Filmografie
Joseph Schmidt wurde am 4. März 1904 als drittes Kind  deutschsprachiger orthodoxer Juden1) in dem Dorf Dawideny nahe Czernowitz1) (heute beides Ukraine1)), einer Stadt der damaligen Österreich-Ungarischen1) Provinz Bukowina1), unweit der Grenze zu Rumänien1), geboren. Sein früh verstorbener Vater, der Kleinbauer Wolf Schmidt (* 1866), war strenggläubiger Jude (Chasside1)) und verkaufte über Land Schnürbänder, Bindfäden, Knöpfe u. Ä.; Mutter Sara (1875 – 1950) kümmerte sich um die Familie, zu der seine Geschwister Regina (* 1900), Betty (* 1902), Schlomo (* 1906) und Mariem Schmidt (* 1909) gehörten. Bereits als kleiner Junge fiel "Jossale" durch seine wunderschöne Stimme auf, erst "glänzte" er bei kleineren Familienfeiern, später mit Auftritten und dem klassischen "Synagogengesang"1) im " Israelitischen Tempel Czernowitz"1); trotz einer finanziell angespannten Situation emöglichite ihm vor allem die Musik liebende Mutter Klavier- und Geigenunterricht.
Ab den 1920ern untermauerte er sein Naturtalent mit einem Studium in Czernowitz bei der renommierten Gesangspädagogin Felicitas Lerchenfeld-Hrimaly sowie ab Frühjahr 1925 in Berlin an der "Akademischen Hochschule für Musik" (heute "Universität der Künste Berlin"1)) bei Professor Hermann Weißenborn1) .
Aufmerksamkeit hatte Schmidt bereits bei der Aufführung einer Revue erregt, sang dann dem Leiter der Opern-Abteilung des "Funk-Stunde  Berlin"1), dem gefeierten, niederländischen Bariton Cornelis Bronsgeest1) vor und machte rasch Karriere vor allem in den speziell für den Funk bearbeiteten Opernproduktionen des Senders. Sein Debüt vor dem Mikrofon gab er am 18. April 1929 mit der berühmten Arie des Vasco da Gama1) "Land so wunderbar"/"Ô paradis" aus der Oper "L'Africaine"1) ("Die Afrikanerin") von Giacomo Meyerbeer1). Über Nacht avancierte Schmidt zu einem der herausragendsten Sänger seiner Zeit und wurde bald vom Publikum als der "deutsche Caruso" gefeiert.
Nur wenige Male stand er auf einer Opernbühne – wohl wegen seiner kleinen Statur blieb ihm eine große Bühnenkarriere verwehrt – mit nur knapp 1,60 m Körpergröße (andere Quellen sprechen von 1,54 m) entsprach er nicht den Vorstellungen eines klassischen Heldentenors. "Das Mikrofon war sein Konzertsaal" heißt es in dem Artikel bei josephschmidt-archiv.ch.

Foto: Joseph Schmidt in der SWR-Dokumentation "Die schöne Stimme" (1958)
Autor: Helmut Pigge1), Regie: Theo Mezger1)
In der 35-minütigen Dokumentation erzählt der Schauspieler Max Strassberg1) (1913 – 1968) von seinen Begegnungen mit dem Sänger Joseph Schmidt kurz vor dessen Tod im Schweizer Internierungslager Girenbad1), einem Aufenthalt Schmidts im Züricher Kantonsspital und seinem Tod am 16.11.1942 in Girenbad.
Foto und Textquelle mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Joseph Schmidt in der SWR-Dokumentation "Die schöne Stimme" (1958); Autor: Helmut Pigge, Regie: Theo Mezger; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR
Porträt des Kammersängers Joseph Schmidt, fotografiert von Hildegard Jäckel (1903 – 1974); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_j_0002307_02); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Hildegard Jäckel; Quelle: www.deutschefotothek.de Der scharfzüngige Dirigent Leo Blech1) soll 1928 einmal Schmidts "Problem" mit den Worten "Schade, dass Sie nicht klein sind" ausgedrückt haben; auf Schmidts verwunderte Antwort "Ich bin doch klein", konterte Blech schonungslos "Sie sind nicht klein, Sie sind zu klein". Im Januar 1939 kam es im "Théâtre Royal de la Monnaie"1) in Brüssel1) zu Schmidts einzigen Bühnenpartie, er gab den Poet Rodolfo in  der Oper"La Bohème" von Giacomo Puccini1), die "feinfühligen" Kritiker fühlten sich allerdings bemüßigt, auf die mangelnde Körpergröße des Tenors ausdrücklich hinzuweisen.
Wikipedia notiert: "Es folgte eine Tournee in Belgien über Lüttich1), Gent1), Antwerpen1), Brügge1), Kortrijk1), Ostende1) und Verviers1). Ein Gastspiel als Rodolfo gab Schmidt im Jahre 1940 auch im finischen Helsinki1); innerhalb eines Jahres gestaltete er diese Rolle 24 Mal. Als weitere Bühnenpartie sollte er den Canio in "Der Bajazzo"1) von Ruggero Leoncavallo1) singen, doch verhinderte die sich zuspitzende Politik dieses Projekt. Schmidts letzter nachweisbarer Auftritt fand in der "Opéra d'Avignon" in Avignon1) am 14. Mai 1942 statt."
Zwischen 1929 und 1933 war Joseph Schmidt populärste Rundfunktenor, seine Platten verkauften sich millionenfach, Schmidt selbst erhielt Spitzengagen und gehörte zur Berliner "High Society". Seine Beliebtheit war nicht auf Deutschland begrenzt, in ganz Europa und selbst in den USA feierte er mit seiner leicht geführten, lyrischen Stimme Triumphe.
  
Porträt des Kammersängers Joseph Schmidt,
fotografiert von Hildegard Jäckel (1903 – 1974)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_j_0002307_02)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Hildegard Jäckel
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Er berzauberte mit eingängigen Stücken wie "Wenn du jung bist, gehört dir die Welt", "Launisches Glück", "O sole mio"1), "Tiritomba", "La Paloma"1), "Funiculì, Funiculà" oder "Immer nur lächeln" (aus der Lehár-Operette "Das Land des Lächelns"1)) auf Gastspielreisen beispielsweise in London, Wien und Budapest die Zuhörer/-innen aller Altersklassen. Er sang Opernarien zumeist des französischen und italienischen Fachs, Operettenlieder, neapolitanische Canzone oder auch nur "einfache" deutsche Schlager, denen er mit seinem stimmlichen Volumen "Größe" und Zauber verlieh.
Erste Erfahrung vor der Kamera sammelte Schmidt in den Streifen "Der Liebesexpreß" (1931) und "Gehetzte Menschen"1) (1932), in denen er als Sänger auftrat. Mit der ganz auf ihn zugeschnittenen, männlichen Hauptrolle in dem von Richard Oswald1) gedrehten Ufa-Musikfilm "Ein Lied geht um die Welt"1) /1933) und dem gleichnamigen Titellied1) (Text: Ernst Neubach1), Musik: Hans May1)) avancierte Schmidt dann zum Medienstar; im Folgejahr entstand ebenfalls unter Regie von Oswald in London das britische Remake "My Song goes around the World"1) (1934), An der Seite von Viktor de Kowa (1934: John Loder1)) und Charlotte Ander spielte er den Tenor Riccardo, das Drehbuch thematisierte in Grundzügen Schmidts eigene Lebensgeschichte: Ricardo ist ein Tenor, der sich beim Rundfunk in kurzer Zeit einen großen Namen gemacht hat, aber mit starken Minderwertigkeitskomplexen behaftet und todunglücklich ist, weil er eine kleine unscheinbare Figur hat und daher von den Frauen nicht für voll angesehen wird. Endlich glaubt er die Frau seiner Träume gefunden zu haben, aber auch sie ist nur aus Mitleid freundlich zu ihm, ihr Herz gehört einem anderen…

Die so genannte "Machtergreifung"1) der Nationalsozialisten1) in Deutschland bedeutete für den jüdischen Künstler einen Einschnitt in seiner Karriere mit weitreichenden Folgen. Zur ungestörten Premiere des ungemein erfolgreichen Films "Ein Lied geht um die Welt" am 9. Mai 1933 sagte sich zwar noch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels1) an, der den Sänger verehrte und ihm den Status eines "Ehrenariers" verschaffen wollte, was Schmidt jedoch ablehnte. Als dann das Nazi-Presseorgan "Völkischer Beobachter"1) hetzerisch schrieb; "… Aber er ist sooo begabt und so edelmütig, so rührend, kein Engel ist so rein … Und was man nicht sagt, aber desto deutlicher sieht: Er ist ein Jude. Jener Typ demütiger Volljude, mit dem einstmals so gerne hausieren ging …, und dass Lieder, "die heute in Deutschland erklingen, einen anderen Rhythmus haben", war für Schmidt schnell klar, dass ein weiteres Leben in Deutschland gefährlich wurde.

Postwertzeichen  "100. Geburtstag Joseph Schmidt"; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Bundesministeriums der Finanzen sowie der Grafikerin Jennifer Rothkopf
Postwertzeichen  "100. Geburtstag Joseph Schmidt"
(Erstausgabe: 11.03.2004)
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
des Bundesministeriums der Finanzen
sowie der Grafikerin Jennifer Rothkopf (www.rothkopf-design.de)
  
Aus unbekannten Gründen lehnte Schmidt dennoch 1933 ein Angebot des US-amerikanischen Senders "NBC"1) ab, auch eine Gastspielreise, die ihn im Frühjahr und Herbst 1937 durch die USA mit unter anderem vier Konzerten in der New Yorker "Carnegie-Hall"1) führte – im Oktober 1937 an der Seite von Richard Tauber, Jussi Björling, Maria Jeritza und Erna Sack – nutzte Schmidt nicht, um Nazi-Deutschland den Rücken zu kehren.
Porträt des Kammersängers Joseph Schmidt um 1935; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0270555); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Quelle: www.deutschefotothek.de Stattdessen war er im Dezember 1933 nach Österreich bzw. nach Wien emigriert, stand für den von Richard Oswald1) in Szene gesetzten musikalischen Liebesfilm "Wenn du jung bist, gehört dir die Welt"1) (1933) mit Liliane Dietz1), Szöke Szakall, Frida Richard und Otto Tressler vor der Kamera, im Folgejahr erlebte man ihn unter der Regie von Max Neufeld1) in dem ebenfalls musikalischen Streifen "Ein Stern fällt vom Himmel"1) (1934), mit dem er in Großbritannien bzw. der englischsprachigen  Version "A Star Fell From Heaven" (1936; Regie: Paul Merzbach1)) ebenfalls beim Publikum punkten konnte: Hier präsentierte sich Schmidt als schüchterner Musikstudent Josef Reiner, der von der jungen Klavierlehrerin Annerl Bachinger (Evi Panzner2)/1936: Florine McKinney → Wikipedia (englisch)) wegen seiner schönen Gesangsstimme verehrt wird und die ihm zu einer Gesangskarriere verhilft. Die beste Gelegenheit bietet sich im Filmatelier, wo gerade der berühmte amerikanische Tenor Lincoln (Egon von Jordan/1936: Billy Milton  → Wikipedia (englisch)) wegen Verätzung der Stimmbänder seine Filmrolle aufgeben muss; für die verbleibenden Filmaufnahmen leiht Josef dem Tenor seine Stimme und nach einer Reihe von Verwechslungen steht schließlich auch dem Happy End mit Annerl nichts mehr im Wege. Auch in dieser Prodiktion bewies Schmidt mit Liedern wie "Ich singe ein Liebeslied" oder "Ein Stern fällt vom Himmel" erneut seine fulminante sängerische Dominanz – aber auch sein Talent als Schauspieler.
 
Porträt des Kammersängers Joseph Schmidt um 1935
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0270555)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Mit dem Titellied aus seinem letzten Film "Heut ist der schönste Tag in meinem Leben"1) (1936) sowie "Es wird im Leben dir mehr genommen, als gegeben" – letzteres wohl ein Lied mit Symbolcharakter für Schmidts weiteren Lebenslauf – bleibt er bis heute unvergessen. Erneut unter der Regie von Richard Oswald trat der Tenor hier in der Doppelrolle der verwaisten Zwillingsbrüder Beppo und Tonio auf, die sich mit ihrer schönen Stimme unterschiedlich entwickeln. Tonio feiert unter der Obhut seines Onkels Paul (Otto Wallburg) als Varietésänger internationale Erfolge, Beppo fristet in der Schaubude seines Onkels Max (Felix Bressart) im "Wiener Prater"1) ein armseliges Dasein‚ In diesem Film gab übrigens der junge Schauspieler Karl Hödl als Artist Rudi sein Leinwanddebüt, der später als "Hans Holt" Karriere machte und zu einem der beliebtesten Darsteller des bundesdeutschen/österreichischen Nachkriegskinos avancierte → Übersicht Filmografie.
   
Als das NS-Regime 1938 Österreich annektierte ("Anschluss Österreichs"1)), begann eine Odyssee für den gefeierten Sänger: Zunächst floh er ins belgische Brüssel1), später nach Südfrankreich; fast mittellos ließ er sich in Lyon1) nieder, versuchte dann am 20. Dezember 1941 von Nizza1) aus nach Kuba1) zu emigrieren. Wegen des Kriegseintritts der USA war jedoch der zivile Schiffsverkehr eingestellt worden und so scheiterte Schmidts Vorhaben. In der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1942 übertrat er dann illegal die Grenze zur Schweiz1), nachdem ihm die Behörden ebenfalls die Einreise verweigert hatten. Eine Woche lang konnte er in Zürich1) in einer armseligen Pension untertauchen, wurde dann in das "Internierungslager Girenbad"1) eingewiesen, wo er zusammen mit anderen Juden unter erbärmlichsten Bedingungen auf den Bescheid seines Asylantrags warten musste. Dort wurde er trotz Intervention einflussreicher Freunde zum schweren Arbeitsdienst eingesetzt, sein bereits durch die Flucht angegriffener Gesundheitszustand verschlechterte sich. Schließlich wies ihn der behandelnde Lagerarzt in das "Kantonsspital Zürich"1) ein, wo Schmidts starke Beschwerden in der Brust jedoch als "Simulantentum" abgetan wurden – eine erneute Einweisung in das Lager war nach der Entlassung somit vorprogrammiert. Am 15. November 1942 wurde er in die ungeheizten Baracken von Girenbad zurückgebracht, auf Einsehen des Lagerkommandanten in die nahe gelegene Pension Waldegg verlegt, wo der einst gefeierte Tenor am 16. November 1942 mit nur 38 Jahren an einer als Erkältung diagnostizierten Herzschwäche respektive frühzeitig unterlassener ärztlicher Hilfeleistung verstarb. Die besondere Tragik – nur einen Tag nach seinem Tode lag seine Arbeitserlaubnis vor und er wäre frei gewesen. Sein Grabstein (Grab Nr. 2231) auf dem israelitischen "Friedhof Unterer Friesenberg"1) im Stadtkreis 3 in Zürich-Wiedikon1) trägt die symbolträchtigen Worte "Ein Stern fällt…" und auf Hebräisch die Worte "hameshorer hamfurssam" ("der berühmte Sänger"), womit auch Schmidts Tätigkeit als Chasan1) (Kantor) einbegriffen ist. Eine Gedenktafel an dem Restaurant, in dem er starb (→ Foto bei Wikimedia Commons), erinnert noch heute an den legendären "kleinen" Sänger mit der "großen" Stimme → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de.
Laut josephschmidt-archiv.ch war Joseph Schmied Vater des Sohnes Otto Kohn (29.10.1935–26.06.2003 → lexm.uni-hamburg.de) aus seiner Beziehung zu Lotte Kohn, die er bei einem Konzert in Wien kennen- und lieben lernte. "Lotte Kohn ist zu Beginn ihrer Liason mit Schmidt noch verheiratet und lässt sich einige Jahre später von ihrem Ehegatten scheiden. Gerüchten zufolge soll Schmidt sie geehelicht haben, allerdings gibt es dafür keine stichhaltigen Beweise." (Quelle: david.juden.at) → siehe auch den Artikel (02.12.1958) "Die unbekannte Witwe" bei spiegel.de.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Schmidt am 4. März 2004 wurde mit posthumen Auszeichnungen und Veranstaltungen vor allem in Berlin des großen Ausnahmesängers gedacht: So fand im "Rathaus Köpenick"1) ein Festakt unter der Schirmherrschaft des damaligen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit1) statt, welcher der Musikschule des Bezirks Treptow-Köpenick den Namen "Musikschule Joseph Schmidt" verlieh. 
Im März 2004 wurde bei einem Festakt im großen Festsaal der "Jüdischen Gemeinde zu Berlin"1) vom damaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel1) die neue "Joseph-Schmidt-Briefmarke" vorgestellt. Am 4. Juli 2007 enthüllte man in Berlin-Schöneberg1) eine Gedenktafel für Joseph Schmidt an der Nürnberger Straße 681), wo der Künstler ab 1930 drei Jahre lang wohnte. 

Quelle (Foto Gedenktafel): Wikimedia Commons
Urheber des Fotos: Wikimedia-User OTFW, Berlin
Lizenz: CC BY-SA 2.5

Gedenktafel, Joseph Schmidt, Nürnberger Straße 68, Berlin-Schöneberg; Quelle (Foto Gedenktafel): Wikipedia; Urheber des Fotos: Wikimedia-User OTFW, Berlin; Lizenz Foto der Gedenktafel: Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Von dem Schweizer Musiker und Autor Alfred Fassbind1) erschien nach jahrelanger Forschungsarbeit 1992 das Werk "Joseph Schmidt. Ein Lied geht um die Welt. Spuren einer Legende. Eine Biographie", in welcher Fassbind den Lebensweg sowie die künstlerische Laufbahn und Leistung des Sängers aufgearbeitet und vom Dickicht der Legenden befreit hat. Anlässlich des 70. Todestages von Joseph Schmidt kam 2012 eine neue, stark überarbeitete Ausgabe heraus → mehr Literatur bei Wikipedia. Zudem ist Fassbind seit 1985 offizieller Verwalter des Nachlasses des Sängers sowie Gründer und Kurator des "Joseph-Schmidt-Archivs" in Dürnten1)  (Kanton Zürich1)) → "Joseph Schmidt-Archiv" online.
Ende der 1950er entstand unter der Regie von Géza von Bolváry1) mit dem als "Die Joseph-Schmidt-Story" untertitelten Biopic "Ein Lied geht um die Welt"1) (1958) eine ziemlich melodramatische Verfilmung der so tragisch endenden Lebensgeschichte von Joseph Schmidt, allerdings mit Original-Tonaufnahmen des Sängers. Hans Reiser verkörperte den legendären Tenor,  Sabina Sesselmann dessen (fiktive) Freundin/Verlobte Brigitte von Hilden. "Gefühlvoll gestaltet, in der Darstellung des politischen und zeitgeschichtlichen Hintergrundes verharmlosend. Das Verdienst des Films liegt darin, daß er Schmidts Stimme in technisch aufgefrischten Originalaufnahmen wieder lebendig macht." urteilt filmdienst.de; → siehe auch den Artikel (02.12.1958) "Die unbekannte Witwe" bei spiegel.de.
Schmidt-Portrait der Frankfurter Internet Zeitung Ein umfangreiches und sehr schönes Portrait des berühmten Tenors wurde im Mai bzw. Juni 2000 in der nicht mehr existierenden "Frankfurter Internet Zeitung" (FIZ-Magazin) veröffentlicht; mit freundlicher Genehmigung des ehemaligen Chefredakteurs Herrn Kömpf kann man den Text hier nachlesen. (PDF-Datei, 1,9 MB)
 
Seit 1. Mai 1977 trägt in Berlin-Neukölln1) die "Joseph-Schmidt-Straße" und seit 19. Januar 1995 im 3. Wiener Bezirk Landstraße1) der "Joseph-Schmidt-Platz" seinen Namen; diesem Schild wurde 2014 eine kurze Erläuterung hinzugefügt → geschichtewiki.wien.gv.at.
Vor der "Hamburgischen Staatsoper"1) (Dammtorstraße 281)) in Hamburg-Neustadt1) hält seit 2007 ein so genannter "Stolperstein"1) das Gedenken an den von den Nazis1) verfolgten Tenor wach → Foto bei Wikimedia Commons. Hierzu notiert Wikipedia: Die Verlegung des "Stopersteins" erfolgte, ohne dass es eine direkten Bezug Schmidts zu Hamburg gibt. Dies geschah nach einer Ausstellung in der "Staatsoper" als dauerhafte Erinnerung an Joseph Schmidts Verfolgungsschicksal." Weiterhin gibt Wikipedia an: "Seit dem 22. Januar 2008 erinnert der "Asteroid (168321) Josephschmidt"1) an den Sänger. Die Benennung erfolgte auf Anregung von Markus Griesser1), dem ehemaligen Leiter der "Sternwarte Eschenberg"1) in Winterthur1) (Schweiz)."
Seit der Eröffnung am 16. November 2007 kann man in "Musikschule Joseph Schmidt" im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick1) die Dauerausstellung "Ein Stern fiel vom Himmel – Tenor und Kantor Joseph Schmidt" besuchen, konzipiert und realisiert von dem Schmidt-Forscher Wolf-Rüdiger Hegerding → www.berlin.de.
Von Ende November 2022 bis Ende Mai 2013 gab es eine weitere Ausstellung im "Museum Jüdischer Betsaal Horb" in Horb am Neckar1), gezeigt wurden rund 100 Briefe, Fotos, Konzertprogramme sowie Filmplakate. Präsentiert wurden zudem Filmausschnitte, seltene Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen sowie Exponate aus dem persönlichen Besitz Schmidts. Initiatoren waren das "Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg"1) und das "Joseph Schmidt-Archiv" in Dürnten1) (Schweiz), als Kurator fungierte Carsten Eichenberger vom "Haus der Heimat" → ehemalige-synagoge-rexingen.de.
Siehe auch Wikipedia (deutsch, mit Diskografie), Wikipedia (englisch, cyranos.ch
"Joseph Schmidt-Archiv". david.juden.at, "Österreichisches Musiklexikon",
www.lexm.uni-hamburg.de, hagalil.com
(Anmerkung: In den einzelnen Artikeln gibt es mitunter von einander abweichende Angaben.)
Fotos bei virtual-history.com, Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) cyranos.ch
   
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de; R = Regie)

1958: Biopic über Joseph Schnidt: Ein Lied geht um die Welt – Die Joseph-Schmidt-Story (R: Géza von Bolváry;
mit Hans Reiser als Joseph Schmidt; der Titel bezieht sich auf den Titelschlager "Ein Lied geht um die Welt"
des gleichnamigen Tonfilms von Richard Oswald aus dem Jahre 1933
) → filmdienst.de, fernsehserien.de

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