Fee von Reichlin
Fee von Reichlin wurde am 21. April 1912 als Felizitas Freiin Reichlin von Meldegg in Wiesbaden geboren. Bereits mit sieben Jahren trat sie 1919 erstmals als Solotänzerin an einer Kinderbühne auf, ab den 1920er Jahren avancierte sie zum Star mit Tanz- und Gesangsnummern in Revueoperetten und musikalischen Lustspielen, auch durch Rundfunk und Kabarett wurde sie bekannt. Zu ihren Bühnenstationen zählten unter anderem Prag, Dresden und Berlin, nach Ende des 2. Weltkrieges ließ sie sich in München nieder.  
"Sie gehörte sie zu denen, die Münchens Theater- und Kabarettleben auf allen möglichen Ausweichbühnen wieder ankurbelten. Die Reichlin spielte – "für Briketts, Eier oder Butter", wie sie einmal erzählte – an der Occamstraße Hauptrollen in musikalischen Lustspielen. Im Kongresssaal des Deutschen Museums war sie die quirlige Julischka aus der "Maske in Blau". Sie wirkte bei Offenbachs "Banditen" mit, die Gründgens zur Wiedereröffnung des Gärtnertheaters inszenierte, und war am Residenztheater die Frau von Cypressenburg in Nestroys "Talisman". Die Kritik lobte ihre "Salonlöwinnenbrillanz" in den Boulevardkomödien im "Bayerischen Hof", am "Max-II-Denkmal" oder im "Intimen Theater". notierte die "Süddeutsche Zeitung" anlässlich des Todes am 2. November 2002.
  
Ihre Interpretation von Fred-Rauch-Schlagern wie "Aber mei Hans, der kann's…" oder "Eine Radl – Rutschpartie" machten die Künstlerin in den frühen 1950ern populär, später stand sie für viele erfolgreiche TV-Serien wie "Derrick", "Der Alte", "Tatort" "Ein Heim für Tiere" oder "Eine glückliche Familie" vor der Kamera. 1987 erlebte man sie als ältere Adelsdame Baronin Schweinitz in Peter Schamonis Horst-Bienek-Verfilmung "Schloss Königswald" (Die letzte Geschichte von Schloss Königswald), einer Hommage an die alten deutschen Kinostars, gemeinsam mit Marika Rökk1) (1913 – 2004), Carola Höhn1) (1910 – 2005), Marianne Hoppe1) (1909 – 2002), Camilla Horn1) (1903 – 1996), Ortrud von der Recke (1916 – 2000) und Rose Renée Roth1) (1902 – 1990): In dem Film versuchen die adligen Damen ein böhmisches Schloss über die Wirren des verlorenen Krieges hinwegzuretten  → www.schamoni.de; zusammen mit ihren Kolleginnen erhielt Fee von Reichlin für ihre Leistung den "Bayerischen Filmpreis".
Eine ihrer letzten Arbeiten für das Fernsehen war die "Tatort"-Folge "Himmel und Erde"2) (1993), auf der Bühne stand sie zum letzten Mal 1992 in der "Komödie am Bayerischen Hof" und spielte in einem Salonstück von Oscar-Wilde an der Seite von Karl Schönböck.

Die vielseitige Künstlerin Fee von Reichlin, die zuletzt in einem Pflegeheim betreut wurde, starb am 24. Oktober 2002 im Alter von 90 Jahren in München; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen Nordfriedhof.
Sie war seit April 1945 mit dem 1909 geborenen Schauspieler Julius Adolf Zenzen verheiratet gewesen, 1962 erfolgte die Scheidung.
 
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de