Auszeichnungen und Ehrungen / Filmografie
Laurence Olivier (Lord Laurence Kerr Olivier) wurde am 22. Mai 1907 als Jüngster von drei Kindern des streng religiösen Pastors und Schulleiters mit gewaltiger Stimmkraft Gerard Kerr Olivier (1869 – 1939) und dessen Ehefrau Agnes Louise (1871 – 1920) im britischen Dorking1) (Surrey1)) geboren. Aufgewachsen mit seinen zwei Geschwistern Sybille (1901 – 1989) und Gerard Dacres "Dickie" (1904 – 1958) besuchte der streng religiös erzogene Junge nach der "St. Edwards School" in Oxford1) auf Wunsch des Vaters die zentrale Schule für dramatische Kunst und trat anschließend 1926 der Theatergruppe "Birmingham Repertory Company" bei. Eine außergewöhnliche Karriere begann, bereits mit 19 Jahren spielte er in Shakespeares1) Geburts- und Sterbeort Stratford-upon-Avon1) die Katharina in "Der Widerspenstigen Zähmung"1), wenig später glänzte er mit seiner ersten Hauptrolle in London, 1929 gab er sein Broadway-Debüt1). Die erste Rolle, die Olivier in einem abendfüllendem Spielfilm verkörperte, war der Part des Peter Bille in der englischsprachigen Version des berühmten Curt Goetz-Stückes "Hokuspokus"1) (1930, "The Temporary Widow") an der Seite von Lilian Harvey, gedreht von Gustav Ucicky1).

Sir Laurence Olivier, aufgenommen im Jahre 1972
Urheber: Allan Warren1) (→ www.allanwarren.com);
Lizenz: CC BY-SA 3.0; Weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
Quelle: Wikimedia Commons

Sir Laurence Olivier, aufgenommen im Jahre 1973; Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Dann ging Olivier nach Hollywood, stand für Streifen wie "Friends and Lovers" (1931) und "Westward Passage" (1932) vor der Kamera, kehrte dann aber schon bald nach London zurück, um dort am Theater und für Kinoproduktionen zu arbeiten. Die Hollywood-Stummfilmlegende Gloria Swanson holte ihn als Partner für den von ihr produzierten Film bzw. die Komödie "Perfect Understanding" (1933) vor die Kamera. Seine erste filmische Shakespeare-Rolle erhielt Olivier dann als Orlando in Paul Czinners1) Verfilmung von "Wie es Euch gefällt"1) (1936, "As You Like It") neben der großartigen Elisabeth Bergner als Rosalind. Es folgten Streifen wie "Feuer über England"1) (1937, "Fire Over England") sowie "Besuch zur Nacht" (1938, "The Divorce of Lady X") mit Merle Oberon1), als deren Partner wurde er dann mit der Figur des hasserfüllten Liebhabers Heathcliff in William Wylers1) Literaturadaption "Sturmhöhe"1) (1939, "Wuthering Heights") nach dem gleichnamigen Roman1) von Emily Brontë1) als großer Star gefeiert und für seine Interpretation des Heathcliff mit einer ersten "Oscar"-Nominierung in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet, unterlag jedoch Robert Donat1) in "Auf Wiedersehen, Mr. Chips"1) ("Goodbye, Mr. Chips"). 
Bei den Dreharbeiten zu dem historischen Abenteuerfilm "Feuer über England" hatte Olivier die damals noch recht unbekannte Schauspielerin Vivian Leigh (1913 – 1967) kennen und lieben gelernt, eine leidenschaftliche Liaison begann. Vivian Leigh war zu der Zeit noch mit dem Juristen Herbert Leigh Holman verheiratet, Olivier seit Ende Juli 1930 mit der Schauspielerin Jill Esmond1) (1908 – 1990). Sowohl Olivier als auch Vivian Leigh hatten ein Kind aus ihrer jeweiligen Verbindung, Olivier den 1936 geborenen Sohn Tarquin, Vivian Leigh Tochter Suzanne. Im Juni 1938 verließ Vivien Leigh ihren Mann und zog mit Olivier, der sich ebenfalls von seiner Familie getrennt hatte, in eine Wohnung in Chelsea1). Nachdem beide im Jahr 1940 geschieden worden waren, heiratete das Paar im August 1940.
Gemeinsam mit Vivian Leigh stand Olivier für die John Galsworthy1)-Adaption "21 Days" (1940) und das Historiendrama "Lord Nelsons letzte Liebe"1) (1940, "That Hamilton Woman") vor der Kamera, vor allem letztgenannte Produktion machte das Paar auch international berühmt – Olivier stellte den Admiral Horatio Nelson1) dar, Vivien Leigh die Lady Emma Hamilton1). 1940 unternahm Olivier mit Vivian Leigh eine äußerst erfolgreiche Theatertournee durch die Vereinigten Staaten mit der Shakespeare-Tragödie "Romeo und Julia"1). In diesem Jahr zeigte er sich auf der Leinwand zudem als eitler Mr. Darcy in Stolz und Vorurteil"1) (1940, "Pride and Prejudice") nach dem gleichnamigen Roman1) von Jane Austen1) sowie unter der Regie von Alfred Hitchcock1) in dem "Oscar"-gekrönten Psycho-Thriller "Rebecca"1), wo er als der undurchsichtige, aufbrausende Maxime de Winter mit Joan Fontaine als Partnerin brillierte.
 
Die Geschichte:
Von der Hochzeitsreise zurück, begegnet die "neue Mrs. de Winter" (Joan Fontaine) der feindlichen Reserviertheit des Dienstpersonals auf Schloss Manderley, dem Besitz ihres Gatten Maximilian 'Maxim' de Winter (Sir Laurence Olivier). Der Schatten Rebeccas, seiner verstorbenen ersten Frau, liegt noch über dem Schloss. Die Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson1)), die sich wie ein dämonisches Phantom durch Manderley bewegt, hängt dem Totenkult in hohem Maße an und lässt keine Gelegenheit aus, der jungen Frau klarzumachen, dass sie weder an Schönheit noch an Geist mit der früheren Schlossherrin konkurrieren könne. Eines Nachts erzählt Maxim de Winter seiner Gattin, wie Rebecca zu Tode kam: Er habe sie gehasst, da sie ihn betrogen hat. Bei einem Streit am Bootshaus sei sie durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen von einem umstürzenden Mast erschlagen worden. Um nicht unter Mordverdacht zu geraten, habe er Rebeccas Leiche aufs Meer hinausgefahren und mit ihrem Boot versenkt.
Lange Zeit habe ihn die Furcht vor einer möglichen Entdeckung gequält, doch dann sei eine tote Unbekannte angespült worden, und er habe sie als Rebecca identifiziert. Die Polizei hat die Vermisstenanzeige ad acta gelegt. Mrs. Danvers steigert die Attacken gegen die neue Herrin. In ihrer kranken Eifersucht will sie Mrs. de Winter in den Selbstmord treiben. Die Lage verschärft sich, als Taucher auf der Suche nach einem gesunkenen Kahn Rebeccas Leiche und ihr Boot bergen. Die Polizei stellt fest, dass das Boot mutwillig versenkt wurde.
De Winter wird von der Polizei und Rebeccas Geliebtem Jack Favell (George Sanders1)), der ihn erpressen will, in die Enge getrieben. Rebeccas Arzt sagt aus, die Tote sei an Krebs erkrankt und könne durchaus lebensmüde gewesen sein. Das Motiv leuchtet der Polizei ein. Die Akte Rebecca wird erneut geschlossen. Als die de Winters von den Verhören aus London zurückkehren, steht Schloss Manderley in Flammen. Mrs. Danvers hat in ihrer Wut, nicht das volle Vertrauen der vergötterten Rebecca genossen zu haben, ihre einstigen Gemächer in Brand gesteckt und kommt in den Flammen um.

Quelle: members.liwest.at
 
Lexikon des internationalen Films → filmdienst.de:
Romantisch-melodramatischer Hitchcock-Film nach dem gleichnamigen Roman1) von Daphne du Maurier1), der sich durch dichte Atmosphäre, psychologisches Einfühlungsvermögen und gute darstellerische Leistungen auszeichnet.

"Oscar"-Verleihung 1941

Siehe auch prisma.de, Wikipedia
  
Während des 2. Weltkrieges leistete Olivier von 1941 bis 1944 seinen Dienst bei der Armee, danach übernahm er als Mitbegründer von 1944 bis 1948 die Leitung der neuen "Old Vic Theatre Company"1) in London, stand selbst dort für fünf Spielzeiten auf der Bühne und wurde von Kritik und Publikum gefeiert. Besonders seine Interpretation des durchtriebenen "Richard III."1) wird als einer der Höhepunkte dieser Ära angesehen, ebenso seine Darstellung von Sophokles' "Ödipus"1) und Sheridans1) "Die Kritiker" ("The Critic") an ein und demselben Abend. Seine außergewöhnliche Kraft als Shakespeare-Interpret aber auch als Regisseur konnte Olivier gleichermaßen auf der Leinwand unter Beweis stellen, unter seiner Regie und mit ihm als Protagonist entstand 1944 die episch patriotische Verfilmung des "König Heinrich V."1), die Shakespeare-Adaption "Hamlet"1) kam 1948 in die Lichtspielhäuser, 1955 folgte "Richard III."1), Filme, die ihn zu Legende werden ließen; die Bühnenproduktion von "Othello"1) geriet 1965 als Verfilmung zum weiteren Triumph. Für "Heinrich V." erhielt Olivier von der amerikanischen Filmakademie den "Oscar" als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller. "Du bist England" soll Charles Laughton ausgerufen haben, nachdem er Laurence Olivier als Heinrich V.1) gesehen hatte.
  
"Richard III.": Szenenfoto mit Laurence Olivier; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Januar 2023 auf DVD herausbrachte. "Richard III.": Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Januar 2023 auf DVD herausbrachte. "Richard III.": Szenenfoto mit Laurence Olivier; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Januar 2023 auf DVD herausbrachte.
"Richard III.": Szenenfoto mit Laurence Olivier bzw. Abbildung DVD-Cover
mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Januar 2023 auf DVD herausbrachte.

1947 war Olivier von König Georg VI. zum Ritter ("Knight Bachelor"1)) geschlagen worden und durfte fortan den Titel "Sir" tragen, die Ernennung zum "Life Peer"1) als "Baron Olivier, of Brighton im County of Sussex" sollte 1970 folgen. Als Mitglied des "House of Lords"1), als Peer der Krone, als Baron auf Lebzeiten, war der Schauspieler Laurence Olivier wirklich England geworden – oder wenigstens ein Stück davon.
  
Auch wenn der Mime 1951 mit seiner Frau Vivian Leigh in die USA übersiedelte, blieb er dem britischen Kino erhalten, so produzierte er gemeinsam mit Herbert Wilcox1) als Krönungsgeschenk für Queen Elizabeth II.1) den Musik- und Kostümfilm "Die Bettleroper"1) (1953, "The Beggar's Opera") nach "The Beggar's Opera"1) von John Gay1) (Libretto) und Johann Christoph Pepusch1) (Musik). Für seine Rolle des Räuberhauptmanns MacHeath nahm er Gesangsunterricht, die Inszenierung übergab er seinem Freund Peter Brook1). Die "Bettleroper" –  auf ihr beruht "Die Dreigroschenoper"1) von Bertolt Brecht1) und Kurt Weill1) – gilt als einer der schönsten Filme von Laurence Olivier. Unter seiner Regie sowie mit ihm als Prinzregent und Marilyn Monroe als Elsie Marina entstand mit "Der Prinz und die Tänzerin"1) (1957, "The Prince and the Showgirl") die "charmant, witzig, graziös und geistreich inszenierte Verfilmung eines Bühnenstücks" von Terence Rattigan1), so das "Lexikon des internationalen Films". Die Monroe trat hier das erste Mal in einer dramatischen Rolle auf und zeigte, dass sie eine ernstzunehmende Schauspielerin war, während sie ihre vorherigen Kinoerfolge wie etwa Howard Hawks' "Blondinen bevorzugt"1) (1953, "Gentlemen Prefer Blondes") noch der geschickten Benutzung ihres naiven Auftretens verdankte. 
Mit großem Spaß spielte Olivier unter der Regie von Guy Hamilton den General John Burgoyne1) in der Verfilmung des George Bernard Shaw1)-Stücks "Der Teufelsschüler" (1959, "The Devil's Disciple") und den Politiker Marcus Licinius Crassus1) in Stanley Kubricks1) eindrucksvollem Monumentalfilm "Spartacus"1) (1960) über den Sklavenaufstand1) ("Spartacus-Aufstand") im antiken Rom; mit Kirk Douglas als Spartacus1). In einem weiteren Monumentalepos, Basil Deardens1) aufwendig inszenierten Streifen "Khartoum – Der Aufstand am Nil"1) (1966, "Khartoum") über die Belagerung von Khartum1) während des Mahdi-Aufstandes1), übernahm er eindrucksvoll die Rolle des "Mahdi" Muhammad Ahmad1), der sich an die Spitze einer Aufstandsbewegung gegen die ägyptische Regierung stellt – Charleton Heston verkörperte den britischen General Charles George Gordon1). Eine glänzende schauspielerische Leistung bot Olivier auch als Inspektor Newhouse in dem Krimi "Bunny Lake ist verschwunden"1) (1965, "Bunny Lake is missing"), in dem Drama "In den Schuhen des Fischers"1) (1968, "The Shoes of the Fisherman") mit Anthony Quinn als Erzbischof Kiril Lakota überzeugte er als Ministerpräsident Piotr Ilyich Kamenev. Es folgten der Kriegsfilm "Die Luftschlacht um England"1) (1969, "The Battle of Britain") als Royal Air Force1)-General bzw. Air Chief Marshal1) Sir Hugh Dowding1) und die Revue "Oh! What a Lovely War"1) (1969) nach dem Bühnenmusical von Charles Chilton mit Olivier als Feldmarschall Sir John French1). In dem der Historienfilm "Nikolaus und Alexandra"1) (1971, "Nicholas and Alexandra") nach dem Buch "Nicholas and Alexandra" von Robert K. Massie1) mit Michael Jayston1) als Zar Nikolaus II.1) und Janet Suzman1) als Alexandra1) zeigte er sich als Graf Sergei Juljewitsch Witte1) sowie als Duke of Wellington in "Die Große Liebe der Lady Caroline" (1972, "Lady Caroline Lamb") neben Sarah Miles1) als Schriftstellerin Lady Caroline Lamb1), Jon Finch1) als deren Ehemann William Lamb1) und Richard Chamberlain als Carolines Geliebter, der Dichter LordByron1).
Großartig war er auch als berühmter, egozentrischer Kriminalschriftsteller Andrew Wyke mit Michael Caine als Partner bzw.Friseur Milo Tindle in dem Krimi "Mord mit kleinen Fehlern"1) (1972, "Sleuth"), in Szene gesetzt von Joseph L. Mankiewicz1) nach dem Theaterstück von Anthony Shaffer1), der auch das Drehbuch schrieb. Unvergessen bleibt Olivier als dämonischer KZ-Arzt Dr. Christian Szell in John Schlesingers1) Thriller "Der Marathon Mann"1) (1976, "Marathon Man") mit Dustin Hoffman oder als Professor James Moriarty1) in "Kein Koks für Sherlock Holmes"1) (1976, "The Seven-Per-Cent Solution"), einer Krimi-Komödie von Regisseur Herbert Ross1) mit Nicol Williamson1) als Sherlock Holmes1) und Robert Duvall als Dr.Watson1).
 

"Mord mit kleinen Fehlern": Szenenfoto mit Laurence Olivier und Michael Caine; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche den Krimi Ende November 2015 auf DVD herausbrachte. "Mord mit kleinen Fehlern": Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche den Krimi Ende November 2015 auf DVD herausbrachte.
"Mord mit kleinen Fehlern": Szenenfoto mit Laurence Olivier und Michael Caine bzw. Abbildung
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche den Krimi Ende November 2015 auf DVD herausbrachte.

  In dem Thriller "The Boys from Brazil"1) (1978) nach dem Roman von Ira Levin1) brillierte Olivier als der alte Nazi-Jäger Ezra Lieberman an der Seite von Gregory Peck und James Mason, in "Dracula"1) (1979), einem Remake des gleichnamigen Klassikers1) (1931) mit Bela Lugosi, mimte er an der Seite von Frank Langella1) (Graf Dracula) den Vampirjäger Professor Van Helsing, den Göttervater Zeus1) in dem Fantasyfilm "Kampf der Titanen"1) (1981, "Clash of the Titans"). Sehenswert ist auch die spektakuläre Neuverfilmung der berühmten "Meuterei auf der Bounty"1) (1984, "The Bounty") über die Meuterei auf der "Bounty"1) mit Olivier als Admiral Hood1), Anthony Hopkins als grausamer Kapitän William Bligh1) und Mel Gibson1) als Offizier Fletcher Christian1). Seine letzte Arbeit für das Kino war das Abenteuer "Wildgänse 2" (1985, "Wild Geese II"), wo er den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß1) (1894 – 1987) darstellte, sowie der experimentelle Film "War Requiem" (1989), unterlegt mit dem Oratorium "War Requiem"1) von Benjamin Britten"1), mit dem Part des alten Soldaten. "Ein anspruchsvolles, schwieriges Filmgedicht, getragen von ausgezeichneten Darstellern und exzellenter Kameraarbeit; es unterstreicht Derek Jarmans1) Stellung als eines der außergewöhnlichsten Filmemacher Englands." notiert filmdienst.de. Der 2004 erstmals aufgeführte Spielfilm "Sky Captain and the World of Tomorrow"1) enthält alte Aufnahmen bzw. Szenen mit Olivier, die digitalisiert eingefügt wurden → Übersicht Kinofilme.
Sir Laurence Olivier, aufgenommen im Jahre 1972; Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Nach seiner Scheidung von Vivian Leigh Anfang Dezember 1960 war Olivier nach England zurückgekehrt, seine dritte Frau, die Schauspielerin Joan Plowright1) heiratete er Mitte März 1961; aus der Verbindung stammen drei Kinder, der Sohn und spätere Regisseur Richard Olivier1) wurde am 3. Dezember 1961 geboren, später die Töchter Tamsin Olivier (geb. 10.01.1963) und Julie Kate Olivier (geb. 26.01.1966). 
Von 1965 bis 1973 leitete Olivier als Direktor das ehemalige "Old Vic Theatre"1) in London, das 1963 in "Royal National Theatre"1) umbenannt worden war, die größte der drei Bühnen trug als "Olivier Theatre" zudem seinen Namen. Neben seiner Arbeit für das Theater bzw. das Kino war der große Mime seit Ende der 1960er Jahre verstärkt für das Fernsehen tätig, trat auch hier mit etlichen seiner großen Bühnenrollen in Erscheinung. So etwa als Shylock in der TV-Fassung des Shakespeare-Stücks "Der Kaufmann von Venedig" (1973, "The Merchant of Venice") – seine Ehefrau Joan Plowright verkörperte die Portia. In George Cukors,1) mit sechs "Emmys"1) ausgezeichneten Drama "Liebe in der Dämmerung" (1975, "Love Among the Ruins") war er der Partner von Katharine Hepburn, in dem von Franco Zeffirelli1) aufwendig inszenierten vierteiligen Bibel-Epos "Jesus of Nazareth"1) (1977) mit Robert Powell1) als Jesus von Nazareth1) gab er den Pharisäer Nikodemus1), in dem auf 10 Teile ausgelegten Biopic "Wagner – Das Leben und Werk Richard Wagners" (1983, "Wagner") mit Richard Burton als Komponist Richard Wagner1) den Politiker Sigmund von Pfeufer1).
   
Sir Laurence Olivier, aufgenommen im Jahre 1972
Urheber: Allan Warren1) (→ www.allanwarren.com);
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: CC BY-SA 3.0; Weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
In dem fünfteiligen Historien-Spektakel "Die letzten Tage von Pompeji"1) (1984, "The Last Days of Pompeii") nach dem gleichnamigen Roman1) von Edward George Bulwer-Lytton1) sah man ihn als den ehemaligen römischen Senator Gaius. Eine seiner letzten TV-Arbeiten war Marvin J. Chomskys1) farbenprächtige vierteilige Filmbiografie über den russischen Zaren "Peter der Große"2) (1986, "Peter the Great") nach der Biografie von Robert K. Massie1) mit der Figur des Königs Wilhelm III. von Oranien-Nassau1) –  Jan Niklas spielte den jungen Peter der Große1), Maximilian Schell den älteren Zaren →Übersicht TV-Produktionen (Auszug).
  
Bis ins hohe Alter blieb Olivier ein gefragter Darsteller, vor allem seiner ungewöhnlich schönen und ausdrucksstarken Stimme wegen. Am 11. Juli 1989 starb Sir Laurence Olivier, der als der größte englischsprachige Schauspieler des 20. Jahrhunderts angesehen wird, im Alter von 82 Jahren in seinem Haus in der britischen  Gemeinde Steyning1) (West Sussex1)) an Nierenversagen. Nach der Einäscherung wurde seine Urne – als eine Ehre für nur wenige Schauspieler – in der "Poets' Corner"1) der Londoner "Westminster Abbey"1) beigesetzt. Olivier war – nach David Garrick1) (1717 – 1779) – erst der zweite Bühnendarsteller, dem diese Ehre zuteil wurde → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
In den letzten Jahren seines Lebens war Olivier von vielen Krankheiten geplagt, die er bis zuletzt immer wieder besiegte. Unter den Mimen war er ein Titan, sagt Antonius an Cäsars Bahre: "Wann kommt seinesgleichen wieder?"
Während seiner langen Karriere wurde Sir Laurence Olivier mit Auszeichnungen geradezu überschüttet, alleine elf Mal wurde er für einen "Oscar"1) nominiert, die begehrte Trophäe konnte er drei Mal nach Hause tragen: 1947 als "Ehrenpreis für "seine herausragende Leistung als Schauspieler, Produzent und Regisseur" in der Kino-Adaption "Heinrichs V."1), 1949 als "Bester Hauptdarsteller" in "Hamlet"1). 1979 würdigte man seine Leistungen mit einem "Ehrenoscar"1) für "seine ausfüllende Arbeit, die einzigartigen Leistungen seiner ganzen Karriere und seinen Beitrag zur Kunstform des Films als Lebenswerk". Daneben sind etliche "BAFTA"-, "Emmy- und "Golden Globe-Awards bzw. -Nominierungen sowie weitere Ehrungen zu nennen, die man hier nachlesen kann.
 
Seine Erinnerungen veröffentlichte die Schauspielerlegende 1982 unter dem Titel "Confessions of an Actor: The Autobiography", die in deutscher Sprache als "Bekenntnisse eines Schauspielers" herauskamen. Verschiedene Autoren haben sich mit dem Leben und Werk Oliviers befasst, von Donald Spoto3) stammt das 1992 erschienene Buch "Sir Laurence Olivier. Eine Biographie" ("Laurence Olivier. A Biography"), von Francis Beckett3) das im Februar 2006 publizierte Buch "Olivier (Life & Times)"; von Michael Munn3) kam im Oktober 2007 "Lord Larry: A Personal Portrait of Laurence Olivier" auf den Markt.
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de,
Siehe auch die englischsprachige offizielle Homepage www.laurenceolivier.com
Weitere Infos bei Wikipedia und whoswho.de,
lesenswert ist auch der englischsprachige Wikipedia-Artikel
Ein Nachruf bei spiegel.de
Fotos bei Wikimedia Commons, virtual-history.com, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Wikipedia (englisch)
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Auszeichnungen und Ehrungen
(Quelle: Wikipedia)
"Academy Award" (Oscar) "British Academy Film Award" (BAFTA Award) "British Academy Television Awards"
  • Nominierungen
"David di Donatello" "Emmy Award" "Golden Globe Award" "National Board of Review" "New York Film Critics Circle Award" Weitere Auszeichnungen Negativ-Preise
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
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