Leonard Warren an der "Metropolitan Opera" |
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Der US-amerikanische Bariton Leonard Warren wurde am
21. April 1911 als Leonard Warenoff und Sohn russisch-jüdischer
Immigranten in der New Yorker1)
Bronx1)
geboren; der Nachname "Warenoff" wurde in "Warren" amerikanisiert, als
der Vater in die USA übersiedelte. Dieser betrieb einen
kleinen Pelzhandel und hatte seinen Sohn als Nachfolger vorgesehen, doch
Leonard entdeckte als 24-Jähriger seine Stimme, sang in der "Radio
City Music Hall"1) und trat 1935
als Mitglied dem Chor bei. Daneben besuchte er
Gesangskurse der "Greenwich House Music School", um sein
Naturtalent fortzubilden. 1937 beteiligte er sich an einem
Gesangswettbewerb der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
("Met") und
konnte einen ersten Preis entgegennehmen, obwohl er noch über kein Repertoire
verfügte. In den nächsten zwei Jahre vertiefte er mittels eines
Stipendiums der "Met" seine Gesangsstudien anfangs in New York bei dem
angesehenen Gesangspädagogen Sidney Dietch, dann in Rom bei Maestro
Giuseppe Pais sowie in Mailand bei
Riccardo Piccozzi; außerdem nahm er Unterricht bei dem berühmten Opernsänger/Gesangslehrer
Giuseppe De Luca. Erstmals wirkte er am 27. November 1938 in
dem von der "Met" veranstalteten Konzert "Grand Program" mit, sein
eigentliches Debüt, gab am 13. Januar 1939 mit der Partie des
Paolo Albiani, Lieblingshöfling des Dogen, in der Oper
"Simon Boccanegra"1) von
Giuseppe Verdi1) an der
Seite des "Titelhelden" Lawrence Tibbett1)
als Doge Simon Boccanegra1);
Ebde der 1940er Jahre sollte er dann selbst mit dieser Figur
beeindrucken. Doch zunächst dauerte es einige Zeit, bis ihm der Durchbruch als international gefeierter Bariton gelang. Warren gab unter anderem den geheimen Jesuit, Rangoni in "Boris Godunow"1) von Modest Mussorgski1), den Valentin, Bruder von Marguerite, in "Faust"1) (auch "Margaret(h)e") von Charles Gounod1) und den Heerrufer des Königs in dem Wagner-Werk "Lohengrin"1). Mit den Partien des Amonasro, König von Äthiopien und Vater von Aida, in Verdis "Aida"1), dem Spitzel Barnaba in "La Gioconda"1) von Amilcare Ponchielli1) und dem Torero Escamillo in "Carmen"1) von Georges Bizet1) stand der Bariton zwar noch in der "zweiten Reihe" erregte jedoch Aufmerksamkeit, ebenso wie als Verdi-Interpret mit der Figur des Giorgio Germont, Vater des Alfredo, dem Geliebten der Kurtisane Violetta Valéry, in "La traviata"1), als Edelmann Graf Luna in "Il trovatore"1) ("Der Troubadour"), als Don Carlo de Vargas, Sohn des Marchese di Calatrava sowie Bruder von Donna Leonora, der Geliebten des Don Alvaro, in "La forza del destino"1) ("Die Macht des Schicksals") und als Graf Renato/René Anckarström, Sekretär des Königs und Gemahl von Amelia, in "Un ballo in maschera"1) ("Ein Maskenball"). Das Glück kam ihm zu Hilfe, 1943 erkrankte der berühmte Bariton Lawrence Tibbett1) (1896 1960), Warren musste für seinen Kollegen einspringen und gestaltete am 18. Dezember 1943 erstmals die Titelrolle des Hofnarren Rigoletto in Verdis "Rigoletto"1). Der Erfolg war grandios, Warren wurde berühmt und feierte in den kommenden rund 20 Jahren Triumphe an der "Met", die zu seiner künstlerischen Heimat wurde allein den "Rigoletto" gab er bis Ende der 1950er 90 Mal. Sein bisheriges Repertoire, zu dem nur etwa 25 Partien zählten, hielt er bei, stand an dem berühmten, traditionsreichen New Yorker Opernhaus in über 650 Vorstellungen, zu denen auch Gala-Konzerte gehärten, auf der Bühne. Warren machte sich als herausragender Verdi-Sänger einen Namen, brillierte mit der Titelrolle des Sir John Falstaff1) in "Falstaff"1), als Fähnrich Jago in "Otello"1) und als Don Carlos, König von Spanien und späterer Kaiser Karl V.1), in "Ernani"1), aber auch als Polizeichef Baron Scarpia in "Tosca"1) von Giacomo Puccini1). Erwähnenswert ist am 20. März 1942 die Uraufführung des Werks "The Island God" von Gian Carlo Menotti1), in der er den mit Telea (Astrid Varnay1)) verheirateten Fischer Ilo sang. Die Resonanz bei Kritik und Zuhörerschaft war eher verhalten, was sicherlich nicht an der gesanglichen Leistung der Protagonisten lag; nach nur vier Vorstellungen verschwand das Stück vom Spielplan → Wikipedia (englisch). Ein Millionenpublikum erreichte Warren durch seinem Auftritt als Opernänger in dem von Gregory Ratoff1) gedrehten und unter anderem mit Anthony Quinn besetzten Musikstreifen "Irish Eyes Are Smiling"1) (1944), basierend auf einer Geschichte von E. A. Ellington (1908 1975), die lose das Leben des von Dick Haymes1) dargestellten Komponisten Ernest R. Ball (1878 1972, → Wikipedia (englisch)) beschrieb, der mit seinen sentimentalen Balladen große Bekanntheit erlangte; der Titel des Films bezog sich auf den von Ball komponierten Song "When Irish Eyes Are Smiling" aus dem Jahre 1912 → Wikipedia (englisch). Auf – im Vergleich zu anderen Opernstars eher seltenen Konzertreisen – durch die USA, Kanada, Südamerika und Europa begeisterte Warren das Publikum ebenso wie mit Auftritten in Rundfunk- und Fernsehsendungen. 1953/54 konnten ihn die Besucher/-innen der "Mailänder Scala"1) als "Rigoletto" sowie als Jago in "Otello"1) bewundern, 1958 führte ihn eine Tournee durch die ehemalige Sowjetunion1) (UdSSR), wo seine Auftritte auch am Moskauer "Bolschoi-Theater"1), in Leningrad (Sankt Petersburg1)), Kiew1) (heute Ukraine1)) oder Riga1) (heute Lettland1)) ein begeistertes Publikum fanden. Er präsentierte seine gesangliche Kunst bei Gastauftritten unter anderem an der "San Francisco Opera"1), der "Lyric Opera of Chicago"1), am "Teatro Colón"1) in Buenos Aires1), am "Theatro Municipal"1) in Rio de Janeiro1), in Mexico-Stadt1) am "Palacio de Bellas Artes"1) und bei der kanaduschen "Opera Guild of Montreal"1). Unvergessen bleibt seine Gestaltung des Verdi-Helden Macbeth1), in der gleichnamigen Oper1), welche als Höhepunkt seiner Karriere angesehen wird und den er an der "Met" erstmal am 5. Februar 1959 sowie letztmalig am 20. Februar 1960 unter der musikalischen Leitung von Erich Leinsdorf1) an der Seite von Leonie Rysanek als Lady Macbeth gab → Übersicht Wirken an der "Metropolitan Opers". Zwei Monate später sang Warren am 4. März 1960 den Don Carlo de Vargas in Verdis "La forza del destino"1) ("Die Macht des Schicksals") unter der musikalischen Leitung von Thomas Schippers1) mit Renata Tebaldi als Leonora und Richard Tucker1) als Don Alvaro während der Arie "Urna fatale dal mio destino" brach Warren an den Folgen einer Gehirnblutung tot zusammen. Der damalige Intendant der "Met", Rudolf Bing1) (1902 – 1997), trat auf die Bühne und begann mit dem Satz "Dies ist einer der traurigsten Nächte in der Geschichte der "Metropolitan Opera" und forderte das Publikum auf, sich zu Ehren Warrens zu erheben. Seine finale Opernrolle war im wahrsten Sinne zu seiner "Macht des Schicksals" geworden Leonard Warren wurde nur 48 Jahre alt. Die letzte Ruhe fand der gefeierte Bariton auf dem katholischen "Saint Marys Cemetery" in Greenwich1) (Connecticut1))- Der Künstler war seit 23. Dezember 1941 mit der ehemaligen US-amerikanischen Sängerin Agatha Leifflen (1911 1975) verheiratet, die er während seiner Studien in Italien kennengelernt hatte; ihr zu Liebe konvertierte er im Jahre 1950 zum römisch-katholischen Glauben. Das Paar lebte in Manhattan1) und besaß ein Landhaus in Greenwich; die Ehe blieb kinderlos. Agatha Leifflen wurde an der Seite ihres Ehemannes beigesetzt, der Grabstein trägt lediglich die beiden Inschriften "Leifflen Warren" → findagrave.com sowie Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Leonard Warren galt als starker Charakter, der immer versuchte seine künstlerischen Ansichten durchzusetzen, sei es bei den Dirigenten, den Produzenten oder gar den Bühnenbildnern. "Das kostete Nerven", soll ein Kollege einmal gesagt haben, "aber er hatte eine großartige Stimme". Der prominente, US-amerikanische Opern-Star, dessen ausdrucksstarke und umfangreiche Stimme vom tiefen G bis zum hohen H reichte, dokumentierte seine Kunst auf zahlreichen Tonträgern, darunter Gesamteinspielungen von "Macbeth" und "Rigoletto". Im Mai 2000 erschien von der US-amerikanischen Autorin Mary Jane Phillips-Matz (1926 2013 → Wikipedia (englisch)) die englischsprachige Biografie "Leonard Warren: American Baritone", mit der sie die bemerkenswerte Laufbahn des Sängers dokumentiert und zu welcher der Schauspieler Tony Randall (1920 2004) das Vorwort beisteuerte. |
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Weitere Informationen (in englischer Sprache) gibt es bei www.cantabile-subito.de Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch), operissimo.com Fotos bei Wikimedia Commons |
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