Seit 1959 bzw. der Ausstrahlung des Krimis "Der Andere"1) kamen die Zuschauer jährlich (außer 1961 und 1967) in den Genuss eines Straßenfegers nach den Bestsellern von Francis Durbridge2) (1912 – 1998). Man denke nur an so legendäre Mehrteiler wie "Das Halstuch"1) (1962), "Tim Frazer"1) (1963) oder "Melissa"1) (1966). 1967 pausierte die ARD mit den Durbridge-Verfilmungen, stattdessen flimmerte zur alljährlich gewohnten Sendezeit Mitte Januar 1967 mit "Der dritte Handschuh" ein zweiteiliger Krimi über die Bildschirme, dessen Handlung bzw. großartigen Dialoge aus der Feder von Stefan Murr stammte, Pseudonym für die Autorengemeinschaft Dr. Bernhard Horstmann2) (1919 – 2008) und dessen zweiten Ehefrau Charlotte Horstmann. Alles dreht sich um das mysteriöse Verschwinden eines Angestellten einer großen Hamburger Firma. Jeden Monat holt dieser die Lohngelder von einer Bank ab, doch an einem bestimmten Dienstag taucht er mit der Viertelmillion Mark nicht wieder auf. Alles was man von ihm findet, sind seine Handschuhe – allerdings sind es drei, wem also gehört der dritte Handschuh? Eventuell dem Mörder? Denn bald stellt sich heraus, dass es die Polizei mit einem Kapitalverbrechen zu tun hat und nicht, wie anfangs vermutet, mit einer gewöhnlichen Unterschlagung.
Der Dritte Handschuh: Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH" (www.ardvideo.de) Für den vom WDR produzierten Thriller konnte Eberhard Itzenplitz2) (1926 – 2012) als Regisseur gewonnen werden, vornehmlich bekannt für die Realisation anspruchsvoller TV-Spiele, für die musikalische Untermalung sorgte der Filmkomponist Hermann Thieme3) (1924 – ?). Die Protagonisten in der spannungsreichen Geschichte, die im Gegensatz zu den Durbridge-Krimis zur Abwechslung nicht in England sondern in Hamburg spielte, waren zwar nicht ganz so bekannte Gesichter, wussten die Zuschauer jedoch mit ihrem intensiven Spiel zu überzeugen. Allen voran Bühnen- und Filmlegende Willi Rose, der als umsichtiger, zielstrebiger, bisweilen etwas schrullig wirkender Hauptkommissar Ketterle von seinem Assistenten Werner Hornschuh (Gerhart Lippert) bei der Lösung eines kniffligen Falls unterstützt wird. Aber auch die anderen Rollen waren mit ausgezeichneten, heute zum Teil in Vergessenheit geratenen Schauspielern besetzt. So zeigt sich beispielsweise Sabine Eggerth als Tochter des Verschwundenen Lohnboten Wendelin Dreyer (Alois Garg), Ernst Ronnecker als schmieriger Erpresser Felix Stockart, ein Wiedersehen gab es auch mit dem einstigen Ufa-Star Mady Rahl als abgehalfterte Bardame.
ARD Video notiert bei www.youtube.com unter anderem: "Keine Serie von der Stange: Regisseur Eberhard Itzenplitz gelingt es in "Der dritte Handschuh", die Details des Verbrechens peu à peu zu lüften und den Zuschauer zu fesseln. (…) Willi Rose ist der gelassene Kommissar Ketterle in Person. Ernst Ronnecker spielt genial Felix Stockart, den gehetzten, wichtigtuerischen Gauner. Köstlich auch die "schmissige" Musik von Hermann Thieme, die die spannenden Momente zum Krimi-Kult-Ereignis machen".
 
Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"
Der Inhalt der einzelnen Folgen (Quelle: Die Krimihomepage)
Teil 1: Erstausstrahlung 21.01.1967 (Länge 66 Minuten)
Die Hamburger Kriminalpolizei fahndet nach Wendelin Dreyer (Alois Garg), einem Angestellten der Kassandra-Werke. Seit Jahren holte er für seine Firma die Lohngelder beim Bankhaus "Fries & Co." Am Tag seines Verschwindens wurde ihm eine Viertelmillion Mark ausgehändigt. An einem Dienstag um 8:50 Uhr wird er zuletzt gesehen. Als Dreyer um halb elf immer noch nicht in seiner Firma ist, wird die Polizei verständigt. Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Ketterle (Willi Rose) und sein Assistent Werner Hornschuh (Gerhart Lippert). Die beiden vermuten zunächst einen Fall von Unterschlagung. Zunächst werden die Bankangestellten Husemann (Walo Lüönd) und Dominke (Heinz Peter Scholz) vernommen. Ketterle erfährt dadurch, dass Dreyer am Tag seines Verschwindens sehr nervös war und seit dreieinhalb Jahren monatlich 1.500 DM abhob. Warum er das Geld abhob, will die Tochter des Verschwundenen, Ingrid Dreyer (Sabine Eggerth) der Polizei allerdings nicht mitteilen. In Wirklichkeit wurde Dreyer von einem gewissen Felix Stockart (Ernst Ronnecker) erpresst. Auch wenn Stockarts Frau Regine (Ilse Künkele) die Aussage verweigert, erfährt Ketterle, dass Stockart wenige Stunden vor Dreyers Verschwinden in dessen Wohnung war. Stockart ist nun spurlos verschwunden. Zwei Tage nach Dreyers Verschwinden bricht Ingrid Dreyer das Schweigen, und erzählt, dass ein Nachbarjunge (Wolfgang Peau) am Dienstag eine seltsame Beobachtung gemacht hat. Für Ketterle wird jetzt klar, dass es sich weder um einen Fall von Unterschlagung noch um einen Vermisstenfall handelt: es geht um Mord …
  
Teil 2: Erstausstrahlung 22.01.1967 (Länge 65 Minuten)
Ingrid Dreyer kennt einen wunden Punkt in der Vergangenheit ihres Vaters. Aber ist dieser der Schlüssel zur Lösung des Falles? Im Laufe der Ermittlungen gewinnen drei Handschuhe, die von Hauptkommissar Ketterle nach und nach gefunden werden, an großer Bedeutung. Zwei von ihnen bilden ein Paar und würden dem Verschwundenen Wendelin Dreyer passen. Der dritte Handschuh aber ist viel kleiner. Gehört er dem Mörder? Der verschwundene Stockart, der Dreyer erpresst hat, taucht indessen im Hamburger Hafen auf. Dort soll er sich mit einem Unbekannten treffen, doch die nächtliche Verabredung verläuft anders als erwartet: plötzlich fallen Schüsse. Hauptkommissar Ketterle findet in der Zwischenzeit heraus, dass ein Hotelbrand vor sechs Jahren, dessen Aufklärung und das Verschwinden Wendelin Dreyers in irgendeinem Zusammenhang stehen müssen und befürchtet das Schlimmste: Wendelin Dreyer ist nicht mehr am Leben …
DVD-Cover "Straßenfeger 17: Die Katze im Sack/Der Dritte Handschuh; Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"; www.ardvideo.de Seit Mitte November 2009 ist der legendäre Zweiteiler zusammen mit dem Krimi "Die Katze im Sack"2) (1965) in der "Straßenfeger"-Edition von "ARD Video" auf DVD erhältlich, Interviews mit Helmut Förnbacher und Gerhard Lippert runden die Veröffentlichung ab.
"Der WDR-Fernsehzweiteiler mit einer Länge von insgesamt 133 Minuten wurde am 21. und 22. Januar 1967 erstmals in der ARD ausgestrahlt und kann auch heute noch auf ganzer Linie überzeugen. Eine ausgeklügelte Dramatik, tolle Dialoge und charismatische Schauspieler sorgen für eine Menge Sehvergnügen." notiert unter anderem www.tv-kult.com.
 

 
Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung
von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"

Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) www.cyranos.ch

Siehe auch Die Krimihomepage, www.fernsehserien.de sowie die Kritik im "Edgar Wallace Forum";
Weitere Links bei www.wunschliste.de

Die Akteure:
Willi Rose … spielte den umsichtigen Hauptkommissar Gottfried Cäsar Ketterle.
 
Geboren am 4. Februar 1902 in Berlin,
gestorben am 16. Juni 1978 ebenda.
  
Kurzportrait zu Willi Rose innerhalb dieser Homepage

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
 
Weitere Filme*) mit Willi Rose

Gerhart Lippert
 
Gerhart Lippert; Copyright Virginia Shue
… spielte den junge Kriminalbeamten Werner Hornschuh, Assistent von Ketterle.
 
Geboren am 14. März 1937 im bayerischen Pietzing (Chiemgau).
 
Kurzbiografie zu Gerhart Lippert innerhalb dieser Homepage
 
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme*) mit Gerhart Lippert
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Alois Garg … spielte den spurlos verschwundenen Lohnboten Wendelin Dreyer.
 
Geboren am 9. September 1912 in Düsseldorf,
das Sterbedatum ist unbekannt.
 
Alois Garg zählt zu den vergessenen Schauspielern. Im Fernsehen zeigte er sich seit Mitte der 1950er Jahre nur sporadisch, hauptsächlich in Literaturadaptionen. Er wirkte umfangreich für den Hörfunk, so sprach er unter anderem in dem Conan Doyle-Krimi "Der Silberstrahl" (1956) den Dr. Watson an der Seite von Richard Münch als Sherlock Holmes; die WDR-Produktion gilt als verschollen. Darüber hinaus führte Alois Garg auch Regie.

Weitere Filme*) mit Alois Garg

Sabine Eggerth … spielte die Tochter von Wendelin Dreyer, Ingrid Dreyer.
 
Geboren am 9. Juni 1943 (nach anderen Quellen 1942).

Sabine Eggerth, Tochter des Schauspielers, Autors und Regisseurs Hans Eggerth, wurde 1953 als "Pünktchen" für die Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton"1) entdeckt. Ihre Partner waren Hertha Feiler, Paul Klinger und als "Anton" Peter Feldt1). Danach spielte sie in einigen weiteren Produktionen Kinderrollen, so z. B. als kleine Schwester von Gerhard Riedmann in Hans Deppes Heimatfilm "Solange noch die Rosen blühen"1) (1956, weitere Rollen: Hertha Feiler, Willy Fritsch). Als junge Frau konnte man sie dann noch im TV-Spiel "Warten auf Bodo" (1962) und in der Serie "Salto Mortale"2) sehen.
Sabine Eggerth synchronisierte unter anderem Yvette Mimieux in "Die Zeitmaschine" (1959), Susannah York in "Einst ein Held", Lee Remick in "Wilder Strom" und Romy Schneider in "Was gibt's Neues, Pussy?".
In den 1970er Jahren wanderte sie in die USA aus, arbeitete zunächst allerdings noch als Synchronschauspielerin für Barbra Streisand; danach verliert sich ihre Spur.
Sie war mit dem Regisseur Rolf von Sydow1) verheiratet, mit dem sie auch eine gemeinsame Tochter hat.
 
Quelle (unter anderem): Wikipedia

Weitere Filme*) mit Sabine Eggerth
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP

Ernst Ronnecker … spielte den schmierigen und gehetzten Erpresser Felix Stockart.
 
Geboren am 4. Januar 1923 in Hindenburg (Oberschlesien, heute Zabrze, Polen),
gestorben am 22. November 1968 in Dortmund.

Ronnecker war unter anderem bis 1951 Schauspieler und Dramaturg am Stadttheater in Worms, danach wechselte er bis 1954 an das "Pfalztheater  in Kaiserslautern. Zwischen 1954 und 1959 war er Mitglied des "Mannheimer Nationaltheaters", 1960/61 wirkte er am Bochumer Schauspielhaus sowie bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.
Ronnecker, der mit nur 45 Jahren verstarb, machte sich einen Namen als herausragender Charakterschauspieler und interpretierte viele große Rollen.
 
Quelle (unter anderem): Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, 1961

Weitere Filme*) mit Ernst Ronnecker

Ilse Künkele
(Ilse Rabanus-Künkele)
… spielte die Regine Stockart, Ehefrau des Erpressers Felix Stockart.
 
Geboren am 25. April 1925 in Stuttgart,
gestorben am 24. April 1992 ebenda.

Sie begann nach ihrer Schauspielausbildung 1943 als Elevin am "Württembergischen Staatstheater" in Stuttgart; von 1944 bis 1950 gehörte sie dort zum Ensemble. 1950 erhielt sie ein Engagement am "Deutschen Theater" in Göttingen, wo sie bis 1958 wirkte. Von 1959 bis 1962 war sie am "Bayerischen Staatsschauspiel" in München tätig, danach gastierte sie an verschiedenen Bühnen.
Die ausgebildete Theaterschauspielerin Ilse Künkele spielte auch oft in Film- und Fernsehproduktionen mit, wie beispielsweise in mit durchgehenden Rollen den TV-Serien "Der Eugen"1) (1982), "Oh Gott, Herr Pfarrer"1) (1988) an der Seite von Robert Atzorn und Maren Kroymann oder in "Pfarrerin Lenau"1) (1990/91). Mehrfach war sie zudem in populären Krimiserien wie "Polizeiinspektion 1", "Der Alte" und "Derrick" auf dem Bildschirm präsent.

Die Schauspielerin war verheiratet und Mutter eines 1958 geborenen Sohnes.
 
Quelle (überwiegend): Wikipedia

Weitere Filme*) mit Ilse Künkele
 
Link: 1) Wikipedia

Walo Lüönd
  
Walo Lüönd als Dällebach Kari in dem Schweizer Dialektfilm "Dällebach Kari" (1970); Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich", mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); Copyright Praesens-Film AG
Walo Lüönd als Dällebach Kari
in dem Schweizer Dialektfilm
"Dällebach Kari" (1970)
Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv
"Praesens-Film AG" Zürich",
mit freundlicher Genehmigung
von Peter Gassmann
(Praesens-Film AG, Zürich)
© Praesens-Film AG → DVD-Veröffentlichung
… spielte den Bankangestellten Wilhelm Husemann.
 
Geboren am 13. April 1927 in Zug (Schweiz),
gestorben am 17. Juni 2012 in Locarno (Schweiz).
 
Walo Lüönd war der Sohn des Konditors Oswald Lüönd. Er ging in Zug zur Schule und erlernte von 1942 bis 1946 das Handwerk des Herrenschneiders. Erste Auftritte hatte er ab 1949 am Schauspielhaus und beim "Cabaret Fédéral" in Zürich. Seit 1962 arbeitet er auch für Fernsehen und Film. Er war seit 1957 mit der Schauspielerin Eva-Maria Bendig verheiratet und hinterließ zwei Söhne, Daniel1) (1957 – 1987) und Oliver (geb. 1958). Lüönd wohnte abwechslungsweise im Tessiner Maggiatal und im Engadin, war aber heimatberechtigt in Rothenthurm im Kanton Schwyz.
Er war vor allem bekannt durch seine Hauptrollen in den Filmen "Dällebach Kari"1) (1970) und "Die Schweizermacher"1) (1978) an der Seite von Emil Steinberger sowie durch die Rolle des Rodriguez in der ARD-Serie "Auf Achse"1). Er war auch lange bei Radio DRS tätig, als Familienvater Nydegger.
Lüönd lebte die letzten Jahre im Kanton Tessin; die letzte Ruhe fand er auf dem Gemeindefriedhof Schachen in Untersiggenthal (Kanton Aargau) → Foto der Grabstelle bei knerger.de. (Quelle: Wikipedia)

Die 1980er Jahre bildeten den Höhepunkt in seiner Karriere, ein Jahrzehnt, in dem er unzählige Filme drehte. Zu seinen bekanntesten Produktionen dieser Jahre gehören "Der Erfinder"2) (1980), "Die schwarze Spinne"1) (1983), "Einmal Ku'damm und zurück"1) (1985), "Gauner im Paradies"3) (1986), "Didi – Der Experte"1) (1988), "Die Dollarfalle"4) (1988) und "Goldjunge" (1988).
Bis zuletzt war Walo Lüönd ein gerngesehener Gast auf der Leinwand und auf dem Bildschirm geblieben, wobei er sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland regelmäßig zum Einsatz kam. Zu seinen neueren Filmen zählen beispielsweise "Pumuckl und der blaue Klabauter"1) (1994), "Irrlichter"4) (1998), "Komiker"1) (2000), "Escape to Paradise"4) (2001), "Exit" (2002, Kurzfilm) und "Sternenberg"1) (2004). Letztmalig trat Lüönd als Schauspieler in dem Kinofilm "Der grosse Kater"1) (2010) neben Bruno Ganz in Erscheinung.
Einen schweren Schicksalsschlag musste Walo Lüönd 1987 verkraften, als sein Sohn – der Schauspieler Daniel Lüönd1) – im Alter von 30 Jahren Selbstmord beging. (Quelle (überwiegend): www.cyranos.ch)
 
Siehe auch tls.theaterwissenschaft.ch sowie den Nachruf in "Neue Zürcher Zeitung" vom 27. Juni 2012

Weitere Filme*) mit Walo Lüönd
 
Link: 1) Wikipedia, 2) www.artfilm.ch, 3) Die Krimihomepage, 4) Filmlexikon
Heinz Peter Scholz … spielte den Bankangestellten Ewald Dominke.
 
Geboren am 3. August 1916 in Königsberg (heute Kaliningrad),
gestorben am 7. August 1992 in Berlin.
 
Der Sohn eines Oberpostinspektors nahm Schauspielunterricht in Königsberg und Berlin (u. a. bei Max Gülstorff1)2); 1882 – 1947), debütierte anschließend in seiner Geburtsstadt Königsberg. Nach kriegsbedingter Flucht und Beendigung des Krieges begann er in Freiberg (Sachsen), danach spielte er in Wurzen (Sachsen), wo er seine spätere Frau, die Schauspielerin Ruth Winkler, kennenlernte; nach einem kurzen Engagement in Halle ging das Ehepaar 1950 in den Westen.
Seine Theaterarbeit führte Scholz in viele Städte der Bundesrepublik, Österreichs und der Schweiz, u.a. nach München, Hamburg, Düsseldorf, Hannover, Bremen und an Berliner Bühnen; gelegentlich führte er auch Regie.
Scholz gehörte auch zu den Pionieren des deutschen Fernsehens, verkörperte hier wie auf der Bühne meist liebenswürdige, feinkomische oder skurrile, aber auch undurchsichtige Typen; er war auch für den Hörfunk tätig.2)

Quelle: Volker Wachter
sowie 2) Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, 1961
 
Weitere Filme*) mit Heinz Peter Scholz (auch Heinz-Peter Scholz)
 
Link: 1)
Kurzportrait innerhalb dieser HP
Edda Seippel  … spielte die Büroangestellte Hildegard Klings.
 
Geboren am 19. Dezember 1919 in Braunschweig,
gestorben am 12. Mai 1993 in München.
 
Kurzportrait zu Edda Seippel innerhalb dieser Homepage
   
Siehe auch Wikipedia sowie den Artikel in "DIE ZEIT"

Weitere Filme*) mit Edda Seippel

Mady Rahl  … spielte die abgehalfterte Bardame Rosie Sommerfeld.
 
Geboren am 3. Januar 1915 als Edith Gertrud Meta Raschke in Neukölln bei Berlin (heute Berlin-Neukölln),
gestorben am 29. August 2009 in München-Bogenhausen.
 
Kurzportrait zu Mady Rahl innerhalb dieser Homepage
   
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com

Weitere Filme*) mit Mady Rahl

Walter Hoor  … spielte den Jürgen Gaffke.
 
Geboren am 12. Dezember 1934 in Düsseldorf,
gestorben am 22. Januar 2016 ebenda.
 
Nach dem Abitur besuchte Walter Hoor die Schauspielschule in Düsseldorf und gab sein Debüt als Spiegelberg in Schillers "Die Räuber" an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel. Es folgten Engagements am "Theater Oberhausen", am "Landestheater Detmold", am "Stadttheater Konstanz", an Fritz Rémonds "Theater am Zoo" in Frankfurt/M, am "Deutschen Theater" in München, am "Operettenhaus" in Hamburg, an der "Komödie" und am "Kom(m)ödchen" in Düsseldorf sowie an den "Städtischen Bühnen" in Aachen.
Zu seinen Rollen zählten der Puck in "Ein Sommernachtstraum", der Narr in "König Lear" (beides von Shakespeare) und die Titelrolle in Carl Sternheims "Bürger Schippel". 1984 übernahm Hoor die Titelrolle in der Uraufführung des Musicals "Schneider Wibbel".

Seit 1955 war Hoor im Fernsehen zu sehen, wiederholt bei Theaterinszenierungen des "Millowitsch-Theaters" an der Seite von Willy Millowitsch und Elsa Scholten. Erfolge feierte er als Felix Papenstiel  in dem Verwechslungs-Schwank "Der Doppelte Moritz" (1966), unvergessen bleibt wohl 1968 seine Darstellung des mit einem Sprachfehler behafteten Eugen Rümpel in der Posse "Pension Schöller"1) – Rümpel, der "Schauspiener" werden möchte, kann den Buchstaben L nicht sprechen und ersetzt ihn durch ein N ("Ich brauche Nuft! … Mir ist eine Fniege in den Hans gefnogen").
Hoor gab auch Einlagen als Sänger und Kabarettist bei vielen Fernsehshows. Seine einzige Spielfilmrolle übernahm er 1988 als Ballettmeister in der Komödie "Ödipussi"1) (1988) an der Seite von Loriot und Evelyn Hamann.
 
Walter Hoor lebte die letzten Jahre zurückgezogen in seiner Geburtsstadt Düsseldorf, wo er am 22. Januar 2016 im Alter von 91 Jahren starb. Die "Rheinische Post" (27.01.2016) schrieb unter anderem in einem Nachruf: Hoor "war ein Theatermann, der auch die amüsante Fernsehunterhaltung beherrschte und im komödiantischen Fach bekannt wurde. (…) Obwohl er ein Charakterdarsteller war, verachtete er das Leichte nicht, trat als Sänger auf, war ein Entertainer von Format."
   
Quelle (überwiegend): Wikipedia

Weitere Filme*) mit Walter Hoor
 
Link: 1) Wikipedia

Günter Mack
 
Günter Mack als Dr. Plummer in "Eine Tote soll ermordet werden"; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"
 … spielte den Martin Röppke.
 
Geboren am 12. Dezember 1930 in Augsburg,
gestorben am 27. März 2007 in Gröbenzell (Oberbayern).
 
Kurzportrait zu Günter Mack innerhalb dieser Homepage
   
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de

Weitere Filme*) mit Günter Mack
 
Szenenfoto aus dem Krimi "Eine Tote soll ermordet werden" (1972; → Die Krimihomepage)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film", welche die Produktion Mitte September 2012 auf DVD herausbrachte.

Martin Urtel
(Peter Martin Urtel)
… spielte den Siegurd Fries.
 
Geboren am 25. August 1914 in Berlin,
gestorben am 16. Januar 1989 in Sommerhausen bei Würzbug (Bayern).
 
Kurzportrait zu Martin Peter Urtel innerhalb dieser Homepage
 
Siehe auch
Wikipedia, www.cyranos.ch
 
Fotos bei www.virtual-history.com
 
Weitere Filme*) mit Martin Urtel
Toni Treutler … spielte die Gertrud Morawsky.
 
Geboren am 28. Februar 1908 in Stralsund,
gestorben am 11. März 1997.
 

Die Tochter eines Schauspielerehepaares – ihr Vater war der Stralsunder Theater-Direktor Ludwig Treutler († 1915), ihre Mutter Antonie Reichenbach – ergriff nach der Oberrealschule ebenfalls den Schauspielerberuf. Ein erstes Engagement erhielt Toni Treutler am "Kleinen Lustspielhaus" in Hamburg, weitere Stationen wurden Bern sowie die "Kammerspiele" in München, wo die damals 19-Jährige unter Otto Falckenberg spielte. Zur Spielzeit 1933 wechselte sie bis 1938 an das "Mecklenburgische Staatstheater" in Schwerin, während des Krieges unternahm sie Tourneen zur Betreuung von Wehrmachtssoldaten.
Nach Ende des 2. Weltkrieges wirke Toni Treutler unter anderem in München am "Bayerischen Staatstheater" sowie an der "Kleinen Komödie" war dann als freischaffende Schauspielern tätig. Etwa zeitgleich begann Toni Treutler auch regelmäßig im Kinofilm aufzutreten. Die Künstlerin verkörperte auf der Leinwand und später (seit 1955) auch in zahlreichen Fernsehspielen zumeist einfache Frauen aus dem Volke: Mal war sie eine Wirtin oder eine Bäuerin, mal eine Blumenverkäuferin, eine Fischerin oder eine Putzfrau; 1975 zog sich Toni Treutler auch von der Fernseharbeit zurück.
 
Die Schauspielerin war mit dem Sänger Heinz Holve verheiratet und Mutter zweier Kinder, Sohn Peter sowie Tochter Heidi Treutler1), die sich ebenfalls als Schauspielerin bzw. Synchronsprecherin einen Namen machte.
 
Quelle: Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon (3. Band, Bad Münder 1961, S. 1755)
FUNK UHR, Künstler-Lexikon des Fernsehens (ca. 1971) sowie Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Toni Treutler
 
Link: 1) Wikipedia
Lotti Krekel … spielte die Irmi Seeler.
 
Geboren am 23. August 1941 in Köln.
 
Kurzportrait zu Lotti Krekel innerhalb dieser Homepage
  
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme*) mit Lotti Krekel
Bruno Vahl-Berg  … spielte den Joseph Lüdecke.

Geboren am 3. Juli 1903 in Stralsund,
gestorben am 15. November 1984 in Hamburg.
 
Die schauspielerischen Ambitionen des jüngeren Bruders der "Ohnsorg"-Legende Henry Vahl1) (1897 – 1977) hatten vor Ausbruch des 2. Weltkrieges als Chorist am Stadttheater Bernburg begonnen, er tingelte mit Wanderbühnen durch die Lande, war eine Zeit lang am Stadttheater Neiße engagiert. Daneben übte er als technischer Zeichner auf einer Werft in Stralsund einen "ordentlichen Beruf" aus.
Den Namenszusatz "-Berg" für seinen Künstlernamen legte er sich schon in frühen Jahren zu, damit man die beiden Brüder auseinanderhalten konnte. Als er 1949 aus russischer Gefangenschaft zurückkehrte, brachte ihn sein Bruder Henry, der ein Engagement am Kieler Stadttheater hatte, dort zunächst als Inspizient unter. Vahl-Berg arbeitete wenig später auch als Ansager und Zirkusclown, seit 1956 trat er als Schauspieler an Hamburger Bühnen auf, gehörte unter anderem zum Ensemble des "Ernst-Deutsch-Theaters" sowie des "Ohnsorg-Theaters".
 
Seit Anfang 1960er Jahre übernahm Vahl-Berg Nebenrollen in Fernsehproduktionen, spielte unter anderem in populären Krimi-Serien wie "Hafenpolizei", "Das Kriminalgericht", "John Klings Abenteuer", "Gestatten –  Mein Name ist Cox", "Percy Stuart" oder "Polizeifunk ruft". Mehrfach trat er auch in der "Tatort"-Reihe auf, wie zuletzt in der Folge "Kurzschluß"2) (1975).
  
Der Künstler war mit Ehefrau Gretl (1920 – 2003), einer ehemaligen Tänzerin verheiratet; der Schauspieler Edgar Bessen1) (1933 – 2012) war sein Neffe. Bruno Vahl-Berg fand seine letzte Ruhe neben seinem Bruder Henry auf dem Olsdorfer Friedhof → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
 
Quelle: Wikipedia (Stand September 2009) und "Funk Uhr, Künstler-Lexikon des Fernsehens" (ca. 1970)

Weitere Filme*) mit Bruno Vahl-Berg
 
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia

Charles Wirths … spielte den Dr. Fritz Hardtke.
 
Geboren am 19. März 1926 in Wuppertal,
gestorben am 8. März 2012.
 
Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler gab Wirths sein Theaterdebüt in seiner Geburtsstadt. Weitere Stationen seiner Theaterlaufbahn wurden unter anderem Bremen und Hannover, dann erneut Wuppertal, danach Frankfurt, München und Stuttgart. Schon früh konzentrierte sich Wirths, der sich auch beim politischen Kabarett engagierte, auf den Hörfunk, gehörte bald zu den bekanntesten deutschen Hörspielstimmen in Deutschland. Er sprach in den letzten Jahren beispielsweise den "Gildo" in der monumentalen Produktion "Der Herr der Ringe" und den Kommissar Beck in "Endstation für Neun".
 
Nur selten übernahm er kleinere Rollen in Fernsehproduktionen wie der mehrteiligen Paul Claudel-Adaption "Der Seidene Schuh"1) (1965) oder dem dreiteiligen Krimi "Verräter"2) (1967). Man sah ihn mit Episodenrollen in den populären Serien "Graf Yoster gibt sich die Ehre" (1967), "Das Kriminalmuseum" (1968) und "Die Seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger" (1968).
 
Der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens kam jedoch dem Hörfunk zu. Wirths lieh über 150 Produktionen seine Stimme so etwa der Kurzhörspielserie "Der Frauenarzt von Bischofsbrück" (SDR), Bernd Laus aufwändiger Vertonung des "Herrn der Ringe" sowie als "Kommissar Beck" in verschiedenen Kriminalhörspielen von SWF und WDR nach den Romanen von Sjöwall und Wahlöö. (Quelle: Wikipedia)
 
Weitere Filme*) mit Charles Wirths
 
Link: 1) fernsehserien.de, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
Stanislav Ledinek … spielte einen Betrunkenen.
 
Geboren am 26. Juni 1920 in St. Lorenzen (Jugoslawien),
gestorben am 30. März 1969 in Istanbul (Türkei).
 
Nach dem zweiten Weltkrieg kam Stanislav Ledinek, der manchmal auch Stanislaus genannt wurde, nach Deutschland. In Detmold begann er als Schauspieler im dortigen Stadttheater. Danach wurde er in der wiederbelebten Filmindustrie als Synchronsprecher entdeckt. Immer wenn es darum ging, einen Schauspieler mit fremdländischen Akzent zu sprechen, lieh ihm Stanislav Ledinek seine Stimme. Mexikaner, Spanier, Süd- und Osteuropäer und vor allem Russen gab er in Hollywood-Filmen den gebührenden Akzent. Eine seiner Synchronhauptrollen war der kretische Lebenskünstler Alexis in dem Streifen "Alexis Sorbas"1) (1964). Dort war er die deutsche Stimme von Anthony Quinn, den er bereits in dem Western "Verwegene Gegner"1) (1953, Ride, Vaquero!) synchronisiert hatte. Darüber hinaus lieh er seine Stimme Lee Marvin (1966, "Stadt in Angst"1)), Akim Tamiroff ("Topkapi"1)) oder Saro Urzi (1955, "Die große Schlacht des Don Camillo"1)).
Als Schauspieler hatte er zudem seit Anfang der 1950er Jahre Nebenrollen in zahlreichen deutschsprachigen Kinoproduktionen → Wikipedia.

Stanislav Ledinek starb 1969 während Dreharbeiten zu einem Film in Istanbul. Seine Grabstätte befindet sich vermutlich auf dem dortigen Ausländerfriedhof in Feriköy.
 
Quelle: Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Stanislav Ledinek
 
Link: 1) Wikipedia
Weitere Mitwirkende waren:
Günter Becker1), Ellen Frank2) 1904 – 1999), Kunibert Gensichen3) (1907 – 1991), Arno Görke3) (1923 – 1992),
Günter Hoffmann1), Harald Meister1), Dieter Moebius1), Gerhard Plantikow1), Wolfgang Peau1)
Wolf Petersen3) (1922 – 1980), Kurt Postel1), Hellmut Reuße1) und Wolf Schlamminger1)
Link: 1) Internet Movie Database, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia
*) Link: Internet Movie Database
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