Auszeichnungen / Filmografie / Hörspiel
Manfred Krug 01; Copyright Virginia Shue Manfred Krug wurde am 8. Februar 1937 als als erstes Kind des Eisenhütten-Ingenieurs Rudolf Krug und dessen Ehefrau Alma, einer Sekretärin, in Duisburg1) geboren. Kurz nach der Geburt zog die Familie in die Nähe von Osnabrück1) nach Georgsmarienhütte1), da der Vater bei der "Georgsmarienhütte GmbH"1) eine bessere Arbeit fand. Nur ein knappes Jahr nach der Geburt von Manfred Krugs Bruder Roger zog die Familie 1939 weiter vor die Tore Berlins nach Hennigsdorf1), wo Rudolf Krug eine Anstellung als Oberingenieur im "Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf"1) angenommen hatte. Wikipedia führt weiter aus: "Die ersten Kriegsjahre wurde er nicht eingezogen, da seine Arbeitsstelle als kriegswichtig galt. Nach der Zerstörung des Stahlwerks musste er dann aber doch noch an die Ostfront. Kurz vor Kriegsende wurde Manfred Krug aus Furcht vor den Russen zu seiner Großmutter Lisa nach Duisburg geschickt. Hier erlebte er einen der schweren Bombenangriffe auf Duisburg1) mit, worauf seine Mutter die sofortige Rückkehr nach Hennigsdorf veranlasste. Beide Zugreisen unternahm er trotz seines Alters und der kriegsbedingten chaotischen Verhältnisse allein. In Hennigsdorf erlebte er das Kriegsende. Der Vater, der den Krieg unverletzt überlebte, setzte sich in die britische Zone1) ab, wo er in britische Gefangenschaft geriet. Aufgrund der kargen Verhältnisse wurde Krug erneut zur Großmutter nach Duisburg geschickt. Die ersten Nachkriegsjahre verbrachte er in der Schweizer Straße im Stadtteil Duissern1), wo er auch zur Volksschule ging. Nach der Heimkehr des Vaters aus der Gefangenschaft wurde auch sein jüngerer Bruder ins Rheinland zu Verwandten mütterlicherseits geschickt. Die Familie blieb aber getrennt, da der Vater auf der Suche nach Arbeit viel unterwegs war. Als sich diese als erfolglos erwiesen hatte, entschloss sich der Vater mit beiden Söhnen zur Rückkehr nach Hennigsdorf. Seine Frau hatte sich jedoch inzwischen einem anderen Mann zugewandt. Die Ehe wurde geschieden, die Kinder getrennt, Manfred Krug blieb beim Vater."
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Krugs Vater zog 1949 nach seiner Scheidung mit dem Sohn von Duisburg in die gerade gegründete DDR nach Leipzig1). Nach der Grundschule begann Krug vierzehnjährig in Brandenburg an der Havel1) eine Lehre als Stahlschmelzer und wurde drei Jahre später der jüngste Facharbeiter der Republik. Anschließend arbeitete er im "Stahl- und Walzwerk Brandenburg", ein Spritzer flüssigen Stahls hinterließ die markante Narbe auf seiner Stirn. Während dieser Zeit besuchte er die Abendschule und beendete diese mit dem Abitur. Er entschloss sich, Schauspieler zu werden, absolvierte ab 1954 eine Ausbildung an der Ostberliner "Staatlichen Schauspielschule" in Berlin-Schöneweide (heute "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1)), die er ein Jahr später wegen "disziplinarischen Schwierigkeiten" wieder verlassen musste. Er bewarb sich 1955 als Eleve an dem von Bertold Brecht1) zusammen mit Ehefrau Helene Weigel gegründeten "Berliner Ensemble"1) und konnte dort zwei Jahre später seine "Bühnenreifeprüfung" ablegen.
Krug übernahm gleichzeitig Statistenrollen bei der DEFA1) sowie beim "Deutschen Fernsehfunk"1) (DFF), spielte bald kleinere Rollen und wurde zunächst auf Typen wie Halbstarke, Ganoven und Kriminelle festgelegt.
1960 erhielt er dann eine erste größere anspruchsvolle Rolle als polnischer Interbrigadist Oleg in dem packenden Kriegsrama "Fünf Patronenhülsen"1). Zwei Jahre später hatte er dann seinen Durchbruch als Filmschauspieler mit dem Part des Schauspielstudenten Martin Hoff und Partner von Marita Böhme in Ralf Kirstens1) Gegenwartskomödie "Auf der Sonnenseite"1), die mit autobiografischen Elementen angereichert war. Von da an war Krug ein Kassenmagnet, eine Wirkung, die sich verstärkte, als er seine Tourneen mit jazzhaften Chansons durch die DDR, Polen und die ČSSR unternahm. Im Laufe der Zeit veröffentlichte er erfolgreich zehn Langspielplatten, wie beispielsweise 1964 "Jazz und Lyrik" oder 1966 "Lyrik-Jazz-Prosa". Seine musikalische Karriere führte ihn später bis an die "Komische Oper Berlin"1), wo er seit der Premiere bzw. DDR-Erstaufführung am 24. Januar 1970 in der von Götz Friedrich1) inszenierten Oper "Porgy und Bess"1) von George Gershwin1) als Rauschgifthändler und Schmuggler "Sporting Life" auf der Bühne stand → Szenenfotos bei "Deutsche Fotothek".
"Noch heute sehr bekannt sind zudem seine Auftritte bei den Veranstaltungen "Lyrik – Jazz – Prosa"1), von denen mehrere Mitschnitte veröffentlicht wurden. Die beiden von Krug rezitierten Stücke "Die Kuh im Propeller" (von Michail Soschtschenko) und "Der Flaschenzug" können aufgrund seiner ausdrucksstarken Interpretation noch heute viele ehemalige DDR-Bürger auswendig." kann man bei Wikipedia lesen.

Szenenfoto mit Manfred Krug aus "Porgy und Bess"; 
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0006144_a_045)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983)
Datierung: 21.01.1970; Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Szenenfoto mit Manfred Krug aus "Porgy and Bess"; Inszenierung: Götz Friedrich; Premiere: 24.01.1970; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0006144_a_045); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 21.01.1970; Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Szenenfoto aus dem DEFA-Liebesfilm "Beschreibung eines Sommers" (1962) nach dem Roman von Karl-Heinz Jakobs mit Christel Bodenstein als Grit und Manfred Krug als Ingenieur Tom in den Hauptrollen; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-B0114-0003-003; Fotograf: Unbekannt / Datierung: 14.01.1963 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Während seiner DEFA-Zeit spielte Krug verwegene Helden in der Tradition der Mantel-und-Degen-Filme wie beispielsweise 1964 in "Mir nach, Canaillen!"1), aber auch immer wieder Figuren in Gegenwartsfilmen. Er gab Parteisekretäre und andere Funktionäre sowie deren Gegenspieler, trat gelegentlich in Episodenrollen von Literaturadaptionen auf. In einer seiner wichtigsten Rollen, dem Brigadeleiter Hannes Balla in Frank Beyers1) DDR-kritischen Literaturadaption "Spur der Steine"1) nach dem dem gleichnamigen Roman1) von Erik Neutsch1), war er nach der Uraufführung (15.06.1966) nur wenige Tage zu sehen, dann wurde der Film wegen "antisozialistischer Tendenzen" für rund zweieinhalb Jahrzehnte verboten und erst im Oktober 1989 erneut aufgeführt. Krug spielte den Brigadier Balla mit einem Hang zum Anarchismus, der gute Arbeit leistet, sich aber kollektiven Bemühungen nicht unterordnen will. Eine mögliche Diskussion, die dieser Film hätte auslösen können, war für die maßgeblichen Funktionäre damals undenkbar.
 
 
Foto: Szenenfoto aus dem DEFA-Liebesfilm "Beschreibung eines Sommers"1) (1962) nach dem Roman von Karl-Heinz Jakobs mit Christel Bodenstein als Grit und Manfred Krug als Ingenieur Tom in den Hauptrollen
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-B0114-0003-003;
Fotograf: Unbekannt / Datierung: 14.01.1963 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv Bild 183-B0114-0003-003 bzw. Wikimedia Commons
Krug interpretierte seine Figuren mit Ironie und komödiantischer Verve, wenn er unter anderem in dem Lustspiel "Mit mir nicht, Madam!"1) (1969) in mehreren Rollen auftrat. Mitunter waren in einigen Filmen auch nur seine Stimme zu hören, wenn er jazzige Lieder beisteuerte, wie beispielsweise 1972 in dem Lustspiel "Der Mann, der nach Opa kam"1) → Übersicht DEFA-Produktionen.
Auf dem Bildschirm machte er ebenfalls Furore, man erlebte Krug beispielsweise in dem Krimi "Bei Anruf Mord"2) (1961) nach dem Stück "Dial 'M' for Murder" von Frederick Knott als den ehemaligen Tennisprofi Tony Wendice, der mit subtil-perfiden Methoden seine Frau (Nana Osten1)) beseitigen will, um an ihr Vermögen heranzukommen. Bereits 1954 war diese spannende Geschichte von Alfred Hitchcock1) mit Ray Milland (Tony Wendice) und Grace Kelly (Margot Wendice) für das Kino verfilmt worden → "Bei Anruf Mord" (1954). In dem Fünfteiler "Wege übers Land"1) (1968) nach einem Szenarium von Helmut Sakowski1) brillierte Krug als Kommunist Willi Heyer, der gegen die Nazis kämpft, in der anfangs vierteiligen Fassung "Die Verschworenen"2) (1971), "einem "dramatischer Fernsehroman" über eine Gruppe junger Kommunisten, die sichv1944 als politisch Gefangene zum gemeinsamen Kampf gegen das Naziregime zusammenfinden"3) als selbstbewusster, draufgängerischer Bobbi Thiel – ganz das Gegenteil zu dem bedächtigen und sensiblen Kurt Lindow (Armin Mueller-Stahl). In der siebenteiligen Serie "Stülpner-Legende" (1973) mimte er dann den Wildschütz Karl Stülpner: "Mit Mutterwitz, leiser Ironie und deftigem Charme verlieh Manfred Krug dem legendären erzgebirgischen Volkshelden Karl Stülpner Gestalt."4). Zu einer seiner letzten Arbeiten für den DFF zählte die Figur des LPG-Vorsitzenden Max Stephan in dem ganz auf Hilmar Thate zugeschnittenen Fünfteiler "Daniel Druskat"1) (1976) nach dem Roman von Helmut Sakowski → Übersicht DFF-Produktionen.
Manfred Krug wurde für seine Leistungen mehrfach ausgezeichnet, darunter zwei Mal mit dem "Nationalpreis der DDR"1) – 1968 in der Kategorie "I. Klasse" für seine Rolle des Willi Heyer in dem TV-Fünfteiler "Wege übers Land" sowie 1972 "II. Klasse" – und der "Verdienstmedaille" der DDR"1) (1973).
 
Als Krug im Spätherbst 1976 zusammen mit anderen Künstlern gegen die Ausbürgerung des Dissidenten und Liedermachers Wolf Biermann1) protestierte, wurden seine fertigen Filme nicht abgenommen, Dreharbeiten für neue Projekte annulliert und seine Konzerte boykotiert. 1977 entschloss er sich, mit seiner Frau Ottilie und den Kindern Daniel, Stephanie und Josephine nach West-Berlin auszureisen.
In der Bundesrepublik schlief Krugs Gesangskarriere anfangs langsam ein, er konnte jedoch als Schauspieler an seine alten DDR-Zeiten anknüpfen und avancierte vor allem auf dem Bildschirm schnell zum Publikumsliebling. 1978 drehte er die populäre Vorabendserie "Auf Achse"1) und mimte darin den abenteuerlustigen Trucker Franz Meersdonk, eine Rolle, der er bis 1996 treu blieb.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Manfred Krug 02; Copyright Virginia Shue
Seine Beliebtheit wurde dann noch "getoppt", als er ab 1984 als Kriminalhauptkommissar Paul Stoever in den "Tatort"-Folgen aus Hamburg auftrat. Anfangs zusammen mit Kriminalhauptmeister Heinz Nickel (Edgar Bessen), dann ab 1986 mit Hauptkommissar Peter Brockmöller (Charles Brauer) löste der stets grummelnde Stoever 41 Folgen so manchen verzwickten Fall. "Stoever" und "Brocki" waren zweifellos die beliebtesten Fernseh-Kommissare, zur absoluten Ausnahmeerscheinung wurden sie am 24. März 1996, als sie in der Tatort-Folge "Tod auf Neuwerk"1) den Klassiker "Over The Rainbow"1) sangen. Immer wieder erfreuten die Jazz-singenden "gereiften" Polizisten als "Swinging Cops" nun die Zuschauer mit ihren musikalischen Einlagen und ihre CD "Tatort – Die Songs" ist über 150 000 Mal verkauft worden → Übersicht einzelne Titel bei tatort-fundus.de.
Am 7. Januar 2001 ging der letzte "Tatort"-Folge unter dem Titel "Tod vor Scharhörn"1) mit dem Duo Stoever und Brockmöller1) über den Sender – sehr zum Leidwesen des Publikums. Mit dem Lied "Bye Bye Blackbird" verabschiedeten sich beide auch gesanglich von den Zuschauern/-innen
  
Manfred Krug und Edgar Bessen in HAIE VOR HELGOLAND; Copyright Virginia Shue

Manfred Krug in HAIE VOR HELGOLAND 02; Copyright Virginia Shue

Manfred Krug (links mit und Edgar Bessen im Tatort "Haie vor Helgoland" (1984)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Die "Tatort"-Folgen mit Manfred Krug
(mit Datum der Erstausstrahlung in der ARD; Link: Wikipedia)

  
Enormen Erfolg brachte Krug ab Mitte der 1980er Jahre auch die Rolle des schnoddrigen Berliner Rechtsanwalts Robert Liebling in dem Quotenrenner "Liebling-Kreuzberg"1) (1986–1998) sowie die Titelfigur des Detektivs Bruno Roth in der Serie "Detektivbüro Roth"1) (1986–1987). Die Hauptrolle des schlitzohrigen, arbeitslosen Ost-Berliners Benno Grimm in der satirischen Reihe "Wir sind auch nur ein Volk"5) (1994/95) → Übersicht TV-Produktionen.
Manfred Krug; Copyright Virginia Shue Zwischen den zahlreichen TV-Drehs fand Manfred Krug immer wieder mal Zeit, auch Aufgaben in Kinofilmen zu übernehmen: So sah man ihn unter anderem als Vater Paletti in der Komödie "Whopper Punch 777" (1986), als wenig erfolgreichen Unternehmer Theo Neuner in "Neuner"6) (1990) und als Tierarzt Dr. Otto Skrodt, der sich in "Der Blaue"6) (1994) mit dem Verrat und der Vergangenheitsbewältigung in Zusammenhang mit dem Ministerium für Staatssicherheit auseinander setzte.
 
In der Bundesrepublik wurde Manfred Krug ebenfalls mit Preisen überhäuft: So erhielt er beispielsweise 1988 den "Adolf Grimme Preis1) in Silber" für "Liebling Kreuzberg", 1991 den "Ernst-Lubitsch-Preis"1) sowie den "Bayerischen Fernsehpreis"1) und 1998 einen "Goldenen Löwen"; 2006 wurde sein Lebenswerk mit der "Platin Romy"1) gewürdigt. Am 4. Mai 2010 konnte Krug in Schwerin anlässlich des "Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern"1) den "Goldenen Ochsen"1) als Ehrenpreis entgegen nehmen, am 15. April 2013 erhielt er aus der Hand des damaligen Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit1) das "Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland"1), am 2. Oktober 2015 den "Europäischen Kulturpreis" für sein künstlerisches Lebenswerk. Zuletzt verlieh man ihm am 14. Februar 2016 im Berliner "Ludwig-Erhard-Haus"1) die "Paula"1), mit der der "Progress-Filmverleih"1) und die "Industrie- und Handelskammer" (IHK) am Rande der "Berlinale"1) Filmschaffende aus der ehemaligen DDR ehrte. Krug sei "in allen Systemen über die Epochen hinweg ein Mensch und Bürger mit Ecken und Kanten, mit Meinung und Haltung geblieben" hieß es in der Begründung. Der Regierende Bürgermeisters Michael Müller1) überreichte den Preis und hielt auch die Laudatio; mehr bei www.ihk-berlin.de sowie www.berlin.de → siehe auch Übersicht der Auszeichnungen (Auszug).
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Nach seiner "Pensionierung" als Tatort-Kommissar konzentrierte sich Krug zunächst wieder verstärkt auf seine musikalischen Wurzeln und knüpfte an seine ehemaligen Erfolge als Sänger an. Zusammen mit Tochter Fanny tourte der Künstler mit dem Programm "Jazz'In the Blues" durch die Lande, welches das einstmals im Osten so erfolgreiche Konzept "Jazz & Literatur" fortführte; Ende 2001 erschien erfolgreich ein Live-Album mit Titeln aus dem Programm. Den Zuschauern blieb der deutschen Fernsehstar mit Weltniveau eine Zeit lang in zahlreichen Werbespots der "Telekom"1) erhalten. Nach einer Interviewbemerkung im "Stern"1), in der er sich für die Verluste entschuldigte, die die "Telekom"-Aktionäre erlitten hatten, trennte sich die "Telekom" von Krug → stern.de.
Danach zog sich Krug mehr und mehr ins Privatleben zurück und trat nur noch sporadisch in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Beispielsweise um seine Zuhörer mit Lesungen aus seinen Büchern zu erfreuen oder Konzerte zusammen mit der Jazzsängerin Uschi Brüning1) zu geben.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Heinz Hammer zur Verfügung gestellt.
© Heinz Hammer (www.hammer-fotografie.de)

Manfred Krug; Copyright Heinz Hammer

Manfred Krug mit der Jazz-, Gospel- und Blues-Sängerin Etta Cameron (1939 – 2010) anlässlich eines Jazz-Konzertes am 24.03.1970 im Berliner "Friedrichstadtpalast"; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-J0325-0017-001; Fotograf: Klaus Franke / Datierung: 25.03.1970 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Krug und Brüning verband eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, bereits in den frühen 1970er Jahren war Krug in der DDR mit Uschi Brüning aufgetreten, mit ihr nahm er auch seinen gefühlvollen Song "Ade" wieder auf, den er einst gemeinsam im Duett mit Caterina Valente eingespielt hatte (auf dem Album "Da bist Du  ja", 1979). 2012 befand der leidenschaftliche Jazzinterpret und Chansonsänger, der im Jahr noch etwa 60 Konzerte gab, zusammen mit Uschi Brüning und dem " Berlin Jazz Orchestra" auf einer Konzertreise, am 14. November 2014 erschien das gemeinsame Album "Auserwählt" mit alltagspoetischen Texten → Diskografie (Auswahl) bei Wikipedia.
 
Manfred Krug mit der Jazz-, Gospel- und Blues-Sängerin Etta Cameron1) (1939 – 2010) anlässlich eines Jazz-Konzertes am 24.03.1970 im Berliner "Friedrichstad-Ppalast"1)
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-J0325-0017-001;
Fotograf: Klaus Franke / Datierung: 25.03.1970 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser
Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt. Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv Bild 183-J0325-0017-001 bzw. Wikimedia Commons
Der "Rundfunk Berlin-Brandenburg"1) (RBB) begleitete die Studioaufnahmen des Albums "Auserwählt" in Berlin und drehte eine Dokumentation mit dem Titel "Manfred Krug – Ich wollte echt sein". "Das 45-minütige Porträt erzählt nicht nur die Geschichte von Manfred Krug, es ist zugleich ein Zeitdokument deutsch-deutscher Geschichte." (…) Das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit: Selbstgeschriebene Texte und Evergreens neu interpretiert, Jazz und jazziger Schlager – und immer drin: viel Manne Krug. Das ist sein Geheimnis seit nunmehr über 50 Jahren. In all seinen Rollen das sein, was er selbst ist, ob als Musiker oder als Schauspieler. Er selbst bilanziert: "Ich wollte echt sein"." schrieb rbb-online dazu auf seiner Website. TV-Premiere feierte der Film am 13. Dezember 2014 um 22:15 Uhr im RBB → presseportal.de. Am 27. März 2015 traten Krug und Brüning zudem im Potsdamer "Nikolaisaal"1) auf.
Seine Zeit von der Biermann-Ausbürgerung bis zu seiner Ausreise aus der DDR schilderte Manfred Krug 1996 unter dem Titel "Abgehauen. Ein Mitschnitt und ein Tagebuch". 1998 wurde das Buch von Frank Beyer1) mit Krug als Kommentator für das Fernsehen verfilmt1), Krug selbst wurde von dem Schauspieler Peter Lohmeyer1) verkörpert. Weitere Memoiren des Schauspielers mit Kindheits- und Jugenderinnerungen erschienen 2005 unter dem Titel "Mein schönes Leben", 2008 publizierte Krug die Sammlung von Kurzgeschichten "Schweinegezadder". Anlässlich seines 75. Geburtstages am 8. Februar 2012 öffnete Krug sein umfangreiches Privatarchiv und brachte im Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf" den Bildband "MK Bilderbuch – Ein Sammelsurium" heraus, lässt mit zahlreichen Erinnerungsfotos und teilweise skurrilen Kommentaren den Leser an seiner wechselvollen Karriere teilhaben.

Manfred Krug Anfang Oktober 2003
Urheber/Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann
Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons

Manfred Krug Anfang Oktober 2003; Urheber/Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann; Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons
Fans der Tatort-Reihe können interessantes in dem 1999 veröffentlichten Buch "Swinging Cops. Manfred Krug und Charles Brauer" von Almut Oetjen und Holger Wacker nachlesen. Das 1997 erschienene Buch "Manfred Krug. Die großen Kinofilme" erinnert an die großen Kinoerfolge des Schauspielers bei der DEFA. Von Berndt Schulz1) wurde 1989 die Biografie "Manfred Krug. Porträt des Sängers und Schauspielers" veröffentlicht. 
Manfred Krugs unverwechselbare Stimme ist zudem in verschiedenen Audio-Produktionen zu hören, neben seinen eigenen Werken "Abgehauen" und "Schweinegezadder und anderes" gehörte er beispielsweise bereits Anfang der 1980er Jahre zum Sprecherteam einiger Wallace-Klassiker. So sprach er in "Der Zinker"1) (1982) den Chefinspektor Joe Jenkins, ist in "Der Frosch mit der Maske" (1982), "Der Hexer" (1982) und "Die Toten Augen von London" (1982) mit dabei. In der ARD-Hörspieldatenbank sind rund 25 Stücke mit Manfred Krugs Beteiligung gelistet, eine Auswahl findet man hier; eine Auswahl der Hörbücher wird bei Wikipedia gelistet.

Betroffen machte die Nachricht, dass der exzellente Schauspieler, Sänger und Autor, der zuletzt in Berlin-Charlottenburg1) lebte, am 21. Oktober 2016 im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in Berlin verstorben sei – noch für den 5. Dezember war in Dresden ein Konzert zusammen mit Uschi Brüning geplant, auch eine neue Live-Tournee für Anfang 2017 befand sich in der Vorbereitung; eine Todesursache wurde in den Medien zunächst nicht genannt. "Er war eine der ganz wenigen Persönlichkeiten, die in beiden deutschen Staaten prominent und populär waren" schrieb unter anderem DER SPIEGEL in einem Nachruf; weitere Nachrufe unter anderem bei www.focus.de, www.zeit.de. Die Beisetzung fand am 3. November 2016 nach einer Trauerfeier im engsten Familienkreis im Bestattungswald des Südwestkirchhofs Stahnsdorf1) statt → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
  
Manfred Krug war seit 1963 mit Ehefrau Ottilie verheiratet. Aus der Verbindung stammen drei Kinder, darunter die 1970 geborene Tochter Stephanie "Fanny" Krug1), die sich inzwischen als Sängerin einen Namen gemacht hat. Im Jahre 2002 bekannte er sich zudem zu einer unehelichen Tochter, die 1998 geboren wurde.
In Hennigsdorf1), wo Krug während seiner Kindheit einige Jahre verbrachte, wurde am 14. Februar 2020 am Torbogen der Marwitzer Straße – hier lebte er zwischen 1940 und 1945 in der Marwitzer Straße 50 – in Anwesenheit von Witwe Ottilie Krug, Sohn Daniel und und etlichen weiteren Angehörigen eine Gedenktafel für den Künstler enthüllt. Die Tafel trägt die bronzene Inschrift: "… der einzige Indianer von Hennigsdorf, das bin ich.", mit diesen Worten hatte Krug seine Kindheitserinnerungen an Hennigsdorf beschrieben. Weiter heißt es "Aus dem furchtlosen Hennigsdorfer Indianer wurde der gesamtdeutsche Filmheld und Fernsehliebling Manfred "Manne" Krug, der auch als Sänger sein Publikum begeisterte." Fotostrecke bei www.moz.de. Am Abend fand ein Gedenkkonzert statt, das Tochter Fanny, DDR-Jazz-Legende Uschi Brüning und "Tatort"-Kommissar Charles Brauer gestalteten.
Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der DDR-Stars"*)
Siehe auch Stiftung Deutsches Historisches Museum, Wikipedia, prisma.de, filmportal.de,
den Artikel bei der ehemaligen Website defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org
sowie den Artikel zum 70. Geburtstag (08.02.2007) bei stern.de
*) F.-B. Habel & Volker Wachter: "Das große Lexikon der DDR-Stars" (Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1999, S.  S. 184/185)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de, 5) fernsehserien.de, 6) filmportal.de
Quelle: 3) fernsehserien.de, 4) fernsehserien.de (Quelle: MDR)
  
Manfred Krug als als Dorfrichter Adam; Copyright Virginia Shue
Manfred Krug wie ihn wenige kennen …
… als Dorfrichter Adam Anfang der 1990er Jahre
im Rahmen einer Tournee-Produktion in
"Der zerbrochne Krug"1) von Heinrich von Kleist1)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von
der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) 
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
     
Auszeichnungen und Preise (Auszug)
Quelle (u.a.): Wikipedia
(Fremde Links: Wikipedia, fernsehserien.de)
Filme
Kinofilme: DEFA-Produktionen / Westdeutsche bzw. gesamtdeutsche Produktionen
Fernsehen: DFF-Produktionen / Westdeutsche bzw. gesamtdeutsche Produktionen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), defa-stiftung.de, filmportal.de,
fernsehserien.de, fernsehenderddr.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung)
bzw. Wikipedia
)
 
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt
von Werner Bethsold1) (1925–2019)
Das Foto entstand während einer Hörspielproduktion.
© Werner Bethsold
Manfred Krug; Copyright Werner Bethsold
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