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Besondere
Geburtstage
im Juli
bzw. erinnerungs-
würdige
Daten zu
legendären
Künstlern
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Zu erinnern ist am … an den … von …

Besondere Geburtstage der vergangenen Monate des Jahres 2020 siehe hier
Verstorbene Künstler der Jahre 2020 bis 2011 (Auszug; Link öffnet neues Fenster)

07.2020 Updates / Ergänzungen
  • 03.07.2020: Hans Teuscher Foto, Hörspiel, Ergänzung Filmografie
04.07.2020 Wie ich erst jetzt erfahren habe, starb bereits am 20. (oder 22.) April 2020 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren die Schauspielerin Eva Kotthaus. Die zwischen 1951 und 1953 an der "Otto-Falckenberg-Schule"1) in München ausgebildete Charakterdarstellerin machte sich vor allem auf der Bühne einen Namen und gestaltete im Laufe ihrer Karriere viele große Rollen sowohl im klassischen Fach als auch in Werken der Moderne. Gleich mit ihrem Leinwanddebüt bei der DEFA in Arthur Pohls1) Fritz Reuter1)-Adaption "Kein Hüsung"1) (1954) und der weiblichen Hauptrolle der Magd Mariken erregte sie Aufmerksamkeit, für die Gestaltung der jungen ostdeutschen Näherin Anna Kaminski in Helmut Käutners1) Melodram bzw. dem Ost-West-Problemstück "Himmel ohne Sterne"1) (1955) wurde sie mit dem "Filmband in Silber"1) als "Beste Nachwuchsschauspielerin" ausgezeichnet. Kleinere Aufgaben übernahm sie auch in US-Produktionen, so in der Hemingway-Verfilmung "In einem anderen Land"1) (1957, "A Farewell to Arms") und in "Geschichte einer Nonne"1) (1959, "The Nun's Story"). In etlichen TV-Produktionen konnte Eva Kotthaus im Laufe der Jahrzehnte ebenfalls ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen, sei es in Literaturadaptionen, Krimiserien wie "Derrick" und "Der Alte" oder auch der Familienserie "Die Buchholzens", wo sie 1973 die Zuschauer als resolute, dennoch herzensgute Matriarchin Wilhelmine Buchholz zu begeistern wusste; siehe auch den Nachruf bei nachtkritik.de.
 
Fremde Links: 1) Wikipedia
01.07.2020
Gernot Endemann in den 1980er Jahren; Foto zur Verfügung gestellt von der Hamhurger Fotografin Virginia Shue; Copyright Virginia Shue Am 29. Juni 2020 starb, fünf Tage nach seinem 78. Geburtstag, in einer Klinik in Hannover der Schauspieler Gernot Endemann1). Laut Medienberichten hatte er nach einer Hüft-Operation (2019), zwei Lungenentzündungen (2018) und einem Herzinfarkt (2017), bei dem ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden war, seit längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
 
Gernot Endemann in den 1980er Jahren
Foto zur Verfügung gestellt von der Hamhurger Fotografin
Virginia Shue; © Virginia Shue
Der am 24. Juni 1942 in Essen geborene Künstler ließ sich nach einer kaufmännischen Lehre an der Essener "Folkwang-Hochschule"1) drei Jahre lang zum Schauspieler ausbilden. Es folgten Engagements am "Theater Oberhausen"1), am "Stadttheater Rheydt", an den "Bühnen der Stadt Köln"1), dann ging Endemann nach Hamburg. Hier glänzte er unter anderem am "Ernst Deutsch Theater"1) und der "Komödie am neuen Wall" Bis 1984 wirkte er an den "Hamburger Kammerspielen"1), wo er beispielsweise als Beckmann in dem Kriegsheimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür"1) von Wolfgang Borchert1) gefeiert wurde.
Die Rolle des fußballbegeisterten Sohnes Rudi Scholz1) in der legendären Reihe "Die Unverbesserlichen" mit Inge Meysel und Joseph Offenbach war ab 1965 eine seiner ersten Arbeiten für das Fernsehen, im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte übernahm er in vielen populären Fernsehspielen und -serien die unterschiedlichsten Aufgaben. Zu seinen jüngeren Auftritten zählte die TV-Serie "Kunden und andere Katastrophen"1) (2003), der Thriller "Das falsche Opfer"2) (2004) sowie die Episode "Tod auf Warteliste"3) (2007) aus der Reihe "Elvis und der Kommissar"1). Danach tauchte er unter anderem bei "Heißmann + Rassau"3) in den Sketch-Geschichten "Alles auf Krankenschein" (2011) und "Otello darf nicht platzen" (2014) neben den Protagonisten Volker Heißmann1) und Martin Rassau1) auf.
Auch durch seine Regiearbeiten und Mitwirkung bei der "Sesamstraße"1) – hier zog er 1986 gemeinsam mit Hildegard Krekel1) (später mit Kirsten Sprick1)) als Fahrradhändler Schorsch in die Sesamstraßen-WG ein (bis 1998) –  ist Endemann bekannt geworden, darüber hinaus wirkte er als Sprecher bei vielen Hörspielen mit. So brillierte er unter anderem als Major Peter Hoffmann in der "Commander Perkins"1)-Reihe und sprach in vielen Folgen der Jugend-Gruselserie "Die drei ???"1).
In den letzten Jahren widmete sich Endemann vornehmlich der Arbeit am Theater, stand oft gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau Sabine Schmidt-Kirchner auf der Bühne, wie beispielsweise in der turbulenten Ehe-Geschichte "Bord-Geflüster"4) von  Kerry Renard4) oder auch im Frühjahr 2009 an der "Komödie Düsseldorf "1) in der von Helmuth Fuschl5) in Szene gesetzten deutschen Erstaufführung des Stücks "Der Rosenkrieg" nach dem gleichnamigen, 1989 verfilmten  Roman1) von Warren Adler1). 2015 präsentierte sich das Paar unter anderem im Essener "Theater im Rathaus"1) in der Verwechslungskomödie "Opa ist der Beste" (25.05. –14.06.2015), einer Produktion der Braunschweiger "Komödie am Altstadtmarkt"1)
Der Schauspieler war mit seiner Kollegin Reinhilt Schneider1) verheiratet, die als Freundin von Rudi auch bei den "Unverbesserlichen" mitspielte; aus der Verbindung gingen zwei gemeinsame Söhne hervor: Jannik Endemann1) (geb. 1983) ist ebenfalls Hörspiel- und Synchronsprecher, während der 1976 geborene Till Endemann1) als Regisseur und Autor in der Filmbranche tätig ist. Außerdem hatte er mit seiner zweiten Ehefrau, der französischen Schauspielerin Jocelyne Boisseau1), zwei Töchter, Marine und Alicia Endemann1). Nach der Scheidung bzw. dem 7. Juli 2009 war er mit der Schauspielkollegin Sabine Schmidt-Kirchner verheiratet und lebte mit ihr in Hannover; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei  sueddeutsche.de und welt.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tittelbach.tv, 3) fernsehserien.de, 4) vbb.de, 5) komoedie-muenchen.de
06.2020 Updates / Ergänzungen
22.06.2020 Drei bekannte und beliebte Schauspieler sind von uns gegangen:
  • Am 21. Juni 2020 starb im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung Jürgen Holtz1), der einem breiten Publikum vor allem mit der Titelfigur in der von Wolfgang Menge1) konzipierten Serie "Motzki"1) (1993) in Erinnerung bleiben wird. "Wirklich zu Hause war er aber auf der Theaterbühne, wo er zuletzt ein großes Wagnis einging. (…) Holtz hatte an mehreren großen deutschen Theatern gearbeitet und wurde im Fernsehen als nörgelnder "Motzki" bekannt. In der ARD-Serie nahm er ab 1993 satirisch die deutsch-deutsche Vereinigung in den Blick. Noch im vergangenen Jahr hatte der Schauspieler eine große Theaterrolle übernommen. Am "Berliner Ensemble"1) spielte er Anfang 2019 im Drama von Bertolt Brecht1) den Physiker Galileo Galilei1) unter der Regie von Frank Castorf1). Die Premiere dauerte fast sechs Stunden – und Holtz spielte das Stück stellenweise splitternackt. Holtz wurde in Berlin geboren, studierte Schauspiel in der DDR und arbeitete dort an mehreren Bühnen und für die DEFA1). Anfang der 1980er Jahre setzte er seine Karriere in Westdeutschland fort. Auch in Filmen war er zu sehen, etwa in der DDR-Komödie "Good Bye, Lenin!"1) und in Margarethe von Trottas1) Porträtfilm "Rosa Luxemburg"1). Eine Theaterrolle brachte Holtz zwei besondere Ehrungen: Für seine Darstellung als der Alte im Drama "Katarakt" von Rainald Goetz1) erhielt er 1993 den "Gertrud-Eysoldt-Ring"1) und wurde vom Magazin "Theater heute"1) zum "Schauspieler des Jahres"1) gekürt." notiert tagesschau.de; siehe auch die Nachruf unter anderem bei sueddeutsche.de, deutschlandfunkkultur.de, www.mdr.de   
  • Am 18. Juni 2020 starb im bayerischen Fürstenfeldbruck1), wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag, Claus Biederstaedt. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zählte der Schauspieler zu den beliebten Leinwandstars und tauchte in zahlreichen Unterhaltungsstreifen an der Seite ebenfalls populärer Kolleginnen und Kollegen auf. Gleich für sein Debüt als junger Assistenzarzt in dem Dieter Borsche-Melodram "Die große Versuchung" wurde er mit dem "Bundesfilmpreis"1) als "Bester Nachwuchsdarsteller"1) ausgezeichnet. Man sah in beispielsweise in in "Feuerwerk"1) (1954) neben Lilli Palmer und der damals 16-jährigen Romy Schneider, in der Kästner-Verfilmung "Drei Männer im Schnee"1) als Partner der beiden anderen "Männer im Schnee" Paul Dahlke und Günther Lüders oder mit Heinz Rühmann in "Charleys Tante" (1956). Auch im Fernsehen spielte er seit den 1960ern etliche schöne Rollen, neben Einzelproduktionen sowie Auftritten in Quotenrennern wie "Der Kommissar", "Sonderdezernat K1", "Der Alte"1) oder "Derrick"1) sind beispielsweise auch die Serien "Meine Frau Susanne"2) (1963) mit Heidelinde Weis und "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger"2) mit dem "Urbayern" Beppo Brem zu nennen, wo er zwischen 1978 und 1982 60 Folgen lang den Kriminaloberinspektor Heiner Kettwig mimte. Seit Ende der 1980er Jahre stand Biederstaedt ausschließlich auf der Theaterbühne, begeisterte vor allem in Boulevardstücken das Publikum, und führte auch Regie. Zudem war er ein gefragter Sprecher, lieh internationalen Filmstars wie beispielsweise Marlon Brando, Charlton Heston, James Mason, James Garner, Yves Montand, Peter Falk ("Columbo") oder Paul Newman seine prägnant-sonore Stimme.
    Im Jahre 2008 musste der damals 79-Jährige Jahren seine beruflichen Engagements aufgeben. Eine Krebserkrankung wurde diagnostiziert, die zahlreiche Operationen erforderlich machte und zum Verlust des größten Teils seiner Zunge führte.
    "Sonnyboy, Gentlemen, Charmeur – so wurde der Schauspieler Claus Biederstaedt oft beschrieben. In Serien wie "Derrick" gehörte er oft dazu. Jedenfalls war er einer der letzten großen Darsteller im Nachkriegsdeutschland." schrieb die "Deutsche Welle" in einem Nachruf; weitere Nachrufe untere anderem bei tagesschau.de, www.faz.net, spiegel.de  
  • Bereits am 19. Mai 2020 starb in Essen im Alter von 96 Jahren Manfred Heidmann. Wie sein Vater Karl Heidmann1) (1889 – 1946) schlug auch er den Berufsweg des Schauspielers ein, gehörte ab 1951 zum Ensemble des "Schauspielhauses Bochum"1), anschließend band er sich nicht mehr fest an ein Haus. Er gab viele Gastspiele, so bis 1972 auch weiterhin in Bochum, trat beispielsweise bei den "Ruhrfestspielen"1) in Recklinghausen auf, war an bedeutenden Bühnen wie dem "Staatstheater Stuttgart"1), dem "Deutschen Schauspielhaus"1) in Hamburg oder dem Berliner "Theater am Kurfürstendamm"1) zu sehen. Außerdem führte er ab den späten 1950er Jahren auch Regie, wie beispielsweise 1959 bei der Bochumer Uraufführung des Einakters "Noch zehn Minuten bis Buffalo" von Günter Grass1).
    Das Fernsehen bot Heidmann seit Ende der 1950er Jahre ein breites Betätigungsfeld, er spielte in etlichen Literaturadaptionen, Krimis und diversen Serien. Ab Dezember 1970 wurde er mit der Rolle des stets korrekten KHK Horst Schäfermann in den "Tatort"1)-Folgen aus Saarbrücken so richtig populär, auch wenn er diese Figur bis 1984 nur acht Mal verkörperte. Nur ein Jahr später beendete er jedoch seine Schauspielkarriere. Bis zu seinem Tod war Manfred Heidmann der älteste noch lebende "Tatort"-Kommissar. Er betätigte sich zudem als Synchron- und Hörspielsprecher sowie als Nachrichtensprecher bei der "Deutschen Welle"1); siehe auch die Nachrufe bei www.welt.de, saarbruecker-zeitung.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de
05.2020 Updates / Ergänzungen
30.05.2020 Mit Wolfgang Höper verließ ein weiterer herausragender Künstler für immer die Bühne. Der 1976 zum "Staatsschauspieler" ernannte und emeritierte Professor starb am 25. Mai 2020 im Alter von 87 Jahren in seinem Wohnort Stuttgart an den Folgen der COVID-19-Infektion1); er war verheiratet und Vater zweier Kinder. "Er galt als einer der Großen der deutschen Theaterszene. 34 Jahre lang stand er auf der Bühne der "Staatstheater Stuttgart"1) und war zuletzt das dienstälteste Mitglied im Ensemble. (…) Als Wolfgang Höper 1997 von der Theaterbühne abtrat, hatte er 224 Rollen in 5.206 Aufführungen hinter sich, alle minutiös festgehalten in einer ledergebundenen Kladde." schreibt der SWR unter anderem in einem Nachruf → www.swr.de. "Der kluge König des Theaters" titelte die "Stuttgarter Zeitung", "Wenn er seine Augen anknipste, seinen Bariton erhob und ins Parkett zwinkerte, lag ihm das Publikum zu Füßen."
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater machte Wolfgang Höper immer mal sporadisch Ausflüge vor die Fernsehkamera und übernahm Aufgaben in ambitionierten TV-Produktionen. Unter anderem stellte er den General Friedrich Wilhelm von Grumbkow1) in dem Zweiteiler "Der Thronfolger" (1979) dar, eine seiner seltenen Serien-Auftritte hatte Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der von Wolfgang Staudte1) in Szene gesetzten 12-teiligen Reihe  "Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1981), in Imo Moszkowiczs Doku-Drama "Weltuntergang" (1984) über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand1) (Hans von Borsody) und dessen Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg1) (Dorothea Parton1)) in Sarajewo am 28. Juni 19141), trat er als Kaiser Wilhelm II.1) in Erscheinung. Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem die Literaturverfilmung "Die schöne Wilhelmine" (1984) sowie die 1987 ausgestrahlten  "Tatort"-Episoden "Eine Million Mäuse"1)  und "Spiel mit dem Feuer"1).
Nicht nur als Darsteller beeindruckte Wolfgang Höper, als Rezitator bzw. mit Lesungen feierte er seit Jahren große Erfolge. Darüber hinaus wirkte er viele Jahre als Mitarbeiter des "Südwestrundfunks" bei zahlreichen Hörspielen mit und engagierte sich für Audio-Produktionen.
 
Fremde Links: 1) Wikipedia
28.05.2020 Mit Irm Hermann starb am 26. Mai 2020 nach kurzer schwerer Krankheit eine preisgekrönte und weltweit verehrte Künstlerin, die sich sowohl auf der Bühne als auch in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen einen Namen als herausragende Charakterdarstellerin machte und auch als Sprecherin in etlichen Hörspielen Spuren hinterließ. Seit Mitte der 1960er Jahre gehörte sie zum engsten Kreis um Rainer Werner Fassbinder1) (1945 – 1982) und wirkte in rund 20 Filmen des Regisseurs mit, unter anderem  in "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972), in "Der Händler der vier Jahreszeiten"1) (1972), wofür sie 1972 mit dem "Filmband in Gold"1) in der Kategorie "Beste Darstellerische Leistungen"1) ausgezeichnet wurde, sowie in "Fontane Effi Briest"1) (1974) und "Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel"1) (1975). 1975 trennte sich Irm Hermann von Fassbinder, zog nach Berlin und arbeitete mit Regisseuren wie Werner Herzog1), H. W. Geißendörfer1), Percy Adlon1) oder auch dem Dramatiker Tankred Dorst1) zusammen. Lediglich Anfang der 1980er Jahre stand sie noch einmal für Fassbinder vor der Kamera, übernahm 1980 die Rolle der Trude in dem TV-Mehrteiler "Berlin Alexanderplatz" sowie ein Jahr später die Rolle einer Krankenschwester in "Lili Marleen"1) (1981). Die Kinofilme, in denen Irm Herman im Verlaufe ihrer Karriere mitwirkte, lassen sich nicht alle aufzählen und ihre Filme der 1980er und 1990er Jahre beweisen, dass sie sich von dem Fassbinder-Klischee des kleinbürgerlich-spießigen Frauentypus lösen konnte und zu den originellsten und eigenwilligsten Stars auf der Leinwand avancierte. Sie fand endlich auch Gelegenheit ihre skurrilen Möglichkeiten zu entfalten, sei es als bildungsbeflissene oder verknöcherte Studienrätin, Sekretärin oder mürrische Gattin – Frauenfiguren die jedoch immer Menschlichkeit ausstrahlten. Für die Gestaltung der Mitgefangenen Else Gebel1) in Percy Adlons Charakterstudie "Fünf letzte Tage"1) (1982) über die letzte Zeit, die der von Lena Stolze1) dargestellten Widerstandskämpferin Sophie Scholl1) im Gefängnis bis zu ihrer Hinrichtung blieb, erhielt Irm Hermann erneut einen "Filmband in Gold" in der Kategorie "Beste darstellerische Leistungen". Beispielsweise besetzte sie Vicco von Bülow alias Loriot als Tante Hedwig in seinem Kult-Film "Pappa ante Portas"1) (1991), in der Paul Maar-Verfilmung "Lippels Traum"1) (1991) mimte sie die böse Tante Frau Jakob und auch für Rudolf Thomes Spielfilm "Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen"2) (2000) stand sie vor der Kinokamera und wurde gemeinsam mit ihren Darsteller-KollegInnen auf der "Berlinale 2000"1) mit dem "Silbernen Bären"1) ausgezeichnet. Den jüngeren Zuschauern wurde Irm Hermann sicherlich durch die Rolle von Ploppis Oma in dem Kassenschlager "Fack ju Göhte 3"1) (2017) bekannt, eine letzte Aufgabe in einer Kinoproduktion übernahm sie als Philomena in dem Film "Zwei Herren im Anzug"2) (2018), den Josef Bierbichler mit sich selbst in der Rolle des alten Pankraz bzw. alten Seewirts nach Motiven seines Romans "Mittelreich" gedreht hatte.
Die Fernsehzuschauer erfreute Irm Hermanns in zahlreichen Produktionen, war in Serien ebenso präsent wie in Literaturadaptionen, Krimis oder Filmen des leichten Unterhaltungsgenres. In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie sicherlich ab 1998 als Haushälterin Hermine des Professors Capellari alias Friedrich von Thun in der Krimireihe "Die Verbrechen des Professor Capellari"1) auf, welche die Aufklärungsarbeit ihres Chefs manchmal unterstützte aber auch mitunter mit ihrer Dickköpfigkeit und Eigenwilligkeit behinderte. Als "vornehme" Schulsekretärin Frau von Ryben erlebte man die charismatische Schauspielerin unter anderem seit Ende Juli 2008 in der ARD-Serie "Die Stein"1) neben der Hauptdarstellerin Julia Stemberger1) als patente Lehrerin, zusammen mit ihren beiden Fassbinder-Kolleginnen Hanna Schygulla und Margit Carstensen bildete sie in dem Bodensee-"Tatort" mit dem Titel "Wofür es sich zu leben lohnt"1) (EA: 04.12.2016) ein perfektes "Trio Infernale". Zuletzt übernahm sie die Rolle der Marianne Labaule, Witwe bzw. intrigant-skrupellose Mutter des Verlegers wider Willen Wolfram Labaule (Uwe Ochsenknecht1)) in der Satire-Serie "Labaule & Erben"1), nach einer Idee von Harald Schmidt1), welche erstmals am 10. Januar 2019 in der ARD ausgestrahlt wurde.
Die "Agentur Schlag" schreibt in ihrer Pressemitteilung: "Wir verneigen uns vor dieser großen Künstlerin, die auf herausragende und bleibende Weise den deutschsprachigen Film, das Theater und unvergessliche Fernsehproduktionen geprägt hat. Sie wird uns durch ihre einzigartige Begabung, ihren unschlagbaren Humor und ihre kreative Eleganz immer in Erinnerung bleiben. Irm Herrmann war modern und klassisch, autonom und eine wahrhaft selbstbestimmte Frau. Chapeau!".
Die Schauspielerin, welche viele Jahre in Berlin lebte, war mit dem Kinderbuchautor Dietmar Roberg verheiratet; aus der Verbindung stammen der 1977 geborene Sohn Franz Tizian sowie Sohn Fridolin (geb. 1981). → Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, sueddeutsche.de, www.br.de, www.zeit.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
27.05.2020 Groß war die Bestürzung über die Meldung, dass die Schauspielerin Renate Krößner am 25. Mai 2020 in der Gemeinde Mahlow1) (Brandenburg) bei Berlin nach kurzer schwerer Krankheit starb – acht Tage nach ihrem 75. Geburtstag. Die Charakterdarstellerin lebte dort mit ihrem Mann, dem Schauspieler Bernd Stegemann1), das Paar hatte am 28. August 2005 nach langjähriger Partnerschaft geheiratet.
Die an der "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1) ausbildete Künstlerin machte sich sowohl auf der Bühne als auch bei Film und Fernsehen einen Namen, in nachhaltiger Erinnerung bleibt sie mit ihrer eindrücklichen Darstellung der jungen, unangepassten Rock-Sängerin Sunny in Konrad Wolfs1) und Wolfgang Kohlhaases1) DEFA1)-Gegenwartsfilm "Solo Sunny"1) (1979), eine Rolle, die der Krößner 1980 bei den "Internationalen Filmfestspielen"1) in Berlin einen "Silbernen Bären"1) einbrachte. Im Verlaufe der Jahrzehnte spielte sie die unterschiedlichsten Figuren, überzeugte in ambitionierten Literaturadaptionen oder gesellschaftskritischen Stücken ebenso wie in Krimis, Komödien und Melodramen sowie in zahlreichen Serien. Für ihre Darstellung der allein erziehenden Mutter Theres Spitzer, in die sich der Titelheld Pater Ludger (Dieter Pfaff) in der Serie "Bruder Esel"1) (1996) verliebt, wurde Renate Krößner mit einem "Adolf Grimme-Preis"1) sowie einem "Goldenen Löwen"1) ausgezeichnet. Bereits 1993 hatte sie ein "Filmband in Gold"1) als "Beste Darstellerin" für die Rolle der Kneipenwirtin Uschi Klamm in Adolf Winkelmann1) Fußballfan-Drama "Nordkurve"1) (1993) erhalten. Eine weitere große Serienrolle war ab 1997 (Folgen 12–23) die Filmehefrau des Kriminalhauptkommissar Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph) in der erfolgreichen Krimiserie "Stubbe – Von Fall zu Fall"1), einen Part, den sie bis 2003 verkörperte. Zu ihren letzten Arbeiten vor der Kinokamera zählte die von Neelesha Barthel1) inszenierte amüsante Geschichte "Marry Me"2) mit dem Untertitel "Aber bitte auf indisch"; Kinostart dieser ZDF-Kino-Koproduktion war der 2. Juli 2015, die Erstausstrahlung im Fernsehen erfolgte am 15. Juli 2016 auf ARTE. Zwischen 2017 und 2019 mimte sie in der Serie "Der Lehrer"1) in einigen Episoden als Inga Vollmer die Mutter des Lehrers Stefan Vollmer (Hendrik Duryn1)); siehe auch die Nachrufe unter anderem bei sueddeutsche.de, tagesspiegel.de, spiegel.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
18.05.2020 Bereits am 12. Mai 2020 erlag in seinem Anwesen in der Gemeinde Saint-Philbert-sur-Risle1) (Département Eure1), Normandie) der französische Schauspieler Michel Piccoli, der nicht nur in seinem Heimatland als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller bzw. Jahrhundertschauspieler galt und auch als Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent tätig war, im Alter von 94 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Familie berichtete. Er sei "in den Armen seiner Frau Ludivine und seiner Kinder Inord und Missia dahingeschieden", hieß es in der Mitteilung der Familie, die Piccolis Freund, der frühere Präsident der "Internationalen Filmfestspiele von Cannes", Gilles Jacob1), übermittelte. "Gespielt hat Piccoli fast alles: den leidenschaftlichen Liebhaber, romantischen Verführer, kalten Zyniker, den Mörder, der Polizisten am Spieß brät ("Themroc"1)), den verzweifelten Künstler in "Die schöne Querulantin"1) und den Papst in "Habemus Papam"1) von Nanni Moretti1). Zeitgleich zu seiner Filmkarriere feierte er große Erfolge auf der Bühne. Furore machte er unter anderem in Arthur Schnitzlers1) Tragikomödie "Das weite Land"1), die der Schweizer Theaterregisseur Luc Bondy1) mit Piccoli auch erfolgreich verfilmte2)." notiert tagesschau.de in einem Nachruf. Neben Catherine Deneuve war auch Romy Schneider, mit der er sechs Filme zusammen drehte – unter anderem "Die Dinge des Lebens"1) (1970), "Das Mädchen und der Kommissar"1) (1971) sowie zuletzt "Die Spaziergängerin von Sans-Souci"1) (1982) – eine seiner häufigen Leinwandpartnerinnen. "Der Schauspieler Michel Piccoli verkörperte verfressene Egomanen, zaudernde Liebhaber, sogar den Papst. Sein Geheimnis war die Distanz, die er stets wahrte." kann man bei www.zeit.de lesen; weitere Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, www.welt.de, www.sueddeutsche.de,www.faz.net
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
10.05.2020 Am 9. Mai 2020 starb in Tullahoma (Tennessee1)) im Alter von 87 Jahren der US-amerikanische Sänger und Musiker Richard Wayne Penniman, der unter dem Namen "Little Richard" Weltruhm erlangte, als Pionier des Rock 'n' Roll gilt und im Laufe seiner Karriere weltweit mehr als 30 Millionen Tonträger verkaufte. Laut Medienberichten bzw. seinem langjährigen Anwalt Bill Sobel sei Knochenkrebs die Todesursache gewesen. Als drittes von zwölf Kindern in ärmliche Verhältnisse hineingeboren, lernte Richard bereits früh zu singen und Klavier zu spielen. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Song "Tutti Frutti"1) (1955), der mit der legendären Lautmalerei "A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!" weiterging. Titel wie "Long Tall Sally"1) (1956), "Ready Teddy"1) (1956), "The Girl Can't Help It" (1957), "Good Golly Miss Molly" (1958), "Rip It Up" oder "Baby Face" (1959) erstürmten die Hitparaden und Little Richard avancierte zu einem der populärsten Rock-Musiker seiner Zeit, nicht nur in den USA. Alleine "Long Tall Sally" hielt sich acht Wochen lang auf Platz 1 der Charts. "Sein schnelles und kraftvolles Pianospiel, sein lauter und überdrehter Gesang sowie seine energiereichen Konzerte inspirierten viele namhafte Musiker." notiert Wikipedia. In dieser Zeit trat er unter anderem mit seiner Band auch in den Kinostreifen "The Girl Can't Help It"1) (1956, "Schlagerpiraten") und "Don't Knock The Rock" (1956, "Außer Rand und Band 2. Teil") in Erscheinung. "Nach einem mehrjährigen Rückzug für religiöse Studien begann Little Richard in den 1960er Jahren ein Comeback, für das er seinen Sound in Richtung Soul und Funk weiterentwickelte. Ohne an seine früheren Verkaufserfolge anknüpfen zu können, steigerte er die Extravaganz seiner Bühnenauftritte durch Selbstinszenierung und Elemente der Travestie. Seit den 1980er Jahren stand Little Richard nur noch sporadisch im Aufnahmestudio oder auf der Bühne."2) → siehe auch die Nachrufe bei tagesschau.de, spiegel.de, www.welt.de, www.zeit.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Quelle: Wikipedia
04.2020 Updates / Ergänzungen
27.04.2020 Mit Otto Mellies starb am 26. April 2020 ein herausragender Schauspieler, der sowohl auf der Bühne als auch bei Film- und Fernsehen Spuren hinterlassen hat; er wurde 89 Jahre alt. Sein darstellerisches Rüstzeug erwarb sich der damals erst 16-Jährige an dem von Lucie Höflich geleiteten "Mecklenburgischen Staatstheater"1) in Schwerin. Nach verschiedenen Bühnenverpflichtungen wurde Mellies 1956 von Wolfgang Langhoff1) nach Berlin an das "Deutsche Theater"1) berufen, das für mehr als fünf Jahrzehnte seine künstlerische Heimat bleiben sollte. Hier profilierte sich der hochgewaschene Mime zu einem unverzichtbaren Charakterdarsteller, glänzte in Klassikern ebenso wie in Stücken der Moderne. Zu seinen brillanten Interpretationen zählte die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise"1), die er seit 1987 in einer Inszenierung von Friedo Solter1) mehr als 320 Mal eindrücklich gestaltete – zuletzt im Februar 2006 anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums am "Deutschen Theater". Seit Mitte der 1950er Jahre arbeitete der Schauspieler zudem umfangreich für Film und Fernsehen sowie für die Synchronisation, den Hörfunk bzw. Audio-Produktionen. Enorme Popularität, die ihn auch über die Grenzen der ehemaligen DDR bekannt machten, erlangte Otto Mellies in verschiedenen TV-Mehrteilern, so erstmals als karrierebesessener Chemiker Dr. Martin Schlüter in dem Fünfteiler "DR. Schlüter"2) (1965/66). In dem ebenfalls auf fünf Teile ausgelegten TV-Film "Begegnungen"2) (1967) spielte Mellies den sich im antifaschistischen Widerstand befindenden deutschen Wehrmachtsangehörigen Walter Reinhardt, in dem abenteuerlichen Zweiteiler "Geheimkommando Spree"2) (1968) bzw. der dreiteiligen Fortsetzung "Geheime Spuren"2) (1969) den Oberleutnant Bernd Rolland. Im gesamtdeutschen Fernsehen blieb Otto Mellies ein vielgefragter Charakterdarsteller, der in Literaturverfilmungen, Dramen und Krimis immer wieder zeigte, was für ein großartiger Schauspieler er war. In den letzten Jahren hatte er markante Auftritte in etlichen beliebten Krimiserien, zuletzt erlebte man den 88-Jährigen am 10. November 2019 in der "Tatort"-Story "Das Leben nach dem Tod"1) mit dem Berliner Ermittlerteam Rubin und Karow1) (Meret Becker/Mark Waschke1)) als den alten, gebrechlich wirkenden Gerd Böhnke, der der beim Öffnen seiner Wohnungstür von zwei Mädchen überfallen und ausgeraubt wurde. Noch fand der Zuschauer keine Verbindung zwischen Böhnke und dem zu lösenden Kriminalfall bzw. einer "Tatort"-Geschichte, die sich erstmals mit dem Thema der Todesstrafe in der DDR auseinandersetzte. Später wurde klar, dass es sich bei dem anfangs so harmlos daher kommenden Böhnke um einen ehemaligen hohen DDR-Richter handelte, der sich als Wendeverlierer fühlte und nun als "ewig Gestriger" auf perfide Art Selbstjustiz übte.
Für seine darstellerische Leistung als Vater des tödlich erkrankten Protagonisten (Milan Peschel1)) in dem Kino-Drama "Halt auf freier Strecke"1) (2011) konnte Mellies den "Deutschen Filmpreis 2012"1) ("Lola") als "Bester Nebendarsteller" entgegennehmen. Zuletzt gehörte er als Seniorenheimbewohner Rudolf zur Besetzung des Spielfilms "Sein letztes Rennen"1) (2013) mit Dieter Hallervorden als ehemaligem Marathonläufer Paul Averhoff, der sich im hohen Alter an einem Comeback versucht. In dem von Regisseur Tim Trageser1) in Szene gesetzten Jugendfilm "Die Wolf-Gäng"1), welcher am 12. Januar 2020 Premiere feierte, wirkte Mellies als Erzähler mit.
Siehe auch die Nachrufe bei www.mdr.de, www.faz.net, www.tagesspiegel.de 

Weiterhin ist zu berichten, dass der österreichische Schauspieler Armin Dahlen bereits am 26. Juli 2013 in Hart bei Graz1) im Alter von 93 Jahren unbemerkt von der Öffentlichkeit starb. Wie Wikipedia schreibt, lebte er dort seit 1981 unter dem Namen Armin Theodor Josef Schiestl-Dahlen. Dies habe eine eine Rechercheanfrage beim Bürgerservice und zentralen Melderegister der Gemeinde Hart bei Graz ergeben.
  
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de
10.04.2020 Erneut ist der Tod zweier Schauspieler zu beklagen
  • Wie erst jetzt bekannt wurde, starb bereits am 29. Februar 2020, rund zwei Wochen nach seinem 78. Geburtstag in Berlin Dieter Laser. Entdeckt und gefördert von dem legendären Gustaf Gründgens (1899 – 1963), brillierte der markante Charakterdarsteller im Laufe seiner Karriere an vielen renommierten Bühnen, arbeitete mit Regisseuren wie Peter Stein1) an den "Münchner Kammerspielen", am "Schauspielhaus Zürich"1) und an der Berliner "Schaubühne am Halleschen Ufer"1) zusammen. Seit 1974 war Dieter Laser freiberuflich tätig und band sich nicht mehr fest an ein Haus, Gastspiele unter anderem in Basel, am "Staatstheater Stuttgart"1), den "Bühnen der Stadt Bonn"1), den "Staatlichen Schauspielbühnen Berlin"1) und dem Wiener "Burgtheater"1) sowie die "Salzburger Festspiele"1) gehörten zu seinen Theaterstationen. Mit einem breit gefächerten Rollenrepertoire, dass von klassischen, aber auch modernen Figuren geprägt war, bewies Dieter Laser immer wieder seine enorme schauspielerische Dominanz. Zuletzt sah man Laser im Sommer 2019 bei den "Bad Hersfelder Festspielen"1) unter der Regie von Joern Hinkel1) in dessen Bühnenversion des unvollendeten Romans "Der Prozess" von Franz Kafka1) als eitlen, profitgierigen Advokaten Huld an der Seite von Ronny Miersch1) als Josef K. sowie unter anderem Marianne Sägebrecht (Frau Gubrach, treuherzige Haushälterin von Josef K.) und Ingrid Steeger (Fräulein Montag).
    Über die Theaterszene hinaus bekannt und populär wurde Dieter Laser seit Anfang der 1970er Jahre durch zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen. Gleich seine erste Leinwandrolle, die Titelfigur in der Literaturverfilmung "John Glückstadt"1) in Anlehnung an die Novelle "Ein Doppelgänger"1) von Theodor Storm1), brachte Laser einen "Deutschen Filmpreis"1) in der Kategorie "Bester Darsteller "ein. Weitere Kinoproduktionen wie beispielsweise "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"1) (1975), "Die Elixiere des Teufels"1) (1976) oder der Science-Fiction-Streifen "Operation Ganymed"1) (1977) sollten folgen. In jüngerer Zeit zeigte er sich in dem internationalen Thriller "The Human Centipede"1) (2008, Regie: Tom Six1)) und trat mit der Hauptrolle des pensionierten, verrückten Chirurgen und Nazi-Psychopathen Dr. Josef Heiter in Erscheinung – der Horrorstreifen wurde 2009 auf dem "Screamfest" in Los Angeles" sowie dem "Fantastic Fest" (USA) als "Best Picture" ausgezeichnet, Laser selbst erhielt dort den Preis "Best Actor 2009". In dem Streifen "The Human Centipede III"1) ("Final Sequence"), der am 22. Juli 2015 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wurde, kam Dieter Laser dann mit der Figur des cholerischen und rassistischen Wahnsinnigen Bill Boss daher. Auf dem Bildschirm war der Mann mit dem durchdringenden Blick seit Ende der 1960er Jahre ebenfalls präsent, mimte oftmals zwielichtige Figuren und bewies auch hier seine darstellerische Vielseitigkeit. Zuletzt gehörte er in Dieter Wedels1) Zweiteiler "Gier"1) (EA: 20./21.01.2010) mit dem kleineren Auftritt des Generals Klaus Habenicht ebenfalls zur prominenten Schauspielerriege; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei rp-online.de, www.faz.net
     
  • Am 9. April 2020 starb im Alter von 81 Jahren Ernst-Georg Schwill in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarktes. Der Ur-Berliner, der bereits mit 14 Jahren für dem Jugend-Krimi "Alarm im Zirkus"1) (1954) vor der Kamera stand, zeigte sich seit Mitte der 1950er Jahre in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen überwiegend in Nebenrollen, blieb auch nach der so genannten Wende ein vielbeschäftigter Darsteller. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Schwill wie etliche seiner ostdeutschen Kollegen erlebte, eroberte er sich einen festen Platz im gesamtdeutschen Fernsehen. So richtig populär wurde der stämmige, nur 1,65 Meter große Mann mit dem runden, freundlichen Gesicht in den "Tatort"-Folgen des vom "Sender Freies Berlin"1) (SFB) und "Rundfunk Berlin-Brandenburg"1) (rbb) produzierten Krimis. Hier unterstützte er als Kommissar bzw. Kriminaltechniker Lutz Weber2) ab 2000 dreizehn Jahre lang die Ermittler der 5. Mordkommission des Berliner LKA Ritter & Stark1) alias Dominic Raacke1) und Boris Aljinovic1). Bei Wikipedia wird die kauzige Figur mit der karierten Schiebermütze folgendermaßen charakterisiert: "Kommissar Lutz Weber, gespielt von Ernst-Georg Schwill, ist Mitte der 1940er Jahre geboren und stammt noch aus den Zeiten der Volkspolizei. Er ist ein verlässlicher Mitarbeiter und "ein Mann für alle Fälle". Auch er begann, wie Felix Stark, im Raubdezernat, wechselte später zur Mordkommission, wo auch er es am Anfang mit Till Ritter nicht leicht hatte. Aber er ist ein Gemütsmensch mit gesundem Menschenverstand und solider Grundausbildung. Durch seinen trockenen Berliner Humor gelingt es ihm oft auch mal, die ungeliebten Wahrheiten auszusprechen. Ganz besonders, wenn er, wie fast immer, vor seinen beiden Kollegen am Tatort ist und auch schon mal einen Kaffee besorgt. Meist ist er jedoch im Innendienst, um zu recherchieren, Akten zu bearbeiten oder alle möglichen anderen Kleinigkeiten zu organisieren.".
    Im September 2008 legte Schwill seine Erinnerungen unter dem Titel "Is doch keene Frage nich" vor, beschreibt darin die turbulente Nachkriegszeit, aber auch seinen schwierigen Neustart nach dem Ende der DDR. "Auch kleine Rollen müssen gespielt werden, und zwar mit vollem Einsatz, sie geben den Filmen die Würze." meinte Schwill einmal. Mit "Icke, meine und andere Tatorte. Geschichten" folgte 2012 eine weitere Veröffentlichung.
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tatort-fundus.de
03.04.2020 Bereits am 28. März 2020 starb die Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting im Alter von 92 Jahre an ihrem Wohnort, zuletzt lebte sie im unterfränkischen Michelrieth1), einem zu Marktheidenfeld1) (Bayern) gehörenden kleinen Dorf an der Ostseite des Spessarts. Anfang der 1950er Jahre kam die am 21. November 1927 als Waltraud Irmgard Goltz geborene junge Frau zum Film, bereits für ihren zweiten Leinwandauftritt bzw. die Rolle einer russischen Soldatin in dem Krimi "Die Spur führt nach Berlin"1) (1952) erhielt sie den "Bundesfilmpreis"1) in der Kategorie "Beste Nachwuchsschauspielerin". Furore machte die markant-attraktive Künstlerin als Titelheldin in dem Heimat-Melodram "Die Geierwally"1) (1956), der dritten Verfilmung des gleichnamigen Romans1) von Wilhelmine von Hillern1). Bis Mitte der 1960er Jahre stand Barbara Rütting regelmäßig für Kinoproduktionen vor der Kamera, einen letzten Auftritt hatte sie 1975 als Ehefrau des Gemütsmenschen bzw. Dauerschläfers Traugott Wurster in der turbulenten Komödie "Mein Onkel Theodor oder Wie man im Schlaf viel Geld verdient"1) an der Seite von Gert Fröbe in der Doppelrolle des Traugott Wurster bzw. von dessen Bruder "Onkel Theodor". Auf dem Bildschirm trat sie ebenfalls verschiedentlich in Erscheinung, neben Literaturadaptionen zeigte sie sich mit Episodenrollen in populären Krimiserien wie "Der Kommissar" (1975), "Der Alte"1) (1980), "Derrick"1) (1981), "Ein Fall für zwei"1) (1981) oder "Schwarz Rot Gold"1) (1984). Zuletzt sah man sie 2000 als Lady Catherine in der Rosamunde Pilcher1)-Geschichte "Im Licht des Feuers"2).
Bereits 1952 gab Barbara Rütting in Krefeld ihr Theaterdebüt in dem Stück "Die Tochter des Brunnenmachers" von Marcel Pagnol1). Sie spielte in den kommenden Jahren an allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen und im Rahmen von Tourneen die großen weiblichen Figuren der Weltliteratur von Shakespeares "Lady Macbeth" in "Macbeth"1) über Schillers Prinzessin von Eboli in "Don Karlos"1), Ibsens "Hedda Gabler"1), Strindbergs "Fräulein Julie"1) bis hin zur Martha in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf"1) von Edward Albee1) und Brechts "Mutter Courage"1).
1970 erschien ihr Roman "Diese maßlose Zärtlichkeit". Nachdem sie ein Vollkornbrot (das "Barbara Rütting-Brot") auf den Markt gebracht hatte, schrieb sie 1976 auch ein Kochbuch mit dem Titel "Mein Kochbuch. Naturgesunde Köstlichkeiten aus aller Welt", nochmals 1997 "Grüne Rezepte für den blauen Planeten, 1979 außerdem das Kinderbuch "Ach du grüner Kater" sowie weitere Veröffentlichungen in diesen Kategorien. Nachdem sich die Schauspielerin zur Gesundheitsberaterin hatte ausbilden lassen, folgten eine ganze Reihe weiterer Bücher zum Thema "ökobewusste" Ernährung. Zuletzt publizierte sie 2015 die Autobiografie "Durchs Leben getobt" → Bibliografie siehe Wikipedia.
Im Laufe der Jahrzehnte gewann Rüttimgs Engagement im Umwelt-, Tier- und Menschenschutz immer mehr an Bedeutung, sodass sie Mitte der 1980er Jahre ihre Schauspielkarriere weitgehend beendete. 1982 erfolgte ihr Eintritt bei den "Bündnis 90/Die Grünen"1), 2003 wurde sie von den "Grünen" im Chiemgau, wo sie damals lebte, gebeten, für den "Bayerischen Landtag"1) zu kandidieren. Über die oberbayerische Bezirksliste zog sie im Alter von 75 Jahren als Abgeordnete in den Landtag ein und wurde Alterspräsidentin. Obwohl 2008 für eine weitere Legislaturperiode wiedergewählt, legte sie am 2. April 2009 vorzeitig aus Gesundheits- und Gewissensgründen das Mandat nieder. Aus Protest gegen die Abkehr vom Pazifismus und den mangelnden Tierschutz verließ sie dann im September 2009 die Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Barbara Rütting konzentrierte sich nach ihrer politischen Karriere auf ihre Arbeit als Schriftstellerin, veröffentlichte 2010 das Buch "Wo bitte geht's ins Paradies?" mit dem Untertitel "Burnout einer Abgeordneten und Neuanfang", 2012 folgte das Buch "Was mir immer wieder auf die Beine hilft".
Zwischen 2009 und 2014 unterstützte sie die Kleinpartei "Partei Mensch Umwelt Tierschutz"1). Ende 2016 trat sie in die neu gegründete "Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer"1) (V-Partei³) ein, kandidierte auf Listenplatz 2 der bayerischen Landesliste für die Bundestagswahl 2017 und holte in ihrem Heimatort das beste Zweitstimmenergebnis der Partei.
Barbara Rütting, die nach der Scheidung der 1946 geschlossenen Ehe mit Hans Rütting in zweiter Ehe von 1955 bis 1964 mit Heinrich Graf von Einsiedel1) verheiratet war, führte von 1969 bis 1988 eine Beziehung mit dem Schauspieler, Regisseur und Theaterintendanten Lutz Hochstraate1). Das Paar lebte bis 1980 unter anderem mit zwei Pferden, drei Hunden, zwei Katzen und einem Zwerghuhn auf einem kleinen Bauernhof in der Ortschaft Sommerholz1) bei Salzburg; siehe auch die Nachrufe bei sueddeutsche.de, spiegel.de, www.zdf.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de
03.2020 Updates / Ergänzungen
10.03.2020 Am 8. März 2020 starb im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat Paris der schwedische Schauspieler Max von Sydow; sein Vater war der Ethnologe Carl Wilhelm von Sydow1) (1878 – 1952) mit deutsch-pommerscher Abstammung. Schon früh machte sich von Sydow einen Namen als exzellenter Charakterdarsteller und avancierte sowohl in Schweden als auch im Ausland rasch auf der Leinwand zum Star. Mit Ingmar Bergmans1) Drama "Das siebente Siegel"1) (1957, "Det Sjunde inseglet") und der Hauptrolle des fahrenden Ritters Antonius Blok, der sich während einer Pest-Epidemie auf ein Spiel mit dem Tod einlässt, wurde der Mime auch international gefeiert. Seither sind die Namen Max von Sydow und Ingmar Bergman eng miteinander verbunden, unter der Regie des schwedischen Regisseurs wirkte er in zehn weiteren Werken, so unter anderem in "Wilde Erdbeeren"1) (1957, "Smultronstället"), es folgten "Das Gesicht"1) (1958, "Ansiktet"), "Die Jungfrauenquelle"1) (1959, "Jungfrukällan"), "Die Stunde des Wolfes"1) (1968, "Vargtimmen"), "Schande"1) (1968, "Skammen"), "Passion"1) (1969, "En Passion") und zuletzt in "Die Berührung"1) (1971, "Beröringen"). Doch auch unter anderen Regisseuren zeigte von Sydow als herausragender Darsteller immer wieder seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit. Er drehte zahlreiche, international erfolgreiche Filme, war mythischer Held, undurchschaubarer Finsterling, zwielichtige Typus, Licht- und Schattengestalt, Retter und Verräter oder historische Charaktere sowohl im Kino als auch im Fernsehen. In seinem Hollywood-Debüt verkörperte er in dem biblischen Monumentalfilm "Die größte Geschichte aller Zeiten"1) (1965, "The Greatest Story Ever Told") Jesus von Nazaret1), unvergessen bleibt er als Jesuitenpater Lankester Merrin in den Horrorstreifen "Der Exorzist"1) (1973, "The Exorcist") und "Exorzist II – Der Ketzer"1) (1977, "Exorcist II: The Heretic"). Für seine Rolle des Witwers und Vaters Lasse Karlsson in dem dänischen Drama "Pelle der Eroberer"1) (1987, "Pelle Erobreren") erhielt er 1987 den Europäischer Filmpreis "Felix"1) als "Bester Schauspieler", 1988 die dänischen Filmpreise "Bodil"1) ("Bester Hauptdarsteller"1)) und "Robert"1) ("Bester Hauptdarsteller"1)) sowie 1989 eine "Oscar"-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller", unterlag jedoch Dustin Hoffman in "Rain Man"1). Eine weitere "Oscar"-Nomimierung als "Bester Nebendarsteller" war die Rolle des stummen Untermieters in dem US-amerikanischen Drama "Extrem laut & unglaublich nah"1) (2011,"Extremely Loud & Incredibly Close"), doch auch diesmal ging von Sydow leer aus und musste die begehrte Trophäe Christopher Plummer in "Beginners"1) überlassen. Einem jüngeren Publikum wurde von Sydow, der noch im hohen Alter vor der Kamera stand, mit dem kleinen, dennoch prägnanten Part des Jedi-Forschers Lor San Tekka in siebte Episode der "Star-Wars"1)-Filmreihe mit dem Titel "Star Wars: Das Erwachen der Macht"1) (2015, "Star Wars: The Force Awakens") und als Magier "Dreiäugiger Rabe" in drei Folgen (2016) der erfolgreichen Fantasy-Serie "Game of Thrones"1) bekannt. 
"Die Tagesschau" (→ tagesschau.de) bezeichnete den Schweden als einen "der markantesten Gesichter im Filmgeschäft", der "in mehr als hundert Filmen und Fernsehserien im Laufe seiner weit über ein halbes Jahrhundert langen Karriere zu sehen war und dabei fast jedes Genre streifte."
Weitere Nachrufe unter anderem bei www.spiegel.de, www.zeit.de, www.sueddeutsche.de
 
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02.2020 Updates / Ergänzungen
19.02.2020 Am 17. Februar 2020 starb, neun Tage nach ihrem 94. Geburtstag, in München, wo sie zuletzt in einem Seniorenstift gelebt hatte, die Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Sonja Ziemann, wie ihr Bruder gegenüber der "Deutschen Presse-Agentur" bestätigte. In den 1950er Jahren avancierte sie in Deutschland zu einer der beliebtesten Leinwandstars, wurde mit den Heimatstreifen "Schwarzwaldmädel"1) (1950) und "Grün ist die Heide"1) (1951) schlagartig populär. Die von Hans Deppe1) nach der gleichnamigen Operette1) von August Neidhardt1) (Libretto) und Leon Jessel1) (Musik) gedrehte Romanze "Schwarzwaldmädel" war der erste deutsche Farbfilm nach dem Krieg – der erste deutsche Heimatfilm der 1950er Jahre überhaupt und löste einen Boom in diesem Genre aus. In den genannten Produktionen war Rudolf Prack (1905 – 1981) ihr Partner, beide etablierten sich im Kino als "Traumpaar" und drehten noch weitere Filme wie "Die Diebin von Bagdad"1) (1952), "Die Privatsekretärin"2) (1953), "Dany, bitte schreiben Sie"1) (1956) oder "Kaiserball"1) (1956). Sonja Ziemann blieb zunächst dem Klischee des "lieben Mädels" verhaftet, konnte sich dann jedoch von diesem Image lösen und schaffte sowohl auf der Leinwand als auch auf der Theaterbühne erfolgreich den Sprung ins Charakterfach. In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie als Protagonistin in Helmut Käutners Satire "Der Traum von Lieschen Müller"1) (1961) oder mit ihren Rollen in Frank Wisbars ergreifenden Kriegsfilmen "Hunde, wollt ihr ewig leben"1) (1958) und "Nacht fiel über Gotenhafen"1) (1959).
Im Laufe ihres Lebens musste Sonja Ziemann, die man zu Recht als Ikone des deutschen Nachkriegsfilms bezeichnet, tragische Schicksalsschläge verkraften. Ihre erste, 1953 geschlossene Ehe mit dem Wiesbadener Strumpffabrikanten Rudolf Hambach scheiterte trotz eines gemeinsamen Sohnes bereits 1956. Die Verbindung (Heirat 1961) mit dem Dichterrebellen, Ausnahmeschriftsteller und Drehbuchautor Marek Hlasko1) wurde durch dessen Tod, hervorgerufen durch eine Überdosis Schlaftabletten, am 14. Juni 1969 endgültig getrennt. Nur sieben Monate später starb Ziemanns Sohn Pierre aus erster Ehe mit nur 17 Jahren an einer Atemlähmung als Folge einer Tumorerkrankung. Zu den guten Freunden, welche Sonja Ziehmann nach dem Tod ihres Sohnes Pierre beistanden, gehörte der Schauspieler Charles Regnier (1914 – 2001) und dessen Frau, die Schauspielerin und Sängerin Pamela Wedekind1) (1906 – 1986), Tochter des Dramatikers Frank Wedekind1) (1864 – 1918). Nach dem Tod von Pamela Wedekind am 9. April 1986 wurde aus der tiefen Freundschaft zu Charles Regnier eine innige Liebesbeziehung. 1989 heiratete das Paar, lebte unter anderem in Ambach1) am Starnberger See und ging immer wieder gemeinsam auf Tournee, so zuletzt bis Mitte der 1990er Jahre mit dem Dialogstück "Adelaide" von Robert Lamoureux1). Laut Medienberichten soll Sonja Ziemann in Berlin in der Grabstelle ihrer Eltern und ihres Sohn beigesetzt werden → siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesspiegel.de, tagesschau.de, www.faz.net
  
Fremde Links: Wikipedia, 2) filmportal.de
09.02.2020 Am 8. Februar 2020 starb in Berlin – acht Tage vor seinem 81. Geburtstag – der Theater- und Filmschauspieler Volker Spengler1). Geboren am 16. Februar 1939 in der Hansestadt Bremen1), war er ab einem Alter von 14 Jahren als Seemann tätig, mit 18 Jahren begann er eine Kaufmannslehre. Von 1959 bis 1961 studierte Spengler an der Schauspielschule in Salzburg und am Wiener "Max Reinhardt-Seminar"1).
Nach einem längeren Aufenthalt in der USA war er am Theater in Stuttgart zusammen mit Heinz Erhardt, in Hamburg mit Ida Ehre und in Frankfurt mit Fritz Rémond tätig. 1967 begann sein Engagement am Berliner "Schillertheater"1), wo er unter anderem 1968 als Caliban in Fritz Kortners Inszenierung des Shakespeare-Dramas "Der Sturm"1) mitwirkte. Hinzu kamen Engagements an Bühnen in München, Köln, Frankfurt und schließlich wieder in Berlin, unter Regisseuren wie Einar Schleef1), Klaus Emmerich1) und Peter Palitzsch1). Am "Schauspiel Frankfurt"1) wirkte er unter anderem bei den Einar Schleef-Inszenierungen "Vor Sonnenaufgang"1) (1987) von Gerhart Hauptmann1) und in der Uraufführung (12.03.1988) von Schleefs eigenem Stück "Die Schauspieler" (nach Maxim Gorkis "Nachtasyl"1)) mit. Mit Peter Palitzsch arbeitete er ebenfalls in Frankfurt zusammen: In "Edward II"1) (1988) von Christopher Marlowe1) und als Estragon in"Warten auf Godot"1) (1991) von Samuel Beckett. Die Zusammenarbeit mit Palitzsch setzte sich fort: Am "Berliner Ensemble"1) mit dem Shakespeare-Drama "Perikles, Prinz von Tyrus"1) und Brechts "Baal"1) (beide 1993), mit "Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben"1) von Tankred Dorst1) und der deutschen Erstaufführung des Stücks"Ollys Gefängnis" von Edward Bond1) (beide 1994) sowie dem Drama "Endspiel"1) (1995) von Samuel Beckett1), wo er den neben Hermann Beyer (Clov) dessen blinden und gelähmten Herrn Hamm spielte (→ berliner-schauspielschule.de) und 1999 am "Düsseldorfer Schauspielhaus"1) als Protagonist in Becketts Einpersonen-Stück "Das letzte Band"1) und in "Alles Theater – gewidmet Gustaf Gründgens" von Frank M. Raddatz1), einer Revue über das Leben und Wirken von Gustaf Gründgens aus Anlass des 100. Geburtstages. In Düsseldorf interpretierte Volker Spengler zudem 2000 die Titelrolle des Galileo Galilei1) in Brechts "Leben des Galilei"1) (Regie: Klaus Emmerich). In der letzten Inszenierung von Heiner Müller1), dem Brecht-Schauspiel "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"1) am "Berliner Ensemble" (Premiere: 03.06.1995), gestaltete Spengler die Rolle des Gangsters Emanuele Giri an der Seite eines grandiosen Martin Wuttke1) als Arturo Ui → berliner-schauspielschule.de.
In Erinnerung wird Spengler auch als Fassbinder-Darsteller bleiben, übernahm er für Rainer Werner Fassbinder1) zunächst kleinste und kleine Parts, erhielt er in "In einem Jahr mit 13 Monden"1) (1978) eine großartige Hauptrolle: Er mimte in diesem Streifen den Transsexuellen Erwin, der sich aus Liebe zu einem Mann umoperieren lässt und jetzt Elvira Weißhaupt heißt. Leider wird sie von ihrem einstigen Geliebten (Gottfried John) verachtet und begeht Selbstmord. Durch ein äußerst eindrucksvolles Spiel begeisterte Volker Spengler Publikum und Kritiker. Eine nächste Hauptrolle bei Fassbinder spielte Spengler als Lockspitzel bzw. Terrorist August Brem in "Die dritte Generation"1) (1979), in dem vielbeachteten Mehrteiler "Berlin Alexanderplatz" mimte er den Bruno. In der Komödie "Heute spielen wir den Boß – Wo geht's denn hier zum Film?"1) (1981) von Peer Raben1) sah man ihn als Manfred Dietrich auf der Leinwand, in dem von Volker Schlöndorff1) in Szene gesetzten Drama "Der Unhold"1) (1996, "The Ogre") zeigte er sich neben John Malkovich1), Armin Mueller-Stahl und Gottfried John als NS-Generalfeldmarschall Hermann Göring1). In jüngerer Zeit wirkte er in dem Liebesdrama "Kammerflimmern"1) (2004) als "Hundemann" mit, zugleich sein letzter Auftritt in einer Kinoproduktion bzw. vor der Kamera.
Volker Spengler verfasste ein Theaterstück mit dem Titel "Lieber William", inszenierte 1985 am Frankfurter "Theater am Turm"1) (TAT) das Fassbinder-Stück "Die bitteren Tränen der Petra von Kant"1) ausschließlich mit Männern.
Seit 1993 war Spengler als Schauspieler beim "Berliner Ensemble" verpflichtet, spielte jedoch auch häufig bei Rene Pollesch1) an der Berliner "Volksbühne"1) wie auch für Christoph Schlingensief1), der ihn unter anderem als Hank in dem satirischen Horrorstreifen "Das deutsche Kettensägenmassaker"1) (1990) besetzte. → Nachrufe unter anderem bei www.zeit.de, www.tagesspiegel.de, www.nachtkriktik.de
  
Quellen: deutsches-filmhaus.de sowie Wikipedia (abgerufen 20.04.2012/09.02.2020); siehe auch filmportal.de
Fremde Links: 1) Wikipedia
06.02.2020 Trauer rief die Nachricht hervor, dass die Hollywood-Legende Kirk Douglas am 5. Februar 2020 im kalifornischen Beverly Hills1) im hohen Alter von 103 Jahren gestorben sei. Dies teilte sein Sohn, der Schauspieler Michael Douglas in einer Botschaft auf "Instagram" und "Facebook" mit und schrieb unter anderem: "Für die Welt war er eine Legende, ein Schauspieler aus dem "Goldenen Zeitalter" des Films, der bis weit in seine goldenen Jahre hinein gelebt hat …". Für ihn und seinen Bruder sei er jedoch einfach nur "Dad" gewesen.
Der Mann mit dem markanten Grübchen im Kinn war einer der letzten Stars, dessen Name untrennbar mit den großen Hollywood-Produktionen der 1950er und 1960er Jahren verbunden bleibt. In mehr als 80 Filmen wirkte er mit, trug dazu bei, dass etliche Streifen zu Kassenschlagern gerieten. Vor allem als kämpferischer Titelheld Spartacus1) in dem von Stanley Kubrick1) in Szene gesetzten gleichnamigen Monumental- und Historienfilm aus dem Jahre 19601) über den "Spartacus-Aufstand"1) im antiken Rom bleibt der muskulöse Douglas unvergessen, aber auch als widerspenstiger Harpunier Ned Land in der Jules Verne-Verfilmung "20.000 Meilen unter dem Meer"1) (1954), als Odysseus1) in dem Abenteuer "Die Fahrten des Odysseus"1) (1954), als Maler Vincent van Gogh1) in dem Biopic "Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft"1) (1958), als Wikingerfürst Einar in der Geschichte "Die Wikinger" (1958), als Major Steve Garrett in dem Drama "Stadt ohne Mitleid"1) (1961), als Physiker Dr. Rolf Pedersen in dem Kriegsfilm "Kennwort "Schweres Wasser""1) (1965) oder als Offizier David Marcus1) in der Literaturadaption "Der Schatten des Giganten"1) (1966). Im vorgerückten Alter machte sich Douglas als Schriftsteller einen Namen, 1988 publizierte er seine Autobiografie "The Ragmans Son" ("Der Sohn des Lumpensammlers"), der 1997 eine weitere mit dem Titel "Climbing The Mountain: My Search For Meaning" (auch: "My Stroke of Luck") folgte; mit "Ein Fall von Glück" verarbeitete er seinen 1996 erlittenen Schlaganfall und machte damit Menschen in ähnlicher Situation Mut. Im März 2007 kam anlässlich seines ein Jahr zuvor gefeierten 90. Geburtstages die Biografie "Let's Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning" auf den Markt. Auch die Romane "The Broken Mirror", "Young Heros Of The Bible" (beides Kinderbücher), "Dance With The Devil", und "Der letzte Tango in Brooklyn" ("Last Tango in Brooklyn") stammen vom Schriftsteller Kirk Douglas.
Der einstige Frauenschwarm war bis zuletzt in zweiter Ehe mit der aus Hannover stammenden Anne Buydens1) (* 23.04.1919) verheiratet, die er am 29. Mai 1954 geheiratet hatte. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Peter und Eric Anthony hervor; am 6. Juli 2004 wurde Eric tot in einem New Yorker Apartment aufgefunden, er hatte seit Jahren unter Drogen- und Alkoholproblemen gelitten. Aus der am 2. November 1943 geschlossenen und 1951 geschiedenen Verbindung mit der Schauspielerin Diana Dill1) (1923 –M; 2015) stammen die zwei Söhne Michael (* 1944) und Joel Douglas1) (* 1947), ebenfalls als Schauspieler bzw. Produzent im Filmgeschäft tätig.
Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, www.welt.de, www.zeit.de
 
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01.2020 Updates / Ergänzungen
  • 28.01.2020: Klaus Manchen (neu: Arbeiten für das Hörspiel (mit Fotos))
    Mein Dank geht an den Fotografen Sandro Most für die Fotos, auch zu Gudrun Ritter
  • 26.01.2020: Rudolf Platte † (neu: Ergänzung Filmografie (mit Fotos))
  • 23.01.2020: Günter Lamprecht (neu: Ergänzung Filmografie, Hörspiel (mit Fotos))
    Mein Dank geht an den Fotografen Sandro Most für Fotos, auch zu Tilo Prückner
  • 20.01.2020: Edgar Selge (neu: Theater-Wirken, Ergänzung Filmografie, Hörspiel)
  • 17.01.2020: Günter Pfitzmann † (neu; Fotos, Ergänzung Filmografie, Hörspiel)
  • 15.01.2020: Werner Peters † (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie)
  • 13.01.2020: Bruno W. Pantel † (neu: Filmografie)
  • 12.01.2020: Hans Paetsch † (neu: Filmografie, Hörspiel)
  • 08.01.2020: Erik Ode † (neu: Ergänzung Filmografie (mit zwei Fotos), Hörspiel)
  • 06.01.2020: Edwin Noël † (neu: Foto, Filmografie, Hörspiel)
  • 05.01.2020: Horst Niendorf † (neu: Fotos, Filmografie, Hörspiel)
  • 03.01.2020: Horst Michael Neutze(neu: Filmografie, Hörspiel)
  • 01.01.2020: Günther Neutze † (neu: Fotos, Filmografie, Hörspiel)
20.01.2020 Der Tod zweier beliebter Schauspieler/Künstler ist zu beklagen:
  • Am 20. Januar 2020 erlag mit nur 57 Jahren der Schauspieler und Musiker Joseph Hannesschläger1) in einem Münchener Hospiz seiner Bauchspeicheldrüsen-Krebserkrankung. Der ausgebildete Koch erwarb sich sein darstellerisches Rüstzeug zwischen 1987 und 1990 bei Hilde Rehm, Beles Adam, Harald Ludwig, Gaby Rothmüller und Alexander Duda1), stand anschließend unter anderem am Münchener "Prinzregententheater"1) auf der Bühne. Er schrieb und spielte mehrere Kabarettprogramme und arbeitete auch als Theater-Regisseur. Vor der TV-Kamera war er seit Anfang der 1990er Jahre aktiv, große Popularität erlange Hannesschläger mit der Rolle des Kriminalhauptkommissars und Landwirts Korbinian Hofer in der Krimiserie "Die Rosenheim-Cops"1), eine Figur, die er seit 2002 bzw. der ersten Folge in über 400 Episoden sowie drei Specials bis kurz vor seinem Tod mimte. Auch beim Quotenrenner "Forsthaus Falkenau"1) war er zwischen 1999 und 2003 vertreten, spielte hier in 22 Episoden (Staffeln 9–13) den Gastwirt Toni Karger. Darüber hinaus sah man ihn unter anderem in der Krimireihe "Der Bulle von Tölz"1) (1997: "Bauernhochzeit"/ "Tod in der Brauerei"1)) und in der "Polizeiruf 110"-Story "Kopfgeldjäger"1) (1999). Auf der Leinwand erlebte man den gewichtigen Bayern beispielsweise mit einem kleinen Part in dem Kultstreifen "Der Schuh des Manitu"1) (2001) sowie zuletzt als Herr Kornbichl in dem Fantasy-Film "Mara und der Feuerbringer"1) (2015) nach dem ersten Band der gleichnamigen Romantrilogie1) von Tommy Krappweis1) und als Anton Giesinger in der bajuwarischen Komödie "Schmucklos"2) (2019) → mehr bei filmportal.de. Seit Sommer 2018 war Joseph Hannesschläger mit seiner Lebensgefährtin, der Münchnerin Bettina Geyer verheiratet.
    → Nachrufe unter anderem bei www.welt.de, www.focus.de, tagesschau.de
      
  • Am 19. Januar 2020 starb im Alter von 79 Jahren in Berliner "Charité"1) der Schauspieler und Regisseur Christoph Quest1) an Herzversagen. Nur 14 Tage zuvor war seine Ehefrau, die Künstlerin und Malerin Doris Quest, mit der er über 30 Jahre verheiratet war, 69-jährig ihrer Krebskrankheit erlegen; Medienberichten zufolge soll das Paar, welches zwei Söhne hinterließ, am 24. Januar 2020 gemeinsam beigesetzt werden.
    Der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Hans Quest (1915 – 1997) und dessen ersten Ehefrau, der Schauspielerin Charlotte Witthauer1) (1915 – 1980) wuchs in München auf und erhielt dort seine künstlerische Ausbildung an der "Otto-Falckenberg-Schule"1). Anschließend wirkte er an verschiedenen renommierten Bühnen, so in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Zürich. Zudem stand Christoph Quest seit Ende der 1990er Jahre auch auf der Operbühne auf und führte dort auch Regie. Vor der Kamera betätigte er sich seit Mitte der 1960er Jahre, sein Leinwanddebüt gab er als Offizier in der Thomas Mann-Adaption "Wälsungenblut"1) (1964). In den nachfolgenden Jahrzehnten machte sich Quest vor allem mit prägnanten Parts im Fernsehen einen Namen, spielte neben zahlreichen Serien-Episodenrollen in Mehrteilern wie "Goya" (1969) und "Die Geschwister Oppermann" (1983), war beim "Tatort" in "Spuk aus der Eiszeit"1) (1988) und "Zartbitterschokolade"1) (2002) oder in der "Pfarrer Braun"1)-Story "Kein Sterbenswörtchen"1) (2006) vertreten. Darüber hinaus war Quest für den Hörfunk sowie in der Synchronisation tätig. Als Schriftsteller veröffentlichte er 1995 den Gedichtband "Das Morgentor", 2009 den Erzählband "Menschenkinder" sowie 2012 den Gedichtband "Ein Glockenton" und das Theaterstück "Wie ein Hauch".
    → Nachrufe unter anderem bei www.merkur.de, www.derwesten.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
15.01.2020 Am 14. Januar 2020 – an diesem Tag wäre der Schauspieler Jan Fedder 65 Jahre alt geworden – fand auf Wunsch des am 30. Dezember 2019 Verstorbenen eine bewegende Trauerfeier in der Hamburger Hauptkirche "Sankt Michaelis"1) statt, volkstümlich "Michel" genannt – dort war er getauft, konfirmiert und getraut worden und hatte im Knabenchor gesungen. Neben der Familie nahmen Freunde, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Kollegen und Kolleginnen sowie Fans Abschied von dem norddeutschen Urgestein. "Michel"-Hauptpastor Alexander Röder1) führte durch den geistlichen Teil des Gottesdienstes, hob unter anderem Fedders "großes Herz und seinen Sinn für Gerechtigkeit" hervor. Ergreifende Worte fand Witwe Marion Fedder, "Mein geliebter Jan, das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein alles", sagte sie und beendete mit "Mein geliebter Jan, schlaf gut." ihre kurze Trauerrede. Auch der ehemalige NDR Intendant Lutz Marmor1), der Programmdirektor der ARD, Volker Herres1), und der Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer1) würdigten Fedder in ihren Ansprachen. "Der "Michel" klang während der Trauerfeier anders als sonst: Mit dem "Deep Purple"1)-Song "Child in Time"1) und "Knocking On Heavens Door"1) von Bob Dylan (gesungen von Jessy Martens1)) wurden unter anderem auch Musikwünsche von Jan Fedder selbst gespielt. Auch der Hamburger Klassiker "An de Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband"1) erklang. Zum Auszug spielte "Michel"-Organist Manuel Gera1) die Titelmelodie ("Wenn der Schutzmann ums Eck kommt") der Serie "Großstadtrevier". kann man bei www.ndr.de lesen. Sechs Polizisten trugen den mit roten Rosen geschmückten Sarg nach der Trauerfeier zum Leichenwagen, der anschließend, ebenso wie ein langer Trauerkonvoi über die Reeperbahn1) bzw. durch St. Pauli1) fuhr. Vor der Hamburger Kult-Kneipe "Zur Ritze"1) hielt der Autokorso, als Leticia Spormann1) in einem weißen Pavillon die Lieder "Hallelujah"1) und "Ave Maria"1) sang.
Zu den prominenten Trauergästen zählten unter anderem Hamburger Politiker wie der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher1), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegeban1) und der Umweltsenator Jens Kerstan1), der  TV-Koch Tim Mälzer1), die Schauspieler/-innen Uschi Glas, Ben Becker1), Michaela May1), Hugo Egon Balder1) und Axel Milberg1), der Komiker Mike Krüger1), die Moderatoren Judith Rakers1), Carlo von Tiedemann1) und Jörg Pilawa1), die Sänger Sasha1), Klaus Meine1) von den "Scorpions"1) und H.P. Baxxter1) von der Gruppe "Scooter"1), die "Reeperbahn"-Ikone Olivia Jones1), der Boxer Ismail Özen1) sowie natürlich Fedders Mitstreiter vom "Großstadtrevier", unter ihnen Till Demtröder1) und Maria Ketikidou1). Mit Martin Semmelrogge1), Martin May1), Claude Oliver Rudolf1) und Heinz Hönig1) erwies auch die Besetzung des Kultfilms "Das Boot"1) (1981) dem einstigen Weggefährten die letzte Ehre, sowie die Kollegen der NDR Serie "Neues aus Büttenwarder", unter ihnen Peter Heinrich Brix1). "Die Elbschiffe flaggten schwarz auf Halbmast und ließen ihre Schiffshörner erklingen, Taxi-Zentralen ließen schwarze Fahnen wehen. Bereits am Vormittag war im Eingangsbereich des "Michels" ein roter Teppich ausgerollt worden. Der "Norddeutsche Rundfunk"1) (NDR) übertrug die Trauerfeier ab 13:45 Uhr live im "NDR"-Fernsehen, bei "NDR.de" und in der "NDR Hamburg App" sowie für die zahlreichen Hamburger und Fans aus ganz Deutschland auf einer Großbildleinwand vor dem "Michel"." (Quelle: www.ndr.de)  Nach Angaben der Polizei sollen es 1.500 Menschen gewesen sein. Zudem berichtete der Radiosender "NDR 90,3"1) ab 13 Uhr in einer Sondersendung mit Live-Schalten über die Trauerfeier, die um 14 Uhr im "Michel" begann. Enge Freunde begaben sich später gemeinsam mit Fedders Witwe in die Hamburger Kneipe "Zwick" am Millerntor1), wo ganz im Sine des Verstorbenen eine Geburtstagsparty für den Schauspieler stattfand → siehe auch spiegel.de, www.zeit.de.
Laut Medienberichten soll die Beisetzung Fedders im privaten Rahmen bzw. im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Hamburger "Friedhof Ohlsdorf"1) stattfinden.
 
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10.01.2020 Die Älteren unter uns erinnern sich sicherlich an die US-amerikanische Krimiserie "77 Sunset Strip" (1958–1964), die wohl als der Klassiker des Genres gilt und mit 206 Folgen zu den  erfolgreichsten zählt. Unvergessen bleibt Edd Byrnes1), der am 8. Januar 2020 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Santa Monica an den Folgen eines Schlaganfalls starb. Neben den beiden ehemaligen Geheimagenten Stuart Bailey (Efrem Zimbalist Jr.) und Jeff Spencer (Roger Smith1)), die in Los Angeles an der (fiktiven) Adresse "77 Sunset Strip" ein Detektivbüro betreiben, mimte Byrnes den Gerald Lloyd "Kookie" Kookson III, der vom anfänglichen Parkplatzwächter des benachbarten Nobel-Restaurants "Dino's" bald zum unverzichtbaren Assistenten des Detektiv-Duos wurde. Mit dieser Figur avancierte Byrnes zu einem der ersten Teenager-Idole der Fernsehgeschichte, landete, begleitet von Connie Stevens1), mit dem Song "Kookie, Kookie, Lend Me Your Comb" 1959 auch einen Hit in den "Top 5" der Charts. "Die Popularität von Byrnes schwappte auch nach Deutschland über: Er wurde mit vier "Bravo Ottos"1) zwischen 1963 und 1966 ausgezeichnet und galt dem "Spiegel"1) im November 1963 als "derzeit beliebtester Fernsehdarsteller" des Landes." notiert Wikipedia. Der smarte, attraktive "Kookie" geriet zum heimlichen Star der Serie, der seine Beliebtheit in Deutschland auch der exzellenten Synchronisation durch Hans Clarin verdankte, der dem "Kookie" seine selbst erdachte, berühmt gewordene kieksige Stimme verpasste.
Nach dem Ende von "77 Sunset Strip" begann der Stern von Byrnes zu sinken, den Ruhm, den er als "Kookie" geerntet hatte, erreichte er nicht mehr. Lediglich mit der Rolle des lüsternen Fernsehmoderators Vince Fontaine erregte er in dem Kultfilm "Grease"1) (1978) an der Seite von John Travolta1) und Olivia Newton-John1) noch einmal international Aufmerksamkeit. Letztmalig stand er für den TV-Film "Shake, Rattle and Roll: An American Love Story" (1999) vor der Kamera. 1996 veröffentlichte er die Autobiografie "Kookie No More: Televisions 1st Teen Idol" ("Nie wieder Kookie: Der erste Fernseh-Teenie-Schwarm") bei dem Verlag "Barricade Books".  → Siehe auch den Nachruf bei stern.de
 
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12.2019 Updates / Ergänzungen
04.01.2020 Am 2. Januar 2020 starb im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Bad Aibling1) die beliebte Volksschauspielerin Veronika Fitz1); zuletzt lebte sie zurückgezogen im oberbayerischen Prien am Chiemsee1). Sie stammte aus der weitverzweigten Schauspieler-Familie Fitz1), ihr Vater war der deutsche Bühnenautor, Mundartschauspieler und Regisseur Hans Fitz1) (1891 – 1972), Mutter Ilse war ebenfalls Schauspielerin sowie Opernsängerin und gründete das "Würmtaler Kindertheater". Auch die Brüder Walter Fitz1) (1921 – 1992) und Gerd Fitz (1930 – 2015), machten sich als Schauspieler einen Namen. Zu den Mitgliedern des sogenannten "Fitz-Clans", die auf der Bühne und im Film erfolgreich sind, gehört auch die Tochter von Walter Fitz, die Kabarettistin und Schauspielerin Lisa Fitz1), sowie der aus der ersten Ehe von Gerd Fitz stammende Sohn Michael Fitz1); zu nennen ist auch Florian David Fitz1), ein Cousin zweiten Grades von Michael und Lisa Fitz.
Nach ihrer Ausbildung an der "Otto-Falckenberg-Schule"1) trat Veronika Fitz unter anderem am "Münchner Volkstheater"1) auf, in den 1970er Jahren gehörte siez zum Ensemble der "Münchner Kammerspiele"1), zudem wirkte sie am "Bayerischen Staatsschauspiel". Ab den 1960er Jahren war sie in zahlreichen Filmen und Serien vor allem mit bayerischem Kolorit auf dem Bildschirm präsent, dazu zählten unter anderem die Kultserien  "Der Komödienstadel"1) und "Königlich Bayerisches Amtsgericht". Verschiedentlich übernahm sie kleinere Aufgaben in Kinoproduktionen, beispielsweise in den Kassenschlagern "Das Wirtshaus im Spessart"1) (1958) und "Das Spukschloß im Spessart"1) (1960). Mehrfach tauchte sie in den 1970er Jahren beim "Tatort"1) neben Kriminalhauptkommissar Veigl (Gustl Bayrhammer) auf, zeigte sich an der Seite Walter Sedlmayr in der Serie "Der Millionenbauer"1) (1979/1987) als Rosa, Ehefrau des schlitzohrigen Landwirts Josef Hartinger. Doch so richtig populär wurde die Schauspielein mit der Figur der Martha Haslbeck in der Serie "Die Hausmeisterin"1), eine Rolle, die sie ab Ende 1987 drei Staffeln lang bis 1992 spielte. Anschließend mimte sie zwischen 1993 und 1997 in den Geschichten "Ein Bayer auf Rügen" die Agnes Oberauer, Freundin von Michael Gruber (Gerhard Riedmann), Vater des Titelhelden Valentin Gruber (Wolfgang Fierek1)). Eine schöne durchgehende Rolle war von 2006 bis zur Einstellung der Serie im Jahre 2013 auch die Pensionswirtin Marianne Rainders in dem Quotenrenner "Forsthaus Falkenau"1), (Staffeln 18–24) in der vor ihr bereits Bruder Gerd als reicher Waldbauer Walter Brucks zu sehen gewesen war (Staffeln 06–15). "Obwohl ihr das Volkstümliche lag, war die Schauspielerin alles andere als eine bajuwarische Krachnudel, gerade die leisen Töne und der feine Humor lagen ihr." schreibt DER SPIEGEL in einem Nachruf. Zu ihren letzten Auftritten vor der Kamera zählte (neben "Forsthaus Falkenau") das von Rainer Kaufmann1) in Szene gesetzte bayerischen Krimi-Drama "In aller Stille"1). Das Drehbuch stammte aus der Feder von Tochter Ariele Bogenberger1), die aus der Ehe mit dem Schauspieler Willi Anders († 1971) hervorging.
Siehe auch die Nachrufe bei www.br.de, www.focus.de, www.sueddeutsche.de, www.welt.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia
31.12.2019 Noch kurz vor dem Jahreswechsel ist die traurige Nachricht zu vermelden, dass der beliebte Volksschauspieler Jan Fedder am 30. Dezember 2019 im Alter von 64 Jahren in Hamburg gestorben ist. "Um 18:47 Uhr ist der Hamburger Ehrenkommissar Jan Fedder tot in seiner Wohnung gefunden worden", teilte ein Polizeisprecher der " Deutschen Presse-Agentur" mit. Zuvor war bereits ein Rettungswagen zu Fedders Wohnung im Hamburger Stadtteil "St. Pauli"1) gerufen worden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der Sohn eines Kneipenwirts und einer Tänzerin startete seine schauspielerische Karriere auf der Bühne, doch erst Anfang der 1980er Jahre gelang es ihm mit der Figur des schnoddrigen Bootsmaat Pilgrim in dem preisgekrönten Kinoklassiker "Das Boot"1) (1981) Aufmerksamkeit zu erregen. Es folgten weitere Fernsehauftritte, in denen sich Fedder als norddeutscher Charaktertyp empfahl, Anfang der 1990er Jahre erhielt er dann eine Rolle, die untrennbar mit seinem Namen verbunden bleibt – in dem Dauerbrenner "Großstadtrevier"1) mimte er seit 1992 den Dirk Matthies, Polizist mit großem Herz und "Kodderschnauze". Auch mit einer weiteren Serie spielte er sich in die Herzen seines Publikums, seit 1997 trat er an der Seite von Peter Heinrich Brix1) in den norddeutschen, humorigen Geschichten "Neues aus Büttenwarder"1) als Bauer Kurt Brakelmann auf, der seinen Freund Arthur "Adsche" Tönnsen (Brix) immer wieder auszustechen versucht, in Krisensituationen mit diesem aber entgegen aller vermeintlicher Feindseligkeit zusammenhält. Fedders darstellerische Kunst lässt sich jedoch nicht nur auf das Serien-Image festlegen, mit den Jahren entwickelte sich der Volksschauspieler zu einem ernst zu nehmenden Charaktermimen. Vor allem vier Siegfried Lenz1)-Verfilmungen sind zu nennen, in denen Fedder zu überzeugen wusste: Als arbeitsloser Schiffsinspektor und Taucher Jan Hinrichs in "Der Mann im Strom"2) (2006), als Kapitän Johann Freytag in "Das Feuerschiff"2) (2008), als Fischmeister Frank Wittmann in "Die Auflehnung"2) (2010) und als Vater Harald in "Arnes Nachlass"1) (2013).
Fedder, der am 14. Januar 2020  65 Jahre alt geworden wäre, hinterließ Ehefrau Marion, die er 2000 geheiratet hatte. NDR-Intendant Lutz Marmor1) bezeichnete Feder als einen "echten Volksschauspieler": "Ich bin traurig. Jan Fedder war ein Norddeutscher durch und durch: ehrlich, echt, direkt, manchmal raubeinig, aber im Kern herzlich", sagte er anlässlich des überraschenden Todes. " Er verkörperte verschmitzte Typen genauso überzeugend wie melancholische und wortkarge Menschen." Der NDR habe Jan Fedder viel zu verdanken, die Zuschauerinnen und Zuschauer hätten ihn geliebt. "Der Tod dieses einzigartigen Schauspielers hinterlässt eine große Lücke. Mein Mitgefühl gilt vor allem seiner Frau." → www.ndr.de; siehe auch die Nachrufe bei spiegel.de, www.focus.de, tagesschau.de
 
Link: 1) Wikipedia, 2) tittelbach.tv
18.12.2019 Wie aus einer (mir vorliegenden) Todesanzeige hervorgeht, starb der Schauspieler Udo Vioff bereits am 18. Februar 2018 – wenige Wochen nach seinem 86. Geburtstag.
14.12.2019 Erneut ist der Tod eines beliebten und geschätzten Schauspielers zu beklagen, am 13. Dezember 2019 starb im Alter von 87 Jahren in Hamburg Gerd Baltus. Seine Karriere begann ohne jegliche schauspielerische Ausbildung ab 1953 am "Deutschen Schauspielhaus"1) in Hamburg bei Albert Lippert1) bzw. Gustaf Gründgens, nach Engagements in Bonn und Berlin und gehörte er zwischen 1959 und 1966 zum Ensemble der "Münchner Kammerspiele"1), war zudem eine Zeitlang Mitglied des Hamburger "Thalia Theaters"1). Bereits während seiner Zeit am Theater war Baltus ab Anfang der 1960er Jahre in den verschiedensten TV-Produktionen auf dem Bildschirm präsent und avancierte rasch zu einem beliebten Darsteller. 1964 feierte er mit seiner Rolle des dekadenten Leutnants Beckerath in Rolf Thieles Thomas-Mann-Verfilmung "Wälsungenblut"1) auf der Leinwand einen großen Erfolg, Publikum und Kritiker waren begeistert und Baltus wurde für seine Leistung mit dem "Deutschen Filmpreis"1) als "Bester Nachwuchsschauspieler" ausgezeichnet. Mitte der 1970er Jahre kehrte Baltus dem Theater den Rücken und konzentrierte sich vornehmlich auf die Arbeit vor der Kamera. Bald war er vom Bildschirm nicht mehr wegzudenken, überzeugte in Serien, Mehrteilern und Einzelproduktionen immer wieder mit seinem eindrücklichen Spiel und "galt bisweilen als einer der meistbeschäftigten Schauspieler der TV-Branche", wie www.zeit.de in einem Nachruf schrieb. Seine Stärke war die Verkörperung schwieriger Individualisten und Sonderlinge, Baltus gab gehörnte Ehemänner, liebenswerte Biedermänner aber auch doppelbödige Charaktere und begeisterte das Publikum vor allem mit seiner vergrübelten "Behäbigkeit". Daneben arbeitete Baltus umfangreich als Hörspiel- und Hörbuchsprecher, wurde wegen seiner präzisen Sprache und gekonnten Betonung gerühmt.
Seit 45 Jahre war Baltus mit der Moderatorin und Schauspielerin Brigitte Rohkohl1) verheiratet und lebte mit ihr in Hamburg. Privat galt er als zurückhaltend, sprach ungern über sich selbst und mied weitgehend die Öffentlichkeit. → Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, www.zeit.de

 
Link: 1) Wikipedia
08.12.2019 Bestürzung rief die Nachricht hervor, dass der beliebte Schauspieler Wolfgang Winkler, der zuletzt mit seiner zweiten Ehefrau Marina in Berlin-Karow1) lebte, nicht mehr unter uns weilt. Laut Medienberichten vom 7. Dezember 2019 sei er wenige Tage zuvor im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Der im sächsischen Görlitz1) geborene, gelernte E-Lokführer avancierte nach einer Ausbildung an der "Hochschule für Film und Fernsehen"1) in Potsdam-Babelsberg sowohl auf der Bühne als auch bei Film- und Fernsehen zu einem vielbeschäftigten Darsteller, doch so richtig populär wurde Winkler ab 1996 mit seiner Dauerrolle des Hauptkommissars Herbert Schneider in den vom MDR produzierten "Polizeiruf 110"-Folgen1) aus Halle. Seither löste er an der Seite von Hauptkommissar Schmücke (Jaecki Schwarz) so manchen kniffligen Fall, war der ruhige und bodenständige, manchmal grummelige Gegenpol zu seinem Partner Schmücke, musste aber auch so manches Mal dessen besseren "Riecher" akzeptieren. Der erste Fall mit dem Duo Schmücke/Schneider1) hieß "Der Pferdemörder"1) und ging am 17. März 1996 auf Sendung, weitere spannende Episoden sollten im Laufe der Jahre folgen. Ein letztes Mal begeisterte das "Traumpaar" Schmücke/Schneider die Zuschauer in der Story "Laufsteg in den Tod"1) (EA: 03.03.2013), mit 9,37 Millionen Zuschauern war dieser 50. Fall die erfolgreichste Episode seit fast 20 Jahren und die dritterfolgreichste Folge überhaupt. Die Figur des Herbert Schneider ließ Wolfgang Winkler wenig Zeit für andere interessante Aufgaben, doch immer wieder mal sah man ihn auch in anderen TV-Produktionen oder sporadisch auf der Leinwand, wo er in jüngerer Zeit in "Heinrich der Säger"1) (2001), "Die Männer der Emden"1) (2012) und "Das richtige Leben"2) (2015) mitwirkte. Seit 31. März 2015 konnte Winkler einmal mehr als Ermittler punkten, in der humoristischen ARD-Krimiserie "Rentnercops"1) mit dem Untertitel "Jeder Tag zählt" präsentierte er sich als pensionierter Kriminalhauptkommissar Günter Hoffmann, der zusammen mit seinem ebenfalls in die Jahre gekommenen Kollegen Kriminalhauptkommissar Edwin Bremer alias Tilo Prückner aufgrund von Nachwuchsproblemen in das Polizeidezernat in Köln-Mülheim berufen wurde und nun gemeinsam mit Bremer auf Verbrecherjagd ging. Nach drei Staffeln bzw. der 40. Folge "Wer einmal lügt"3) (EA: 02.01.2019) verließ Winkler auf eigenen Wunsch die Serie, mit dem Beginn der Dreharbeiten zur 4. Staffel übernahm Peter Lerchbaumer1) den Part des KHK Günter Hoffmann. Eine seiner letzten Bühnenrollen war zur Spielzeit 2014/15 die Figur des Estragon in dem Beckett-Klassiker "Warten auf Godot"1) am "Neuen Theater" in Halle, Winklers Partner waren Jaecki Schwarz (Lucky), Reinhard Straube1) (Wladimir) und Hilmar Eichhorn1) (Pozzo). → Siehe auch die Nachrufe bei www.mdr.de, www.tagesspiegel.de, www-zeit.de
 
Link: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) fernsehserien.de
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