Manfred Heidmann wurde am 27. Dezember 1923 als Sohn des Schauspielers Karl Heidmann1) (1889 – 1946) in Lübeck geboren, wuchs dort sowie in Hamburg und Berlin auf. Als Realschüler erhielt er von seinem Vater Schauspielunterricht, nachdem er bereits mit acht Jahren am Lübecker Theater sein Bühnendebüt in Erich Kästners "Emil und die Detektive" gegeben hatte. Ein erstes Engagement erhielt der junge Schauspieler 1940 am Theater in Potsdam, weitere Verpflichtungen führten Heidmann bis Kriegsende an verschiedene Berliner Künstlerbühnen, nach 1945 spielte er unter anderem in Essen, Lübeck und und Frankfurt/Main Theater. Seit 1951 gehörte er neun Jahre lang zum Ensemble des Bochumer Schauspielhauses, danach arbeitete er als freier Schauspieler.
Er gab viele Gastspiele, so auch weiterhin in Bochum, trat beispielsweise bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf, war an bedeutenden Bühnen wie dem Berliner "Theater am Kurfürstendamm", dem "Württembergischen Staatsschauspiel" in Stuttgart oder dem "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg zu sehen. Außerdem führte er ab den späten 1950er Jahren auch Regie, wie beispielsweise 1959 bei der Bochumer Uraufführung des Einakters "Noch zehn Minuten bis Buffalo" von Günter Grass.

Manfred Heidmann (rechts) mit Eva-Maria Meineke2) und Max Haufler2)
in "Die Kollektion" (1962) von Harold Pinter1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Manfred Heidmann (rechts) mit Eva-Maria Meineke und Max Haufler in "Die Kollektion" (1962) von Harold Pinter; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; Copyright SWR
Zu Heidmanns vielfältigem Repertoire zählen verschiedenste klassische und moderne Titelrollen, so Schillers "Don Carlos", Goethes "Torquato Tasso", Shakespeares "König Johann" und Brechts "Arturo Ui", er glänzte als Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe" ebenso wie als Oberlehrer Krull in Sternheims "Die Kassette". Heidmann interpretierte den Robespierre in Büchners "Dantons Tod", war der Geistliche Heinrich in Sartres "Der Teufel und der liebe Gott", begeisterte als Lord Bolingbroke in Scribes "Das Glas Wasser" ebenso wie als Professor Higgins in Shaws "Pygmalion". Bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen erlebte man ihn als Graf Almaviva in Beaumarchais' "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit" sowie als Ernst Scholz und Keiths Antipode in Wedekinds "Der Marquis von Keith", in Boleslaw Barlogs Inszenierung von Gerhart Hauptmanns "Der rote Hahn" sah man ihn während einer Tournee 1981 zusammen mit Inge Meysel auf der Bühne.

Seit Anfang der 1940er Jahre arbeitete Manfred Heidmann für den Film. Sein Leinwanddebüt hatte er 1941 mit der kleinen Rolle des Flugschülers Ludwig Mommsen in dem Rühmann-Streifen "Quax, der Bruchpilot"1) gegeben, einen weiteren kleinen Part spielte er in Wolfgang Staudtes "Madeleine und der Legionär" (1957) mit Hildegard Knef, Bernhard Wicki und Hannes Messemer in den Hauptrollen. Erst Anfang der 1960er Jahre intensivierte der Schauspieler die Arbeit vor der Kamera. Nach Auftritten in Fernsehspielen wie "Spanische Legende" (1961), "Tim Frazer: Der Fall Salinger" (1964), "Miranda" (1966) oder "Tagebuch eines Frauenmörders" (1969) wurde er dann ab Dezember 1970 mit der Rolle des Kommissar Schäfermann in den "Tatort"-Folgen aus Saarbrücken so richtig populär, auch wenn er diese Figur bis 1984 nur acht Mal verkörperte.
 
Die "Tatort"-Folgen" mit Kommissar Schäfermann
(Link: Wikipedia, tatort-fundus.de)

Dazwischen lagen erfolgreiche TV-Produktionen wie die Serien "Die Fälle des Herrn Konstantin" (1974) und "Sechs Millionen" (1978), Gerd Oelschlegels "Fluchthelfer gesucht" (1979) oder Lutz Büschers "Pseudonym Hans Fallada" (1981) mit Dieter Borsche; zu Heidmanns letzten Arbeiten für das Fernsehen zählt Lutz Büschers "Zwischen den Zeiten" (1985) mit Katja Flint.
Danach sah man den Schauspieler nicht mehr auf dem Bildschirm, er spielte jedoch weiterhin Theater und arbeitete – wie bereits schon früher – für den Hörfunk.

Erwähnenswert sind auch noch Heidmanns Ausflüge in die Welt des Schlagers: Schon in "Quax, der Bruchpilot" hatte er das Lied "Heimat, deine Sterne" gesungen, andere Stücke seiner Sangeskunst jener Zeit waren unter anderem die Lieder "Wenn unser Berlin auch verdunkelt ist", "Es war ein Mädchen und ein Matrose" oder Franz Grothes "Grüß mir die Berolina".
 

Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
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