|
Nun begann eine, für die damalige Zeit außergewöhnlich erfolgreiche
Laufbahn für Nellie Melba, sie avancierte zur ersten australischen
Sopranistin, die internationales Ansehen erlangte. Am 12. Oktober 1887 debütierte
sie mit großem Erfolg am "Théâtre Royal de la Monnaie"1) in
Brüssel1), zunächst
mit der Partie der Gilda in der Verdi1)-Oper "Rigoletto"1) und wenige Tage später als
Kurtisane Violetta Valéry in Verdis
"La traviata"1).
Im Mai 1888 trat sie erstmals am Londoner "Royal Opera House"1) in
Covent Garden1)
mit der Titelpartie in "Lucia di Lammermoor"1) von
Gaetano Donizetti1) auf,
sie wurde zwar freundlich, wenn auch nicht unbedingt frenetisch aufgenommen.
Ein Kritiker von "The Musical Times"1) schrieb damals unter anderem: "Madame Melba ist zwar
eine durchaus respektable Vertreterin der leichten Sopran-Partien, doch fehlt ihr der persönliche Charme,
der für eine große Figur auf der Opernbühne notwendig ist."
Dennoch markierte das Londoner Debüt den Beginn ihrer eigentlichen,
triumphalen Karriere rund um den Globus. Bis in die 1920er Jahre blieb die
Sängerin die ungekrönte Königin am Londoner "Royal Opera House".
Nellie Melba 1888 als/in "Lucia di Lammermoor"
Urheber/Fotograf: Nadar (1820 1910)
Quelle: Wikimedia
Commons von
"State Library of New South Wales" (P1/1144)
→ Wikipedia (englisch)
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe
hier
|
Am 1. Januar 1918 wurde sie (zusammen mit May Whitty1)) vom britischen König George V.1)
im Rahmen der "New Year Honours"1) für
ihre Verdienste/ihren karitativen Einsatz während des 1. Weltkriegs in den Adelsstand
erhoben bzw. zum "Dame Commander"1) des
"Order of the British Empire"1) (DBE) ernannt und durfte sich fortan "Dame Nellie Melba"
nennen; beide waren die ersten Bühnenkünstlerinnen, die diese hohe
Auszeichnung erhielten. 1927 wurde Nellie Melba der Titel
"Dame Grand Cross"1)
desselben Ordens (GBE) verliehen.
Da ihr erstes Auftreten in London nicht von allen positiv aufgenommen worden
war sie soll sogar geschworen haben, niemals mehr in
Großbritannien eine Bühne zu betreten ging Nellie Melba nach Paris zurück.
Dort brillierte sie 1988 an der "Opéra de Paris"1) als Ophélie in
dem Werk "Hamlet"1) von
Ambroise Thomas1). Diesmal beurteilte "The Times"1) ihre
Interpretation als
"einen glänzenden Erfolg" und schrieb: "Madame Melba hat eine Stimme
von großer Flexibilität
ihr Spiel ist ausdrucksstark und
eindrucksvoll."
Mit der "Lucia di Lammermoore"
glänzte sie unter anderem 1890 in Sankt Petersburg sowie 1893
an der "Mailänder Scala"1), ebenso wie im
selben Jahr am 4. Dezember 1893 bei ihrem Debüt unter der
musikalischen Leitung von Luigi Mancinelli1) an
der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
(→ archives.metopera.org), wo sie
wenig später am 23. Dezember 1893 mit der Partie der Nedda auch in
"Der Bajazzo"1)
("Pagliacci") von Ruggero Leoncavallo1)
begeisterte, erneut mit Luigi Mancinelli am Dirigentenpult sowie
Fernando De Lucia1)
als Canio → archives.metopera.org.
Neben Paris wurden das Londoner "Royal Opera House",
die "Mailänder Scala" und
vor allem die "Metropolitan Opera" im Laufe der Zeit zu ihrer künstlerischen
Heimat.
Portrait Nellie Melba
Urheber: Atelier Nadar1)
(unbekanntes Datum)
Quelle: Wikimedia
Commons von
Zeno.org1) (ID-Nummer 20001849468)
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
|
|
In New York trat sie regelmäßig
auf, stand in rund 240 Vorstellungen auf der Bühne letztmalig am 29. November 1910
als Violetta in
der Verdi-Oper "La traviata"1)
mit John McCormack als Violettas Geliebter Alfredo Germont
→ Vorstellungen mit Nellie Melba an der "Met" bei archives.metopera.org.
Die gefeierte Sopranistin sang mit so legendären Partnern wie Enrico Caruso (1873 1921),
studierte in Paris beispielsweise mit dem Komponisten selbst, Sarah Bernhardt (1844 1923) und ihrem Partner
Jean de Reszke
(1850 1925) die Partie der Marguérite in der Oper
"Faust"1)
(dt. auch "Margaret(h)e") von Charles Gounod1)
sowie die
weibliche Titelpartie in dessen Werk "Roméo et Juliette"1)
("Romeo und Julia") ein. Komponisten wie Giuseppe Verdi1) (1813 1901),
Ruggero Leoncavallo1) (1857 1919) oder Giacomo Puccini1) (1858 1924) arbeiteten mit
ihr zusammen, einer ihrer größten Anbeter war der dänische Märchendichter
Hans Christian Andersen1)
(1805 1875).
 |
Ihre "Aida"1), die sie 1892 zuerst in London sang, wurde
allgemein begrüßt, aber sie setzte die Rolle nur vorsichtig ein,
weniger vorsichtig war sie vier Jahre später, als sie an der Seite
von Jean de Reszke als
Siegfried1)
die Brünhilde1)
in
"Siegfried"1)
an der
"Met" sang der einzige kapitale Fehler,
der ihr in ihrer minuziös geplanten Karriere unterlief und der sie
für einige Wochen die Stimme kostete sie sang die Rolle nie wieder.
Hingegen gelang ihr, mit Puccinis "Mimi"
(in "La Bohème"1))
eine Rolle zu
erobern, die mit ihr assoziiert wurde wie keine andere nicht zuletzt
deshalb bereitete sie bei ihrem Abschiedsabend in Covent Garden ihrem
Publikum das Vergnügen, eine 65-jährige "Mimi" neben einem
30 Jahre jüngeren "Rodolfo" zu hören.2)
Nellie Melba fotografiert von
Henry Walter Barnett*)
(1862 1934)
Quelle: Wikipedia
(englisch) von "State Library of New South Wales";
Link: *) Australian Dictionary of Biography
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
|
Nellie Melba "adelte" mit
ihrer enormen Ausdruckskraft die Opernaufführungen jener Ära,
konnte bis ins hohe Alter aufgrund ihrer wunderbaren Technik ihre außergewöhnliche Stimme zur Geltung
bringen. Zu ihrem weiteren herausragenden Repertoire zählte die
Titelpartie der Elaine in der gleichnamigen Oper von Herman Bemberg (18591931; → Wikipedia (englisch)),
im italienischen Fach, außer den genannten Partien, die Desdemona in "Otello"1)
von Giuseppe Verdi1),
die Luisa in "I Rantzau"1) (dt. "Die Familie Rantzau")
von Pietro Mascagni1),
die Rosina in "Il barbiere di Siviglia"1) (dt. "Der Barbier von Sevilla")
von Gioachino Rossini1)
und die Titelpartie der der Königin von Babylon Semiramide1)
(Semiramis) in Rossinis "Opera seria"1) "Semiramide"1). Zu
nennen sind auch die Marguerite de Valois1)
in "Les Huguenots"1)
(dt. "Die Hugenotten") von Giacomo Meyerbeer1),
das Bauernmädchen Micaëla in "Carmen"1)
von Georges Bizet1),
die Lakmé, Tochter des Brahmanenpriesters1) Nilakantha,
in "Lakmé"1)
von Léo Delibes1) oder die Titelrolle in der Oper
"Hélène",
die Camille Saint-Saëns1) eigens
auf ihren Wunsch hin für sie schrieb bzw. komponierte, basierend
auf der griechischen Mythologie um die schöne Helena1)
und deren Entführung durch den trojanischen Prinzen Paris1), die
den Trojanischen Krieg1) auslöste;
die Uraufführung fand am 18. Februar 1904 an der
"Opéra de Monte Carlo"1)
in Monaco1) mit
dem französischen Tenor Albert Alvarez (eigentl. Albert-Raymond Gourron, 18611933) als Paris statt,
die Kritiken der Premiere waren zwar positiv, aber auch nicht euphorisch → Wikipedia (englisch). Als
Wagner1)-Interpretin gestaltete sie,
eher selten, neben der Brünhilde1)
in
"Siegfried"1)
die Elsa von Brabant1)
in "Lohengrin"1)
und die Elisabeth1)
in "Tannhäuser
und der Sängerkrieg auf Wartburg"1).
Für Schlagzeilen sorgte die noch offiziell verheiratete Opern-Diva Anfang der 1890er Jahre durch ihre Affäre mit
dem acht Jahre jüngeren. katholischen Herzog Louis Philippe Robert d'Orléans1), französischer
Thronprätendent und Oberhaupt des
Hauses Orléans1) (1869 1926).
Beide wurden
häufig, nicht nur in London gemeinsam gesehen, was die Klatschspalten
füllte. Laut einiger Quellen soll dies
der Grund dafür gewesen sein, dass Melbas Gatte Armstrong nun wegen "Ehebruchs" die Scheidung einreichte.
In Europa und in den USA gefeiert, kehrte Nellie Melba 1902/03 für eine Konzerttournee
erstmals nach Australien zurück und gab zudem Gastspiele in Neuseeland, 1909 ging sie auf eine neuerliche Gastspielreise
durch Australien.
|
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts waren ihre Auftritte am
"Royal Opera House" in London seltener geworden,
als ein Grund wird ihr angespanntes Verhältnis zu Sir Thomas Beecham1) genannt, der
das Opernhaus von 1910 bis zu ihrem Rücktritt leitete, des weiteren das
Erscheinen ihrer Konkurrentin Luisa Tetrazzini1) (1871 1940), einer zehn Jahre jüngeren Sopranistin, die in London
und später in New York große Erfolge in den Rollen feierte, die zuvor
mit Melba in Verbindung gebracht worden waren. Letztlich soll ihr Entschluss, mehr Zeit in
Australien zu verbringen, ausschlaggebend gewesen sein.
Nellie Melba ca. 1925
Dieses Foto von Dame Nellie Melba ist Bestandteil der
"George Grantham Bain
collection" der US-amerikanischen
"Library of
Congress"1), abrufbar unter der digitalen
ID ggbain.25855
in der Abteilung für Drucke und Fotografien
→ Info.
Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen.
→ Rights and Restrictions
Information;
Quelle: Wikimedia Commons
|
Seit Anfang der 1920er Jahre trat sie
vermehrt in Melbourne1) und
Sydney1) auf, war in ihrer Heimat bald für ihre scheinbar endlose Reihe
von "Abschiedsvorstellungen" bekannt. Ihre offizielle Abschiedsvorstellung
am Londoner "Royal Opera House" gab Dame Nellie Melba 1926
in Anwesenheit der englischen Königsfamilie. In London war es auch, wo Auguste Escoffier1)
(1846 1935), berühmter Meisterkoch des "Savoy
Hotels"1) und Bewunderer Melbas, ihr zu Ehren 1892 ein besonderes Dessert kreierte bzw. der Sängerin
servieren ließ,
welches der Opernstar nach einer Premiere der Wagner- Oper "Lohengrin"1)
zum ersten Mal kostete: Ein enthäuteter Pfirsich und zwei Kugeln Vanilleeis, überzogen mit einem
Himbeerschleier, gereicht in einem aus Eis gehauenen Schwan, stellten die Pose des mythischen Schwans aus
dem 1. Akt der Oper dar. Dies gefiel der Künstlerin so gut, dass sie die Erlaubnis gab, das Gericht fortan
"Pêche Melba"1) ("Pfirsich Melba") zu nennen. Man erzählte sich, dass
die Sängerin im Alter in Australien große Gesellschaften gab und jedes Essen stets mit dem
"Pfirsich Melba" beendete. Mittlerweile trägt die pürierte Himbeersauce auch den Namen
"Sauce Melba", zudem gibt es einen nach ihr benannten "Toast Melba"1).
"Es wird angenommen, dass der Begriff aus dem Jahr 1897 stammt, als die Sängerin schwer erkrankt und der
"Toast" ein Bestandteil ihrer Diät war. Dieser wurde wie auch
"Pfirsich Melba" von
Auguste Escoffier kreiert, den Namen prägte wahrscheinlich der Hotelier
César Ritz1) (1850 1918) während einer Unterhaltung mit Escoffier."
notiert Wikipedia
1928 zog sich Nelli Melba, die zu ihrer Zeit als erste Primadonna1) der Welt
galt, nach letzten
umjubelten Vorstellungen in Sydney und Melbourne endgültig
von der Bühne zurück, nur drei Jahre später starb die legendäre
Sängerin am 23. Februar 1931 wenige Wochen vor ihrem 70. Geburtstag
im "St Vincent's Hospital" in Sydney1) an den Folgen einer Blutvergiftung.
Die letzte Ruhe fand sie gemäß ihres eigenen Wunsches auf
dem "Lilydale Lawn Cemetery" in Lilydale, einem Vorort von Melbourne1) → findagrave.com. Die Beisetzung
geriet zu einem nationalen Ereignis mit
hochrangigen Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft. Ihr Grabstein
trägt die Gravur "Addio!, Senza Rancor", die letzten Worte der Mimi
in der Oper "La Bohème"1) was
übersetzt so viel bedeutet wie "Auf Wiedersehen, ohne
Bitterkeit"; einer ihrer Urenkel war Samuel
George Armstrong Vestey1), 3. Baron Vestey (1941 2021).
Im "Performing Arts Museum" von Melbourne erinnert eine
"Melba"-Abteilung an die legendäre Sängerin, dort werden
neben zahlreichen Fotografien und historischen Dokumenten auch ihre
Kostüme und Schmuckstücke, die sie für die verschiedensten Rollen
trug, präsentiert. Ein Konzertsaal in der "Universität Melbourne"1)
trägt den Namen "Melba Hall". Nellie Melba selbst gründete bereits 1909 in ihrem
Geburtsort Richmond1)
das "Melba Conservatorium of Music", wo sie ab ca. 1915
bis zu ihrem Tod als Musikpädagogin tätig war, Nachwuchstalente
förderte und das Institut maßgeblich prägte; später wurde es in
"Melba Memorial Conservatorium of Music" umbenannt.
Nellie Melba 1891 (Urheber/Gravur: H. Meyer)
Quelle: Wikimedia
Commons von Bibliothèque
nationale de France
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
|
|
Außer dem bekannten Eis "Pfirsich Melba" und dem
"Toast Melba" trägt die "Melba-Halbinsel"1)
in der Antarktis1)
ihren Namen. Entdeckt wurde die große, vereiste Halbinsel bei
der Australasiatischen Antarktisexpedition (19111914) unter der Leitung des
australischen Polarforschers Douglas Mawson1),
dessen Expedition sie finanziell unterstützt hatte. Weiterhin zu nennen
ist der Stadtteil "Melba" von Belconnen1),
einem Stadtbezirk der australischen Hauptstadt Canberra1)
sowie unter anderem die "Melba Avenue" in San Francisco1) und die
"Avenue Nellie Melba" ("Nellie Melbalaan") in der
belgischen Gemeinde Anderlecht1)
(Region Brüssel-Hauptstadt1)).
Mit dem von Lewis Milestone1) gedrehten
Kinofilm "Melba"1)
(1953, "Wiedersehen in Monte Carlo") entstand ein Portrait über ihr Leben.
Die US-amerikanische Koloratursopranistin bzw.. der "Metropolitan Opera"-Star Patrice Munsel
(1925 2016; → Wikipedia (englisch)) verkörperte Nellie Melba, unter anderem sah man
Robert Morley als
den Theater- und Opernproduzenten Oscar Hammerstein I1), Martita Hunt1) als
die Musikpädagogin Mathilde Marchesi1) und
Sybil Thorndike als Queen Victoria1).
1989 ehrte man Nellie Melba postum mit
der Aufnahme in die "ARIA Hall of Fame"1),
der Ruhmeshalle der "Australian Recording Industry Association"1)
(ARIA), seit 2001 ist auch sie in der neu begründeten "Victorian Honour Roll of Women"
(Ehrenliste) vertreten, mit der Leistungen von Frauen aus dem australischen Bundesstaat
Victoria1)
gewürdigt werden.
|
Etliche Denkmäler u. Ä erinnern noch heute an berühmte
Sopranistin, so ist sie eine von nur zwei Sängerinnen die andere ist
die spanische Opernsängerin Adelina Patti1) (1843 1919) deren
Marmorbüste, geschaffen von dem australischen Bildhauer Edgar Mackennal1) (1863 1931), auf der großen Treppe des
"Royal Opera House"1) in
Covent Garden1) steht → Foto
bei Wikimedia Commons. Der
anglo-australischer Maler Rupert C. W. Bunny1)
(1864 1947) verewigte sie etwa um 1902 auf einem Gemälde Öl auf Leinwand (245,5 × 153,0 cm),
das in der "National Gallery of Victoria"1) in
Melbourne1)
ausgestellt ist. Am
"Coombe House" im Londoner Stadtteil Coombe des Stadtbezirks Royal Borough of Kingston upon Thames1), wo sie 1906 lebte,
befindet sich seit 2000 eine Plakette/Gedenktafel → Foto
bei Wikimedia Commons.
Aus der Vielzahl der Memorabilien ist unter anderem der australische 100-Dollar-Schein
mit ihrem Konterfei auf der Vorderseite zu erwähnen, anlässlich ihres 100. Geburtstages brachte
die "Australia Post"1) 1961 eine
Briefmarke mit ihrem Abbild heraus. In der "Sydney Town Hall"1)
in der Innenstadt von Sydney1) befindet sich ein
von Arthur Murch (1902 1989; → Wikipedia (englisch))
geschaffenes Marmorrelief (Flachrelief1))
mit der Inschrift
"Remember Nellie Melba", das anlässlich eines Benefizkonzerts zum Gedenken an Melba und
ihre Wohltätigkeitsarbeit sowie ihre patriotischen Konzerte während des
1. Weltkriegs am 19. Mai 1941 enthüllt wurde → Foto
bei Wikimedia Commons.
Am 19. Mai 2011 feierte "Google" ihren 150. Geburtstag mit einem "Google Doodle"1) → doodles.google.
Nellie Melba: Ölgemälde (etwa 1902)
von Rupert C. W. Bunny (1864 1947)
Quelle: Wikimedia Commons von www.ngv.vic.gov.au
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
|
|
Nur noch wenige Tondokumente zeugen heute von der enormen
sängerischen Dominanz und stimmlichen Bandbreite der Operndiva. Erste
Schallplatten machte sie bereits 1904, weitere, rund 130 Titel, wurden
bis in die 1920er Jahre aufgenommen und das Gros ihrer Aufnahmen ist in
zwei Kassetten herausgegeben von dem ehemaligen Londoner Label
"EMI Records"1) und
dem Label "RCA Records"1) heute der Nachwelt erhalten.
|
|
Die Platten
zeigen, dass keine Sängerin des Jahrhunderts eine größere Zahl von
makellos reinen Tönen hat verewigen können. Es sind Töne, die die
Grenzen der menschlichen Stimme versetzen, Triller, die so ebenmäßig
schwingen wie eine Sinuskurve, und Skalen, die aus Perlen gereiht
sind. Henderson (→ Wikipedia (englisch)) hat ihre Stimme genau beschrieben: Sie umspannte einen
Umfang vom B unter dem Schlüssel bis zum hohen F. Ihre Skala war
durchgehend vollkommen ausgeglichen, und es gab, von der Tiefe bis zur
Höhe, nicht die geringste Veränderung der Klangqualität. Alle Töne
saßen vorn; es gab nie auch nur den geringsten Anflug von Kehligkeit.
Die volle, flutende und leichte Emission der Töne ist von keinem
Sänger unserer Zeit erreicht, geschweige denn übertroffen worden.
Die Intonation war überragend in ihrer Genauigkeit; die Sängerin
wich kaum je von der korrekten Tonhöhe ab."3)
Dame Nellie Melba am 15. Juni 1920 bei der Live-Übertragung
ihres Gesangs
anlässlich eines 30-minütigen Konzerts des
Radio-Senders "Marconi Company"1)
von
Guglielmo
Marconi1) in Chelmsford1)
(Essex1), UK)
Dieses Foto von Dame Nellie Melba ist Bestandteil der
"George Grantham Bain
collection" der US-amerikanischen
"Library of
Congress"1), abrufbar unter der digitalen ID
ggbain.30836
in der Abteilung für Drucke und Fotografien → Info
Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen.
→ Rights and Restrictions
Information;
Quelle: Wikimedia Commons
|
|
 |
Jens Malte Fischer1) gibt in seinem Buch "Grosse Stimmen"2)
folgende Literaturhinweise zu Nellie Melba:
"Die Literatur zu Nellie Melba entspricht ihrer säkularen Karriere. Da ist zunächst ihre Autobiographie
"Melodies and Memories!" (London 1925 (Ghostwriter:
Beverley Nichols1))), dann die immer noch
unentbehrliche frühe Biographie von Agnes G. Murphy (18651931; → Wikipedia (englisch))
"Melba: A Biography" (London 1909). Von Percy Colson
(1873 1952) stammt
"Melba. An Unconventional Biography"
(London 1932). Joseph Wechsbergs1) romanhafte, biographische Erzählung
"Red Plush and Black Velvet. The story of Dame Nellie Melba and her times" (Boston 1961) erschien auch auf deutsch
("Roter Plüsch und
schwarzer Samt. Die große Melba und ihre Zeit", Reinbek 1964)."3)
Eine jüngere Biographie ist die von dem australischen Journalisten/Autor John Hetherington
(1907 1974, → Wikipedia (englisch)) mit dem schlichten
Titel "Melba" (New York 1968), eine Sammlung von Zeugnissen gab W. R. Moran 1984 heraus
und nannte diese "Nellie Melba. A Contemporary Review" (Westport, Conn.).
Bei seinem Roman "Evensong" (1932) ließ sich Melbas Ghostwriter Beverley Nichols
übrigens von ihrem Leben inspirieren → Wikipedia (englisch).
Nellie Melba ca. 19151920
Dieses Foto von Dame Nellie Melba ist Bestandteil der
"George Grantham Bain
collection"
der US-amerikanischen
"Library of
Congress"1), abrufbar unter der digitalen ID
ggbain.28839
in der Abteilung für Drucke und Fotografien → Info;
Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright
Restriktionen.
→ Rights and Restrictions
Information;
Quelle: Wikimedia Commons
|
|