar Ohlenschläger veröffentlichte "Enrico Caruso. Triumph und Tragödie eines Sängers. Eine medizinische Betrachtung", in dem er unter medizinisch-psychologischen Aspekten das Leben Carusos untersucht und die Hintergründe seines tragischen Lebensweges erläutert.
Von vielen wird die Biografie des Sohnes von Caruso, Enrico Caruso Jr. als "einzig wahre Biografie" angesehen. Zusammen mit Andrew Farkas begann der damals 79-Jährige 1983 mit den Aufzeichnungen zu dem Buch "Enrico Caruso: My& Father And My Family", welches 1988 auf den Markt kam; es wurde bisher nicht in die deutsche Sprache übersetzt → Literatur bei Wikipedia.
Am 27. Februar 1987 gab der "United States Postal Service"1) ihm zu Ehren eine 22-Cent -Briefmarke mit seinem Konterfei heraus. Aus Anlass des 100. Todestages des berühmten Tenors wurde am 2. August 2021 in seinem Geburtshaus das "Casa Museo Enrico Caruso" ("Hausmuseum Enrico Caruso") eingeweiht → casamuseoenricocaruso.it sowie
Fotos bei Wikimedia Commons.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch),
Wikipedia (englisch; mit Repertoire), www.whoswho.de, operissimo.com
Fotos bei Wikimedia Commons (mit Hörproben)
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quellen:
2)
Jürgen Kesting: "Die Großen Sänger des 20. Jahrhunderts" (Sonderausgabe für "Cormoran Verlag", München; 1993, S. 75
3) Wikipedia (abgerufen 04.11.2011)
4) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 9)
5) Zitat der amazon-Redaktion
Lizenz Abbildung Karikatur von Enrico Caruso (Urheber; 1873–1921): Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Um zur Seite der legendären Bühnen-Stars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de