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| Der Sänger (Bass) Boris Christoff (auch: Christow) wurde am 18. Mai 1914 als Sohn eines Sprachlehrers im bulgarischen Plowdiw1) geboren, wo Vater Kyryl, der ebenfalls über eine schöne Stimme (Tenor) verfügte, zu diesem Zeitpunkt als Lehrer tätig war. Seine Familie stammte jedoch laut Wikipedia aus Bitola1) im heutigen Nordmazedonienn1) (damals Osmanisches Reich1)), wo Großvater Hristo Switschanow ein geschätzter Kantor war. | ||||
Auf einen Erfolg in den USA musste Christoff zunächst noch warten, da ihm die US-amerikanischen Behörden 1950 das Einreise-Visum verweigerten, weil er aus einem kommunistischen Land stammte. So dauerte es noch sechs Jahre bis er auch erstmals in San Francisco1) als "Boris Godunow" das US-amerikanische Publikum begeisterte, in den kommenden Jahren trat er dann bis 1963 unter anderem regelmäßig in Chicago auf, die New Yorker "Metropolitan Opera"1) blieb ihm versagt. Mehr als 600 Mal soll Christoff Mussorgskis Titelheld Boris Godunow an allen großen Opernbühnen der Welt gesungen haben und wurde als würdiger Nachfolger des berühmten russischen Bass-Baritons Fjodor I. Schaljapins (1873 1938) angesehen. Doch auch mit seinen anderen großen Partien erlangte er internationale Anerkennung, gab umjubelte Vorstellungen: So beispielsweise als Méphistophélès in "Faust"1) von Charles Gounod1) oder der Titelpartie in "Mefistofele"1) Arrigo Boito1). Christoff brillierte als Fürst Galitzki sowie als Khan Kontchak in "Fürst Igor"1) von Alexander Porfirjewitsch Borodin1), mit der Titelrolle in "Don Quichotte"1) von Jules Massenet1), als Oberpriester Ramfis in der Verdi-Oper "Aida"1) oder als Goldschmied Pogner in Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg"1) um nur einiges zu nennen. Für seine Rollen, insgesamt 120, hatte er, wie er einmal erklärte, viele Stimmen einsetzen können: "Ich singe meine 120 Rollen mit 40 Stimmen. Immer aber hört man meine Stimme heraus. Immer bin ich es, Boris Christoff, und stets ist es ein anderer Boris Christoff. Was den Boris angeht: In der ersten Szene bin ich der Zar aller Reußen. Entsprechend muss meine Stimme klingen, voller Kraft und Atem Das Singen ist ein Metier, welches große Geduld und Fleiß verlangt. Man darf nicht nachlässig sein. Viele Künstler sagen 'Ich singe, stecke mein Geld ein und verschwinde. Ich, ich habe nie für Geld gesungen. Und ich lehne heute Rollen ab, die mich nicht interessieren."2) Daneben setzte Christoff sich auch für das Kunstlied ein, brachte vorzugsweise Werke von Modest Petrowitsch Mussorgski1) sowie Peter Tschaikowski1), Michail Glinka1), Alexander Borodin1) und Antonio Caldara1), aber auch russische Volksweisen zu Gehör. Am 22. Juni 1986 gab er an der "Accademia di Bulgaria" in Rom sein Abschiedskonzert. Mitte der 1960er Jahre schien ein Gehirntumor die Karriere des Bassisten Boris Christoff und vielleicht auch sein Leben ein endgültiges Ende bereiten zu wollen. Mit gewaltiger Energie überwand Christoff die Folgen der Operation. Ende der 1970er Jahre schien er seine Karriere endgültig beenden zu wollen, aber einige Jahre später überraschte er die Opernwelt mit dem Comeback einer erstaunlich intakten Stimme.3) Der legendäre Sänger Boris Christoff, starb am 28. Juni 1993 im Alter von 74 Jahren in Rom. Seine sterbliche Hülle wurde nach Sofia1) überführt, wo dem legendären Sänger in der "Alexander-Newski-Kathedrale"1) ein Staatsbegräbnis zuteil wurde; die letzte Ruhe fand er auf dem "Sofioter Zentralfriedhof"1) (Sektion 46) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Nahe der Kathedrale erinnert eine auf einem Stein-Sockel stehende Büste an den weltweit gefeierten Künstler → Foto bei Wikimedia Commons. Er war mit Franca de Rensis, Tochter seines Mentors, dem Musikkritiker und Autor Raffaelo de Rensis (1880 1970), verheiratet und somit Schwager des italienischen Opernsängers (Bariton) Tito Gobbi1) (1913 1984), der Rensis' Tochter Tilda ehelichte und mit dem er des öfteren auf der Bühne stand. Während seiner Karriere wurde Boris Christoff, dessen Kunst eindrucksvoll in seinen Schallplatten fortlebt und der sowohl im deutschen, wie im italienischen und französischen Fach zu überzeugen wusste, international vielfach geehrt, unter anderem 1969 in Dänemark mit dem "Léonie-Sonning-Musikpreis"1) ausgezeichnet. In Italien verlieh man ihm den "Verdienstorden der Italienischen Republik" ("Ordine al Merito della Repubblica Italiana OMRI") im Range eines "Commendatore" (Komtur1)), in Frankreich den Ehrendoktor-Titel der "Pariser Oper"1) ("Opéra National de Paris"). Darüber hinaus erhielt er etliche Musikpreise, darunter den "Edison Award"1) (1964) sowie wiederholt den "Grand Prix du Disque"1) der "Académie Charles-Cros"1).
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Siehe auch Wikipedia
(deutsch), Wikipedia
(englisch) Fotos bei Wikimedia Commons |
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Fremde Links: 1) Wikipedia Quelle: 2) Jürgen Kesting: "Die Großen Sänger des 20. Jahrhunderts" (Sonderausgabe für "Cormoran Verlag" München; 1993, S. 691/692) 3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 293) 4) Wikipedia (abgerufen 21.12.2011) |
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