Wirken (Auszug) / Filmografie
Anneliese Rothenberger wurde am 19. Juni 1919*) (nach anderen Angaben 1924**) und 1926`***) als Tochter eines Kaufmanns in Mannheim1) geboren. Nach einem Musikstudium an der "Hochschule für Musik und Theater Mannheim"1), unter anderem bei der renommierten Richard-Strauss1)-Interpretin und Gesangspädagogin Erika Müller-Seeger sowie bei verschiedenen Privatlehrern, erhielt sie 1943 ein erstes Engagement am "Stadttheater Koblenz"1), wo sie als Postbotin Christel in der Operette "Der Vogelhändler"1) von Carl Zeller1) debütierte, in der Folgezeit nicht nur als Gesangsinterpretin großer Partien wie der Gilda in dem Verdi1)-Werk "Rigoletto"1) oder Titelrolle in der Weihnachtsoper "Das Christ-Elflein"1) von Hans Pfitzner1), sondern auch als Schauspielerin auf der Bühne stand; ihr Förderer war der damalige Koblenzer Musikdirektor, Dirigent, Sänger und Gesangspädagoge Wilhelm Schmidt-Scherf (13.03.1904 – 07.11.1990). 
Anneliese Rothenberger 01 "Nach Schließung des Theaters musste sie während des Krieges in einer Weißblechdosenfabrik in Weißenthurm1) am Fließband arbeiten. Wegen einer schweren Anämie wurde sie zur Erholung aufs Land geschickt und kam in das Dorf Hassenberg1) nahe Mitwitz1) in Oberfranken1), wo sie bis Kriegsende blieb. Dort begann sie auch wieder mit dem Singen und gab in Neustadt bei Coburg1) Hauskonzerte." notiert Wikipedia. Zur Spielzeit 1946/47 folgte sie einem Ruf des damaligen Intendanten Günther Rennert1) an die "Hamburgische Staatsoper"1), trat dort erstmals als Page Oscar in der Oper "Un ballo in maschera"1) ("Ein Maskenball") von Giuseppe Verdi1) auf und avancierte rasch zu einer der herausragendsten Sopranistinnen ihrer Generation. Bis 1956 gehörte Anneliese Rothenberger zum Ensemble der "Hamburgischen Staatsoper", danach blieb sie bis 1973 dem Haus durch regelmäßige Gastauftritte verbunden, Zu ihren großen Hamburger Glanzrollen gehörte beispielsweise 1967 die Titelpartie in der auf den Dramen "Erdgeist"1) und "Die Büchse der Pandora"1) von Frank Wedekind1) basierenden Oper "Lulu"1) von Alban Berg1), die neben der Konstanze in der Mozart-Oper "Die Entführung aus dem Serail"1) und der Sophie in "Der Rosenkavalier"1) von Richard Strauss1) zu ihren "Paraderollen" zählte. 
 
Foto: © Rainer Binder
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto
darf nicht für andere Zwecke verwendet werden.
Eine weitere Station ihrer Laufbahn wurde 1956 für zwei Jahre die "Deutsche Oper am Rhein"1) in Düsseldorf/Duisburg1), 1958 ging sie an die "Wiener Staatsoper"1), wo sie bereits am 8. September 1956 erstmals gastiert hatte – in der Inszenierung von Oscar Fritz Schuh1) und unter der musikalischen Leitung von Wilhelm Loibner1) mit der Partie der Susanna, Zofe der Gräfin Almaviva (Hilde Zadek1)) und Braut des Figaro (Erich Kunz1)), dem Kammerdiener des Grafen Almaviva (Paul Schöffler1)), in "Le nozze di Figaro"1) ("Die Hochzeit des Figaro") von Wolfgang Amadeus Mozart1). 61 umjubelte Vorstellungen mit Anneliese Rothenberger in dieser Rolle sollten bis Ende 1971 folgen, zuletzt am 18. Dezember 1971, Leopold Lindtberg1) inszenierte, Josef Krips1) stand am Dirigentenpult; bis Anfang der 1970er Jahre bereicherte sie das Ensemble dieses renommierten Hauses → Übersicht Wirken an der "Wiener Staatsoper".

Anneliese Rothenberger 1962
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Scheidl; Datierung: 1962 → Info
© Scheidl / ÖNB, Wien, Bildarchiv (Inventarnummer FO90723)

Anneliese Rothenberger 1962; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Scheidl; Datierung: 1962; Copyright Scheidl / ÖNB, Wien, Bildarchiv (Inventarnummer FO90723
Seit ihrem Debüt bei den "Salzburger Festspielen"1) mit der Partie Telemachos1) in der von Oscar Fritz Schuh1) in Szene gesetzten Uraufführung (17.08.1954) der Oper "Penelope" von Rolf Liebermann1) unter der musikalischen Leitung von George Szell1) mit Christl Goltz1) als Penelope1) (→ klassika.info), begeiterte Anneliese Rothenberger zwischen 1956 und 1970  jedes Jahr das Salzburger Festspiel-Publikum. 1957 gestaltete sie auch die Agnes, Ziehtochter des Arnolphe (Kurt Böhme), in der Uraufführung (17.08.1957) von Liebermanns "Die Schule der Frauen"1), basierend auf der Verskomödie "L’école des femmes"1) von Molière1), An weiteren Salzburger "Höhepunkten" sind unter anderem 1956 und 1963 die Papagena in dem Mozart-Werk "Die Zauberflöte"1) zu nennen, 1959 die Flaminia, Tochter des Buonafede/Bonafede (Oskar Czerwenka1)), in "Die Welt auf dem Monde" ("Il mondo della luna") von Joseph Haydn1) (Musik), 1958 die Zdenka in "Arabella"1) von Richard Strauss, 1959 die Clarissa in Haydns "Die Welt auf dem Monde"1) oder ab 1960 die Sophie in der Richard-Strauss-Oper "Der Rosenkavalier", eine Rolle, in der sie mehrfach brillierte und die unter der musikalischen Leiting von Herbert von Karajan1) als Meilenstein der Oper gilt. 1965 und 1966 gab sie eine hinreißende Konstanze, Geliebte des Belmonte (Fritz Wunderlich) in der Mozart-Oper in "Die Entführung aus dem Serail"1), brillierte 1969 und 1970 als Fiordiligi, Schwester der Dorabella (Rosalind Elias1)), in Mozarts "Così fan tutte"1). Darüber hinaus erfreute sie die Zuhörer/-innen bei den "Liederabenden der Salzburger Festspiele"1) → Wirken bei den "Salzburger Festspielen".
Das internationale Renommee der Rothenberger zeigt sich in unzähligen Auftritten an so bedeutenden Bühnen wie der "Mailänder Scala"1), wo sie als zu der Zeit einzige deutsche Sängerin das Angebot erhielt, die Partie der Kurtisane Violetta Valéry in der Verdi1)-Oper "La traviata"1) zu singen.
An der New Yorker "Metropolitan Opera"1) riss sie beispielsweise seit ihrem Debüt im November 1960 auch das US-amerikanische Publikum als Zdenka in "Arabella"1) zu Begeisterungsstürmen hin. Sechs Spielzeiten (1960 1965) bzw. 48 Vorstellung lang stand sie an der "Met" auf der Bühne, gestaltete dort einmal mehr die Susanna in Mozarts "Figaros Hochzeit"1), die Sophie in "Der Rosenkavalier"1), den Pagen Oscar in Verdis "Ein Maskenball"1), sowie den Eros/Amor1) in "Orpheus und Eurydike"1) ("Orfeo ed Euridice") von Christoph Willibald Gluck1), das Kammermädchen Adele in der Operette "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1) und zuletzt (14.12.1965) die Kokotte Musetta in "La Bohème"1) von Giacomo Puccini1. → Wirken an der "Metropolitan Opera".
Glanzvolle Konzert-Tourneen führten die Sopranistin an die Musik-Metropolen rund um den Globus, man feierte ihre wunderschöne Stimme in Europa – unter anderem auch beim "Festival d’Aix-en-Provence"1) im französischen Aix-en-Provence1), im schottischen Edinburgh1) beim "Edinburgh Festival"1) und beim "Maggio Musicale Fiorentino"1) in Florenz1) – ebenso wie in den USA oder in Südamerika am "Teatro Colón"1) in Buenos Aires1). 1970 beispielsweise unternahm sie eine triumphale Gastspielreise durch die ehemalige UDSSR1), 1972 reiste sie drei Wochen durch Japan → Übersicht Wirken (Auszug) siehe hier.

Anneliese Rothenberger am 3. Oktober 1969
 im "Koninklijk Concertgebouw"1) in Amsterdam1)
anlässlich der Verleihung des niederländischen "Edison Award"1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 922-8380)
Urheber/Fotograf: Eric Koch / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Ausschnitt des Originalfotos
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf  das Copyright)

Anneliese Rothenberger am 3. Oktober 1969 im "Koninklijk Concertgebouw" (Amsterdam) anlässlich der Verleihung des niederländischen "Edison Award"; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 922-8380); Urheber/Fotograf: Eric Koch / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Ausschnitt des Originalfotos; Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf  das Copyright)
Einem Millionenpublikum wurde Anneliese Rothenberger mit Auftritten in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehsendungen, aber auch mit einigen Spielfilmen bekannt. Bereits 1951 wirkte sie als Sängerin in dem von Géza von Cziffra1) gedrehten Streifen "Die verschleierte Maja"1) auf, im Folgejahr erneut in Cziffras Revuefilm "Der bunte Traum"1) (1952),  sowie unter der Regie von Karl Anton1) in der Adaption "Clivia"1) (1954) nach der gleichnamigen Operette1) von Nico Dostal1) mit Claude Farell und Peter Pasetti in den Hauptrollen.
Anneliese Rothenberger als Dolly mit Johannes Heesters (Dr. Roger Fleuriot) in "Meine Schwester und ich" (1956); Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR Unter der Regie von Michael Powell1) und Emeric Pressburger1) entstand mit der britisch-deutschen Produktion "Fledermaus 1955"1) (1955, "Oh, Rosalinda!") eine modernisierte Version der Operette "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1), in der sie auch auf der Leinwand als Adele Furore machte – neben so prominenten Darstellern wie Michael Redgrave (Oberst Eisenstein), Ludmilla Tchérina1) (dessen Ehefrau Rosalinde; Gesang: Sári Barabás1)), Adolf Wohlbrück alias Anton Walbrook (Schwarzmarkhändler Dr. Falke; Gesang: Walter Berry1)), Anthony Quayle1) (General Orlowsky), Mel Ferrer (Hauptmann Alfred Westerman) und Oskar Sima (Gefängniswärter Frosch). 1962 brachte Paul1 Czinner1) (Regie) eine originalgetreue Verfilmung/Reproduktion von "Der Rosenkavalier" ins Kino, basierend auf der Inszenierung (1960) der "Salzburger Festspiele"1),  mit dem "Mozarteumorchester Salzburg"1) unter der Leitung von Herbert von Karajan1), in der Anneliese Rothenberger als Sophie, Tochter des Herrn von Faninal (Erich Kunz1)), einen breiteren Zuschauerkreis als auf der Bühne erreichte; u. a. sah man Elisabeth Schwarzkopf (Feldmarschallin Fürstin Werdenberg), Otto Edelmann1) (Baron Ochs auf Lerchenau) und Sena Jurinac1) (Octavian, "Der Rosenkavalier").
Auf dem Bildschirm war sie seit Mitte der 1950er präsent, eine wunderschöne Rolle war unter anderem die der als Prinzessin Saint Labiche geborenen Dolly Fleuriot, Gattin des Dr. Roger Fleuriot (Johannes Heesters), in der von Franz Peter Wirth1) in Szene gesetzten Verfilmung "Meine Schwester und ich" (1956) nach dem gleichnamigen Singspiel1) von Ralph Benatzky1).
    
Foto: Anneliese Rothenberger als Dolly
mit Johannes Heesters (Dr. Roger Fleuriot)
in "Meine Schwester und ich" (1956)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
Schon während ihrer Hamburger Zeit hörte man die Künstlerin oft im Rundfunk, in den 1950er/1960er Jahren erschien sie vorwiegend mit ihren Opern-Rollen mitunter auch im Fernsehen, sei es in Aufzeichnungen von Bühneninszenierungen oder speziellen TV-Produktionen. Seit Anfang der 1970er Jahre erbte man die stets elegant wirkende Anneliese Rothenberger vermehrt in etlichen Unterhaltungssendungen, mit den ZDF-Shows "Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre"1) (1971–1981), "Anneliese Rothenberger stellt sich vor…"2) (1975–1986), in der sie das Publikum mit jungen, noch unbekannten Sängerinnen und Sänger bekannt machte, oder "Traumland Operette"2) (1982–1986), erreichte sie eine ungeheure Zuschauerresonanz und brachte die so genannte E-Musik auch solchen Menschen nahe, die nicht unbedingt zu dem Kreis klassischer Musikanhänger/-innen zählten, 1980 trat sie in "Katharina und Potemkin"2) mit dem Untertitel "Ein musikalischer Bilderbogen aus dem alten Russland" als Zarin Katharina die Große1) auf, Steven Kimbrough mimte deren Günstling/Liebhaber Fürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin1), unter anderem wirkte Ivan Rebroff als der Don-Kosak1) Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow1) mit. Von einigen Kritikern wurde ihr Ausflug in die leichte Unterhaltung jedoch "geächtet", andere wiederum bewerteten diesen Schritt positiv.
Anneliese Rothenberger 1959 mit Publikumsliebling Hans-Joachim Kulenkampff; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Scheidl; Datierung: 16.04.1959; © Scheidl / ÖNB, Wien, Bildarchiv (Inventarnummer FO77527) Zu ihren Abstechern in die Welt der "leichten Muse" zählte auch 1969 das von Udo Jürgens komponierte, offizielle Lied der "ARD-Fernsehlotterie"1) mit dem Titel "Wie schön ist diese Welt", oder im Duett mit Detlev Lais1) die Coverversion des Songs "La-Le-Lu"1) von Heino Gaze1)1).
Darüber hinaus war sie stets ein gern gesehener Gaststar in populären Shows wie "Dalli Dalli"1) mit Hans Rosenthal, "Zum Blauen Bock" mit Heinz Schenk und Lia Wöhr, "Wetten, dass…?"1) (damals noch mit Frank Elstner1)) oder "Melodie für Millionen"1) mit Moderator Dieter Thomas Heck1). Sie trat bei August Everding1) auf, der in seiner "3sat"1)-Gesprächsreihe "da capo" bekannte Interpreten/Interpretinnen der klassischen Musikszene interviewte, oder bei Alfred Biolek1) in dessen Talkshow "Boulevard Bio"1). Laut  Umfragen war sie in den 1970er Jahren,"die beliebteste Frau im deutschen Fernsehen"→ Übersicht Filmografie.
   
Anneliese Rothenberger 1959 mit
Publikumsliebling Hans-Joachim Kulenkampff
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Scheidl; Datierung: 16.04.1959 → Info
© Scheidl / ÖNB, Wien, Bildarchiv (Inventarnummer FO77527)
Ein Mal beteiligte sie sich als Sprecherin an einem Hörspiel, beim "Nordwestdeutschen Rundfunk"1) (NWDR) wurde am 14. März 1951 unter der Regie von Kurt Reiss1) das Stück "Mademoiselle Mama" ausgestrahlt, basierend auf der Komödie "Mademoiselle ma mère:" von Louis Verneuil 1893–1952; → Wikipedia (englisch) mit der Musik von Peter Igelhoff1). Hier übernahm sie die weibliche Hauptrolle der Jacqueline, junge Gattin des Rechtsanwalts Albert Letournel (Carl-Heinz Schroth) und Stiefmutter des Georges Letournel (Arno Assmann), der sie, sehr zu ihrem Leidwesen, hochnäsig "Meine Mutter" nennt, aber insgeheim zärtliche Gefühle für sie hegt → hoerspiele.dra.de.
Erwähnenswert ist 1970 ihr Erscheinen anlässlich des großen Gala-Konzerts in der "Berliner Philharmonie"1) zum 90. Geburtstag des Komponisten Robert Stolz1), welches von über 200 Sendern live ausgestrahlt wurde, bei dem sie nicht nur als Sängerin auftrat, sondern auch durch den Abend führte und damit eine neue Facette ihres Talents zeigte. In Anwesenheit des Jubilars dirigierte Werner Eisbrenner1) die "Berliner Symphoniker"1), neben Anneliese Rothenberger sangen Peter Minich1), Harry Friedauer1), Margit Schramm1), Wolfgang Anheisser1), Brigitte Fassbaender1) und James King1), außerdem traten unter anderem der Chor der "Deutschen Oper Berlin"1), Paul Kuhn und Heintje auf. Bereits 1969 brachte "EMI Electrola"1) die Doppel-LP "Robert Stolz zum 90. – Das grosse Gala-Konzert der Weltstars" auf den Markt, in der man Rothenberger mit so berühmten Robert Stolz-Melodien wie "Im Prater blüh'n wieder die Bäume", "Zwei Herzen in Dreivierteltakt" (aus der gleichnamigen Operette1); im Duett mit Nicolai Gedda), "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" (aus der Operette "Der Favorit") oder "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" (aus dem Singspiel "Im weißen Rößl"1)) hört. 
Zahllose Schallplatten und CDs  zeugen von den großen Erfolgen der weltberühmten Sopranistin, die sich sowohl im Koloratur-Gesang als auch im Vortrag lyrischer Rollen sowie klassischer Lieder ausgezeichnete. Die als "erfolgreichste deutsche Sängerin der Nachkriegszeit" gefeierte Künstlerin erhielt zahlreiche Würdigungen für ihre herausragende Stimme bzw. ihr Lebenswerk: Die zur "Bayerischen Kammersängerin" (1963) und "Österreichischen Kammersängerin" (1967) ernannte Anneliese Rothenberger war unter anderem Trägerin des "Bundesverdienstkreuzes I. Klasse"1) (1966), des "Großen Bundesverdienstkreuzes" (1976) für "hervorragende Verdienste um das Ansehen des deutschen Kulturschaffens im Ausland", der "Max-Reinhardt-Medaille"1) (1970) der "Salzburger Festspiele" und des "Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg"1) (1977). Sie erhielt zahlreiche Medienpreise, so den niederländischen "Edison Award"1) (1989), den "Goldenen Bildschirm"1) (1970), zwei "Goldene Bambis"1) (1971, 1974) und die "Goldene Kamera"1), verliehen am 9. Februar 1977 in der Kategorie "Nachwuchsförderung" für ihre Sendung "Anneliese Rothenberger stellt vor".  Im Oktober 2003 wurde ihr der "Echo Klassik 2003"1) für ihr Lebenswerk verliehen, es war einer ihrer letzten öffentlichen Auftritte → siehe Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia.
Lediglich am 20. November 2006 trat sie in der von Reinhold Beckmann1) moderierten Talkshow "Beckmann"1) noch einmal vor die Kamera, erzählte unter anderem vom plötzlichen Herztod des Vaters mit nur 36 Jahren und vom Unfalltod ihres damals fünfjährigen Bruders Heinz, verursacht durch einen Postautobus beim Spielen.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Anneliese Rothenberger 02
Auch nach dem krankheitsbedingten Abschied von der Bühne Mitte/Ende der 1980er Jahre blieb Anneliese Rothenberger stets der klassischen Musik verbunden und engagierte sich aktiv für den sängerischen Nachwuchs. So veranstaltete sie beispielsweise auf der Bodenseeinsel Mainau1) im Rahmen des dort angesiedelten "Europäisches KulturForum Mainau" den "Anneliese Rothenberger Nachwuchswettbewerb" und stiftete den "Anneliese-Rothenberger-Preis".
Rothenbergers Sopran war stets ein ein zartes Instrument, nicht sehr belastbar und auch nicht im Verlauf der Jahre sich entwickelnd, ihre Stimme verharrte eigentlich immer auf der Schwelle zwischen Soubrette und lyrischem Sopran und wurde durch die Natur in ihrem Ausdrucksspektrum begrenzt. Es verwundert nicht, dass eine so überlegene Künstlerin mit diesem ihr erreichbaren schmalen Rollenbereich nicht zufrieden sein konnte; ihre weitgespannte Tätigkeit in den Massenmedien muss insofern als Kompensation betrachtet und verstanden werden.3)
   
Die berühmte Sopranistin starb am 24. Mai 2010 nach kurzer Krankheit im schweizerischen Kantonsspital Münsterlingen1) (Kanton Thurgau) – wenige Wochen vor ihrem 91. Geburtstag (legt man das Geburtsjahr 1919 zugrunde) an den Folgen einer Krebserkrankung; in etlichen Nachrufen wird "im Alter von 83 Jahren" genannt, was wiederum auf das Geburtsjahr 1926 verweist. Beigesetzt wurde sie anonym im Familiengrab einer Freundin auf dem Hamburger "Friedhof Ohlsdorf"1) → Foto der Grabstelle bei knerger.de. findagrave.com.
In zahlreichen Nachrufen erinnerte man an die Ausnahmesängerin, so würdigte unter anderem der damalige ZDF-Intendant Markus Schächter1) die Künstlerin mit den Worten: "Anneliese Rothenberger war nicht nur eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen der Nachkriegszeit, von der Kritik gelobt und vom Publikum geliebt. Sie hat auch als eine der Ersten – wie außer ihr vielleicht nur Herbert von Karajan1) – die Möglichkeiten des Mediums Fernsehen für die Musik erkannt und konnte Generationen für Musik begeistern. Als Gastgeberin zahlreicher ZDF-Unterhaltungssendungen hat sie in den siebziger und achtziger Jahren der klassischen Musik im Fernsehen ein Millionenpublikum gewonnen. Wir haben Anneliese Rothenberger viel zu verdanken."4)
Seit 22. April 2021 erinnert im Mannheimer1) Stadtbezirk Käfertal1) die "Anneliese-Rothenberger-Straße" an die weltweit gefeierte Sopranistin.
Ihr künstlerischer Nachlass befindet sich in den Beständen der"Reiss-Engelhorn-Museen"1) (rem) in Mannheim, mit unter anderem einer Sammlung persönlicher Briefe, rund 1.000 Fotografien aus ihrem Leben und Wirken, sowie etliche Tonträger, Dokumente und persönliche Auszeichnungen, wie beispielsweise die beiden "Bambis".

Anneliese Rothenberger war seit 1954 mit dem auch als ihrem Manager fungierenden Journalisten, Redakteur und Lyriker Gerd Wendelin Dieberitz (* 1922) glücklich verheiratet; die Ehe blieb Kinderlos. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahre 1999  lebte sie in ihrer Villa in der kleinen Gemeinde Salenstein1) am Schweizer Ufer des Bodensees1). Sie war eng befreundet mit der Mainauer Grafenfamilie Bernadotte1) und Patentante von Björn Graf Bernadotte1).
Anneliese Rothenberger 1970  zu Nesuch bei der "Internationalen Funkausstellung" in üsseldorf; Urheber: Wikimedia-User Pelz; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons 1972 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen unter dem Titel  "Melodie meines Lebens".
Seit vielen Jahren machte sich die vielseitige Künstlerin auch als erfolgreiche Malerin, vor allem mit impressionistischen Blumenmotiven einen Namen. Bereits in den frühen sechziger Jahren studierte sie in New York bei dem deutsch-amerikanischen Kunstmaler Alfred Zwiebel1). 1963 hatte sie schon die erste Ausstellung eigener Bilder in Frankfurt am Main. Seitdem richtete sie etliche gut beachtete Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz aus.5)

Anneliese Rothenberger 1970 zu Besuch
bei der "Internationalen Funkausstellung"1)
in Düsseldorf1)
Urheber: Wikimedia-User Pelz
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
Siehe auch Wikipedia sowie die Nachrufe bei
sueddeutsche.de, spiegel.de und klassik-begeistert.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
*) 1919 wird als Geburtsjahr im Testament der Künstlerin genannt; siehe Adrienne Braun: "Mozarts Missionarin aus Mannheim",
in "Stuttgarter Zeitung" (19.06.2019, S. 28) → online (Textanfang) bei stuttgarter-nachrichten.de
**) Artikel bei www.br-klassik.de sowie Internet Movie Database
***) Artikel bei www,spiegel,de sowie "Deutsche Welle", www.zeit.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien,sw
Quelle: 
3) Jens Malte Fischer: "Große Stimmen" ( Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1993, S. 506 f.)  
4) br-online.de (Seite nicht mehr abrufbar),  5) Quelle: Wikipedia (abgerufen Oktober 2011)
     
Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia, geschichtewiki.wien.gv.at,
mgg-online.com, musiklexikon.ac.at, bmlo.lmu.de; R = Inszenierung/Regie)
"Wiener Staatsoper" → archiv.wiener-staatsoper.at "Metropolitan Opera", New York
Die "Met" weist 48 Vorstellungen) mit Anneliese Rothenberger aus → archives.metopera.org.
"Salzburger Festspiele"
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, fernsehserien.de; R = Regie)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Um zur Seite der legendären Bühnen-Stars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de