Käthe Haack 1916; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Käthe Haack wurde am 11. August 1897 in Berlin als Käte Lisbeth Minna Sophie Isolde Haack und Tochter des Stadtverordneten sowie wohlhabenden Tuchkaufmanns Karl Wilhelm Paul Haack geboren. Nach dem Besuch eines privaten Lyzeums in Berlin-Charlottenburg nahm sie Schauspielunterricht, unter anderem bei der Sprachlehrerin Seraphine Détschy, und erhielt 1913 als "2. Naive" ein erstes Engagement in Göttingen. Kurze Zeit darauf ging sie nach Berlin, wo sie in der musikalischen Komödie "Der Jüngling mit den Ellenbogen" debütierte. Am "Lessing-Theater" spielte sie dann mit Theodor Loos als Partner in "Seine einzige Frau" ihre erste größere Rolle, danach erlebte man sie dort in Hermann Sudermanns Einaktern "Rosen" und in Otto Erich Hartlebens Offizier-Tragödie "Rosenmontag". Käthe Haack stand mit Unterbrechungen mehrere Jahre am "Lessing-Theater" auf der Bühne, feierte ebenfalls am "Residenztheater", am "Trianon-Theater" sowie am "Kleinen Theater" schöne Erfolge. Auf der Bühne machte sie dann endgültig Furore, als sie in dem Einakter "Tobby" von Curt Götz die Rolle der Fanny erhielt und mit dieser Figur über 150 Mal auftrat. Das "Theater am Kurfürstendamm" und die "Tribüne" waren die nächsten Theaterstationen, an denen sie spielte. In Franz Molnárs "Spiel im Schloss" hatte sie zwei Jahre lang wieder einen Dauererfolg, später kam die Haack an das "Deutsche Theater" und wurde 1935 von Gründgens an das Staatstheater verpflichtet, wo sie bis 1944 arbeitete.

Foto: Käthe Haack 1916
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
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Zu ihren herausragenden Bühnenfiguren zählten vor allem Rollen in Stücken der Moderne, so etwa die Johanna in Arthur Schnitzler Schauspiel "Der einsame Weg"1), die Anni in Franz Molnárs "Spiel im Schloss", das Klärchen Gunderloch bei der gefeierten Uraufführung (1925) von Carl Zuckmayers Lustspiel "Der fröhliche Weinberg"1) oder die Bürgermeisterin Gülstorff bei der Uraufführung (1931) von Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick"1) am "Deutschen Theater" in einer Inszenierung von Heinz Hilpert.
  
Seit ihrer Rolle der Pfarrerstochter Helene in der stummen Filmversion der Sudermann-Adaption "Der Katzensteg"2) (1915) war Käthe Haack dann aber vor allem beim noch jungen Medium Film beschäftigt. Sie spielte regelmäßig in stummen Dramen mit, wie in "Der Skandal" (1916), "Das Spiel vom Tode" (1917), "Sein bester Freund" (1917), "Die Ratte" (1918), "Die Spieler" (1919) oder "Algol"1) (1920). In den 1920er Jahren war sie dann auch wieder vermehrt auf der Bühne zu sehen und gehörte zum Ensemble des "Preußischen Staatstheaters". Durch ihre vielfältige Rollenwahl bewahrte sie sich die Möglichkeit, in den unterschiedlichsten Spielfilmen mitzuwirken.
In den 1920er Jahren wirkte sie in so erfolgreichen Produktionen wie "Der tote Gast" (1921), "Jugend" (1922), "Wilhelm Tell"2) (1923), "Hedda Gabler" (1924), "Irrwege der Liebe" (1927) oder dem Zweiteiler "
Der Alte Fritz"1) (1928) mit.

Foto: Käthe Haack vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch;
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Käthe Haack vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch
Der Einstieg in den Tonfilm und der Wechsel des jungen Mädchens zur gereiften Frau gelang reibungslos und sie agierte in einer ganzen Reihe von Kinohits, die sie zu einer beliebten Darstellerin avancieren ließen. Die Künstlerin, deren kultivierte Verhaltenheit immer wieder bezauberte und eine herzliche Wärme ausstrahlte, ohne je ins Sentimentale abzugleiten, gehörte jahrzehntelang zur Standardbesetzung des deutschen Tonfilms. Man sah sie unter anderem 1930 als Käte Brandt in Georg Wilhelm Pabst's Komödie "Skandal um Eva"1), 1931 als Schwester Paula in der ersten Verfilmung des Romans von Alfred Döblin "Berlin – Alexanderplatz"1) neben Heinrich George als Franz Biberkopf. Im gleichen Jahr mimte sie Emils Mutter in Gerhard Lamprechts Kästner-Adaption "Emil und die Detektive"1) (1931) sowie die Bürgermeistersfrau Mathilde Obermüller in Richard Oswalds Leinwandadaption von "Der Hauptmann von Köpenick"1). Sie zeigte sich unter anderem als Frau Koch in Robert Siodmaks Film "Quick"2) (1932) neben Hans Albers in der Titelrolle des Clowns Quick, als Mutter Schimek in E. W. Emos  Komödie "Familie Schimek"2) (1935), als Kaiserin Maria Theresia in dem zweiteiligen Historienstreifen "Fridericus – Der alte Fritz"1) (1936) oder in Veit Harlans Hauptmann-Adaption "Der Herrscher"1)  (1938) als Ottilie Klamroth, Filmtochter von Emil Jannings. Eine nachhaltige Figur blieb auch ihre Darstellung der Mutter von Effi Briest in Gustaf Gründgens Fontane-Verfilmung "Der Schritt vom Wege"2) (1939), an der Seite von Marianne Hoppe (Effi Briest), Karl Ludwig Diehl (Baron von Instetten) und Paul Hartmann (von Crampas).
Während der Kriegsjahre agierte die Schauspielerin in etlichen Groß-Produktionen, etwa als Johanna in Karl Ritters turbulenten Romanze "Bal Paré"2) (1940), als die Johanna von Bismarck1) in Wolfgang Liebeneiners propagandistischem Biopic "Bismarck"1) (1940) mit Paul Hartmann als erstem Reichskanzler Otto von Bismarck1), oder als Ehefrau des Lügenbarons (Hans Albers) in Josef von Bákys Monumentalfilm "Münchhausen"1) (1943). Bis Kriegsende folgten Auftritte in Filmen wie in der von Heinz Rühmann inszenierten Komödie "Sophienlund"2) (1943) oder Paul Verhoevens heiteren Geschichte "Das Konzert"2) (1944), Werner Klingers Melodram "Dr. phil. Doederlein"2) (1945) mit Heinrich George in der Titelrolle und Käthe Haack als dessen Filmehefrau blieb unvollendet.
Porträtaufnahme von Käthe Haack im Februar 1947; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df pk 0000277 012); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 1947.02 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb; dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.

Nach dem 2. Weltkrieg wirkte Käthe Haack wieder an Berliner Bühnen und in München, absolvierte etliche Tourneen und übernahm auch Rollen in diversen Fernsehproduktionen. An Berliner Bühnen feierte die Charakterdarstellerin etliche schöne Erfolge, so beispielsweise 1946 am Berliner "Hebbeltheater" als Mrs. Antrobus in Thornton Wilders Drama "Wir sind noch einmal davongekommen"1) oder als Gina Ekdal in Ibsens "Die Wildente"1) am "Renaissance-Theater". Weitere prägnante Rollen verkörperte die Mimin unter anderem als Veta Louise Simmons, Schwester des schrulligen Elwood P. Dowd  in dem Komödienklassiker "Mein Freund Harvey"1) von Mary Chase oder als Evelyn Boult in "Edward, mein Sohn", dem britischen Erfolgsstück von Robert Morley und Noel Langley.
An der Berliner "Komödie" gab sie ab 1953 die Bessie Murnaghan in der Komödie "Gemachte Leute" (Orig.: "They got what they wanted") des irischen Dramatikers Louis d'Alton oder die Mrs. Shuttleworth in Somerset Maughams "Victoria" (Orig.: "Home and Beauty".
 
 
Foto: Porträtaufnahme von Käthe Haack im Februar 1947
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df pk 0000277 012)
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Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Link Wikipedia)
Datierung: 1947.02 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
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Im Winter 1961/62 trat Käthe Haack im Rahmen einer Deutschland-Tournee in einer Dramatisierung von Goethes "Hermann und Dorothea" auf, vor allem aber als Mrs. Higgins in dem Musical "My Fair Lady" ist sie in nachhaltiger Erinnerung geblieben, ab 1963 glänzte sie mit dieser Figur im Rahmen einer Tournee in rund 1.500 Aufführungen. Weitere herausragende Bühnenerfolge waren ihre Interpretation der Luise Maske in Carl Sternheims bürgerlichem Lustspiel "Der Snob" (1964) im Berliner "Renaissance-Theater", wo sie auch in George Bernard Shaws Komödie "Der Kaiser von Amerika" das Publikum begeisterte.
  
Auf der Leinwand konnte Käthe Haack im deutschen Nachkriegsfilm nahtlos an ihre früheren Erfolge anknüpfen, spielte etwa prägnante Rollen als Regina von Wehrhahn in Erich Engels Hauptmann-Verfilmung "Der Biberpelz"1) (1949), als Oberin von Heiliggeist in Harald Brauns Literaturadaption "
Nachtwache"1) (1949) oder als Tante Agathe in Géza von Cziffras "Paulchen unter Banditen" (1949, auch: Gefährliche Gäste). Im Unterhaltungskino der 1950er Jahre war die Schauspielerin eine nicht zu ersetzende Charakterdarstellerin profilierter Nebenrollen. Sie wuchs in die Rolle der "Grand Dame" hinein, die sie besonders beeindruckend in den Produktionen "Der Fußgänger" (1973; Regie: Maximilian Schell), "Der Lord von Barmbeck"1) (1973) oder "Grete Minde – Der Wald ist voller Wölfe"1) (1977) darstellte. Ihre vielseitigen schauspielerischen Leistungen wurden 1973 mit dem "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" gewürdigt.
Käthe Haack, die auch noch im hohen Alter vor die Fernsehkameras trat, gehörte zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen, die auf eine beinahe 70-jährige Filmkarriere zurückblicken konnte. In dieser Zeit spielte sie in beinahe 230 Film- und Fernsehproduktionen mit, zeigte sich auf dem Bildschirm in TV-Versionen von Boulevardstücken wie unter der Regie von Wolfgang Spier mit Agnes Windeck in "Zwei ahnungslose Engel" (1969), einer von von Erich Ebermayer geschriebenen Komödie, in der die beiden Schauspielerinnen bereits 1968  im Berliner "Theater am Kurfürstendamm", später auch in München brilliert hatten. Als Großmutter Agatha Berry erfreute sie das Publikum zehn Folgen lang in der Krimi-Serie "Sergeant Berry" (1974/75) mit Klausjürgen Wussow  in der Titelrolle (wurde später durch Harald Juhnke ersetzt), in dem spannenden Mehrteiler "Die Affäre Lerouge"3) (1976) tauchte sie als Marquise d'Arlange auf, zeigte sich beim "Tatort" in der Episode "Fluppys Masche"1) (1983); ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie in der Folge "Mohrle" (1985) aus der Familienserie "Ein Heim für Tiere".
 
Die 1967 zur "Berliner Staatsschauspielerin" ernannte Käthe Haack starb am 5. Mai 1986 im Alter von 88 Jahren in Berlin in ihrem Haus am Lietzensee; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Berliner Friedhof Heerstraße → Foto der Grabstelle, in der ein Jahr später auch Tochter Hannelore beigesetzt wurde → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Sie war seit 1915 mit dem Schauspieler Heinrich Schroth3) (1871 – 1945) verheiratet gewesen, der Ehe stammte die Schauspielerin Hannelore Schroth4) (1922 – 1987), mit der sie oft zusammen auftrat. Der bekannte Schauspieler Carl Heinz Schroth3) (1902 – 1989) war ihr Stiefsohn und stammte aus Heinrich Schroths zweiten Ehe mit der österreichischen Schauspielerin Else Ruttersheim.
1971 hatte Käthe Haack ihre Erinnerungen unter dem Titel "In Berlin und anderswo" veröffentlicht.

Liebreizende Töchter mit Frohsinn verkörperte sie nur ganz am Anfang ihrer Karriere, schon gleich darauf gab sie die soliden Kleinbürgerinnen, Portierfrauen, Familientiere. Das Mütterliche in jeder Gestalt wird ihr Fach. Heiter, verständnisvoll und resolut ist sie auch mal als gediegene Dame der Salons, kehrt jedoch immer wieder mit herzhaftem Humor, der auch mal angesäuert und pikiert werden kann, zu ältlichen Frauen mit liebenswürdiger Natürlichkeit zurück.4)

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch sowie
ein Interview mit Käthe Haack (August 1967) anlässlich ihres 70. Geburtstages
bei "Deutsche Welle" → radio-download.dw.de (MP3-Datei)
Fotos bei film.virtual-history.com

Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP
4) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 137
Lizenz Fotos Käthe Haack (Urheber Alexander Binder): Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.

    

Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de)

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