Geboren als Charles Spencer Chaplin Jr. am 16. April 1889 im Londoner Stadtteil Lambeth (Großbritannien),
gestorben am 25. Dezember 1977 in Vevey (Schweiz)
 
Wohlfahrtsmarke Charles Chaplin
Wohlfahrtsmarke Charlie Chaplin
Ausgabetag 11. Oktober 2001
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
des Bundesministeriums der Finanzen
sowie Antonia Graschberger, München (Entwurf)
 
Er war der arme Vagabund, der unter allen Niederschlägen des Lebens und der vom Leben Begüterten unschlagbar bleibt…
Er war der kleine Habenichts, der einen Blick für die schönen Töchter der Reichen hatte, und dem es bisweilen widerfuhr, dass sie auch einen Blick für ihn hatten…
Er war der kleine Clown, der dem Schicksal trotzte, so gut und lang es ging, bis er sich zum mehr oder weniger eleganten Rückzug gezwungen sah.
Charlie Chaplin war der erste Weltstar des Films. Seine Bedeutung für die Künste des 20. Jahrhunderts ist nur mit jener von Pablo Picasso vergleichbar. Es gehört zu den hässlichsten Seiten der Vereinigten Staaten von Amerika, dass man diesen Mann außer Landes trieb. Jahre später, als man ihn gern wiederhaben wollte, sagte Charlie, inzwischen in Großbritannien zum Ritter geschlagen: "Ich würde nicht in die USA zurückkehren, selbst wenn Jesus dort Präsident geworden wäre."

Der im Londoner Stadtteil Lambeth geborene Charles Chaplin war der Sohn des Künstlerehepaares Charles Spencer Chaplin und Hannah Harriet Chaplin, die an den britischen Music Halls auftraten. Doch schon bald nach der Geburt des Sohnes trennten sich die Eltern, Charles und sein vier Jahre älterer Halbbruder Sydney wuchsen bei der Mutter auf. Die kleine Familie lebte in großer Armut, die Mutter konnte aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben, der Vater leistete keine Unterhaltszahlungen. In etlichen Biographien über Charles Chaplin ist deshalb von "dickens'scher Jugend" die Rede. Doch im Gegensatz zu den Kinderschicksalen, die Charles Dickens im 19. Jahrhundert beschrieb, fand Charles Chaplin später den Weg nach Amerika und in die Filmstudios.
Charles Chaplin bekam 1894 erstmals die Chance, selbst vor Publikum mit einer Gesangsdarbietung aufzutreten. Als Neunjähriger wurde er auf Empfehlung seines Vaters für die Music-Hall-Gruppe "The Eight Lancashire Lads" engagiert. Chaplin erhielt während der Tourneen der "Lancashire Lads" Kost und Logis sowie eine einfache Schulbildung. Als sein Vater 1901 durch Alkoholmissbrauch starb, blieben Chaplin nur seine Mutter und sein Halbbruder als Bezugspersonen. Chaplin verließ die "Lancashire Lads" und fand Engagements an den Londoner Bühnen. Im Sommer 1903 spielte Chaplin in dem wenig erfolgreichen Theaterstück "Jim, A Romance of Cockayne" seine erste größere Rolle. Es folgte die Rolle des Laufburschen Billy in der von William Gillette verfassten Bühnenversion von "Sherlock Holmes". Diese Inszenierung wurde ein großer Erfolg, Chaplin ging bis 1906 insgesamt vier Mal mit diesem Theaterstück auf Tournee. Auch Sydney Chaplin wirkte in dem Ensemble mit, verließ die Theatertruppe aber wieder, als er bei Fred Karno1) unter Vertrag genommen wurde. Charles folgte seinem Bruder und unterschrieb 1908 einen Zweijahresvertrag bei Karno.*)

Chaplin arbeitete in der Folgezeit als Tänzer, Sänger, Pantomime, und es war in einer Bühnenshow, in der er einen betrunkenen Randalierer spielte, als Mack Sennett1) (1880 – 1960), der Boss der "Keystone"-Filmgesellschaft und Komödienspezialist der New Yorker "Motion Picture Company", auf ihn aufmerksam wurde. Am 25. September 1913 unterschrieb Chaplin einen Vertrag, mit dem er sich für ein Jahr als Filmschauspieler bei Mack Sennetts "Keystone"-Studios verpflichtete. Chaplin wurde ein Gehalt von 150 Dollar in der Woche zugesagt. Er verließ daraufhin am 28. November 1913 die "Karno-Truppe". In seinem Jahr bei "Keystone" drehte Chaplin 35 Slapstick-Filme für 175 Dollar die Woche – und war am Ende des Jahres ein populärer Mann.
Ende 1914 verließ Chaplin "Keystone" und unterzeichnete im November einen Vertrag bei dem von den Filmpionieren George K. Spoor1) (1872 – 1953) und Gilbert M. Anderson1) (1880 – 1971) geführten Filmunternehmen "Essanay"1), verdiente jetzt 1.250 Dollar und hatte mehr Zeit für seine Filme. Nach fünf Streifen kam im April 1915 mit "The Tramp" Chaplins erstes großes Meisterwerk in die Kinos. Entstanden die ersten sieben Filme für "Essanay" in nur vier Monaten, versuchte Chaplin in den folgenden Monaten seine Unabhängigkeit als Filmschaffender durchzusetzen, indem er sich von den üblichen Fließbandmethoden verabschiedete und sich deutlich mehr Zeit für die nächsten Filmprojekte nahm. Seine letzten beiden von insgesamt 14 Filmen für "Essanay" wurden erst im Frühjahr 1916 veröffentlicht, als Chaplin bereits bei "Mutual Films" unter Vertrag stand. Chaplins Popularität erreichte 1915 ihren ersten Höhepunkt. Chaplin wurde (ohne dass er an den Einkünften beteiligt wurde) zum Mittelpunkt einer umfassenden Vermarktung, die Chaplin-Puppen, Zeitungscomics und Lieder über den kleinen Tramp beinhaltete. Das "Motion Picture Magazine" diagnostizierte für die gesamten Vereinigten Staaten einen schweren Fall von "Chaplinitis". In Frankreich wurde der "Tramp" als "Charlot" verehrt. Um auch nach Chaplins Weggang von der "Chaplinitis" zu profitieren, ließ "Essanay" Chaplins "Burlesque on Carmen"1) (1916) mit zuvor nicht verwendeten Filmmaterial auf die doppelte Laufzeit verlängern. Chaplin klagte erfolglos gegen die Veröffentlichung dieses Films.1)

Charles Chaplin auf einer Fotografie von
Albert Witzel (1879 – 1929; Witzel Studios, LA.)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Charles Chaplin auf einer Fotografie von Albert Witzel (1879 – 1929; Witzel Studios, LA.); Quelle: www.cyranos.ch
Charles Chaplin in der Rolle des "Tramp", um 1918; Urheber: Charles C. Zoller (1854 – 1934); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons von "George Eastman House Publishing Trust". Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. 1916 konnte Chaplin schon 10.000 Dollar pro Woche plus 150.000 Dollar Sonderprämien einstreichen – er war ein Superstar geworden. Bereits seit seinen Anfängen bei "Keystone" begann er auch bei seinen Filmen Regie zu führen, wenig später lieferte er auch das Drehbuch zu etlichen seiner Stummfilme ab, fungierte bald als Darsteller, Regisseur Drehbuchautor und Produzent in Personalunion. Zu seinen bevorzugten Partnerinnen zählte ab 1915 Edna Purviance1) (1895 – 1958), die in 35 von Chaplins frühen Filmen auftrat, darunter in den Klassikern wie "The Tramp" (1915), "Burlesque on Carmen"1) (1916), "Der Vagabund"1) (1916, The Vagabond), "Der Einwanderer"1) (1917, The Immigrant), "Leichte Straße"1) (1917, Easy Street) und "Der Vagabund und das Kind"1) (1921, The Kid).
Trotz allen Erfolgs seiner Filme blieb die Haltung des offiziellen Amerika gegenüber dem 'armen' kleinen Engländer seltsam zwiespältig. Zwar war sein Name inzwischen weltweit ein Synonym für das neue Medium Film geworden, zwar hatte er zusammen mit den Stummfilmstars Douglas Fairbanks sen.2) (1883 – 1939) und Mary Pickford2) (1892 – 1979) sowie dem Filmregisseur und -produzenten David Wark Griffith1) (1875 – 1948) eine erfolgreiche Hollywood-Gesellschaft gegründet, die "United Artists Corporation", zwar galt sein "Goldrausch" (1925) als bis dahin bester Film aller Zeiten – doch nur mit spitzen Fingern gewährte ihm Hollywood erst 1928 einen Spezial-Oscar "für Vielseitigkeit und Genie".

Foto: Charles Chaplin in der Rolle des "Tramp", um 1918
Urheber: Charles C. Zoller (1854 – 1934)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons von George Eastman House Publishing Trust 
Angaben zur Lizenz siehe hier

Die rund 68-minütige Komödie "Goldrausch"1) (The Gold Rush) kam 1925 ins Kino. Die Idee zum Film hatte Chaplin, als er im Herbst 1923 zufällig stereoskopische Fotos aus der Zeit des Klondike-Goldrauschs von 1898 sah. Im Dezember 1923 und Januar 1924 baute man im Studio bereits die aufwendigen Kulissen zum Film. Darunter war eine Berghütte, die auf einer schwenkbaren Kippe montiert wurde. Gleichzeitig wurde ein kleines Modell hergestellt, mit dessen Hilfe die Szenen der am Abgrund hin- und herschaukelnden Hütte gedreht wurde.
Hunderte von Handwerkern erstellten aus 73.000 Metern Holz, knapp 7.000 Metern Maschendraht und über 6.000 Metern Sackleinen ein Schneegebirge. Das künstliche Eis und der Schnee bestanden aus 200 Tonnen Gips, 285 Tonnen Salz und 100 Fässern Mehl.
Die Dreharbeiten zur berühmtesten Szene von Goldrausch, in der Chaplin und Mack Swain1) (1876 – 1935) einen Schuh und Schnürsenkel aus Lakritze essen, nahmen drei Tage in Anspruch. Für die Außenaufnahmen reiste das Filmteam Mitte April in das hochgelegene Truckee am Lade Idaho in der Sierra Nevada. Für die Pass-Szene wurde ein 700 Meter langer Weg durch den Schnee geschnitten, der auf einer Höhe von 3.000 Metern um weitere 300 Meter zum Mount Lincoln anstieg. Für die spektakuläre Eröffnungsszene wurden nicht nur eine Stadt und der Pass gebaut, sondern auch 600 Statisten mit dem Zug aus Sacramento herbeigefahren. Es handelte sich zumeist um arme Hobos und Vagabunden, die Chaplin als einen der ihren verehrten – obwohl er natürlich längst ein reicher Mann war.
(Quelle: www.cosmopolis.ch)
 
Die Geschichte:
Charlie und der dicke Jim (Mack Swain) suchen nach Gold. Nach einem heftigen Streit einigen sich die drei Männer auf eine Wohngemeinschaft in der Hütte von Gesetzesbrecher Black Larson (Tom Murray). Doch dann beginnt der große Schneesturm und die Versorgungslage wird äußerst schwierig. Hunger zieht ein in die Hütte. Per Losentscheid wird Larson auserwählt, Hilfe zu holen. Währenddessen werden in der Hütte – mangels anderer Nahrung – Schuhe gekocht, und der dicke Jim sieht Charlie als Brathühnchen an. Charlie entkommt und erlegt einen Bären. Im Saloon angekommen, verliebt er sich in die Tänzerin Georgia Puis (Georgia Hale) und lädt die Dame zum Essen ein. Doch wie so oft bei Damen: Georgia lässt Charlie allein mit seinen Brötchen sitzen. Das Gabelballett entschädigt den Wartenden. In der Zwischenzeit hat der dicke Jim Gold gefunden, aber leider sein Gedächtnis verloren. Ein Sturm – und die Hütte ist am Rande des Abgrundes. Doch wie immer bei guten Filmen: Liebe und Geld kommen doch noch zu ihrem Recht.
 
Lexikon des Internationalen Films: "Realität und Traum, Action und Poesie in einem Stummfilm, den Chaplin selbst für seinen besten hielt und der seinen Weltruhm begründete. Unvergesslich die Szene, in der der hungernde Charlie seinen Schuh genießerisch verzehrt."

Nach den Stummfilmen "Camille" (1926), "Der Zirkus"1) (1928, The Circus) und "Lichter der Großstadt"1) (1931, City Lights) lieferte Chaplin mit seiner Satire auf die Arbeitswelt "Moderne Zeiten"1) (1936, Modern Times) sein letztes großes stummes Leinwandwerk ab, mit "Der große Diktator"1) (1940) öffnete er sich erst spät dem Tonfilm.
 
Moderne Zeiten / Modern Times
Uraufführung: 5. Februar 1936:
 
Ein heimatloser Tramp will am Fließband der großen Fabrik Geld verdienen. Bei der Akkordarbeit versagen ihm die Nerven, er wird in eine Heilanstalt eingeliefert. Er lernt Gamine (Paulette Goddard), eine Landstreicherin, kennen. Gemeinsam wollen sie der absurden Arbeitswelt den Rücken kehren.
Ein Film, den man in Amerika gar nicht mochte: Chaplins Satire auf Unternehmertum, Technik und die Jagd nach Glück. Dem grandiosen Komiker gelang hier eine doppelte Satire: Eine auf die (damals) moderne Maschinen-Arbeitswelt; eine zweite auf den Tonfilm. Er selbst spricht kein Wort und singt nur ein, im Ton verzerrtes, Lied in schrecklichem Kauderwelsch. Und auch alle anderen Stimmen sind verfremdet.
 
Quelle: www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.filmzentrale.com, www.cosmopolis.ch
Der große Diktator / The Great Dictator
Uraufführung: 15. Oktober 1940:
 
Adenoid Hynkel (Charles Chaplin) herrscht in Tomanien, einer Mischung aus Operetten- und Polizeistaat mit jüdischen Ghettos, und plant den Einmarsch ins Nachbarland Austerlich. Dagegen formiert sich in Gestalt des altgedienten Offiziers Schultz (Reginald Gardiner) heimlicher Widerstand. Schultz sucht gerade im jüdischen Ghetto Unterstützung für seine Attentatspläne. Der kleine Barbier, der dem Diktator zum Verwechseln ähnlich sieht, soll dabei eine entscheidende Rolle spielen…
  
Charlie Chaplin in der Rolle des Diktators Hynkel und des jüdischen Barbiers, der zufällig ein Doppelgänger des Despoten ist und in die Rolle des Machtbesessenen schlüpft. Als Regent gibt der Barbier einen enthusiastischen Appell für Menschlichkeit, Frieden und Gerechtigkeit zum Besten. Ein geniales Meisterwerk der Satire, nicht nur wegen der vortrefflichen Karikierung Hitlers. Seinerzeit liefen die Konservativen ganz Amerikas gegen die Produktion des Films Sturm, denn sie hielten Hitler für einen großen Politiker. Als dann tatsächlich der Krieg ausbrach, dauerte den gleichen Leuten die Nachproduktion zu lange.

Quelle: www.prisma.de
Siehe auch www.dieterwunderlich.de, Wikipedia, www.cosmopolis.ch
     
Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren gekennzeichnet von der Gespensterjagd des Senators McCarthy auf "unamerikanische Umtriebe", und Charlie Chaplin war ein entschieden zu liberaler Mann, zumal was sein Ehe- und Sexualleben anbelangte. Seine Hochzeit mit Filmpartnerin Paulette Goddard2) (1910 – 1990), die er 1936 als 44-Jähriger geheiratet hatte (sie war 19) hielt er drei Jahre lang geheim. Es war dies schon seine dritte Ehe.
Chaplins erste Ehefrau war die blutjunge Schauspielerin Mildred Harris1) (1910 – 1944), als das Paar am 23. September 1918 heiratete, war Mildred Harris erst 16 Jahre alt und die Öffentlichkeit reagierte mit Empörung. Anlass für die überstürzte Heirat soll eine Schwangerschaft gewesen sein, die sich jedoch kurz nach der Hochzeit als Fehlalarm herausstellte. Das einzige gemeinsame Kind von Chaplin und Harris, der Sohn Norman, kam Anfang Juli 1919 mit schweren Missbildungen zur Welt und starb nach drei Tagen. Wenig später trennte sich das Paar wieder, die Scheidung erfolgte Mitte November 1920. Nach einer Beziehung zu Stummfilmstar Pola Negri2) (1894/1897 – 1987), mit der Chaplin sich im Januar 1923 verlobt und wenige Monate später wieder entlobt hatte, trat 1924 mit der 16-jährigen Schauspielerin Lita Grey1) (1908 – 1995) Ehefrau Nummer 2 auf den Plan. Der Geburtstag des ersten Sohnes, Charles Chaplin junior1) (1925 – 1968), wurde der Öffentlichkeit falsch angeben, um den Anschein einer ehelichen Zeugung zu gewährleisten. Ein Jahr später wurde der zweite gemeinsame Sohn, Sydney Earle Chaplin1) (1926 – 2009), geboren, der wie die Eltern später eine Karriere im Showbusiness einschlug. Dennoch kühlte sich die Beziehung zwischen Grey und Chaplin schnell ab, sodass die Ehe am 22. August 1927 nach einem aufsehenerregenden Prozess wegen der zahlreichen Affären Chaplins geschieden wurde und die Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen erhielt.*)
Charles Chaplin mit Ehefrau Oona am 23. Juni 1965 bei der Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-8946); Urheber/Fotograf: Evers, Joost / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Auch die Ehe mit Paulette Goddard hielt nur wenige Jahre, Anfang Juni 1942 erfolgte die offizielle Trennung. Die Erlösung für Chaplins unstetes Privatleben kam mit Oona O'Neill1) (1925 – 1991), Tochter des großartigen amerikanischen Dramatiker Eugene O'Neill (1888 – 1953). Nachdem die McCarthyisten Chaplin wegen vermeintlicher kommunistischer Verbindungen (unterschwellig aber auch wegen seines "unmoralischen Lebenswandels") aus Amerika ausgewiesen hatten, ließ er sich mit Oona und Familie am Genfer See nieder. Zur Zeit der Hochzeit am 16. Juni 1943 war Chaplin 54, Oana 18 Jahre alt.
 
Charles Chaplin mit Ehefrau Oona am 23. Juni 1965
bei der Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-8946)
Urheber/Fotograf: Evers, Joost / Anefo; mehr bei → www.gahetna.nl
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
Das bekannteste ihrer acht Kinder sollte die 1944 geborene Geraldine Chaplin2) werden, die ihrer Mutter sehr ähnlich sieht und über Jahre mit führenden Regisseuren in großen Filmen arbeitete; auch der 1946 geborene älteste Sohn Michael Chaplin1) ergriff den Beruf des Schauspielers, ebenso wie Josephine  Chaplin1) (geb. 1949) und Victoria Chaplin1) (geb. 1951). Der 1953 geborene Sohn Eugene Chaplin1) machte sich als Tontechniker und Dokumentarfilmer einen Namen, über die anderen drei Kinder, Jane Chaplin, Annette Chaplin und Christopher Chaplin gibt es keine Informationen.
Am 18. September 1952 verließ Charles Chaplin die Vereinigten Staaten zu einem Kurzbesuch in England wegen der Weltpremiere seines Films "Rampenlicht". Als FBI-Chef J. Edgar Hoover1) (1895 – 1972) davon erfuhr, strengte er ein Verfahren wegen "subversiver Tätigkeiten" gegen Chaplin an und verhinderte dessen Rückkehr in die USA. Chaplin entschied sich, in Europa zu bleiben und ließ sich im Dezember 1952 in der Schweiz nieder, lebte mit seiner Familie auf seinem Anwesen, dem 1840 erbauten Herrenhaus Manoir de Ban oberhalb von Corsier-sur-Vevey am Genfersee → Foto bei Wikimedia Commons.
Ende der 1950er Jahre drehte er mit "Ein König in New York"1) (1957, A King in New York) in England seinen vorletzten Film und "rechnet mit dieser autobiografisch gestimmten Komödie schonungslos mit den USA der McCarthy-Ära ab" wie das "Lexikon des internationalen Film" notiert. Zehn Jahre später realisierte Chaplin mit "Die Gräfin von Hongkong"1) (1967, A Countess from Hong Kong) seinen letzten und zugleich einzig in Farbe gedrehten Kinofilm, zu dem er auch das Drehbuch geschrieben hatte. Seine Protagonisten waren keine Geringeren als Marlon Brando und Sophia Loren, Chaplin selbst trat nur mit der kleinen Nebenrolle eines Schiffsstewards auf.
Danach zog er sich auch wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustandes vom Filmgeschäft zurück. In die USA reiste er nur noch ein einziges Mal, Anlass war 1972 der an ihn verliehene Ehren-Oscar.
 
Charles Chaplin, der 1975 durch die britische Königin Elisabeth II. zum Ritter (Knight Commander of the British Empire) geschlagen wurde und seither den Titel "Sir" im Namen tragen durfte, starb am 25. Dezember 1977 im Alter von 88 Jahren im Schweizerischen Corsier-sur-Vevey. Die letzte Ruhe fand er, wie später auch Ehefrau Oona, auf dem dortigen Friedhof → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Eine Skulptur Chaplins, geschaffen von dem englischen Bildhauer John Doubleday1), steht an der Seepromenade in Vevey → Foto bei Wikimedia Commons.
Auch wenn sein Alterswerk zumindest an den Kinokassen keine Erdbeben mehr hervorrief, hat George Bernd Shaws Feststellung anlässlich von Chaplins Tod "Er ist das einzige Genie, das der Film bisher hervorgebracht hat." bis heute seine Gültigkeit behalten; eine Übersicht zu den Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen findet man bei Wikipedia
Schon zum 25. Todestag des legendären Komikers im Jahre 2002 sollte der ehemalige Schweizer Landsitz von Charlie Chaplin in Corsier-sur-Vevey am Genfer See zu einem Museum umgewandelt werden. Diese Pläne des kanadischen Kulturmäzens Yves Durand waren lange in Frage gestellt, zwischen der entsprechenden Stiftung unter der Leitung von Michael Chaplin und der Gemeinde Corsier-sur-Vevey gab es jedoch keine Einigung über eine Garantieleistung für das Projekt. Inzwischen waren die Pläne konkreter geworden, im Mai 2013 erfolgten die ersten Arbeiten zur Schaffung eines multimedialen Denkmals für den großen Charles Chaplin. Das Projekt "Chaplin's World. The Modern Times Museum" des Museumsmachers Yves Durand und des Szenografen François Durand soll aus drei großen Teilen bestehen: dem renovierten Herrenhaus, in dem Chaplins Leben multimedial aufbereitet wird, einem 200 Sitzplätze umfassenden Theater, das dem Schaffen des Komikers gewidmet wird, sowie einem großen Park, der zum Flanieren einlädt. (Quelle: www.reisenews-online.de); siehe auch Neue Zürcher Zeitung.
Mitte April 2016 war es dann so weit, am 15. April 2016, dem Vortag des 127. Geburtstages des Komikers, weihten seine Söhne Michael und Eugene vor geladenen Gästen "Chaplins World. The modern Times Museum" ein, am darauffolgenden Tag öffnete das weltweit erste Chaplin-Museum für Besucher seine Pforten. Der Generaldirektor des neuen Museums, Jean-Pierre Pigeon, rechnet mit über 300.000 Besuchern jährlich. → www.chaplinsworld.com sowie den Artikel bei "Deutsche Welle".
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Offizielle Webseite (in englisch): www.charliechaplin.com;
siehe auch Wikipedia, www.dhm.de, www.cosmopolis.ch,
www.dieterwunderlich.de, www.whoswho.de, www,cyranos.ch
Filmografie bei der Internet Movie Database
*) Quelle: Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Lizenz Foto Charles Chaplin: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
   
Weitere Filme von und mit Charles Chaplin (Auszug):
Seifenkistenrennen in Venice (1914, Kid Auto Races at Venice)
Die von den "Keystone Studios" produzierte 6-minütige Komödie
 zeigt einen Filmregisseur (Henry Lehrman), dessen Dreharbeiten bei einem
Seifenkistenrennen von einem neugierigen Zuschauer
gestört werden. Als Störenfried war Charles Chaplin
erstmals in der Rolle des "Tramps" zu sehen.
Quelle: Wikipedia
Ihr Freund, der Bandit (1914, Her Friend the Bandit)
In dieser 16-minütigen Farce spielt Charlie Chaplin einen Banditen,
der als Graf verkleidet auftritt und Chaos unter den
hochherrschaftlichen Anwesenden verursacht.
Es ist der einzige Film Chaplins, der als verschollen gilt.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
The Knockout (1914)
Charles Chaplin taucht in diesem 27-minütigen stummen Kurzfilm
neben Roscoe Arbuckle1) (1887 – 1933)
mit einer Nebenrolle als Ringrichter auf.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Laughing Gas (1914)
(auch: "Laffing Gas"/"The Dentist"/"Tuning His Ivories")
16-minütiger Slapstick-Film mit Charles Chaplin
als Assistent eines Zahnarztes.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Dough and Dynamite (1914)
Ein rund halbstündiger stummer Streifen mit Charles Chaplin
als ungeschicktem Kellner.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Entführung (1915, A Jitney Elopement)
Turbulente Romanze zwischen Charlie und
Edna Purviance1) (1895 – 1958)
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Der Champion (The Champion, 1915)
Charles Chaplin als Sparrings-Partner für einen 
erfolgreichen Profi-Boxer (Bud Jamison),
der diesen besiegen kann, weil er als Glücksbringer ein Hufeisen
in den Boxhandschuhen versteckt hat.
Burlesque on Carmen (1916)
Parodie auf die "Carmen"-Novelle von Prosper Mérimée
mit Charles Chaplin als Darn Hosiery und Edna Purviance als Carmen
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Der Ladenaufseher (1916, The Floorwalker)
Charles Chaplin als "Der Tramp" in einem Kaufhaus
mit einer wilden Verfolgungsjagd auf einer Rolltreppe.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Der Feuerwehrmann (1916, The Fireman)
Feuerwehrmann Charlie und sein Chef (Eric Campbell1)
wetteifern beide um die Gunst desselben Mädchens Edna Purviance1)
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Der Vagabund (1916, The Vagabond)
Charles Chaplin als Straßenmusikant,
erneut mit Dauerpartnerin Edna Purviance.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Ein Uhr nachts (1916, One A.M.)
Berühmt geworden ist dieser Film durch die Eingangssequenz
mit dem Taxifahrer, gespielt von Albert Austin1) und
durch die glänzende Solonummer als Betrunkener –
ein absoluter Höhepunkt in Chaplins Komik.
(Quelle: Filmkommunikation Thüringen)
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Der Graf (1916, The Count)
Charles Chaplin als Schneidergeselle mit
Eric Campbell als Schneidermeister bzw. falscher Graf und
Edna Purviance als Fräulein Geldsack.
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Das Pfandhaus (1916, The Pawnshop)
Chaplin spielt den Gehilfen eines Pfandleihers (Henry Bergman1)), 
der beim Abstauben der Wertgegenstände und beim Putzen
der Ladenfassade ständig mit seinem Kollegen
in handgreifliche Auseinandersetzungen gerät.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Hinter der Leinwand (1916, Behind the Screen)
Chaplin spielt einen Bühnenhilfsarbeiter, der für seinen
Chef (
Eric Campbell) schuften muss. 
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Die Rollschuhbahn (1917, The Rink)
Chaplin arbeitet als Kellner in einem Restaurant,
der in der Mittagspause Rollschuhlaufen geht.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Easy Street (1917, Leichte Straße)
Charles Chaplin als "Der Tramp" (später Polizist)
und Edna Purviance als Missionsarbeiterin
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Die Kur (1917, The Cure)
Chaplin spielt einen Alkoholkranken,
der zwecks Ausnüchterung ein Heilbad aufsucht.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Der Einwanderer (1917, The Immigrant)
Charles Chaplin als namenloser Vagabund,
Edna Purviance als eine Frau auf einem Auswandererdampfer
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Der Abenteurer (1917, The Adventurer)
Chaplin als entlaufener Strafling
Edna Purviance als eine junge Frau.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Ein Hundeleben (1918, A Dog's Life)
Charles Chaplin als der arbeitslose "Tramp", der einen streunenden
Hund aufnimmt. Beide werden dicke Freunde,
ein gefundener Geldbeutel bringt beiden Glück.
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Die Anleihe (1918, The Bond)
Kurzfilm, der den Verkauf von Kriegsanleihen (Liberty Bonds1))
für den Ersten Weltkrieg unterstützen sollte.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Gewehr über (1918, Shoulder Arms)
Der Film erzählt mit bitterem Humor die tragische Geschichte des Rekruten Tommy (Charlie Chaplin), der sich mit einer etwas extravaganten Ausrüstung durchschlägt. So hat er neben seinem Gewehr auch Kaffeekanne und Mausefalle bei sich, um den Schrecken des Krieges zu trotzen.
Das "Lexikon des internationalen Films" notiert: "Eine legendäre Satire auf das Militär im allgemeinen und den deutschen Kaiser im besonderen. Sie vereinigt herrliche Szenen mit einigen formalen Schwächen, die daraus resultieren, dass trotz der Übersteigerung ins Groteske der konzentrierte Naturalismus des Beginns und damit Chaplins vehemente Anklage gegen den Krieg zunehmend abgeschwächt wird." 
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Auf der Sonnenseite (1919, Sunnyside)
Charles Chaplin als Landarbeiter und
Edna Purviance als Dorfschönheit
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Vergnügte Stunden (1919, A Day's Pleasure)
Charles Chaplin als Vater und Edna Purviance als Mutter,
die mit ihren Kindern einen chaotischen Ausflug erleben.
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Der Vagabund und das Kind (1920,The Kid)
Erster, mit 53 Minuten abendfüllender Spielfilm von Charles Chaplin, der mit seiner klassischen Figur des "Tramps" auftritt, 
sowie mit Edna Purviance als ledige Mutter und Jackie Coogan (1914 – 1984) als "das Kind".
 
Eine arme ledige Mutter legt ihr Baby in das Auto einer reichen Familie, um es gut versorgt zu wissen. Als sie es kurz danach bereut und zurückholen will, wird das Auto von Ganoven geklaut. Das Baby wird von Ihnen einfach ausgesetzt, wo schließlich ein Vagabund drüber stolpert und sich seiner annimmt, weil sich niemand anders findet. Als der Kleine fünf Jahre alt ist, tritt plötzlich der Staat in Erscheinung und will den Kleinen in ein Waisenhaus stecken, damit er eine ordentliche Erziehung bekommt. Letztendlich wird aber alles gut, als die Mutter des Babys – inzwischen ein gefeierter und reicher Star – ihren Jungen wiedererkennt und zurückbekommt.
 
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Die feinen Leute (1921, The Idle Class)
Charles Chaplin in der Doppelrolle des "Tramps" bzw.
Ehemann einer reichen Frau (Edna Purviance)
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Zahltag (1922, Pay Day)
Charles Chaplin als Bauarbeiter und
Edna Purviance als Tochter des Vorarbeiters
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
Die Nächte einer schönen Frau (1923, A Woman of Paris)
Erster Film von Charles Chaplin für das 1919 gemeinsam mit Douglas Fairbanks, Mary Pickford
und David Wark Griffith gegründet Studio "United Artists".
Charles Chaplin taucht nur mit der winzigen Rolle eines Gepäckträgers auf.
Die Hauptrollen spielen Edna Purviance, Carl Miller und Adolphe Menjou*) (1890 – 1963).
Detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
*) Link: Kurzportrait innerhalb dieser HP
Der Zirkus (1928, The Circus)
Charles Chaplin in der klassischen Rolle des "Tramps"
 
Den ewigen Tramp Charlie Chaplin verschlägt es in einen Zirkus, wo er als Clown auftritt. Seine große Liebe zur Kunstreiterin (Merna Kennedy*)) trübt allerdings bald seine Clownerien, denn die zieht eindeutig den Hochseilartisten (Harry Crocker) vor. Da muss sich Charlie schon was einfallen lassen, um die Liebe der Schönen zu gewinnen …
Ausgerechnet für diesen von Tragik umflorten (zumindest aber sehr poetischen) Stummfilm bekam Charlie einen seiner nur zwei Oscars – einen Sonder-Oscar für "Genie und Vielseitigkeit". Den zweiten bekam er Jahrzehnte später für sein Lebenswerk.
 
Quelle: www.prisma.de; detaillierte Filmbeschreibung bei Wikipedia
*) Link: Wikipedia
Lichter der Großstadt (1931, City Lights)
Charles Chaplin als der "Tramp", der sich in ein blindes Blumenmädchen (Virginia Cherrill1)) verliebt.
 
Die Angebetete hält ihn für wohlhabend, denn der mittellose Tramp kommt durch einen Millionär zufällig an Geld für die Augenoperation des Mädchens. So gehen der Glücklichen die Augen später gleich in mehrfacher Hinsicht auf…
"Ich geben den 'talkies' drei Jahre, höchstens", wetterte Stummfilm-König Chaplin gegen den aufkommenden Tonfilm. Obwohl er sich der neuen Technik längst hätte bedienen können, zog das Multitalent Chaplin in seinem angestammten Metier noch einmal alle Register seiner Komik. Dafür setzte der Schauspieler, Regisseur und Produzent erstmals auch selbstgeschriebene Musik ein. Die Saxophon-Einlagen zu Filmbeginn während einer Denkmal-Enthüllung karikieren die Rede eines Würdenträgers durch das bewusst krächzende Instrument. Eine Karikatur des Tonfilms insgesamt und ein Zeichen der Antipathie Chaplins. Trotz vieler Straßenszenen ist "Lichter der Großstadt" fast ausschließlich im Studio gedreht, ein weiteres Bekenntnis Chaplins zu der Kunstform, mit der er Berühmtheit erlangte. Er konnte nicht wissen, dass der Tonfilm nur eine Hürde war, die der kleine große Mann ebenfalls meisterlich nahm. (Quelle: www.prisma.de)
 
Lexikon des internationalen Films: "Eine ironische und sozialkritische Tragikomödie voller Menschlichkeit, Güte und Optimismus. Obwohl sich inzwischen der Tonfilm etabliert hatte, blieb Chaplin beim stumm gedrehten und mit musikalischen Effekten untermalten Film und feierte damit einen seiner größten Publikumserfolge."

Siehe auch www.filmzentrale.com und www.cosmopolis.ch; detaillierte
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1) Link: Wikipedia

Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris (1947, Monsieur Verdoux)
Charles Chaplin als arbeitsloser Bankangestellter Henri Verdoux, alias Varnay, alias Bonheur, alias Floray

Der nicht mehr ganz junge Bankkassierer Henri Verdoux verliert während der Weltwirtschaftskrise seine Anstellung. Um seine kranke Frau (Mady Correll*)) und seinen Sohn (Allison Roddan) ernähren zu können, verlegt sich Verdoux daraufhin auf eine ganz besondere Profession: Er umgarnt reiche ältere Damen, die er nach der Hochzeit ermordet und beerbt. Der charmante Blaubart hat jedoch nicht immer Glück, denn eine seiner "Gattinnen", die elegante Annabella (Martha Raye*)), macht ihm echte Schwierigkeiten: immer wieder verhindern dumme Zufälle ihren Tod…
  
Mit dieser makabren Komödie, die seinerzeit völlig verkannt wurde, verscherzte sich Chaplin – durch private Affären und seinen missliebigen politischen Überzeugungen ohnehin in der Popularitätskurve gesunken – viele Sympathien. Die Idee zu der dunklen Komödie stammte von Orson Welles, der Chaplin auf die wahre Geschichte des zehnfachen Frauenmörder Henri Landru*) aufmerksam machte. Daraus schuf Humanist Chaplin eine zynische Sozialstudie, mit der er seiner Welt einen erbarmungslosen Zerrspiegel vorhielt. Der Streifen entwickelte sich nach seiner Uraufführung 1947 zum Skandal und einem gewaltigen Flop. In manchen US-Bundesstaaten wurde der Film gar verboten.
Quelle: www.prisma.de
 
Lexikon des internationalen Films: "Aggressive und makabre Komödie, in der Charles Chaplin brillant und in polemischer Zuspitzung die Gesellschaft und ihre Doppelmoral bloßstellt. Zur Entstehungszeit bei Publikum und Kritik durchgefallen, fand der Film erst Jahrzehnte später angemessene Würdigung. (…) – Sehenswert".

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Rampenlicht (1952, Limelight)
Charles Chaplin als der einst gefeierte Clown Calvero
 
Calvero, ein gealterter Clown, den keiner mehr sehen will, lebt als Alkoholiker in einer Londoner Pension. Dort verhindert er eines Tages den Selbstmord der jungen Tänzerin Terry (Claire Bloom*)), die nicht mehr gehen kann. Er hilft ihr, gesund zu werden und wieder zu tanzen. Terry wird ein Star. Zwischen ihr und Calvero entspinnt sich eine Liebesgeschichte, doch er hält ihre Zuneigung für bloßes Mitleid und verlässt sie. Terry organisiert für ihn eine Benefizgala, bei der der alte Clown ein großes Comeback hat. Die beiden finden wieder zusammen; doch Calvero stirbt nach seinem Auftritt an Herzversagen.
 
"Rampenlicht", Chaplins letzter in den USA gedrehter Film, trägt viele Züge einer autobiographischen Reflexion des Regisseurs über die Figur des Tramp, die er selbst lange Jahre gespielt hat: Calvero ist mit vielen Attributen des Vagabunden ausgestattet und wird auf seinen alten Plakaten als "Comedian Tramp" angekündigt. Chaplin setzt sich hier mit der Figur des Komikers an sich auseinander, der irgendwann an seine altersbedingten Grenzen stößt. Calvero wird alt und skeptisch und legt sich eine gewisse Würde zu, und damit verliert er jede Vertrautheit mit dem Publikum. Chaplin ging davon aus, dass dieser Film sein letzter, zugleich aber auch sein größter werden würde. Deshalb bezeichnete er ihn selbst gerne als "künstlerisches Testament". Das wird auch an der Verteilung der Rollen sichtbar: er ließ alle seine sechs Kinder mitspielen und verteilte die anderen Rollen fast ausschließlich an alte Freunde. Bemerkenswert ist der Auftritt Buster Keatons, der, obwohl er Altersgenosse Chaplins ist, bis dahin noch nie mit Chaplin gemeinsam aufgetreten war. Hier begleitet er Calvero bei dessen Comeback als komischer Pianist in der "musikalischen Parodie". Die Musik, die Chaplin wieder einmal selbst komponierte, wurde mit einem Oscar gekürt.
Quelle: www.prisma.de

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Ein König in New York (1957, A King in New York)
Charles Chaplin als König Shadov von Estrovien
 
Der europäische Monarch König Shadov, der durch eine von seinen Ministern angestiftete Revolution entmachtet wurde, emigriert nach New York. Hier erwartet er Freiheit, Glanz und Gloria. Doch um sich finanziell über Wasser zu halten, tritt er trotz innerer Abneigung im amerikanischen Werbefernsehen auf, dessen Publikum ganz versessen auf einen königlichen TV-Star ist. Bei dem Prestigebesuch einer Schule schließt er Freundschaft mit dem sensiblen Zehnjährigen Rupert, dessen Eltern als Kommunisten inhaftiert worden sind. Als der Knabe in den Räumen des Königs gefunden wird, scheint der Skandal perfekt. Shadov wird vor ein Komitee geladen…
  
Der von Senator McCarthy selbst aus den USA ausgewiesene Charles Chaplin nimmt mit diesem herb- ironischen Film Bezug auf die Verhältnisse im modernen Amerika. Zum einen greift der Film persönliche Erfahrungen Chaplins auf (ihm wurden z.B., genau wie Shadov, von der Polizei in entwürdigender Weise Fingerabdrücke abgenommen, während die Presse ihn dabei fotografierte), zum anderen setzt er sich darin allgemein mit der amerikanischen Kultur und dem Lebensstil auseinander. Der Film, der angeblich in seiner ursprünglichen Fassung noch wesentlich schärfer war, wurde erst 1976 in den USA uraufgeführt.
(Quelle: www.prisma.de)
 
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Die Gräfin von Hongkong (1967, A Countess from Hong Kong)
Regie, Drehbuch, Musik: Charles Chaplin
Darsteller: Marlon Brando, Sophia Loren, Sydney Chaplin und andere
Charles Chaplin mit der kleinen Nebenrolle eines Schiffsstewards
 
Ogden Mears (Marlon Brando), frischgebackener Botschafter der Vereinigten Staaten, staunt nicht schlecht, als er in seiner Schiffskabine die Exilrussin Natasha (Sophia Loren) entdeckt. Die blinde Passagierin bittet ihn, sie bis zur Ankunft des Schiffes in Honolulu versteckt zu halten. Als er sich weigert, droht Natasha dem verheirateten Mann mit einem handfesten Skandal …
Bereits Anfang der Dreißigerjahre entwickelte Charlie Chaplin auf einer Asienreise die Idee zu dieser Komödie mit Topbesetzung. Er schrieb nicht nur das Drehbuch sondern führte selbst Regie. Es war der erste seiner Filme, der in Farbe und im Widescreen-Verfahren gedreht wurde und zugleich sein letzter Film überhaupt. Chaplin übernahm die kleine Nebenrolle eines Kellners, seinen Sohn Sydney sieht man in der Rolle des Harvey. Alles in allem eine recht zähe Regiearbeit des Altmeisters. (Quelle: www.prisma.de)
 
Lexikon des internationalen Films:
"Chaplins letzter Film ist eine eher zähflüssige Romanze in betulich-komischem Stil, deren Einfälle nicht so recht zünden wollen"
 
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