Otto Sander; Copyright Virginia Shue Otto Sander wurde am 30. Juni 1941 als ältester Sohn eines Flottilleningenieurs in Hannover geboren. Er wuchs in seiner Geburtsstadt sowie in Kassel auf, wurde nach dem Abitur 1961 für ein Jahr zur Marine eingezogen und begann dann 1962 in München ein Studium der Theaterwissenschaften, Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie; nebenher nahm er Schauspielunterricht an der renommierten "Otto-Falckenberg-Schule", von der er wegen "ungebührlichen Verhaltens" verwiesen wurde und daher seine Abschlussprüfung extern ablegte. 1965 gab er an den "Düsseldorfer Kammerspielen" sein Bühnendebüt, zwei Jahre später wechselte er nach Heidelberg und anschließend an die "Freie Volksbühne" nach Berlin; ab 1971 spielte er an der "Berliner Schaubühne", wo er elf Jahre lang tätig war und eng mit Peter Stein und Claus Peymann zusammenarbeitete, sowie ab 1975 auch Regie führte. Im Verlaufe seiner Theaterkarriere avancierte Otto Sander zu einem der ausdrucksstärksten und wandlungsfähigsten Charakterdarsteller, dessen Rollenspektrum von der Tragödie bis hin zur Komödie reicht, und mit seiner schauspielerisch subtilen Prägnanz verlieh er auch oftmals kleineren Rollen eine nachhaltige Wirkung.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
In jüngerer Zeit begeistert Sander die Theaterzuschauer mit seiner Verkörperung des Schuster Voigt in Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick"1) in der Bochumer Inszenierung von Matthias Hartmann; die Premiere fand Anfang 2004 statt und nach Heinz Rühmann, Harald Juhnke, Erich Ponto und Rudolf Platte hat es Sander nicht leicht, der Titelfigur "neue Züge" zu verleihen.  Doch "mit seinem melancholischen, vom Leben gezeichneten Gesicht rückt Otto Sander den Schuster Voigt in die Nähe einer Horváth-Figur, ja eines Woyzeck sogar. Er ist kein kämpferischer Kohlhaas, auch kein geistreicher Versager, er ist ein berührender trauriger Clown, der seinen Erfolg als "Hauptmann von Köpenick" kaum begreifen kann." (Zitat "Westdeutsche Zeitung").
Im Oktober 2007 kehrte Otto Sander nach längerer schwerer Krankheit mit der Figur des resignierten Schriftstellers Krapp auf die Theaterbühne zurück und brillierte am Berliner "Renaissance-Theater" in "Das letzte Band"1) von Samuel Beckett. "Otto Sanders 'Letztes Band' ist eine ergreifende Rückkehr auf die Bühne. Ein großer Berliner Schauspieler hat seinen Zugang zu Becketts Wahrheit gefunden." konnte man unter anderem bei www.rbb-online.de lesen. Krapp, Samuel Becketts berühmtester Monologisierer, der auf sein verpfuschtes Leben zurückschaut, indem er "Das letzte Band", ein altes Tonband, abhört, spricht noch lange nichts. (…) Natürlich kann dieser großartige Schauspieler die Stille vielseitig gestalten. Kann mit seinen müden Augen die Zuschauer derart bannen, dass Spannung und Atemlosigkeit in der Luft liegen. Kann ihnen ohne Worte alles über Einsamkeit, Desillusionierung, den schleichenden Weg in die Senilität, Zorn und die Schrulligkeit dieses Alten mitteilen. Er ist kein Trauerkloß. Eher ein müde gewordener zäher Zausel, der verwundert sein schiefgelaufenes Leben belauscht. (Quelle: www.abendblatt.de; siehe auch www.renaissance-theater.de)

Foto Mit freundlicher Genehmigung des Schauspielhauses Bochum;
das Copyright liegt bei Jim Rakete.

Otto Sander; Copyright Jim Rakete
Otto Sander und Christine Schönfeld (Königin der Nacht) in "Der Ignorant und der Wahnsinnige"; Foto mit freundlicher Genehmigung von Birgit Hupfeld; Copyright Birgit Hupfeld Einen nicht minder furiosen Applaus gab es am 1. März 2008 bei der Premiere am Bochumer Schauspielhaus für Sanders Darstellung des blinden Vaters in Thomas Bernhards Frühwerk "Der Ignorant und der Wahnsinnige"1) in einer Inszenierung von Burghart KlaußnerAuch hier spielt Otto Sander nicht auftrumpfend, sondern zurückhaltend den Vater der Koloraturmaschine. Er nimmt sich zurück, nur wer genau hinschaut, bemerkt die Nuancen, mit denen Otto Sander dem trinkseligen und wortkargen Ignoranten Profil gibt.*) Die Kritik war sich einig, dass Sander erneut eine fulminante Leistung abgeliefert hatte. "Otto Sander hat nur wenig Text – und deshalb die schwierigere Rolle. Er spielt virtuos – seine Körpersprache und seine Mimik kommentieren punktgenau die nicht enden wollende Suada des Doktors, des Wahnsinnigen. Sublim und ausdrucksstark zugleich ist das Spiel der Hände, Sander zeigt mit ihnen Ungeduld, Spannung und Abwehr – ein Meister seines Fachs" schrieb die "Deutsche Presse Agentur", die "Süddeutsche Zeitung" würdigte Sanders Leistung mit den Worten "Schon lange hat man Otto Sander, der sich fast ganz auf seine singuläre Stimme spezialisiert zu haben schien, nicht mehr so bravourös erlebt, wie hier.", "DIE WELT" meinte "Sein Auftritt als Blinder ist ein Glück für das Theater und das Publikum".
 
Otto Sander und Christine Schönfeld (Königin der Nacht)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Birgit Hupfeld; © Birgit Hupfeld
 
*) Quelle: www.derwesten.de
Schon ab Mitte der 1960er Jahre wurde der Mann mit den markanten Gesichtszügen durch zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen auch einem breiteren Publikum bekannt. Sein Leinwanddebüt gab er 1964 mit der Rolle des Bauernsohns und Steinbrucharbeiters in Roland Klicks "Ludwig", einem preisgekrönten Kurzfilm über einen jungen Mann, der in einem ärmlichen bayrischen Dorf die Rolle des Dorftrottels spielt. Rund zehn Jahre später spielte Sander den preußisch-strengen Junker und Bruder der "Marquise von O."1) (1976) in der gleichnamigen Kleist-Verfilmung von Eric Rohmer, 1979 war er der ewig betrunkene Trompeter Meyn in Volker Schlöndorffs Oscar-prämierten Grass-Adaption "Die Blechtrommel"1) oder 1981 der abgedriftete Ritterkreuzträger Thomsen in Wolfgang Petersens Kultfilm "Das Boot"1)

Foto: © Werner Bethsold1)
Das Foto entstand Mitte der 1980er Jahre während einer Hörspielproduktion.

Otto Sander; Copyright Werner Bethsold
Sander stand mit der Titelrolle in Hartmut Schmieges und Christian Rateukes "Der Mann im Pyjama" vor der Kamera und erhielt 1982 für seine Darstellung des harmlosen Bürgers Rudi, der bei dem Versuch, sich eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten zu holen, in einen Strudel von Missgeschicken und Abenteuern im nächtlichen Berlin gerät, den "Ernst-Lubitsch-Preis". 1984 sah man ihn mit der Hauptrolle des Inspektor Spalt in René Perraudins komödiantischen Kurzspielfilm "Der Mord mit der Schere", Margarethe von Trotta besetzte ihn 1985 in "Rosa Luxemburg"1) als Politiker Karl Liebknecht, der gemeinsam mit Rosa Luxemburg (Barbara Sukowa) den Spartakusbund anführte und die legendäre Revolutionsschrift "Rote Fahne" herausgab; in Peter Patzaks Melodram "Wahnfried", auch unter dem Titel "Richard und Cosima" bekannt, brillierte er 1987 als Richard Wagner neben Tatja Seibt, die Wagners Muse Cosima verkörperte. In Wim Wenders romantischen Märchen "Der Himmel über Berlin"1) rührte er 1987 an der Seite des Engels Damiel alias Bruno Ganz mit seiner Darstellung des melancholischen Engel Cassiel das Publikum an, ebenso wie 1993 in dem korrespondierenden Wenders-Film "In weiter Ferne so nah"1). 1984 mimte er in der Komödie "Zum Beispiel Otto Spalt"1), einer mit einer Rahmenhandlung versehenen Zusammenfassung von fünf Kurzfilmen René Perraudins, die Titelfigur und hatte Katharina Thalbach zur Partnerin; in Frank Beyers "Der Bruch" agierte er 1989 als arbeitsloser Erwin Lubowitz neben Götz George als ehemaligem Marinekoch Graf und Rolf Hoppe als Ex-Tresorknacker Markward, stand 1990 in Anton Peschkes "Zeit der Rache" vor der Kamera oder war als Erzähler in "Werner – Beinhart!"1) zu hören. 
1992 übernahm er die Hauptrolle in Harald Bergmanns Episodenfilm über Friedrich Hölderlin "Das Untergehende Vaterland", wirkte zwei Jahre später in Bergmanns erneuten filmischen Auseinandersetzungen mit dem Thema "Hölderlin" in "Hölderlin Comics" mit oder verkörperte unter der Regie von Martin Walz den Prediger in dem Kurzfilm "Apokalypse Pink". 1996 spielte er zusammen mit seiner Frau Monika Hansen und Stieftochter Meret Becker in der schrägen Komödie "Kondom des Grauens"1), war im gleichen Jahr mit der Hauptrolle in Michael Muschners Road-Movie "Truck Stop" zu sehen sowie als Hubert Schöning in Sören Voigts satirischen Kurzkomödie "Abendbrot". In dem Joseph Vilsmaiers Erfolgsdrama über die legendäre Gesangsgruppe "Comedian Harmonists"1) spielte er neben Stiefsohn Ben Becker als Robert Biberti und Meret Becker als Erna Eggstein den Musikagenten Bruno Levy und glänzte ein Jahr später mit der Rolle des Marinemalers Melbye in "Der Traum von der Freiheit", einer szenischen Dokumentation von Jürgen Stumpfhaus über die deutsche Revolution von 1848/49.
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik

Otto Sander; Copyright Edmond Frederik
Zu Sanders weiteren Kinoproduktionen zählen beispielsweise 1998 die Rolle des David in Doris Dörries Komödie "Bin ich schön?"1), 1999 Rosa von Praunheims Drama "Der Einstein des Sex"1) – wieder an der Seite von Ben Becker, Meret Becker und Monika Hansen – oder 2000 der Bühnenmanager in Joseph Vilsmaiers Biopic "Marlene"1), der Lebensgeschichte der legendären Marlene Dietrich3) (1901 – 1992) mit Katja Flint in der Titelrolle. In Carlo Rolas gleichnamigen Film über die Berliner Einbrecherbrüder Sass1) spielte er 2001 den Vater von Franz Sass alias Ben Becker und übernahm wieder eine Vaterrolle in Wolfgang Dinslages Kurzfilm "Morgengrauen". In Régine Provvedis Kurzfilm "Little Spoon" (2005) mimte er einen einsamen alten Mann, der versucht, durch seine täglichen Rituale Halt zu finden, trotzdem aber langsam den Bezug zur Realität verliert.   In dem von Regisseur Tom Tykwer nach dem gleichnamigen Bestseller von Patrick Süskind in Szene gesetzten hochgelobten Kinofilm "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders"1) (2006) ist Sander mit seiner sonoren Stimme als Erzähler zu hören, in dem Kinder-Zeichentrickfilm "Der Kleine König Macius – Der Film"2) (2007) sprach er den Lehrer Erasmus.
Ende Dezember 2007 kam das von Nicolette Krebitz inszenierte Drama "Das Herz ist ein dunkler Wald"1) in die Kinos, neben den Hauptdarstellern Marie (Nina Hoss) und Thomas (Devid Striesow) gehört auch Sander zur prominenten Besetzungsliste, in weiteren prägnanten Rollen sind Franziska Petri, Marc Hosemann, Monica Bleibtreu und Günther Maria Halmer auf der Leinwand präsent (mehr bei www.x-verleih.de). Danach hörte man ihn als Erzähler in Marco Kreuzpaintners Realverfilmung des Romans "Krabat"1) (2008) von Otfried Preußler sowie als Eule in dem Zeichentrickfilm "Der Grüffelo"2) (2009).
Zuletzt stand Sander für Bernd Böhlichs Seniorenkomödie "Bis zum Horizont, dann links!"1) vor der Kinokamera; in der Geschichte um eine Seniorengruppe, die noch einmal etwas erleben will, ist er neben Künstlerlegenden wie Angelica Domröse, Herbert Köfer und Herbert Feuerstein mit der Hauptrolle des Eckehardt Tiedgen zu sehen, der seine Mitbewohner im Seniorenheim "Abendstern" überredet, ein Flugzeug zu kapern. Die Dreharbeiten begannen Ende März 2011, in die Kinos kam der Film am 12. Juli 2012; siehe auch prisma.de.
  
Die Fernsehzuschauer erlebten Sander beispielsweise 1975 mit der Titelrolle des Kriegsheimkehrers in Wolfgang Staudtes Siegfried-Lenz-Adaptation "Lehmanns Erzählungen", 1979 als Verdächtigen Manfred Enders in dem Tatort "Mitternacht, oder kurz danach", in dem Nicole Heesters als Kommissarin Buchmüller ermittelte → tatort-fundus.de. 1994 glänzte er neben Ben Becker mit der Rolle des Gleisarbeiters Richard Lansky in "Polizeiruf 110 – Totes Gleis"1) – 1995 mit dem "Grimme-Preis" ausgezeichnet und einer der meistgespielten "Polizeirufe" innerhalb der ARD. Ein Jahr später war Sander der Superintendent in Frank Beyers zweiteiliger Literaturverfilmung "Nikolaikirche"1) und 1997 wurde mit "Das Wunder von Wustermark"1) eine neuerliche "Polizeiruf 110"-Folge mit Sander und Becker aufgelegt.
Otto Sander auf der Berlinale 2008; Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0. In den letzten Jahren zeigte sich Sander eher selten auf dem Bildschirm, er agierte beispielsweise in der internationalen Produktion bzw. dem Mehrteiler "Les Misérables – Gefangene des Schicksals"1) (2000), in "Tatort – Die Spieler" (2005, →  tatort-fundus.de) oder in der "Polizeiruf 110"-Episode "Dettmanns weite Welt" (2005), wo Sander einmal mehr brillant den eigenbrötlerischen Streckenläufer Lansky neben seinem Kollegen Dettmann (Ben Becker) spielte →  tittelbach.tv. 2004 bzw. 2011 stattete er dem "Traumschiff" in den Folgen "Australien" und "New York, Savannah und Salvador de Bahia" einen Besuch ab. Ende August 2011 begannen in Hamburg und Umgebung die Dreharbeiten zu dem ZDF-Film "Die Schuld der Erben", Otto Sander spielte neben Protagonistin Lisa Martinek die tragende Figur des Leonhard Asmussen, Patriarch der ins Schlingern geratenen Werften-Dynastie Asmussen. In weiteren Hauptrollen sah man Johann von Bülow, Gaby Dohm, Jürgen Prochnow, Matthias Koeberlin und Katharina Wackernagel. "Sie erzählen eine Geschichte um Liebe und Hass, Vertrauen und Verrat, Schuld und Sühne – und die einzige Bürde, die zu übernehmen man sich nicht aussuchen kann: die eigene Familie" notierte das ZDF anlässlich der Vorankündigung. Ausgestrahlt wurde das TV-Familienepos am 5. Januar 2012, mehr zum Inhalt auch bei www.presseportal.de sowie tittelbach.tv. Danach zeigte er sich unter anderem als alter, gefühlskalter Bootswerft-Besitzer Ludwig Stolze in der "Polizeiruf 110"-Folge "Vor aller Augen"2) (EA: 05.05.2013), "Otto Sander als Vater Stolze, der zu gern seiner Nachfolgerin nachfolgen würde, ist brillant." notierte prisma.de; Kritik zum Film bei tittelbach.tv.
  
Otto Sander auf der Berlinale 2008
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi)
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Otto Sander war neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen auch für den Hörfunk tätig, hielt Rezitationsabende und Lesungen ab und besprach Literatur-CDs. Seine Soloprogramme gerieten immer wieder zu einem Ereignis, vor allem seine Ringelnatz-Hommage war ein Meisterstückchen. Darüber hinaus machte sich der Künstler mit seiner kehligen, markanten Stimme, die ihm den Beinamen "The Voice" einbrachte, auch als Synchronsprecher beispielsweise für Dustin Hoffmann ("Tod eines Handlungsreisenden") und Ian McKellen ("Richard III.") einen Namen.
1981 drehte er gemeinsam mit Bruno Ganz ein dokumentarisches Porträt über die legendären Schauspieler Curt Bois3) (1901 – 1991) und Bernhard Minetti3) (1905 – 1998) unter dem Titel "Gedächtnis: Ein Film für Curt Bois und Bernhard Minetti".
  
Im September 2002 veröffentlichten Klaus Dermutz und Karin Messlinger eine Biografie des Charakterdarstellers unter dem Titel "Otto Sander. Ein Hauch von Anarchie darf schon dabei sein…". "Zahlreiche, amüsant ausgewählte und sorgsam beschriftete Fotografien aus Leben und Karriere, sowie ein umfangreicher Anhang mit einem "minutiösen Verzeichnis der Inszenierungen, Filme, Hörfunkaufnahmen und Tonträger", bei denen Sander mitwirkte, ergänzen das positive Gesamtbild dieser Publikation" (Zitat der amazon-Redaktion).

Während seiner erfolgreichen Karriere erhielt der Künstler zahlreiche Ehrungen, so beispielsweise 1979 den "Deutschen Kritikerpreis" als bester Schauspieler des Jahres, 1980 und 1989 wurde er mit dem "Deutschen Darstellerpreis" geehrt, 1995 wurde ihm wie erwähnt der "Grimme-Preis" verliehen und 1999 wählte ihn "Theater heute" erneut zum Schauspieler des Jahres. Anlässlich der 42. Verleihung der "Goldenen Kamera" konnte Sander Anfang Februar 2007 gemeinsam mit Kollegen wie Jan Fedder, Martin Semmelrogge und Jürgen Prochnow sowie natürlich Regisseur Wolfgang Petersen den begehrten Preis für das 25-jährige Jubiläum von "Das Boot" entgegen nehmen.
Für sein Wirken im deutschen Film und sein langjähriges Filmschaffen würdigte man Otto Sander am 15. Februar 2008 anlässlich der 58. Internationalen Filmfestspiele in Berlin mit der "Berlinale Kamera", die seit 1986 an Filmpersönlichkeiten oder Institutionen vergeben wird, denen sich die Internationalen Filmfestspiele besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten; Festival-Direktor Dieter Kosslick überreichte die Auszeichnung, die Laudatio hielt Bruno Ganz.
Am 24. November 2008 wurde Sander im Rahmen der 3. Verleihung des Bochumer Theaterpreises für seine Leistungen auf der Bochumer Bühne der erstmals verliehene Ehrenpreis, der "Bernhard-Minetti-Preis" überreicht; Schauspielerkollege Burghard Klaußner hielt die Laudatio. Die Auszeichnung wurde vom Freundeskreis des Schauspielhauses und dem Kemnader Kreis gestiftet, künftig sollen damit alle zwei bis drei Jahre Schauspieler geehrt werden, die dem Schauspielhaus Bochum lange verbunden waren bzw. dazu beigetragen haben, den Ruf Bochums als herausragende Theaterstadt zu festigen.
Am 8. Oktober 2010 kam mit dem "Deutschen Vorlesepreis 2010" eine weitere renommierte Auszeichnung hinzu. Sander erhielt den undotierten Preis in Köln für langjährigen Verdienste um die deutsche Sprache.
Der vielfach gefeierte Charakterdarsteller und Sprecher Otto Sander erlag am 12. September 2013 im Alter von 72 Jahren in Berlin seinem langjährigen Krebsleiden. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte ihn in einem Beileidstelegramm an die Witwe Monika Hansen als einen der "glaubwürdigsten und populärsten Schauspieler unserer Zeit". Für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit verlor nicht nur die Stadt "eine große künstlerische Persönlichkeit und eine unvergessliche Sprechstimme".
 
Otto Sander war mit der Schauspielerin Monika Hansen1) verheiratet und lebte in Berlin; aus der Ehe Monika Hansens mit Schauspieler Rolf Becker3) stammen Tochter Meret Becker1) und Sohn Ben Becker1), dessen "Ziehvater" und Mentor Otto Sander war.

Otto Sander und Monika Hansen während der Preisverleihung
(Berlinale 2006, 18.02.2006)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)

Otto Sander und Monika Hansen während der Preisverleihung, Berlinale 2006 (18.02.2006); Copyright BP PHOTO
In einer bewegenden Trauerfeier nahmen am 28. September 2013 neben der Familie zahlreiche Freunde und Weggefährten, aber auch prominente Politiker Abschied von dem Ausnahmekünstler. Zu den Gästen zählten unter anderem Schauspieler wie Klaus Maria Brandauer, Uwe Ochsenknecht, Iris Berben und Hannelore Hoger, weiterhin Rock-Legende Udo Lindenberg und Regisseur Wim Wenders mit Ehefrau Donata. Auch der frühere Bundesinnenminister Otto Schily und die Grünen-Politikerin Renate Künast erwiesen Sander die letzte Ehre, ebenso wie Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der in seiner Abschiedsrede erneut auf die Verdienste Sanders mit den Worten hinwies: "Er war mehr, er war Berlin, einer von uns, man wollte ihn in den Arm nehmen. Wir werden Otto Sander vermissen, aber nie und nimmer vergessen. Berlin sagt Danke!" Wie die Medien berichteten, schickte Michail Gorbatschow einen Brief, aus dem vorgelesen wurde: "Sein Ableben ist ein Verlust für die deutsche, europäische, ja die Weltkunst."
Nach der Trauerfeier fand die Beisetzung auf dem "Dorotheenstädtischen Friedhof" im Berliner Ortsteil Mitte statt, auf dem bereits zahlreiche bedeutende und prominente Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte fanden → Foto der Grabstätte bei knerger.de.
Einige Textbausteine des Kurzportraits stammen von www.prisma.de;
siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, www.whoswho.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
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